Von Neu-Seeland ins Land der Holzkirchen (5/5) (Reiseberichte)
Im vorletzten Teil des Berichts habe ich die Heimreise aus Hirschberg angetreten und nach ein paar Stunden in Tschechien bei Zittau wieder Deutschland erreicht: https://www.ice-treff.de/index.php?id=732207
Vorerst zumindest, denn nach schon zehn Grenzübertritten sollen heute Nachmittag noch vier weitere folgen und es geht blad wieder nach Tschechien. Entgegen meinen ursprünglichen Plänen geht es heute Abend schon wieder mit dem Nachtzug heim, um morgen Abend zu einem wichtigen Termin wieder in Karlsruhe zu sein.
Tag 6: (Hirschberg – Reichenberg – Görlitz) – Seifhennersdorf – Aussig – Karlsruhe
Nach zwei weiteren Grenzübergängen und der kurzen Korridorstrecke durch das bergige Grenzland erreiche ich Seifhennersdorf mit dem vielleicht berüchtigtsten Bahnübergang Deutschlands nach dem von Schrankenwärter Laumann und auch heute ist er gestört. Trotzdem erreichen wir den Bahnhof Seifhennersdorf, was laut einer Mitreisenden 8 Jahre lang nicht möglich war.
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Wegen der Kurzwende und einer leicht verspäteten Ankunft bleibt mir nur Zeit, einmal kurz vors Empfangsgebäude zu schauen. Nach dem Brand vor wenigen Jahren, scheint es saniert zu werden.
Hätte ich vorhin den Anschluss in Zittau verpasst, hätte ich eine Stunde später von hier den Bus nach Rumburk und von dort die Bahn nach Děčín nehmen müssen, in dieser Stunde kann ich mit Trilex in den tschechischen Nachbarort Varnsdorf zurück und dort umsteigen.
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Weiß der Freistaat Bayern, dass die Länderbahn bayerisches Steuergeld hier in Sachsen missbraucht oder zählt das zum Länderfinanzausgleich? Fuhr die Vogtlandbahn früher mal in Bayern oder fuhr der Desiro unter der Marke Oberpfalzbahn?
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Für eine Oberlausitzer Kleinstadt war mir der Name Seifhennersdorf außergewöhnlich gut bekannt, allerdings nicht wegen etwaiger Sehenswürdigkeiten, sondern wegen zahlreichen Forenbeiträgen hier zu der Bahnposse.
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Mit Spannung erwarte ich, mit welchem Fahrzeug CD die Verbindung Varnsdorf – Děčín fährt, aber was dann kommt hätte ich als Letztes erwartet: ein verkehrsroter Desiro von DB Regio. Vermutlich werden diese während des SEV auf der U28 Rumburk – Bad Schandau – Děčín hier zwischengenutzt.
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Außer dem großen Bahnhof habe ich nichts von Varnsdorf gesehen.
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Die Fahrt führt durch dünnbesiedelte Gegenden des Lausitzer Gebirges und in großem Bogen um den Jedlová/Tannenberg, nach dem der abgelegene Trennungsbahnhof der Strecken nach Děčín und Česká Lípa benannt ist. Hier hat der Borkenkäfer ziemlich zugeschlagen. Wird Zeit, dass ich daheim endlich meine Fichten abholzen lasse.
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Von dem hübschen Tal mit Felsen auf der Weiterfahrt gelingt mir leider kein vorzeigbares Bild, weshalb ich nach Benešov springe, wo mich eine Nostalgie-Brotbüchse nach Kamenický Šenov überrascht. Diesen Ausflugszug hätte ich an einem Mittwoch nicht erwartet.
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Ankunft im Elbtal in Děčín/Tetschen.
