CH: Doch noch HGV? (Allgemeines Forum)
Alphorn (CH), Mittwoch, 21.07.2010, 00:24 (vor 5749 Tagen)
Von zwei Bahnfachleuten wurde in der Zeitung "Sonntag" ein Vorschlag für eine 320 km/h-Strecke zwischen Zürich und Bern präsentiert; der Verwaltungsratspräsident der SBB begrüsste die Idee. Im Unterschied zu früheren Projekten muss bei diesem Vorschlag nicht die ganze Strecke neu gebaut werden, es reicht ein Anschluss an die existierende 200 km/h-Strecke Mattstetten-Rothrist, welche auf 320 km/h ausgebaut werden könne.
Damit läge die Fahrzeit Zürich-Bern unter 30 Minuten, was das Erreichen aller Anschlüsse in beiden Bahnhöfen erlaubt.
Ich glaube aber nicht an echte Realisierungschancen.
- Es wurden gerade 59 Triebzüge bestellt, welche nur 200 km/h schaffen
- Wegen der Durchbindungen bräuchte es viele (teure) HGV-Züge, welche dann auf dem Rest des Netzes mit maximal 160 km/h unterwegs wären
- Die Strecke würde sehr viel Geld verschlingen, welches dann anderswo fehlt. Das Hauptproblem ist momentan nicht Geschwindigkeit, sondern Kapazität, und die kriegt man auf der Strecke Zürich-Bern auch billiger
- Das Projekt ist kaum etappierbar. Eine Reduktion auf 50 oder 40 Minuten bringt so gut wie nichts, es müssen unter 30 sein.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Mittwoch, 21.07.2010, 09:10 (vor 5748 Tagen) @ Alphorn (CH)
Hallo Alphorn,
Von zwei Bahnfachleuten wurde in der Zeitung "Sonntag" ein Vorschlag für eine 320 km/h-Strecke zwischen Zürich und Bern präsentiert; der Verwaltungsratspräsident der SBB begrüsste die Idee.
Meine erste Gedanke: ach nee, machen die Schweizer jetzt denselben Fehler als die Niederländer (die ja versuchen einen Inlands-HGV Amsterdam-Rotterdam auf die Beine zu kriegen)?
Nur so meine Vermutung: die heutige Strecke BE-ZH ist noch nicht am Rande der Kapazität. Und sollte die Strecke das dennoch sein, dann gibt es wohl billigere Lösungen als eine 320 km/h Rennbahn.
Im Moment haben wir so eine Rennbahn (allerdings "nur" 300 km/h und bzgl. Inlandsfernverkehr mangels geeignete Fahrzeuge lediglich mit 160 km/h befahrbar). Diese hat soviel Geld gekostet (und der Zähler läuft immer noch), dass man die Investitionen kaum noch zurückverdienen kann. Man hat das Dilemma zwischen unverkäuflich teure Tickets oder ein verlustbetreibendes Geschäft.
Allerdings hinkt mein Vergleich natürlich etwas:
1. Amsterdam-Rotterdam ist um einiges kürzer als Bern-Zürich.
2. Für die HSL-Zuid wurde eine Großstadt (Den Haag) abgehängt, was in CH nicht nötig ist.
3. Die HSL-Zuid hat auch einen wichtigen internationalen Komponent: es fahren Züge nach Brüssel und Paris, saisonal nach Südfrankreich, irgendwann wohl auch nach London. Ich erwarte aber keine Nachfrage-Explosionen Zürich-Marseille oder Bern-München, wenn die Strecke kommt.
Dafür kann man aber in CH viele Inlandsrelationen beschleunigen, was in NL kaum oder nicht möglich ist.
... die existierende 200 km/h-Strecke Mattstetten-Rothrist, welche auf 320 km/h ausgebaut werden könne.
Das wage ich zu bezweifeln.
Sind die Tunnel für 320 km/h gebaut worden?
Ist die Zugbegegnung bei 320 schon getestet?
Damit läge die Fahrzeit Zürich-Bern unter 30 Minuten, was das Erreichen aller Anschlüsse in beiden Bahnhöfen erlaubt.
Wenn man möchte, konnte man auch Basel-Bern und Basel-Zürich auf 45 Minuten bringen. Dann muss aber Basel-Hauensteintunnel wohl vollständig für 200 km/h gebaut werden.
Es wurden gerade 59 Triebzüge bestellt, welche nur 200 km/h schaffen
Diese Triebwagen braucht SBB wahrscheinlich ohnehin, egal ob die Rennbahn gebaut wird oder nicht.
Wegen der Durchbindungen bräuchte es viele (teure) HGV-Züge, welche dann auf dem Rest des Netzes mit maximal 160 km/h unterwegs wären.
Dieselbe Situation gibt es auch auf Frankfurt-Amsterdam. Nur auf dem relativ kleinen Abschnitt Frankfurt Flughafen-Siegburg kann der ICE 3M seine Geschwindigkeit ausfahren.
Ab Siegburg wird's dann bestens 200 km/h, das schafft ein IC-Wagenzug auch [1][2].
Allerdings betrifft das nur 7 Zugpaare pro Tag. Bei Bern-Zürich durfte es sich um mindestens 4 (aber wohl 6 oder 8) Zugpaare pro Stunde handeln.
Die Strecke würde sehr viel Geld verschlingen, welches dann anderswo fehlt. Das Hauptproblem ist momentan nicht Geschwindigkeit, sondern Kapazität, und die kriegt man auf der Strecke Zürich-Bern auch billiger.
In September erprobt NS wieder den 10-Minutentakt Eindhoven-Amsterdam. Im Moment verkehren auf Bern-Olten s.i.w. jede 30 Minuten 3 Züge nacheinander in Blockabstand. Das kann man theoretisch auf 15, irgendwann sogar 10 Minuten reduzieren. Damit verringert sich die durchschnittliche Wartezeit in den Bahnhöfen mit (30/2 - 10/2) = 10 Minuten.
Das Projekt ist kaum etappierbar. Eine Reduktion auf 50 oder 40 Minuten bringt so gut wie nichts, es müssen unter 30 sein.
Wenn auch nicht realistisch, nur so ein Ansatz:
1. Einführung des 15-Minutentaktes, z.B. im Dreieck Basel-Bern-Zürich, sowie nach St. Gallen, Chur und Lausanne-Genf. Funktioniert bei uns ja auch, also warum bei Euch nicht?
2. Beschleunigung Bern-Zürich auf 45 Minuten. Man erreicht zwar nicht alle Anschlüsse, aber immerhin noch viele.
3. Beschleunigung Bern-Zürich auf 30 Minuten.
Allerdings durfte ein "Tempo 200 Stadtbahnsystem" einfacher hinzukriegen sein als die vorgeschlagene Rennbahn.
gruß,
Oscar (NL).
[1] ein integraler Stundentakt Amsterdam-Köln mit IC-Wagenzügen und dazu 3 Zugpaare ICE International (AMS-M via N, AMS-M via S, AMS-Basel) wäre mir lieber als der heutige Hinketakt mit überteuerten Zügen.
[2] Die Situation wird noch extremer auf Amsterdam-Berlin. Dort möchte DB und/oder NS auch ICE International einsetzen, damit die IC-Wagenzüge die ICEs auf Wolfsburg-Berlin nicht mehr behindern. Auf Wolfsburg-Amsterdam wäre aber ein IC-Wagenzug nicht schneller als ein ICE, und die neuen IC250-Triebwagen sollen sogar genauso schnell wie die im Moment auf Wolfsburg-Berlin fahrenden ICEs sein.
--
Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Alphorn (CH), Donnerstag, 22.07.2010, 00:24 (vor 5748 Tagen) @ Oscar (NL)
Nur so meine Vermutung: die heutige Strecke BE-ZH ist noch nicht am Rande der Kapazität.
Das ist korrekt - aber die Rennstrecke führt von Bern nicht bis Zürich, sondern nur bis Olten. Ab da hat's einige zweispurige Engstellen mit Güter- und Regionalverkehr, welche Viertelstundentakt verhindern.
Und sollte die Strecke das dennoch sein, dann gibt es wohl billigere Lösungen als eine 320 km/h Rennbahn.
Tunnels zum Vierspurausbau sind Teil von der nächsten Bahnprojekte und kosten zusammen knapp 2 Mrd EUR.
Dafür kann man aber in CH viele Inlandsrelationen beschleunigen, was in NL kaum oder nicht möglich ist.
Das ist der grösste Vorteil der vorgeschlagenen Strecke: Praktisch jeder IC könnte sie benutzen: Zürich-Basel (hat eine Abzweigung), Zürich-Biel und Zürich-Bern-Lausanne/Zürich-Bern-Interlaken können alle über die neue Strecke geführt werden. Sie wäre also gut ausgelastet.
... die existierende 200 km/h-Strecke Mattstetten-Rothrist, welche auf 320 km/h ausgebaut werden könne.
Das wage ich zu bezweifeln.
