Schülerdiskriminierung in Südnordwestdeutschland? (Allgemeines Forum)

fjk, Freitag, 13.08.2010, 13:27 (vor 5801 Tagen) @ Blaschke

http://www.vos.info/staticsite.php.html?menuid=114&topmenu=114

In Kürze zusammengefaßt: Es gibt einen Expreßbus vom Vorortstadtteil in die City. Dieser darf nur mit Zeitkarten benutzt werden - allerdings sind Schülerzeitkarten und Zeitkarten des Ausbildungsverkehrs ausgeschlossen. Man hat sich allen Ernstes zu dem Argument verstiegen, dass die Zeitkartenkunden in den morgens verkehrenden Bussen sicher vor Schülerlärm seien.


Woanders hat man die Rassentrennung gerade abgeschafft und im Land sogar eine Fußball-WM durchgeführt, in Osnabrück führt man sie wieder ein.

Naja,

so eine schlechte Idee ist das vielleicht ja gar nicht. Ein echter Schulbus ist ja nun dem gemeinen Pendler kaum zuzumuten, und (jetzt kommt wieder der fehlende Überblick über die schönste Stadt zwischen Bremen und Essen - oder Diepholz und Münster?) von der Hand zu weisen ist es vielleicht nicht, dass doch recht viele Schüler von Hellern in die altehrwürdigen Schulen der Osnabrücker Innenstadt strömen, die hier und da ja sogar Bundespräsidenten hervorbringen (ach nee, das EMA wird ja immer weiter an den Rand gedrängt...). Und die besagten Rentner kümmern sich ja schon den Rest des Tages und Weihnachten um die Enkel und müssen sich nicht auch noch bei der Busfahrt mit ihnen und den nicht gelernten Vokabeln rumschlagen.

Aber zurück: wenn man einem Teil des Publikums einen Ersteklassebus anbieten möchte, würde ich das nicht gleich als Diskriminierung bezeichnen. Es steht ja auch jedem Schüler frei, sich 'ne richtige Monatskarte zu kaufen. Interessanter (und ein bißchen subtiler) ist der Aspekt, dass der Ersteklassebus ja offenbar andere Haltestellen anfährt: vielleicht wird er damit für manche Klientel automatisch unattraktiver? An der Stelle könnte ein viel schlimmerer, "verdeckter" Diskriminierungsansatz liegen, nach dem Motto "Leute, die da hinfahren, wollen wir hier in der Gegend nicht..." ("... die werden ja nie BuPrä;-)"). So richtig ist das hier aber wohl auch nicht gegeben. Also: wenn man mehr Leute mit weniger Autos in die Stadt locken kann ist das m.E. erst einmal ein guter Ansatz. Diskriminierung sollte man wohl anderswo suchen.

findet
fjk


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