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Bis zur Weiterfahrt nach Ústí nad Labem/Aussig habe ich noch fast zwei Stunden Zeit. Ich könnte hoch zum Schloss oder ich erkunde das Speisenangebot. Ein paar Blocks vom Bahnhof entfernt in einem Hinterhof werde ich in einem Restaurant mit einer etwas wilden Kombination aus tschechischer und vietnamesischer Küche mehr als glücklich. Nach der Tagessuppe Phở als fernöstliche Vorspeise wechsle ich nach Böhmen zum klassischen Rehbraten mit böhmischen Knödeln. Die Preise scheinen mir im Vergleich zu Polen hier noch spürbar günstiger zu sein.
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Nach dem Essen ist noch Zeit für einen kurzen Spaziergang zur neuen Fußgängerbrücke über die Elbe direkt neben der Bahnbrücke.
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Schon wieder weiß CD mich bei meinem Folgezug zu überraschen, der nicht als erwarteter RegioNova, sondern als klassische Brotbüchse kommt.
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Sechs Minuten später habe ich meine Position von der Brücke in besagte Brotbüchse gewechselt.
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Die folgende Fahrt über die Strecke am rechten Elbeufer war einziger wirklicher Fixpunkt der heutigen Planung, da ihr Personenverkehr zum Fahrplanwechsel eingestellt werden soll und es nur einen Zweistundentakt gibt. Ich verlasse Děčín, wie ich angekommen bin, über die Elbebrücke.
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Als hätte Petrus sich mir erbarmt, kommt passend zu den Übersetzfenstern sogar die Sonne heraus und so steht einer genussvollen Fahrt am offenen Fenster nichts mehr im Weg – leider auch keine übergroße Zahl an Mitreisenden, gut eine Handvoll sind an Bord. Die Einstellung des Verkehrs dürfte also seine Gründe haben.
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Zwei Mitreisende, darunter ein etwas verwirrter und offensichtlich deutscher Rucksacktourist verlassen den Zug schon nach der Brücke am Ostbahnhof. Diese müssen strenggenommen aus der Fahrgastzählung gestrichen werden, da es hier auch in Zukunft mit den Zügen Richtung Varnsdorf/Rumburk und Liberec Alternativen geben wird.
Wenn ich die Situation richtig interpretiere, hatten die beiden privaten Bahngesellschaften hier früher zwei getrennte, gegenüberliegende Empfangsgebäude, wobei der deutlich imposantere Bau der Österreichischen Nordwestbahn an der rechten Elbestrecke heute ohne Verwendung für den Personenverkehr ist.
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Die Dörfer entlang der Strecke sind alle relativ klein und quasi alle Halte sind Bedarfshalte, an denen bei dieser Fahrt selten Bedarf besteht.
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In Velké Březno stehen Triebwagen des Bahnmuseums in Zubrnice an der hier abzweigenden Nebenstrecke. Nach der ursprünglichen Reiseplanung wäre ich hier erst übermorgen am Freitagabend angekommen und hätte nach einer Übernachtung im Elbtal am Samstag mit einem der Triebwägen dorthin fahren können. Heute am Mittwoch ist dies leider nicht möglich und ich hätte auch nicht mehr die Zeit dazu.
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Die Elbe selbst ist im Vergleich zur Strecke am gegenüberliegenden Ufer nicht so oft zu sehen. Richtig nah kommen wir ihr kurz vor Ende der Fahrt beim Hafen von Aussig.
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Nach einer Wende in Ústí nad Labem-Střekov, die bei der Brotbüchse erwartbar flott vonstattenging, überqueren wir ein zweites Mal die Elbe.
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Richtung Norden ist das Zentrum mit dem Hauptbahnhof zu sehen.
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Der Gleisplan will allerdings, dass wir am Westbahnhof ankommen.
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Von hier zum Hauptbahnhof könnte ich jetzt locker einmal durch die Innenstadt laufen, jedoch habe einen anderen Plan. Für diesen muss ich am Westbahnhof noch ein wenig Zeit totschlagen und kann dabei den Bahnbetrieb beobachten. Im Regionalverkehr fährt hier Regiojet mit RegioPantern in Textmarkerfarben. Regiojet ist schon nicht schlecht, allerdings ist der Panter noch nicht, worauf ich warte.