Ich auch. Die Kurvenradien mögen passen, aber die Tunnel sind zweispurig. Die Italiener machen sowas zwar auch mit 300 km/h, aber ich gehe davon aus, dass dort die Tunnelquerschnitte grösser sind (weiss das jemand?).
Allerdings betrifft das nur 7 Zugpaare pro Tag. Bei Bern-Zürich durfte es sich um mindestens 4 (aber wohl 6 oder 8) Zugpaare pro Stunde handeln.
Über diese Strecke würden sicher von Anfang an mindestens 8 Zugpaare pro Stunde fahren: Viertelstundentakt Bern sowie Halbstundentakt Biel und Basel.
In September erprobt NS wieder den 10-Minutentakt Eindhoven-Amsterdam.
6 Züge pro Stunde auslasten schafft man bei der geringeren schweizerischen Bevölkerungsdichte leider nicht. Auf der aktuellen Infrastruktur eh undenkbar: Unsere Regionalbahnen haben viel kürzere Haltestellenabstände und behindern den Fernverkehr stark.
Das Projekt ist kaum etappierbar. Eine Reduktion auf 50 oder 40 Minuten bringt so gut wie nichts, es müssen unter 30 sein.
2. Beschleunigung Bern-Zürich auf 45 Minuten. Man erreicht zwar nicht alle Anschlüsse, aber immerhin noch viele.
Auch das ist kaum etappierbar: Die Neubaustrecke verläuft weit südlich der aktuellen Strecke, der Anschluss einer ersten Etappe lohnt sich nicht.
45 Minuten Fahrzeit sind nicht problemlos: Viele Züge (mit weniger als Viertilstundentakt) kommen zur vollen Stunde nach Zürich, dann ist man um .45 in Bern. Wenn Bern weiterhin ein Knoten zur vollen Stunde bleibt, muss man ca. 20 Minuten auf den Anschluss warten und er ganze Zeitgewinn ist weg.
Wenn schon, dann müsste man das gesamte Knotensystem umstellen - könnte machbar sein, wenn man einfach alle Bahnhöfe westlich von Zürich um 15 Minuten verschiebt. Interessant wäre schweizweiter Fahrplanvorschlag mit dieser 45-Minuten-Neubaustrecke. Da würden dann wohl auch Züge mit einer moderateren Höchstgeschwindigkeit ausreichen.
Hier sieht man übrigens einen der Nachteile des ITF: Geringe Fahrzeitverbesserungen können nicht sinnvoll ausgenützt werden, es müssen mindestens 15 Minuten zwischen zwei Knoten sein, bei Stundentakt sogar 30.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Donnerstag, 22.07.2010, 12:53 (vor 5747 Tagen) @ Alphorn (CH)
Das ist korrekt - aber die Rennstrecke führt von Bern nicht bis Zürich, sondern nur bis Olten. Ab da hat's einige zweispurige Engstellen mit Güter- und Regionalverkehr, welche Viertelstundentakt verhindern.
Utrecht-Den Bosch (48 km) ist in dieser Hinsicht eine zweispurige Dauer-Engstelle. Nur halbwegs, in Geldermalsen, gibt es eine Überholstelle, welche auch konsequent benutzt wird.
Trotz dieser "Handicaps" verkehren IC und RB zwischen Utrecht und Geldermalsen in 15-Minutentakt. Zwischendurch verkehren auch einige Güterzüge und diese Anzahl soll ab September weiter steigen wenn die Anschlußkurven der Betuweroute in Betrieb gehen.
Dieser suboptimale Zustand soll mit lediglich einigen vierspurigen Abschnitten behoben werden; ein vollständiger vierspuriger Ausbau wird nicht als nötig betrachtet (dies würde auch Ausbau einiger großen Brücken bedeuten, was "die Binnenschifffahrt auf Rhein und Amsterdam-Rheinkanal ernsthaft behindern würde" [1]).
Also möglich ist es, aber vielleicht in CH auch nur suboptimal (wäre allerdings mit Überholstellen jede 24 km (Lenzburg und Aarau?) zu lösen, ist immerhin billiger als Rennbahn).
Das ist der grösste Vorteil der vorgeschlagenen Strecke: Praktisch jeder IC könnte sie benutzen: Zürich-Basel (hat eine Abzweigung), Zürich-Biel und Zürich-Bern-Lausanne/Zürich-Bern-Interlaken können alle über die neue Strecke geführt werden. Sie wäre also gut ausgelastet.
Aber dann müssen all diese ICs auf "IC320" umgestellt werden. Denn "IC200" und "IC320" zusammen auf einer Strecke wird die Kapazität dramatisch reduzieren.
Wobei auch noch die Frage ist, ob 320 km/h sich lohnen, wenn man in Olten halten möchte/muss. Zwar halten die in Amsterdam abfahrenden 300 km/h-Züge auch alle in Rotterdam, aber dafür ist die v-durch Amsterdam-Rotterdam am besten IC-Niveau.
Die Kurvenradien mögen passen, aber die Tunnel sind zweispurig. Die Italiener machen sowas zwar auch mit 300 km/h, aber ich gehe davon aus, dass dort die Tunnelquerschnitte grösser sind (weiss das jemand?).
Zweispurige Tunnel sind das Problem nicht. Der Tunnel Dordtsche Kil ist ja auch zweispurig und dort knallen die Thalys auch mit 300 durch.
Genaue Angaben der Tunnelquerschnitte in CH und IT habe ich nicht, aber genauso wichtig durfte der Gleisabstand sein. Beim Ausbau von 200 zu 320 müssen aufgrund der größeren Druckwellen eines Zugtreffens die beiden Gleise weiter auseinander (aus diesem Grund schlägt auch der Ausbau des NL-Netzes für 200 km/h fehl).
In September erprobt NS wieder den 10-Minutentakt Eindhoven-Amsterdam.
6 Züge pro Stunde auslasten schafft man bei der geringeren schweizerischen Bevölkerungsdichte leider nicht.
Wieso nicht?
1. Zürich und Amsterdam sind etwa gleich groß. Genauso Eindhoven und Bern. Auch der Abstand zwischen beiden Städten und die Bedeutung der Strecke ist vergleichbar.
Na gut, der Vergleich hinkt natürlich etwas:
a. bei uns liegen Utrecht und 's-Hertogenbosch noch dazwischen, also viel mehr Einwohner als Olten.
b. zwischen Amsterdam und Utrecht verkehren auch noch ICs nach Arnhem und Nijmegen, wo wohl mehr Leute wohnen als in Basel, Solothurn und Biel.
c. in 's-Hertogenbosch verzweigt eine Strecke nach Tilburg, wo wohl mehr Leute wohnen als in Thun/Spiez, Interlaken und Brig zusammen.
d. dafür verkehren die Züge ab Eindhoven nach Maastricht und Heerlen, Eure Züge ab Bern nach Lausanne und Genf, in deren Ballungsräumen ja mehr Menschen wohnen.
2. Wenn wir 10-Minutentakt haben, habt Ihr die neuen IC-Triebwagen und könnt Ihr auch die Auslastung besser steuern.
Ich erwarte, dass 2018 die 12-Wagen-ICs zwischen Amsterdam und Eindhoven quasi voll sind. Allerdings erwarte ich nicht, dass die Züge in 10-Minutentakt vom Anfang an 12 Wagen haben, eher 8.
Auf der aktuellen Infrastruktur eh undenkbar: Unsere Regionalbahnen haben viel kürzere Haltestellenabstände und behindern den Fernverkehr stark.
Das sind aber vor allem S-Bahnen. Das Problem wäre zu erleichtern wenn man auch hier auf spurtstarken Triebwagen setzt. Zum Glück hat S-Bahn ZH die auch schon.
Nachteil ist allerdings, dass wegen hoher Kapaität und kurzer Bahnsteige man auf Doppelstock gezwungen ist. Spurtstarke Fahrzeuge a la ET425NL, welche einen raschen Fahrgastwechsel ermöglichen, kämen in CH wohl nicht in Frage.
Hier sieht man übrigens einen der Nachteile des ITF: Geringe Fahrzeitverbesserungen können nicht sinnvoll ausgenützt werden, es müssen mindestens 15 Minuten zwischen zwei Knoten sein, bei Stundentakt sogar 30.
NL hat sich mittlerweile viele Taktknoten verabschiedet; nur Eindhoven ist noch ein echter Taktknoten mit Umstiegen in allen Richtungen. In anderen Städten stimmt das nur teilweise oder stark ausgedehnt.
Dafür wurden dann so viel wie möglich Korrespondenzen geschaffen, wie etwa in Utrecht, Amersfoort und Zwolle. So erreicht man auch ohne Taktknoten wertvolle Anschlüsse.
Ein dichter Takt hilft natürlich auch; ausgenommen Katastrophen brauche ich auf meiner Stammrelation niemals länger als 10-12 Minuten auf meinen IC zu warten. Beim 10-Minutentakt werde ich wohl kaum noch auf die Uhr schauen; ich gehe zum Bahnsteig und in ein paar Minuten kann ich losfahren.
