SBB und DB streiten sich um einen ICE :-) (Allgemeines Forum)
Gestern (23.7.) ein Erlebnis auf der Fahrt von Bern nach Bielefeld. Geplante Verbindung: 16:04 ab Bern mit ICE 376 (Interlaken - Basel - Kassel - Hamburg), an Karlsruhe 18:49, weiter 19:09 (also 20 Minuten Übergang) mit ICE 502 (Karlsruhe - Köln - Hannover), an 23:18. (Die einzige "kurze" Verbindung mit nur einem Umstieg.)
Leider kündigt die Web-Fahrplanauskunft der SBB bereits kurz nach 15 Uhr an, dass ICE 376 diesmal in Basel SBB enden wird, ein Ersatz werde bereitgestellt. Auskunft des Schweizer Zugbegleiters: er wisse den Grund nicht, und der Ersatzzug werde nicht am gleichen Bahnsteig gegenüber stehen, "das kriegt die Deutsche Bahn nicht hin". Auch wenn es nicht explizit gesagt wird, entsteht der Eindruck, die DB habe die Änderung verursacht. Ankunft ist auf Gleis 5, der Ersatzzug wird für Gleis 10 angekündigt, was später (noch im Zug) auf 11 korrigiert wird. Was die Zuganzeige auf Bahnsteig 5 anzeigt, registriere ich nicht.
Geplante Ankunft ist 16:55 (war auch ungefähr pünktlich) und Abfahrt 17:04. Auf Bahnsteig 11 werden erst 8, später 12 Minuten Verspätung angezeigt, Grund "erhöhtes Verkehrsaufkommen". Der Ersatzzug stellt sich als ICE heraus, der verspätet aus Deutschland mit Fahrgästen ankommt und recht schnell gewendet wird, angezeigt und angesagt wird er mit der "alten" Zugnummer 376. Ankunft ca. 17:16, Abfahrt so spät, dass nun der Anschluss in Karlsruhe gefährdet erscheint. (Nebenbei wird auch IC 2105, ab 17:12 nach Karlsruhe, Nürnberg und Passau, als Ausfall angesagt, Fahrgäste sollen bis Basel Bad Bf in den "neuen" ICE 376 umsteigen, der dadurch aber nicht überfüllt wird.) Kurz nach Abfahrt werden die alten Fahrplanhefte (Zugnummer nicht gemerkt) durch die für den 376 ersetzt.
Der Zugchef im "neuen" ICE 376 nennt in seiner Ansage als Grund eine "verspätete Bereitstellung in Basel SBB". Diese Aussage erscheint widersprüchlich - hat nicht die DB selbst entschieden, ihre Zugläufe zu ändern? Deshalb und um meinen Anschluss zu sichern, mache ich mich nach der Abfahrt in Basel Bad Bf (mittlerweile +25) auf den Weg zum Dienstabteil. Der Zugchef nennt die SBB als Verantwortlichen für die Brechung des Laufwegs; die hätten entschieden, den "alten" ICE 376 direkt nach Zürich zu fahren, deshalb habe man diesen ICE in Eile für diese Fahrt verwenden müssen. Im Fahrplanheft, das auch der Zugchef zu Beginn verwendet, ist ICE 502 übrigens erst in Mannheim als Anschluss genannt, aber ich kann ihm versichern, dass die DB-Fahrplanauskunft ein Umsteigen in Karlsruhe vorsieht. Tatsächlich wartet ICE 502 später in Karlsruhe auf den immer noch mit +25 ankommenden 376, ich steige zusammen mit einer großen Menge anderer um - Abfahrt mit +12, was auch bis Köln so bleibt, aber ich muß zum Glück ja keinen Anschluß mehr erreichen. Ankunft in Bielefeld übrigens auf die Minute genau, möglich u.a., weil der Fahrplan einen 8-minütigen Aufenthalt in Dortmund vorsieht.
Späteres Nachschauen ergibt: einzige planmäßige ICE-Ankunft aus Deutschland zu dieser Stunde in Basel SBB ist der ICE 75 von Hamburg nach Zürich, auf Gleis 5. Dort war der "alte" ICE 376 aus Bern eingefahren, anstatt auf dem fahrplanmäßigen Gleis 10. Von Gleis 10 sollte bekanntlich zuerst der "Ersatzzug" abfahren. Ich bin neugierig, was da wirklich passiert ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die SBB mindestens etwa zwei Stunden vor Ankunft des ICE 75 in Basel SBB entscheiden, dass er nicht pünktlich sein wird, und dass sie keine Lust auf die Verspätung haben und deshalb ICE 376 für die Weiterfahrt des ICE 75 "zweckentfremden", so dass die DB ihrerseits ICE 75 zum 376 "umwidmen" muss - oder doch? Weiß hier jemand, was wirklich passiert ist? Und hat der Ausfall des IC 2105 (Ankunft, schätze ich, um 16:47 als IC 2100) vielleicht den gleichen Grund?
Danke für eure Antworten.