NBS Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg Teil 2 (Allgemeines Forum)

ICE-T-Fan, Dienstag, 24.08.2010, 22:31 (vor 5789 Tagen)

Weil der alte Thread zu lang und unübersichtlich wird, eröffne ich jetzt einfach mal einen neuen.
Diese Antwort gilt dem Beitrag http://ice-fanforum.de/index.php?id=77736

Es ist eine politische Kompromisslösung, die sowohl die schnellstemögliche Verbindung ignoriert ...

In Hinsicht schnellst möglicher Verbindung finde ich die nun in Bau befindliche Lösung nicht schlecht. Was verstehst du unter schnellst möglicher Verbindung? Ein Luftlinien-350-km/h-Schneise zwischen München und Berlin oder auch nur Nürnberg und Leipzig? Die Bündelung mit dem Frankfurter Verkehr auf dem Abschnitt Erfurt-Halle/Leipzig ist meiner Meinung nach unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten das absolute Minimum, da sonst wie leider auf Ebensfeld-Erfurt keine vertretbare Auslastung gegeben ist.


Die kürzeste und schnellste Variante ist eigentlich die Route des der ehemaligen Vierländer-Express Leipzig-Gera-Hof-Nürnberg.

Das ist die geografisch kürzeste Route und hätte in Form einer NBS gegenüber dem heutigen Modell noch einmal maximal 20 min Fahrzeitgewinn gebracht.

Kleine Anekdote am Rande: Ich habe aus Spaß in dem Spiel "Transport Tycoon" das deutsche Schienennetz nachgebaut und dann die KI angewiesen die Züge über die kürzest mögliche Verbindung zu schicken und nahezu der gesamte Verkehr Leipzig-München ging ab sofort via Hof anstelle von Jena oder NBS Erfurt. ;)

... als auch jeglichen fahrplantechnischen Sachverstand hinsichtlich eines möglichen ITF. Es ist also IMHO großer Murks.

Was wäre hier die Alternative? Könnte man sich so etwas vorstellen, einen kleinen Ausbau der Altstrecke unter ITF-Gesichtspunkten:

IFT-Zeit Nürnberg-Leipzig auf etwa 85 Minuten, aktuelle Projektzeit 105 min (39 + 66 min)

Das ist eine erreichbare Zeit mit einer NBS über Hof, da man wegen der deutlich kürzeren Strecke keine höhere Geschwindigkeit bräuchte.

Für IC-Züge mit Zwischenhalten wäre immerhin noch eine ITF-Zeit von 115 min möglich und sinnvoll, was 10 min mehr als die jetzige schnellste Zeit ist.

NBS Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg Teil 2

ice-t-411, Dienstag, 24.08.2010, 23:37 (vor 5789 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hi!

Es ist ja nicht so, dass die Route über Hof im Raumordnungsverfahren nicht betrachtet wurde.

Das Problem ist, dass man statt jetzt 106 km NBS und 84 km ABS vermutlich knapp 200 km NBS gebraucht hätte. Das alles dann durch die Fränkische Schweiz, Frankenwald, Fichtelgebirge und Thüringer Wald. Da wäre auf einen Mittelgebirgs-Basistunnel rausgelaufen...

Daher hat man sich für die kürzeste Verbindung durch das Mittelgebirge entschieden mit dem zusätzlichen Vorteil einen großen Teil bestehender Trassen (ABS und Autobahn) mitnutzen zu können. Selbst diese Strecke verschlingt Milliarden, aber die andere wäre mit Sicherheit noch viel teurer geworden, bei ähnlichem verkehrlichen Nutzen. In der genutzten Trasse gab es bis jetzt im Vergleich zu anderen Projekten auch kaum Probleme mit dem Tunnelbau.

Die Anbindung von Hof und Gera rechtfertigt keine NBS, bleibt nur die schnellere Direktverbindung nach Dresden.

Gruß
Johannes

NBS Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg Teil 2

ICE-T-Fan, Mittwoch, 25.08.2010, 00:40 (vor 5789 Tagen) @ ice-t-411

Hi!