Und wenn es auch bei Euch so weiter geht, bin ich mir sicher: irgendwann wird das auch auf ZH-BE v.v. der Fall sein.
Andererseits gibt es auch bei uns Regionen die mit einem ITF nach CH-Vorbild besser bedient wären. Zwolle-Leeuwarden-Groningen könnte man z.B. auf jeweils eine Stunde bringen, genauso wie Basel-Bern-Zürich heutzutage. In einer 2. Etappe wären sogar Zwolle-Leeuwarden und Zwolle-Groningen in 45 Minuten möglich. Nachteil ist allerdings, dass man im Norden des Landes auch viele wichtigen Busverbindungen hat, die man auch komplett umstrukturieren müßte.
gruß,
Oscar (NL).
[1] Oh Ironie: für den Ausbau einiger Autobahnen war die Binnenschifffahrt aber kein Problem...
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CH: Rennbahn BE-ZH?
Alphorn (CH), Freitag, 23.07.2010, 00:07 (vor 5747 Tagen) @ Oscar (NL)
Trotz dieser "Handicaps" verkehren IC und RB zwischen Utrecht und Geldermalsen in 15-Minutentakt. Zwischendurch verkehren auch einige Güterzüge und diese Anzahl soll ab September weiter steigen wenn die Anschlußkurven der Betuweroute in Betrieb gehen.
Auf der Doppelspur westlich von Lenzburg fahren heute stundlich 9 FV-Züge, 3 NV-Zuge und die Hälfte (!) des Gotthard-Güterverkehrs, dazu zur Spitzenstunde noch 2 weitere Personenzüge. Da passt beim besten Willen kein Viertelstundtakt Zürich-Bern rein.
Also möglich ist es, aber vielleicht in CH auch nur suboptimal (wäre allerdings mit Überholstellen jede 24 km (Lenzburg und Aarau?) zu lösen, ist immerhin billiger als Rennbahn).
Der grösste Teil der Strecke ist bereits vierspurig, es fehlen nur noch 3 Stücke. Trotzdem schafft man keinen Viertelstundentakt, bis alles vierspurig ist. Grund ist erstens, dass zusätzlich zur Regionalbahn 3 Linien da durch müssen (Basel, Biel, Bern) und zweitens dass mehrere von diesen Linien sowohl von IC als auch von IR bedient werden.
Aber dann müssen all diese ICs auf "IC320" umgestellt werden. Denn "IC200" und "IC320" zusammen auf einer Strecke wird die Kapazität dramatisch reduzieren.
Ich denke, es würde (sogar bei 15'-Takt) reichen, wenn man zuerst alle schnellen und dann alle langsamen losschickt. Aber wozu dann eine HGV-Strecke...
Wobei auch noch die Frage ist, ob 320 km/h sich lohnen, wenn man in Olten halten möchte/muss.
Die Neubaustrecke führt an Olten vorbei.
[...] genauso wichtig durfte der Gleisabstand sein.
Die Kosten für eine Vergrösserung des Gleisabstands wohl nciht so enorm - ausser eben im Tunnel.
6 Züge pro Stunde auslasten schafft man bei der geringeren schweizerischen Bevölkerungsdichte leider nicht.
1. Zürich und Amsterdam sind etwa gleich groß. Genauso Eindhoven und Bern.
Neee, das liegt Faktor 2 dazwischen.
Zürich: 380'000
Amsterdam: 770'000
Bern: 120'000
Eindhoven: 210'000
2. Wenn wir 10-Minutentakt haben, habt Ihr die neuen IC-Triebwagen und könnt Ihr auch die Auslastung besser steuern.
Schön wär's ja, wir werden sehen. Voraussetzung ist aber auf jeden Fall der Vierspurausbau, und das dauert noch lange. Deutlich nach 2020.
Nachteil ist allerdings, dass wegen hoher Kapaität und kurzer Bahnsteige man auf Doppelstock gezwungen ist. Spurtstarke Fahrzeuge a la ET425NL, welche einen raschen Fahrgastwechsel ermöglichen, kämen in CH wohl nicht in Frage.
Einstöcktig geht definitiv nicht: Zu Stosszeiten werden die 300m-Züge an den 300m-Bahnsteigen im 15'-Takt randvoll, und mehr Züge kriegt man auf den meisten Linien nicht mehr durch den Hauptbahnhof. Die neuen Stadler-Doppelstöcker bringen kleine Verbesserungen bei der Haltezeit: Keine Loks mehr (wo man nicht einsteigen kann), keine Wagen nur mit erster Klasse, maximal 1 Wagen Distanz bis zur ersten Klasse, sehr grosse Multifunktionsabteile als Pufferzonen.
NL hat sich mittlerweile viele Taktknoten verabschiedet; nur Eindhoven ist noch ein echter Taktknoten mit Umstiegen in allen Richtungen. In anderen Städten stimmt das nur teilweise oder stark ausgedehnt.
Bei 10'-Takt kann man sich das natürlich leisten. Es gibt sicher ein paar Verlierer (z.b. wenn der Vor- und Nachlauf schlechten Takt hat, können die Umsteigezeiten unangenehm werden) dafür aber auch viele Gewinner durch die kürzeren Haltezeiten.
Und wenn es auch bei Euch so weiter geht, bin ich mir sicher: irgendwann wird das auch auf ZH-BE v.v. der Fall sein.
Bin immer noch skeptisch: Was macht man mit St. Gallen-Zürich und Bern-Lausanne? Dort ist 10'-Takt kaum umzusetzen weil zweispurig, zudem lässt sich ein 15'-Takt auf dieser Linie nicht zu einem 10'-Takt auf Bern-Zürich verstärken, höchstens zu einem Hinketakt. Oder gleich ein 7.5'-Takt :)
CH: Rennbahn BE-ZH?
Re 8/12, Winterthur, Sonntag, 05.05.2013, 23:55 (vor 4729 Tagen) @ Alphorn (CH)
6 Züge pro Stunde auslasten schafft man bei der geringeren schweizerischen Bevölkerungsdichte leider nicht.
Warum schafft man das in der Schweiz (zwischen Zürich und Bern) nicht? Mit welcher Nachfrage rechnest du, und wieviel bräuchte es deiner Ansicht nach für 6 Züge?
CH: Rennbahn BE-ZH?
Re 8/12, Winterthur, Montag, 06.05.2013, 03:50 (vor 4728 Tagen) @ Re 8/12
N.B.: Es geht mir nicht darum, einen 10-Minuten-Takt zu propagieren oder auch nur zu behaupten, ein solcher wäre machbar. Es geht mir bloss darum,
- welches Angebot denn wünschbar wäre, und
- wie man zu den nötigen Daten kommt, um dies zu beurteilen. (Die mir bekannten Darstellungen der Reisendenströme sind nämlich ziemlich summarisch und ungenau.)
--
CH: Rennbahn BE-ZH?
Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 06.05.2013, 14:18 (vor 4728 Tagen) @ Re 8/12
Hoi,
Warum schafft man das in der Schweiz (zwischen Zürich und Bern) nicht? Mit welcher Nachfrage rechnest du, und wieviel bräuchte es deiner Ansicht nach für 6 Züge?
Oh, das würde man früher oder später schon schaffen. Ein Angebot generiert immer auch eine Nachfrage. Ende 2020 wird ja erstmal der 15-min-Takt Zürich-Bern jeweils Morgens und Abends zur HVZ Mo-Fr eingeführt - und das mit bis zu 400-m-Dosto und 1'300 Sitzplätzen (bei mindestens zwei der vier IC).
Das Problem ist doch eher, dass man so eine Langstrecken-Pendelei in der Schweiz nicht weiter fördern will. Würde man also so eine Schnellfahrstrecke Zürich-Bern bauen, würde es mich nicht wundern, wenn dann dort das GA nicht oder nur eingeschränkt gültig wäre. Und dann dürfte man kaum vier Züge pro Stunde füllen können. Denn viele der Reisenden Zürich-Bern sind GA-Pendler.
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)
Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
CH: Rennbahn BE-ZH?
hfrik, Montag, 06.05.2013, 14:52 (vor 4728 Tagen) @ Twindexx
Wobei die Frage ist, ob die Langstrecken-Pendelei bei 100% EE-Stromversorgung und Strecken die meist im Tunnel liegen so furchtbar schädlich wäre. Die Fahrpreise müssen eben stimmen.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 06.05.2013, 15:17 (vor 4728 Tagen) @ hfrik
bearbeitet von Twindexx, Montag, 06.05.2013, 15:18
Hoi,
Wobei die Frage ist, ob die Langstrecken-Pendelei bei 100% EE-Stromversorgung und Strecken die meist im Tunnel liegen so furchtbar schädlich wäre.
