Von Neu-Seeland ins Land der Holzkirchen (4/5) (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Montag, 02.11.2026, 23:53 (vor 1 Tag, 0 Stunden, 11 Min.)

Da ich heute Abend am Landauer Hbf feststellen musste, dass meine übliche RB bis Fahrplanwechsel aus dem Fahrplan verschwunden ist, folgt heute Abend etwas später der vierte Teil meines Berichts. Im letzten Teil habe ich zu Fuß das Riesengebirge erklommen: https://www.ice-treff.de/index.php?id=732055
Heute Morgen wird mir die Bahn die Arbeit dabei abnehmen. Mit der Zackenbahn trete ich den Heimweg Richtung Karlsruhe an.

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Tag 6: Hirschberg – Reichenberg – Görlitz – Seifhennersdorf (– Aussig – Karlsruhe)
Heute wird sprichwörtlich ein Tag der Grenzüberschreitungen. Ich muss ich schon wieder heim, habe bis zur Abfahrt des Nachtzugs nach Karlsruhe heute Abend in Aussig allerdings noch mehr als genug Zeit. Als Einstieg fahre ich mit der Zackenbahn ins tschechische Liberec/Reichenberg und von dort dann über das deutsch-tschechisch-polnische Dreiländereck zur Elbe.
Mein Tag beginnt heute eine Stunde früher als gestern. Auch Hirschberg hat eine Friedenskirche, die auf dem Weg zum Hbf liegt, allerdings durfte sie hier schon aus Stein gebaut werden und nach 1945 wurde sie zu einer katholischen Kirche umgeweiht.
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Ganz unschuldig entdecke ich am Bahnhof eine EP07 mit dem stark verspäteten Nachtzug nach Szklarska Poręba/Schreiberhau.
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Was ich dabei nicht bedacht habe, ist dass der Vorfahrt vor meinem Regionalzug dorthin bekommen könnte und genau das passiert auch. Da die Ankunft des Gegenzugs abgewartet werden muss, bekommt er quasi unsere Fahrplantrasse. Da ich noch kein Ticket für den Regionalzug gekauft habe, hätte ich wahrscheinlich auch den Nachtzug nehmen können, aber so geistesgegenwärtig bin ich heute Morgen noch nicht.
Interessant finde ich den festen Platz für den Zugchef.
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Mit einer Viertelstunde Verspätung geht es endlich los, was für meinen Anschluss nach Tschechien nichts Gutes verheißt. Das Wetter spielt heute auch nicht mehr mit, wie es sich gestern Abend angedeutet hat. Trotzdem sind noch ein paar Berge um Schreiberhau zu sehen.
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Bei unserer Ankunft hat die Lok des Übeltäters schon umgesetzt und ich bin etwas entspannter, denn der tschechische Anschlusszug wartet laut Zugchefin ganze acht Minuten. Ich soll aber bitte zügig umsteigen.
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Tatsächlich wartet der CD-Regioshuttle noch an seinem Stumpfgleis. Sehr eindrucksvoll zeigt sich die Steigung auf dem folgenden Weg Richtung Harrachov. Nach der Strecke gestern ist das schon die zweite reaktivierte Strecke des Urlaubs, wobei diese hier schon einige Jahre länger wieder in Betrieb ist.
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Im folgenden Abschnitt erfolgt der erste Grenzübertritt für heute. Nach dem Scheitelpunkt der Strecke sind am Bahnhof Korenov historische Fahrzeuge des Zahnradbahnmuseums zu sehen. Eigentlich wäre ja gerade Museumswetter, allerdings habe ich von dem Museum erst bei der Nachbearbeitung der Reise erfahren und es hätte auch um 9 Uhr noch nicht geöffnet.
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Hier beginnt der erste von zwei Zahnradabschnitten Richtung Tanvald. Die Zahnstange liegt sogar noch, allerdings schafft es der gut motorisierte Regioshuttle auch ohne.
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In Tanvald macht die CD nun komische Sachen. Etwas verwundert bin ich über den anderen Regioshuttle Richtung Liberec am Hausbahnsteig und vermute, dass das ein Taktverdichter ist, der hier startet. Als wir dann in die falsche Richtung ausfahren, schaue ich nach, ob hier etwa kopfgemacht wird. Nein, normalerweise nicht. Tatsächlich rangieren wir an den anderen Triebwagen am Hausbahnsteig. Ist dieses Verfahren hier planmäßig und ginge das nicht einfacher? Verspätung konnten wir mit dieser Aktion auf jeden Fall nicht abbauen.
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Unterwegs sind einige alte Industriegebäude zu sehen. Nicht umsonst galt Böhmen als Werkbank der k.u.k.-Monarchie. Wie der Blick von der Brücke bei Smržovka/Morchenstern zeigt, wird das Wetter leider nicht besser.
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Ab Jablonec/Gablonz verläuft parallel zur Bahn die Überlandstraßenbahn, die erst vor wenigen Jahren saniert und auf Normalspur umgebaut wurde
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Kurz vor halb 11 wird, immer noch verspätet, Reichenberg erreicht. Mit etwas Eile würde ich noch den Anschluss nach Zittau erreichen, aber jetzt schaue ich erstmal ein Stündchen in die Stadt rein.
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Etwas gewöhnungsbedürftig ist der große Abstand zwischen dem wuchtigen Empfangsgebäude und den Bahnsteiggleisen.
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Erst im Nachhinein aufgefallen ist mir das Dreischienengleis, in dem noch die Meterspur überlebt hat.
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Bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt dürfte das historistische Rathaus, der kleine Bruder des Wiener Rathauses, sein.