Es ist ja nicht so, dass die Route über Hof im Raumordnungsverfahren nicht betrachtet wurde.

Das Problem ist, dass man statt jetzt 106 km NBS und 84 km ABS vermutlich knapp 200 km NBS gebraucht hätte. Das alles dann durch die Fränkische Schweiz, Frankenwald, Fichtelgebirge und Thüringer Wald. Da wäre auf einen Mittelgebirgs-Basistunnel rausgelaufen...

Eigentlich sollte die NBS sogar kürzer ausfallen, weil ja der Umweg über Erfurt weg fällt.

Man braucht halt eine NBS von Leipzig über Gera und Hof nach Bamberg und von dort nutzt man die ABS bis Nürnberg.

Die Thüringer-Wald-Strecke macht ja 50% Tunnelanteil aus und gut 2/3 bis 3/4 der Strecke sind Kunstbauten. Damit ist sie also bei größerer Länge vergleichbar aufwändig wie eine NBS entlang der geographisch kürzesten Verbindung.


Daher hat man sich für die kürzeste Verbindung durch das Mittelgebirge entschieden mit dem zusätzlichen Vorteil einen großen Teil bestehender Trassen (ABS und Autobahn) mitnutzen zu können. Selbst diese Strecke verschlingt Milliarden, aber die andere wäre mit Sicherheit noch viel teurer geworden, bei ähnlichem verkehrlichen Nutzen. In der genutzten Trasse gab es bis jetzt im Vergleich zu anderen Projekten auch kaum Probleme mit dem Tunnelbau.

Naja die aktuelle Strecke ist definitiv nicht die kürzeste Verbindung. Sie stellt einen größeren Umweg dar, der auch zu lasten der Fahrzeit geht.


Die Anbindung von Hof und Gera rechtfertigt keine NBS, bleibt nur die schnellere Direktverbindung nach Dresden.

Die beiden Orte hätte ich auch nicht für den ICE mit bedacht. Allerdings hätte man diese NBS für zahlreiche IC/IR-Varianten mit benutzen können.

z.B. die Anbindung der Region Chemnitz mit einem Intercity an Norddeutschland mit konkurrenzfähigen Fahrzeiten im Vergleich zum Auto.

Gera ist aus Sicht von bspw. Jena genau das gleiche Übel wie Erfurt, was Fahrzeitverlängerungen und Preiserhöhungen betrifft. Für Thüringen wäre eine NBS über Hof insgesamt sicher die schlechtere Variante, aber gesamtdeutsch gesehen hätte diese NBS einfach einen größeren Nutzen gebracht.

Natürlich wäre eine NBS Leipzig-Erfurt trotzdem unumgänglich für den Ost-West-Verkehr.


Gruß
Johannes

NBS Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg Teil 2

ice-t-411, Mittwoch, 25.08.2010, 08:27 (vor 5789 Tagen) @ ICE-T-Fan

Hi!

Man braucht halt eine NBS von Leipzig über Gera und Hof nach Bamberg und von dort nutzt man die ABS bis Nürnberg.

Und schon mal überlegt, warum die Strecke von Hof nach Bamberg z.B. die berühmte "Schiefe Ebene" beinhaltet? Kein einfaches Gebiet für eine NBS, abgesehen von dem Eck das Bamberg in die ganze Sache bringt.

Daher hat man sich für die kürzeste Verbindung durch das Mittelgebirge entschieden mit dem zusätzlichen Vorteil einen großen Teil bestehender Trassen (ABS und Autobahn) mitnutzen zu können. Selbst diese Strecke verschlingt Milliarden, aber die andere wäre mit Sicherheit noch viel teurer geworden, bei ähnlichem verkehrlichen Nutzen. In der genutzten Trasse gab es bis jetzt im Vergleich zu anderen Projekten auch kaum Probleme mit dem Tunnelbau.


Naja die aktuelle Strecke ist definitiv nicht die kürzeste Verbindung. Sie stellt einen größeren Umweg dar, der auch zu lasten der Fahrzeit geht.