Den Strom muss du auch erstmal erzeugen. Staumauern haben wir schon genug, da gibt's auch nicht unendlich Täler und da macht dann auch der Umweltschutz je länger je mehr nicht mit. Die SBB überlegen sich, Windräder aufzustellen. Das wird jedoch schon allein dafür gebraucht, den ohnehin anstehenden Mehrbedarf zu decken und die restlichen knapp 20% Atomstrom wegzubringen (über 80% der SBB-Stromerzeugung stammen schon aus erneuerbaren Quellen).
So eine Schnellfahrstrecke hätte aber einen so derart viel höheren Energiebedarf, dass man da Versorgungsprobleme bekäme. Irgendwo ist auch mit Windrädern mal Schluss, die Schweiz hat nicht so viel Platz im Land. Und Solaranlagen sind auch nicht praktikabel, da die ihren Strom vor allem im Sommer produzieren. Im Sommer produzieren aber auch schon die SBB-Wasserkraftwerke mehr als im Winter. Es wird eine neue Energiequelle vor allem im Winter benötigt. Deshalb die Idee mit den Windrädern.
Die Fahrpreise müssen eben stimmen.
Mit dem Problem, dass dann Fahrpreise herauskommen, wo sich einige das Pendeln zweimal überlegen werden. So lastet man so eine Strecke nicht aus. Das GA wird ja eben auf so einer Strecke nicht oder nur teilweise gelten. Und dann ist ein grosser Teil der Bahnkunden schon mal weg.
Abschliessend hat dazu das BAV auch eine Stellungnahme gegeben: http://ice-treff.de/index.php?id=166630
Diese Aussagen hat man wohl durchdacht und fundiert getroffen. Es ist auch immer wieder die Aufgabe des BAV, bestimmte Träumereien wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Und diese Tatsachen wurden hier schön übersichtlich aufgezählt.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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![[image]](https://abload.de/img/fvd139kqh.jpg)
Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
CH: Rennbahn BE-ZH?
hfrik, Montag, 06.05.2013, 15:54 (vor 4728 Tagen) @ Twindexx
Nun, nochmaliges wiederkäuen der Liste wird die sache nicht weiterbringen - am Ende solte die Einzelbetrachtung entscheiden, und die kann sich im Laufe der Jahre wandeln.
Daher macht es durchaus Sinn, solche Überlegungen aufmerksam und ergebnisoffen zu betrachten. Denn der Nutzen einer solchen sTrecke steigt ja mit der Fahrgastanzahl welche die Schiene nutzen - und noch steigen die Fahrgastzahlen ja, wenn auch im letzen Jahr Stagnation war.
Ebenso ist es nicht unbedingt sinnvoll die Nutzung des GA von vorneherein auszuschliessen - Vielleicht gibts ja dann ein Zusatzmärkchen, wenns mit dem normalen nicht geht. Oder die Absehbare Nachfrage ist so hoch, dass sich die Strecke auch mit dem Normalpreis rechnet. Halbierung der fahrzeit führt ja zu einer vervierfachung der Nachfrage, wenn man die Nachfrrage Zürich-Bern betrachtet (Reisezeitgesetz), isgesamt dann weniger, aber immer noch hoch, wenn man die übrige Schweiz betrachtet. Da kann es dann theoretisch passieren, dass auf der Schnellfahrstrecke gut besetzte Züge im 5-min Takt fahren - womit die Wirtschaftlichkeit wieder ganz anders aussieht.
Das heist nicht dass man sie bauen muss - das heist, dass man den Vorschlag nicht so einfach vom Tisch wischen kann. Insbesondere da er auch an kritischen stellen eine Kapazitätserhöhung bringt.
Bezüglich Energieversorgung - ich denke auch die Schweizer werden die Existenz von Windkraftanlagen überleben. Ansonsten ist die Schweiz hier in einem Europaweiten Verbung, der hoffentlich in vielen Ländern einen starken Ausbau der EE sehen wird.
Da könnte die SChweiz durchaus die benötigten sTrommengen von Ausserhalb beziehen, und dafür die bestehenden Staubecken evrstärkt für Pumpspeicherung (Wochenspeicher) Nutzen. Die Schweiz hat ja durchaus einige Saisonspeicher, die ein ausrechend grosses Volumen für soche Zwecke haben, so sich ein passendes Unterbecken bzw. ein passender Fluss dazu findet - aber das ist ein anderes Thema.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Twindexx, St. Gallen (CH), Montag, 06.05.2013, 18:45 (vor 4728 Tagen) @ hfrik
Hoi,
Nun, nochmaliges wiederkäuen der Liste wird die sache nicht weiterbringen - am Ende solte die Einzelbetrachtung entscheiden, und die kann sich im Laufe der Jahre wandeln.
Die Liste ist der aktuelle Stand der Dinge. Das ist die aktuelle Verkehrspolitik der Schweiz. Verkehrspolitik ist ein langjähriges Geschäft. Da hüpft man nicht alle fünf Jahre zwischen den Meinungen und Ansichten. Vielleicht wird man die Dinge 2030 oder 2040 wiedermal neu bewerten. Jetzt gilt aber das, was in dieser Liste steht. Und das trägt den aktuellen Bedürfnissen und Notwendigkeiten in der Schweiz hervorragend Rechnung.
Daher macht es durchaus Sinn, solche Überlegungen aufmerksam und ergebnisoffen zu betrachten. Denn der Nutzen einer solchen sTrecke steigt ja mit der Fahrgastanzahl welche die Schiene nutzen - und noch steigen die Fahrgastzahlen ja, wenn auch im letzen Jahr Stagnation war.
Um die Fahrgastzuwächse zu bewältigen gibt es andere Mittel, die einen besseren Kosten/Nutzen-Faktor aufweisen, als eine neue 320-km/h-Schnellfahrstrecke quer durchs Mittelland.
Ein Hauptproblem ist, dass man Zürich-St.Gallen und Bern-Lausanne Züge mit Wako braucht, man solche Züge aber nicht für solche Geschwindigkeiten bauen kann. Also entweder wird sich zu Gunsten von Zürich-Bern die Fahrzeit auf anderen Strecken verlängern (das ist nicht diskutierbar), oder man wird in Zürich und Bern jeweils umsteigen müssen (senkt die Attraktivität und ist auch politisch nicht durchsetzbar).
Ebenso ist es nicht unbedingt sinnvoll die Nutzung des GA von vorneherein auszuschliessen
Mit vermehrter Nutzung der GAs sinkt der Umsatz pro gefahrenen Kilometer bei den SBB, was zu einem geringeren Kostendeckungsgrad führt. Die Antwort wären höhere Kosten für die Abos. Die ganze Schweiz soll also mehr zahlen, nur weil man Zürich-Bern (noch) schneller fahren will? - Das ist kaum vermittelbar.
- Vielleicht gibts ja dann ein Zusatzmärkchen, wenns mit dem normalen nicht geht.
Das wäre dann aber kein GA mehr.
Oder die Absehbare Nachfrage ist so hoch, dass sich die Strecke auch mit dem Normalpreis rechnet. Halbierung der fahrzeit führt ja zu einer vervierfachung der Nachfrage, wenn man die Nachfrrage Zürich-Bern betrachtet (Reisezeitgesetz), isgesamt dann weniger, aber immer noch hoch, wenn man die übrige Schweiz betrachtet.
Da kann es dann theoretisch passieren, dass auf der Schnellfahrstrecke gut besetzte Züge im 5-min Takt fahren - womit die Wirtschaftlichkeit wieder ganz anders aussieht.
Eine Strecke nur des Verkehrs wegen zu bauen ist also definitiv das letzte, was man in der Schweiz will. Die Schweiz ist klein und wird jetzt schon einiges an Fläche für den Verkehr gebraucht. Die Raumplanungspolitik der Schweiz verfolgt deshalb das Ziel, das Verkehrswachstum insgesamt zu bremsen und nicht noch weiter anzukurbeln. Eine solche Schnellfahrstrecke würde jedoch genau dies bewirken.
Gefragt sind eher Mittel, die eine Verlagerung von der Strasse auf die Schiene bringt, da die Schiene deutlich weniger Platz für dieselbe Verkehrsmenge benötigt. Eine Schnellfahrstrecke zu bauen, wo eh schon an die 90% des Verkehrs auf der Schiene stattfindet, hilft da aber genau nichts, da hier im Prinzip nichts mehr zu holen ist.
Das heist nicht dass man sie bauen muss - das heist, dass man den Vorschlag nicht so einfach vom Tisch wischen kann.
Der Vorschlag wurde eingehend geprüft und nicht ohne Grund abgelehnt.
Insbesondere da er auch an kritischen stellen eine Kapazitätserhöhung bringt.
Diese Strecke würde weniger die vorhandenen Kapazitätsengpässe lösen als vielmehr viele neue schaffen.
Dein Beispiel mit alle fünf Minuten ein Zug, wo ist da in den Bahnhöfen der Platz dafür - > neue Gleise!
Der überproportionale Anstieg der Fahrgastzahlen würde einen massiven Ausbau der Publikumsanlagen erfordern -> mehr Unterführungen!