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Der ebenfalls sehr moderne Fernverkehr von CD fährt ohne Halt zum Hbf durch.
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Nach etwas über einer halben Stunde kommt endlich der Regiojet-Schnellzug vom anderen Elbeufer.
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Hier fahren die eigentlich von Leo bestellten Sirius-Triebwägen aus China. Da ich auf den paar Metern mit keiner Kontrolle mehr rechne, spare ich mir den Weg zur 2. Klasse und teste die sehr komfortablen Sitze in der 1. Klasse.
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Nach der knapp einminütigen Fahrt ist der Hbf schon erreicht, weshalb ich kann keine valide Aussage über den Reisekomfort treffen kann, aber ich habe schon Schlimmeres erlebt.
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So viel Zeit bleibt mir nun gar nicht mehr, aber für die paar Meter zur Elbe reicht es noch locker. Von dort ist die Brücke, über die ich vorhin den Westbahnhof erreicht habe, nicht zu übersehen.
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Mit leichter Verspätung kommt mein letzter Zug der Reise, der EC nach Zürich eingefahren.
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Vorhin beim Abendessen hatte ich keinen Appetit und auch nicht mehr wirklich Zeit für einen Nachtisch, jetzt allerdings könnte ich noch was vertragen. Anders als ich dachte, führt der EN bis Leipzig zum Glück einen Bistrowagen mit und so statte ich dem noch rechtzeitig vor Ende der „Happy Hour“ bei der Abfahrt in Děčín einen Besuch ab.
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Da die Umplanung der Reise relativ kurzfristig erfolgen musste, war der Schlafwagen schon ziemlich teuer, während der Sitzwagen noch für unter 30 € zu haben war, sodass ich schwach wurde. Zudem ist die Ankunft in Karlsruhe für den Schlafwagen relativ früh. Nach meiner eigentlichen Planung wäre ich am Samstag von Aussig nach Oberwiesenthal gefahren und von dort am Sonntag nach Karlsruhe heim. Damit hätte ich mit dem Regiosprinter eine empfindliche Lücke in meiner Baureihensammlung schließen können und auch die Fichtelbergbahn bereisen können. Der Schmerz über die gekürzte Reiseplanung wurde schon im Voraus massiv durch einen SEV zwischen Cranzahl und Chemnitz gelindert, der darüber hinaus den angenehmen Effekt hatte, dass ich meinen Supersparpreis von Cranzahl nach Karlsruhe stornieren konnte und damit ohne jegliche Stornierungskosten aus der Umplanung herausgegangen gekommen bin.
Da die 2. Klasse recht voll ist und ich noch ein Upgrade loswerden muss, gönne ich mir aber zumindest die 1. Klasse.
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Großer Haken der 1. Klasse ist, dass diese nur bis Leipzig im Zug ist, wo die 1. Klassewagen aus dem Berliner Zugteil dazustoßen. Bis dieser ankommt, bleibt mir deshalb dort noch Zeit für einen nächtlichen Spaziergang durch den ungewohnt leeren Kopfbahnhof.
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Nach einer überraschend erholsamen Nacht im 1. Klasse-SBB-Großraumwagen wird
Schon kurz vor 5 Uhr Überpünktlich der heimische Karlsruher Hbf erreicht, wo mein NJ/EN auf den Amsterdamer NJ trifft, der eine der letzten 101-Leistungen ist.
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Damit bleibt mir noch Zeit, mich noch eine Runde daheim ins Bett zu legen, bevor ich zur Arbeit muss. Der wirkliche wichtige Termin auf der Arbeit heute ist erst nach Feierabend: Ich habe einen Fernsehauftritt, den ich mit Kollegen und Freunden schauen werde.
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