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Freundlicherweise ist es für Besucher geöffnet. Vielleicht ist das die Regel oder nur aktuell wegen einer Ausstellung von Erzeugnissen des lokalen Glasbläserhandwerks der Fall.
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Die Buntglasfenster zeugen von der deutschsprachigen Vergangenheit der Region.
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Vom Rathausbalkon ist der Hausberg Ještěd/Jeschken zu sehen, der mit Tram und Seilbahn einfach zu erreichen ist. Dafür habe ich heute aber nicht genug Zeit und das Wetter lädt auch nicht gerade dazu ein.
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Mit der Tram geht es zurück zum Bahnhof.
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Der schnellste Weg von Reichenberg nach Ústí/Aussig wäre mit der Direktverbindung von Arriva über Česká Lípa/Böhmisch Leipa, allerdings ist auf dieser Strecke heute SEV. Das finde ich gar nicht schlimm, da mich auch der Weg über Zittau und Varnsdorf gereizt hat. Der Trilex-Desiro trägt auf einer Seite das KD-Farbkleid. Ist das nur wegen den paar Kilometern ohne Halt bei Zittau und dem Stummel von Görlitz nach Zgorzelec oder fährt Trilex noch andere Verbindungen in Polen?
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In Chrastava/Kratzau liegt eine besonders beeindruckende Industrieruine am Bahnhof.
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Am Bahnhof Chotyně/Ketten verlässt eine größere Gruppe Wanderer trotz mäßigen Wetters den Zug. Ich vermute, ihr Ziel ist die Burg Grafenstein, die schon aus dem Zug zu sehen ist.
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Mit der Neiße kreuze ich hier schon die dritte Grenze für heute, da die Strecke davor für wenige Kilometer ohne Halt durch den frisch sanierten polnischen Korridorabschnitt führt.
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Da ich bis jetzt recht gut in der Zeit liege, stehe ich in Zittau vor der Frage, wie ich meinen Puffer von drei Stunden verplane. Einerseits würde ich zwar auch mal gerne in die Stadt Zittau hereinschauen, andererseits ist das Wetter immer noch mäßig und ich würde gerne die Strecke nach Görlitz sammeln.
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Schließlich fiel die Entscheidung für die Bahnstrecke. Eigentlich wollte wir diese schon 2022 auf dem Weg von Görlitz zur Zittauer Bergbahn befahren, allerdings machten uns da Metalldiebe einen Strich durch die Rechnung und wir mussten schließlich über Bischofswerda ausweichen. Da die Strecke entlang der Neiße vor der Entstehung der Oder-Neiße-Grenze gebaut wurde, quert sie viermal den Fluss und damit die Grenze. An den beiden Brücken im schluchtartigen mittleren Abschnitt wird gerade gebaut, was der Fahrplanstabilität auf der eingleisigen Strecke nicht zuträglich ist.
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Der Bahnhof von Ostritz liegt auf der „schääl Sick“ und heißt deshalb Krzewina Zgorzelecka.
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Nach Ostritz rüber führt nur eine nicht sehr vertrauenserweckende Fußgängerbrücke. Der einzige Aussteiger wird bei ihrem Überqueren aufmerksam vom polnischen Grenzschutz beobachtet.
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Mit der folgenden Neißebrücke vor Hagenwerder ist bin ich schon bei 6 Grenzübertritten für heute. Da dort kurz, vor Görlitz, die Zugkreuzung erfolgt, habe ich gut 40 min in Deutschlands östlichster Stadt.
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Das fantastische alte Kaufhaus von Görliwood steht noch so leer wie 2022.
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Zur Abwechslung gibt es in einem meiner Berichte mal einen klassisch deutschen Mittagssnack.
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Die Straßburg-Passage zeigt sich deutlich vitaler als das Kaufhaus.
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Nachdem ich hin die Straßenbahn genommen habe, folge ich den Gleisen zum Bahnhof zurück zu Fuß.
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Auch der Bahnhof von Görlitz kann sich sehenlassen.
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Die beiden künftigen Gleichstromgleise für Polen und der zugehörige Bahnsteig sind aktuell eine große Baugrube.
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Mit ein paar Minuten Verspätung kommt ODEG-Desiro mit Werbung für die Region, den ich schon am Freitag auf Bild 8 in Cottbus gesehen, aus Cottbus als RB nach Zittau eingefahren.
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Die Rückfahrt ist so wenig pünktlich wie die Hinfahrt und so sehe ich mich wegen des knappen Umstiegs Richtung Seifhennersdorf schon Zittau doch noch anschauen. Glücklicherweise kommt mein Anschluss aus Liberec aber auch mit etwas Verspätung, sodass ich vor dem Bahnsteigwechsel sogar noch ein schnelles Bild riskieren kann. Der Grenzübertrittszähler ist jetzt für heute schon bei 10.
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Jetzt bin ich schon viermal in Zittau umgestiegen und alles, was ich von der Stadt gesehen habe, ist diese Aussicht. Ein bisschen plagt mich das schlechte Gewissen.
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Im letzten Teil werde ich nach dem kleinen Umweg nach Seifhennersdorf ins Elbtal fahren, wo ein letztes Highlight des Urlaubs folgt.

Danke fürs mitnehmen

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Dienstag, 03.11.2026, 19:07 (vor 4 Stunden, 56 Minuten) @ Bahne aus Leidenschaft

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