Die Leute werden ja wohl nicht alle am HB wohnen, sie werden mit S-Bahnen weiterreisen - > massiver Ausbau der S-Bahn-Netze notwendig!
Dafür ist absolut kein Geld vorhanden. Pro Jahr werden so schon knapp eine Mia CHF in den Ausbau der Eisenbahn-Infrastruktur investiert. Und dieses Geld kann nicht nur in die Hauptstrecken und Hauptbahnhöfe investiert werden. Es bedarf auch Modernisierungen und Ausbauten auf Nebenstrecken.
Wenn man in Deutschland meint, das Geld zu haben, um allein sechs Mia Euro in einen einzigen Bhf zu investieren oder in fünf Mia Euro teure Schnellfahrstrecken, die pro Stunde nur einen Zug sehen werden, dann ist das eure Entscheidung. In der Schweiz sehen wir das etwas anders.
Da könnte die SChweiz durchaus die benötigten sTrommengen von Ausserhalb beziehen, und dafür die bestehenden Staubecken evrstärkt für Pumpspeicherung (Wochenspeicher) Nutzen.
Vermehrte Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland, insbesondere der EU?!?
Such mal bitte nach einer praxistauglicheren Lösung, ok?
Nichts gegen Pumpspeicher-Kraftwerke, solche sind ja auch schon geplant oder sogar schon im Bau (die SBB planen ebenfalls eines). Ansonsten hat die Schweiz als unabhängiges Land und Nicht-EU-Mitglied ein starkes Interesse daran, sich möglichst selbst versorgen zu können und sich nicht zwangsläufig einer Zwängerei aus Brüssel auszusetzen.
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Re 8/12, Winterthur, Dienstag, 07.05.2013, 01:15 (vor 4728 Tagen) @ Twindexx
Ein Hauptproblem ist, dass man Zürich-St.Gallen und Bern-Lausanne Züge mit Wako braucht, man solche Züge aber nicht für solche Geschwindigkeiten bauen kann. Also entweder wird sich zu Gunsten von Zürich-Bern die Fahrzeit auf anderen Strecken verlängern (das ist nicht diskutierbar), oder man wird in Zürich und Bern jeweils umsteigen müssen (senkt die Attraktivität und ist auch politisch nicht durchsetzbar).
Warum kann man Züge für solche Geschwindigkeiten nicht mit Wako bauen? Stand das überhaupt jemals zur Diskussion? Ich denke, wenn es nötig wäre, ginge es schon, und die Japaner machen ja bei den neueren Shinkansen-Baureiehn auch so was ähnliches.
Aber versteh mich bitte nicht falsch, ich will damit nicht die 320 km/h Trasse Altstetten-Roggwil verteidigen; ganz im Gegenteil: Die unnötig grossen Angriffsflächen dieser schlecht durchdachten Idee haben der Sache mehr geschadet als genützt. Mit "Sache" meine ich dabei die etwa von Prof. Weidmann vertretene Ansicht, dass etwas höhere Geschwindigkeiten, als sie die aktuellen Pläne des Bundes vorsehen, durchaus in Betracht gezogen werden sollten.
--
Führungskräfte in Kurven
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 08.05.2013, 02:01 (vor 4727 Tagen) @ Re 8/12
Hoi,
Warum kann man Züge für solche Geschwindigkeiten nicht mit Wako bauen?
Das ist ganz einfach. Für hohe Geschwindigkeiten müssen die Radsätze im Drehgestell möglichst steif geführt werden, um einen stabilen Lauf zu erhalten. Je steifer jedoch die Radsätze geführt werden, desto höher sind die Führungskräfte in engeren Kurven. Für diese Gleiskräfte gibt es Grenzwerte.
Der TGV hat beispielsweise in der Schweiz deswegen nur eine Zulassung nach Reihe A. Diese ist 5 km/h unter der Reisezug-Geschwindigkeitsreihe R und zudem noch auf 120 km/h begrenzt. Lediglich auf einigen wenigen Strecken (Zürich - Basel, NBS/ABS, La Plaine - Genève - Lausanne - Brig, Lausanne - Vallorbe, Neuchâtel - Les Verrières und Bern - Thun) haben die TGV eine Ausnahmegenehmigung für die Reihe R. Auf diesen Strecken musste extra darauf geachtet werden, dass durchgehend die schwere Oberbauform mit UIC-60-Schienen und ohne Stahlschwellen verbaut ist.
Auch beim ETR 610 ist dies das Problem gewesen, um am Gotthard eine Zulassung nach Reihe N zu erhalten. Schlussendlich hat man für die Reihe N am Gotthard an den kritischen Stellen die Geschwindigkeit für alle Neigezüge herabgesetzt, damit der ETR 610 bei bogenschneller Fahrt die zulässigen Gleiskräfte nicht überschreitet. Dies gilt seitdem auch für die ICN und ETR 470, die diese Einschränkung nicht bräuchten. Als Kompensation wurden bei Gurtnellen und im Gotthardtunnel die Gleise so angepasst, dass man dort dann etwas schneller fahren kann. Die Gesamtfahrzeit bleibt so gleich.
Als die SBB vor drei Jahren 29 Neigezüge mit vmax 300 km/h für den internationalen Fernverkehr ausschreiben wollten, hat die Schienenfahrzeug-Industrie gesagt, das können sie nicht herstellen und haben den Anforderungskatalog zurückgewiesen. Die SBB mussten nochmals über die Bücher und entschlossen sich dann, ihre 29 neuen Züge mit nur noch 249 km/h und ohne Neigetechnik auszuschreiben.
Das Problem sind die Führungskräfte in Gleisen, die mit einem Grenzwert von 60 kN und einem maximalen Grenzwert für quasistatische Führungskräfte von 70 kN festgeschrieben sind. Je steifer die Radsätze geführt sind oder je schneller gefahren wird, desto höher werden in Kurven die Führungskräfte.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Führungskräfte in Kurven
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 09:56 (vor 4726 Tagen) @ Twindexx
Dann wäre aus meiner Sicht einmal darüber nachzudenken, ob man mit stärkeren Schienen und stärkeren / längeren Schwellen bzw. fester fahrbahn nicht auch höhere Querkräfte und höhere Achslasten bei hohen Gescheindigkeiten fahren kann. Die Meterlast und damit die Brücken sollten nicht so sehr das Problem sein.
Nachdem sämtliche Züge mit irgendeiner Art von Neigetechnik an die Achslastgrenzen und sonstige Grenzen von Schienen / Schwellen stossen, scheint mir das deutlich günstiger zus ein als Strecken neu zu trassieren um die gleichen Einsparungen zu erreichen.
voraussetzung dafür wäre natürlich, dass das heutigen Profil der Räder und Schienen eine höhere Belastung grundsätzlich zulässt.
Führungskräfte in Kurven
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 08.05.2013, 12:46 (vor 4726 Tagen) @ hfrik
Hoi,
Dann wäre aus meiner Sicht einmal darüber nachzudenken, ob man mit stärkeren Schienen und stärkeren / längeren Schwellen bzw. fester fahrbahn nicht auch höhere Querkräfte und höhere Achslasten bei hohen Gescheindigkeiten fahren kann.
Das Schienenprofil wird ja an der Schienenoberkante gleich bleiben müssen. Wenn jetzt mit höheren Gleiskräften gefahren wird, wird der Verschleiss am Schienenkopf zunehmen. Dadurch werden die Unterhaltsintervalle verkürzt und die finanziellen Aufwendungen für den Substanzerhalt werden steigen. Da ändern weder stärkere Schienen noch andere Schwellen oder feste Fahrbahn etwas daran. Die Physik hat eben ihre Grenzen.
Da bei den SBB wegen zahlreicher neuer Infrastrukturen der finanzielle Mittelbedarf so schon stetig am steigen ist, haben die SBB ein Interesse daran, die Gleiskräfte zu begrenzen. Um den SBB mehr finanzielle Mittel zu beschaffen, wurden die Trassenpreise schon vom Bundesrat angehoben. Diese höheren Kosten wurden teilweise auf die Billettpreise in Form von Preiserhöhungen abgewälzt. Der Bahnnutzer wird auch künftig vermehrt an den Unterhaltskosten beteiligt.
Vor diesem Hintergrund kann eine Erhöhung der Achslasten oder der Gleiskräfte definitiv ausgeschlossen werden.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Führungskräfte in Kurven
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 13:23 (vor 4726 Tagen) @ Twindexx
Nun, das wäre eine Sache - wobei dann die Belastung auch Raddurchmesserabhängig sein müsste - unterschiedliche Auflageflächen.
Details zur Physik sind aber schwer online zu finden - da das Thema bereits im 19Jh und im frühen 20 Jh exzessiv erforscht wurde, und damals nichts im Internet veröffentlicht wurde :) heute scheint sich da wenig zu tun.