Sie ist die kürzeste Verbindung durch den Thüringer Wald. Sie ist nicht die kürzeste Verbindung zwischen Nürnberg und Leipzig, die läuft ungefähr zwischen Nürnberg-Behringersmühle-Neumarkt-Gera-Leipzig mit den gennanten Trassierungsproblemen.

Die beiden Orte hätte ich auch nicht für den ICE mit bedacht. Allerdings hätte man diese NBS für zahlreiche IC/IR-Varianten mit benutzen können.

Für die Strecke ist IR/IC oder ICE aber relativ irrelevant, wenn es eine NBS ist kostet sie fast gleich viel.

Natürlich wäre eine NBS Leipzig-Erfurt trotzdem unumgänglich für den Ost-West-Verkehr.

Du sagst es. Und damit nützt man die Synergie und spart sich eine 30 Milliarden-Trassierung (die auch am Widerstand von sehr vielen scheitern würde).

Gruß
Johannes

NBS Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg Teil 2

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 25.08.2010, 08:37 (vor 5789 Tagen) @ ice-t-411

Hallo Johannes,

Das Problem ist, dass man statt jetzt 106 km NBS und 84 km ABS vermutlich knapp 200 km NBS gebraucht hätte. Das alles dann durch die Fränkische Schweiz, Frankenwald, Fichtelgebirge und Thüringer Wald. Da wäre auf einen Mittelgebirgs-Basistunnel rausgelaufen...

Diese Idee hatte ich auch als ich anfang August in Marktredwitz war und die Strecke L-N gedieselt hatte.

Selbst diese Strecke (BA-EF-L) verschlingt Milliarden, aber die andere wäre mit Sicherheit noch viel teurer geworden, bei ähnlichem verkehrlichen Nutzen.

Kommt noch hinzu, dass die Region rundum Hof ein Dieselhochburg ist.
Wenn man auch Orte abseits der Rennbahn anbinden möchte (Plauen, Zwickau, Reichenbach, Chemnitz, Marktredwitz, Bayreuth?), steht man für folgende Halblösungen:

- viele zusätzliche Strecken elektrifizieren
- Rennbahn unter Fahrdraht dieseln
- Lokwechsel wenn die Fahrdraht endet
- Hybridloks für Tempo 200 beschaffen (bedeutet neue Splitterbaureihe)

Die Anbindung von Hof und Gera rechtfertigt keine NBS, bleibt nur die schnellere Direktverbindung nach Dresden.

Die Anbindung von Arezzo zwischen Florenz und Rom auch nicht.
Die Anbindung von Lleida zwischen Mailand und Barcelona auch nicht.
Dennoch haben die Kleinstädte Anschluß.

Wenn man die Rennbahn als "Schienenautobahn" baut, kann man Hof und Gera gut anschließen. ICs verlassen die Rennbahn und legen Halte ein, der ICE kann mit Vollgas vorbeiknallen.
Genauso wie bei Stendal auf H-B.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!

Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.

NBS Leipzig/Halle-Erfurt-Nürnberg Teil 2

echter HGV, Mittwoch, 25.08.2010, 12:00 (vor 5789 Tagen) @ Oscar (NL)

Die Anbindung von Arezzo zwischen Florenz und Rom auch nicht.
Die Anbindung von Lleida zwischen Mailand und Barcelona auch nicht.
Dennoch haben die Kleinstädte Anschluß.

Die Kleinstädte haben doch Anschluss, weil sie genau auf der Strecke liegen. Würde die Strecke hier vorbeiführen hätten auch Gera und Hof einen Anschluss. Wobei Gera wahrscheinlich schon wieder einen Systemhalt mit Unterbrechung der Strecke bekommen hätte (anderes Thema). Das gleiche wird doch jetzt auch mit Coburg gemacht. Ist der Bahnhof in Ilmenau eigentlich noch aktuell.

"Ilmenau ICE"

Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 25.08.2010, 12:29 (vor 5789 Tagen) @ echter HGV

Ist der Bahnhof in Ilmenau eigentlich noch aktuell?

Es war mal die Rede von einem Bahnhof "Ilmenau ICE".
Aber das hatte man s.i.w. wieder aufgegeben.


gruß,

Oscar (NL).

--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!

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