Vielleich liesse sich mit feiner eingestellter Schienenneigung (z.B. 1:45,25 statt 1:40) und optimierter Konizität der Laufflächen auch die Kraftübertragung noch optimieren, und so ohne riesen Ausgaben noch etwas aus dem system rad Schiene herausholen. rein vom Fahren her geht ja ein weiter Bereich, sowohl eine Schienenneigung von 0 wie auch 1:20 scheint ja in der Praxis zu funktionieren - eben mut unterschiedlichem Verschleiss.
Gibts da irgendwo gute Literatur?
Führungskräfte in Kurven
Henrik, Mittwoch, 08.05.2013, 13:52 (vor 4726 Tagen) @ hfrik
Nun, das wäre eine Sache - wobei dann die Belastung auch Raddurchmesserabhängig sein müsste - unterschiedliche Auflageflächen.
Details zur Physik sind aber schwer online zu finden - da das Thema bereits im 19Jh und im frühen 20 Jh exzessiv erforscht wurde, und damals nichts im Internet veröffentlicht wurde :) heute scheint sich da wenig zu tun.
Vielleich liesse sich mit feiner eingestellter Schienenneigung (z.B. 1:45,25 statt 1:40) und optimierter Konizität der Laufflächen auch die Kraftübertragung noch optimieren, und so ohne riesen Ausgaben noch etwas aus dem system rad Schiene herausholen. rein vom Fahren her geht ja ein weiter Bereich, sowohl eine Schienenneigung von 0 wie auch 1:20 scheint ja in der Praxis zu funktionieren - eben mut unterschiedlichem Verschleiss.
Gibts da irgendwo gute Literatur?
ohh, da gibt es sehr viel, auch viel interessantes.
sollte mich schon ein wenig wundern, wenn man nichts dergleichen auch online findet.
Die Grundlagen dazu werden in jedem Grundstudium behandelt - Scripte gibts auch online.
..dann eben die Fachliteratur.
Das Schienenprofil UIC 60 ist auch schon sehr ausgereift.
Es müsste halt einfach nur eingebaut werden, ebenso die Schwellen.
Die Belastung und dadurch der Verschleiß ist bei aktiver Neigetechnik eben höher.
Das Problem ist es aber eigentlich nicht.
Führungskräfte in Kurven
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 14:09 (vor 4726 Tagen) @ Henrik
Nun, die Ksoten können es aber auch nicht wirklich sein - ein Streckenausbau kostet ja ein vielfaches einer Verbesserung des Oberbaus in Kusvenbereichen. (Theoretisch reicht ja die stärkere schiene auf der Kurvenaussenseite einzusetzen - ohne Neigetechnik sind die zulässigen Achslasten ja höher so dass auf gerader Strecke ohne Neigung auch bei den etwas zu schweren Zügen alles im grünen Bereich ist.
ich fürchte in den Vorlesungsmanuskripten stehen eher nur die Eigenschaften der bestehenden Profile drin, und weniger die Effekte, welche zu den Werten führen - aus denen man dann ableiten könnte welche Kosten tatsächlich anfallen.
Eine Umrüctung von UIC60 auf UIC 71 würde ja "nur" 22t Stahl je km zusätzlich bedeuten, das sind bei z.B. 800€/t für das gewalze Profil gerade mal 17.600€.
Rechnet man, was die ganzen Sperrungen und die Arbeitszeiten für einen Schienentausch kosten, kann ich mir kaum vorstellen, dass sich das nicht auch von der unterhaltskostenseite lohnt, an das obere Ende zu gehen. Sofern das, so wie es für mich aussieht, tatsächlich etwas belastbarer ist als z.B. ein UIC54 Profil.
Führungskräfte in Kurven
Henrik, Mittwoch, 08.05.2013, 14:32 (vor 4726 Tagen) @ hfrik
Nun, die Ksoten können es aber auch nicht wirklich sein - ein Streckenausbau kostet ja ein vielfaches einer Verbesserung des Oberbaus in Kurvenbereichen. (Theoretisch reicht ja die stärkere schiene auf der Kurvenaußenseite einzusetzen - ohne Neigetechnik sind die zulässigen Achslasten ja höher, so dass auf gerader Strecke ohne Neigung auch bei den etwas zu schweren Zügen alles im grünen Bereich ist.
Ein Ausbau für Neigetechnik bedarf zumeist etwas mehr als nur Austausch der Schiene, da hängt noch einiges weiteres mehr mit dran, erst recht durch die höhere Geschwindigkeit.
Zu unterschätzen sind diese Investitionen nicht.
Ein Streckenneubau bzw. Ausbau mit Begradigungen spielen dann in einer anderen Liga, ja.
ich fürchte in den Vorlesungsmanuskripten stehen eher nur die Eigenschaften der bestehenden Profile drin, und weniger die Effekte, welche zu den Werten führen - aus denen man dann ableiten könnte welche Kosten tatsächlich anfallen.
..dafür müsste man dann schon zuhören während der Vorlesung.
Einem Konstruktiven, Betriebler, Wasserbauer etc. interessiert das dann natürlich eher weniger,
es sei denn, sie wollen die Einserbremse auch bestehen.
Ansonsten ist es dann Vertiefungsstoff - dort wird es vertiefend behandelt, inkl. Kosten.
Derlei Scripte findet man dann weniger online.
Eine Umrüstung von UIC60 auf UIC 71 würde ja "nur" 22t Stahl je km zusätzlich bedeuten, das sind bei z.B. 800€/t für das gewalze Profil gerade mal 17.600€.
Rechnet man, was die ganzen Sperrungen und die Arbeitszeiten für einen Schienentausch kosten, kann ich mir kaum vorstellen, dass sich das nicht auch von der unterhaltskostenseite lohnt, an das obere Ende zu gehen. Sofern das, so wie es für mich aussieht, tatsächlich etwas belastbarer ist als z.B. ein UIC54 Profil.
sofern es sich auch lohnen würde.
Ich erinnere mich an einen sehr guten Fachartikel über die verschiedenen Profile & den aktuellen Stand.
Ich meine, das war im Eisenbahningenieur.
Führungskräfte in Kurven
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 14:49 (vor 4726 Tagen) @ Henrik
Nun, ich hab ja nicht Bauingenieurwesen studiert, ich bin aus ner anderen Ingenieurswissenschaft was das Studium angeht :D
von dem her konnte ich da während der vorlesung nicht aufpassen.
Was ich mal in schneller Recherche herausgefunden habe: Russland, USA, China und Indien fahren mit höheren Achslasten auf Schienen mit 71 bzw 75kg/m.
Scheint also nicht ganz verkehrt zu sein.
Gibt es denn Vergleichswerte wie viel mehr Reserven beim Verchleiss ein UIC71 Profil gegenüber einem UIC60 Profil bietet? Da reichen ja wenige % um das wirtschaftlich zu machen.
Aktuell hat man ja in D das Problem, dass man eine ganze Menge für Neigetechnik ausgebaute Strecken hat (und gerne noch mehr ausbauen würde), es aber am passenden Rollmaterial fehlt. Eine Anpassung am Oberbau wäre da eine relativ "billige" Massnahme um das wieder hinzubekommen - dann hätte man Auswahlzwischen ICE-T und ETR610, und vermutlich auch bei Neukonstruktionen erheblich weniger Probleme. (und Kosten)
Müsste natürlich das EBA zustimmen, da man damit eine neuartige Konstellation hat, die so nicht in den bestehenden Normen stehen dürfte.
Erinnerst Du dich noch an Punkte aus dem Fachartikel?
Untersuchungen zum Schädigungsverhalten von Schienen in Kurv
Henrik, Mittwoch, 08.05.2013, 14:43 (vor 4726 Tagen) @ hfrik
Literatur ....
Untersuchungen zum Schädigungsverhalten von Schienen in engen Gleisbögen
René Heyder
http://www.eurailpress.de/buchshop/fachbuecher/produkt-single/product/untersuchungen-zu...
...
Es werden aber auch Maßnahmen gegen den Verschleiß an Schienen untersucht. Die Ergebnisse sind Basis für Strategien zur Lebensverlängerung von Schienen sowie zur Behandlung vorhandener Schädigungen an den Schienen und liefern einen Beitrag zum Verständnis des Materialverhaltens unter enormen Spannungen
Untersuchungen zum Schädigungsverhalten von Schienen in Kurv
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 15:22 (vor 4726 Tagen) @ Henrik
Liegt leider nur in Papier bzw. Ebook vor - wäre dann ein Fall für ein längerfristiges Einarbeiten Tante Google hat deinen beitrag übrigens schon katalogisiert.... Der ICE-Treff scheint als wichtig angesehen zu sein.
Querbeschleunigung / Komfort / Verspätung
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 15:27 (vor 4726 Tagen) @ Henrik
bearbeitet von hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 15:32
OK, eine Artikel in EI habe ich gefunden - als Referenz (Inhaltsverzeichnis), nicht als Text - in 4/2001, S40. Schädigung von Schienen - Untersuchung zum Schädigungsverhalten von Schienen in einem Gleisbogen. Mal sehen ob der grosse Käfer etwas dazu sagen kann wenns ihm mal langweilig wird :D
mal noch eine ganz andere Frage
Ich habe mal gelesen, dass man mit Neigetechik - abgesehen von der Verschleissproblematik der Schienen her (wie hier diskutiert) - durchaus noch schneller durch die Kurven fahren könnte, dies aber wegen des Fahrkomforts für die Fahrgäste nicht macht.
Also bei Verspätungen würde ich oft gerne auf etwas komfort pfeifen, und dafür noch den Anschluss bekommen - wie sehen andere das?
Ich denke auch, das vor Eschede etliche Lokführer im Verspätungsfall recht sportlich durch die Kurven fuhren (mit Popometer gemessen)
Querbeschleunigung / Komfort / Verspätung
Henrik, Mittwoch, 08.05.2013, 16:42 (vor 4726 Tagen) @ hfrik
OK, eine Artikel in EI habe ich gefunden - als Referenz (Inhaltsverzeichnis), nicht als Text - in 4/2001, S40. Schädigung von Schienen - Untersuchung zum Schädigungsverhalten von Schienen in einem Gleisbogen.
..auch von René Heyder
hilft aber nicht viel weiter,
S-Bahn-Wendeanlage Stuttgart-Schwabstraße, Oberbauart K, Schienenprofil S54 auf Hartholzschwellen, mit Neigung 1:20
auch sehr interessant ein Artikel in 02/2001, S.48...52
Numerische Parameterstudien zur Beanspruchung von Rad und Schiene beim Rollkontakt
Udo Nackenhorst, Bernd Zastrau
die Betrachtung aus Sicht der Numerischen Mechanik
auch die beiden anschließenden Artikel,
Über die Stabilität enger Bogendurchfahrten von Eisenbahnradsätzen
Bergander / Blenke / Meinke / Stephanides
Analyse der Fahrzeug/Fahrweg-Interaktion zur Ableitung von Maßnahmen mit dem Simulationswerkzeug SFE AKUSRAIL
Hempelmann / Groß-Thebing / Zimmer
alle drei Artikel basieren auf Vorträgen anlässlich der BahnBau 2000 in Berlin
und haben auch interessante Literaturliste im Anschluss,
mein gesuchter ist leider nicht dabei.
mal noch eine ganz andere Frage
Ich habe mal gelesen, dass man mit Neigetechik - abgesehen von der Verschleissproblematik der Schienen her (wie hier diskutiert) - durchaus noch schneller durch die Kurven fahren könnte, dies aber wegen des Fahrkomforts für die Fahrgäste nicht macht.
Also bei Verspätungen würde ich oft gerne auf etwas komfort pfeifen, und dafür noch den Anschluss bekommen - wie sehen andere das?
Ich denke auch, das vor Eschede etliche Lokführer im Verspätungsfall recht sportlich durch die Kurven fuhren (mit Popometer gemessen)
das ist ne Frage der Qualität & des Zustandes des Oberbaus.
Hinsichtlich der SFS Köln-Rhein/Main gibt es Untersuchungen wonach auch mehr als 300 km/h gefahren werden könnte bei gleichem hinreichenden Komfort, aber eben Überschreitung bzw. Überdenken der derzeitigen Regelwerte.
^^auf Fester Fahrbahn.
auf Schotter und am besten noch Holzschwellen wäre ich da doch etwas vorsichtiger
und vor allem mit der Neigetechnik.
Querbeschleunigung / Komfort / Verspätung
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 18:43 (vor 4726 Tagen) @ Henrik
So, nach dem was ich bisher geleseh habe mal mein Laienfazit:
- In früheren Zeiten waren die Hauptversagenspunkte wohl eher im Schienfusssowie durch Materialfehler. Dem hat man durch höhere Schienenprofile entgegengewirkt, sowie durch bessere Materialgüte. Mit den UIC60-Profile bei 22,5t Achslast und UIC 71 bei den höheren Achslasten in Russland &Co scheint diese Fehelerquelle beseitigt (das erklärt auch warum das UIC 60 gegenüber dem UIC 54 Profil primär höher ist).
- Die verbleibenden Fehler konzentrieren sich immer mehr auf den Kontakt Rad Schiene. gute erfahrungen mit Schleifprofilen, welche die Kontaktfläche zwischen Rad und Schiene vergrössern deuten darauf hin dass eine vergrösserung der Fläche und damit eine verringerung der Flächenpressung den Verschleiss wesentlich reduziert.
- Flüssigkeiten auf der Schienenoberfläche vergrössern die Rissbildung (können im Fall von Fett -> Spurkranzschmierung) aber den Verschleiss (MAterialabtrag) verringern.
Fazit damit für eine Verwendung von UIC 71 vom Laien:
- durch den etwas breiteren Schienenkopf sollte so ganz grob über den grossen Daumen etwa 1t mehr Achslast bei identischem Verschleiss möglich sein, wenn der Verschleiss von der Last je Auflagefläche abhängt.
- durch den häheren Schienenkopf sollte die Schiene mehr Schleifgänge überleben und dadurch länger liegen können.
- eigentlich müsste für eine Optimierung keine Spiegelsymetrische Schiene mehr verwendet werden, sondern explizite linke und rechte Schienen gewalzt werden, die dann mehr Möglichkeiten zur optimalen Gestaltung des Kontaktbereichs Schiene-Rad erlauben. (Die Frage ist wie weit kann man da gehen dass es noch mit dem Sinuslauf zusammenpasst... - dazu habe ich noch nichts gefunden).
Also nach erster grober Analyse könnte das schwerere Profil durchaus geeignet sein, bei gleichem Verschleiss die höheren Achslasten zu erlauben - nur die TSI stehend a vermutlich weiter im Weg. Die scheinen mir inzwischen zu starr zu sein.
Untersuchungen zum Schädigungsverhalten von Schienen in Kurv
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 16:38 (vor 4726 Tagen) @ Henrik
Hier noch ein Link http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=21&...
Führungskräfte in Kurven
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 13:56 (vor 4726 Tagen) @ hfrik
Hmm - hab mal weitergelesen - die UIC71 Profile lehnen sich an die russischen Breitspurprofile an, auf denen man woul mit 120km/h und bis 30t Achslast fahren kann - so ganz ist man also vielleicht noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen.
Stärkere Schienenprofile in den Kurvenberichen von Neigetechnikstreccken, ein damit akzeptabler verschleiss bei gleichzeitig zulässigen etwas höheren Achslasten (es scheit sich da im wesentlichen um ca 1t Achslast zu handeln, die fehlt) wäre doch was, wenn man damit die Geschwindigkeiten ohne Neutrassierung hochbekäme.
Führungskräfte in Kurven - leiser Widerspruch...
Frank Augsburg, Ansbach, Mittwoch, 08.05.2013, 22:25 (vor 4726 Tagen) @ Twindexx
Servus Twindexx,
Deinen Beitrag beantworte ich mit einem klaren Jain!
(Und die übrigen Beiträge habe ich auch gelesen, aber die gehen eher in Richtung Fahrweg...)
Richtig – für hohe Geschwindigkeiten müssen die Radsätze steif an den Drehgestellrahmen angebunden sein. Bei niedrigen Geschwindigkeiten und geringen Geschwindigkeiten sollen sie möglichst radial einstellbar sein.
Beides geht nicht?
Oh doch, das geht sehr wohl. Man kann z. B. die Radsätze untereinander koppeln, wie das auch bei der Re 460/ 465 geschehen ist. Hat den Nachteil, daß man sich bei langen Geradeausfahrten wie z. B. auf der Rheinstrecke das Radprofil kaputt fährt. Man kann die Radsätze über einen Dämpfer und ein Parallelogramm- Gestänge koppeln. Vorteil: Bei hohen Geschwindigkeiten und Geradeausfahrt hemmt der Dämpfer, bei niedrigen Geschwindigkeiten und Bogenfahrten gibt der Dämpfer die Radialbewegung (die in Wirklichkeit eine Quasi- Radialbewegung ist) frei. Quasi- radial bedeutet: Dennoch führt zunächst ein Radsatz (rein kraftmäßig) und stellt den anderen ein, und dann sich selbst. Dabei ist es unerheblich, ob die „Initiative“ vom führenden oder nachlaufenden Radsatz im Drehgestell ausgeht. Das ist immer Sache der Einstellung des „Systems“. Irgendwann – früher oder später – laufen beide Radsätze radial eingestellt. Beim Auslaufen aus dem Bogen ergibt sich dann wieder die gleiche Situation – ein Radsatz führt (und übt Kräfte aus), der andere „gehorcht“...
Wie gesagt – das kann man machen.
Die andere Frage ist: Lohnt der Aufwand?
Meine Antwort muß unter den Umständen salomonisch ausfallen: Vielleicht... Für Fahrzeuge, die wenig auf HGV- Strecken und viel auf Gebirgsstrecken unterwegs sind, lohnt sich der Aufwand in jedem Fall. Umgekehrt eher nicht. Im umgekehrten Fall sieht man eher zu, die Grenzwerte einzuhalten.
Du sagst sehr richtig, der Grenzwert für Y_qst (die quasistatische Führungskraft) ist laut AB- EBV auf 60 kN limitiert, in Ausnahmefällen werden 70 kN zugelassen. Wenn ich mir den TGV- Triebkopf ansehe und z. B. herkömmliche Loks, dann reißen beide die 60 kN- Marke, halten aber die 70 kN- Marke. Wann der TGV- Tk die 60 kN- Marke reißt, weiß ich nicht. Eine herkömmliche Tatzlager- Antrieb- Lok reißt die Marke bei ungefähr 350 m Radius.
Steht übrigens in UIC 518 und demnächst auch in EN 14363. Zu beiden Normen hat sich auch die Schweiz bekannt (klar, wenigstens die SBB sind Mitglied im UIC).
Wenn man also die Schwierigkeiten der Radsatzkoppelung umgehen will, lautet die Alternative nur – in Radien < 250 m (Ende des Bewertungskriteriums nach UIC 518 bzw. EN 14363) langsamer fahren. Für Fahrzeuge, die ausschließlich in der Schweiz unterwegs sind, sicherlich ein k. o.- Kriterium. Für interoperable Loks (z. B.) ein praktikabler Weg.
Aber das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. In der Schweiz gibt es hier einen „Arbeitskreis“. Warten wir mal ab, zu welchem Ergebnis der kommt.
Beste Grüße aus Ansbach
Frank
--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."
(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)
Führungskräfte in Kurven - leiser Widerspruch...
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 08.05.2013, 23:02 (vor 4726 Tagen) @ Frank Augsburg
Hoi Frank,
Richtig – für hohe Geschwindigkeiten müssen die Radsätze steif an den Drehgestellrahmen angebunden sein. Bei niedrigen Geschwindigkeiten und geringen Geschwindigkeiten sollen sie möglichst radial einstellbar sein.
Eben das meinte ich.
Oh doch, das geht sehr wohl. Man kann z. B. die Radsätze untereinander koppeln, wie das auch bei der Re 460/ 465 geschehen ist.
Du meinst hier die radiale Spureinstellung, auch Navigator genannt. Das Problem ist, dass sich das nicht so bewährt hat, wie erwartet. Bei den Re 460 musste der Navigator für die nachträgliche vmax-Erhöhung auf 200 km/h versteift werden. Bei den Bt-IV (SBB-IC-Steuerwagen) musste man die Navigatoren gleich komplett ausbauen, um damit 200 km/h fahren zu können.
Die ICN sind ein Spezialfall, dort sind die Navigatoren das überhaupt wichtigste Bauteil im ganzen Drehgestell.
Die Navigatoren hatten zum Zweck, den Verschleiss der Radreifen zu reduzieren und so die Geräuschentwicklung und den Unterhaltsaufwand zu reduzieren. Das hat nicht funktioniert und zwar aus folgenden Gründen:
- Die üblichen Radprofile sind Verschleissprofile. Das bedeutet, sie werden einigermassen gleichmässig abgenutzt und behalten ihre Kontur zumindest einigermassen.
- Bei einer guten Radialeinstellung findet kaum Spurkranzanlauf statt, das Rad läuft meist in der Mitte der Lauffläche. Dadurch nutzt sich das Rad ungleichmässig ab, vorwiegend in der Mitte der Lauffläche und erreicht früher die zulässigen Toleranzen.
- Für die radiale Einstellung der Achsen wurde die Ausdrehung des Drehgestells mit einem Gestänge vom Kasten abgenommen. Das Gestänge muss möglichst steif sein um keine Schwingungen zu ermöglichen. Dadurch entsteht eine Schallbrücke, von den Achslagern direkt zum Wagenkasten. Um ein akzeptables Laufgeräusch in den Wagen zu realisieren, mussten daher die Radsätze bei Navigatordrehgestellen früher überarbeitet werden, als von den Verschleissgrenzen nötig gewesen wäre.
Eine Lösung dürfte da das ARS bringen, das im Gegensatz zu den bisherigen Systemen nicht passiv sondern aktiv ist. Mal sehen, wann das mal bestellt wird.
Zu beiden Normen hat sich auch die Schweiz bekannt
Nun ja, bevor die Schweiz etwas übernimmt, gründet man immer zuerst eine Arbeitsgruppe, welche die Zweckmässigkeit des zu übernehmenden erstmal prüfen soll.
Aus den EU-Eisenbahnpaketen zupft sich die Schweiz auch nur das heraus, was uns als sinnvoll erscheint.
klar, wenigstens die SBB sind Mitglied im UIC).
Der VöV ist da auch Mitglied. VöV = Verband öffentlicher Verkehr, das ist die Dachvereinigung aller Transportunternehmen im öffentlichen Verkehr in der Schweiz.
Aber das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. In der Schweiz gibt es hier einen „Arbeitskreis“. Warten wir mal ab, zu welchem Ergebnis der kommt.
Stimmt, bis Ende 2013 bearbeitet das BAV und die SBB eine Neuregelung bezüglich Oberbauformen und zulässigen Führungskräften.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Der SBB FV-Dosto.
Führungskräfte in Kurven - leiser Widerspruch...
hfrik, Freitag, 10.05.2013, 10:41 (vor 4724 Tagen) @ Twindexx
Mal ergänzend gefragt:
Wenn man einen breiteren Bereich des Radreifens als Auflage hat, müsste sich das mit der Abnutzung bei genauerer Radführung je relativieren, sprich mit breiteren Schienenköpfen könnte eine passende führung der Achsen besser harmonieren. Idealerweise wäre die Auflagefläche gross genug um vom Walzen zum Rollen zu kommen 8grade an die Grenze), für die traktion und die Bremsung würde die grössere Auflagefläche auch grössere übertragbare Kräfte bedeuten. Bei Wasser oder Laub etc. auf den Schienen weiss ich aber nicht ob dies ebenso gilt.
Führungskräfte in Kurven - leiser Widerspruch...
Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 19.05.2013, 18:19 (vor 4715 Tagen) @ hfrik
Hoi,
Wenn man einen breiteren Bereich des Radreifens als Auflage hat, müsste sich das mit der Abnutzung bei genauerer Radführung je relativieren, sprich mit breiteren Schienenköpfen könnte eine passende führung der Achsen besser harmonieren. Idealerweise wäre die Auflagefläche gross genug um vom Walzen zum Rollen zu kommen 8grade an die Grenze),
Die Abnutzung vom Spurkranz ändert das nicht. Auch die Abnutzung der Schienenköpfe in Kurven ändert sich nicht. Da hilft dir eine breitere Schiene nicht im geringsten etwas.
Die Physik hat nunmal ihre Grenzen. Wenn man schneller durch Kurven fährt, werden der Spurkranz und der Schienenkopf vermehrt abgenutzt. Breitere Auflagefläche hin oder her.
Hier siehst du bei Minute 36 eine in einer Kurve abgenutzte Schiene: http://www.srf.ch/player/tv/srf-wissen/video/bahn-2000-ein-konzept-mit-vielen-knoten?id...
Gegen diese Abnutzung hilft absolut keine breitere Auflagefläche.
für die traktion und die Bremsung würde die grössere Auflagefläche auch grössere übertragbare Kräfte bedeuten. Bei Wasser oder Laub etc. auf den Schienen weiss ich aber nicht ob dies ebenso gilt.
Die Grösse der Auflagefläche ändert theoretisch nichts an der Zug- oder Bremskraft.
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
Führungskräfte in Kurven
Re 8/12, Winterthur, Donnerstag, 09.05.2013, 03:29 (vor 4726 Tagen) @ Twindexx
Lediglich auf einigen wenigen Strecken (Zürich - Basel, NBS/ABS, La Plaine - Genève - Lausanne - Brig, Lausanne - Vallorbe, Neuchâtel - Les Verrières und Bern - Thun) haben die TGV eine Ausnahmegenehmigung für die Reihe R.
Das sind aber nicht einige wenige, sondern ALLE, auf denen TGV's zum Einsatz kommen, mit Ausnahme von Thun-Interlaken.
Auf diesen Strecken musste extra darauf geachtet werden, dass durchgehend die schwere Oberbauform mit UIC-60-Schienen und ohne Stahlschwellen verbaut ist.
Das sollte heutzutage eigentlich selbstverständlich sein, nicht nur wenn der TGV kommt^^
Als Kompensation wurden bei Gurtnellen und im Gotthardtunnel die Gleise so angepasst, dass man dort dann etwas schneller fahren kann.
Weisst du, wie schnell im Gotthardtunnel nunmehr gefahren werden kann?
Als die SBB vor drei Jahren 29 Neigezüge mit vmax 300 km/h für den internationalen Fernverkehr ausschreiben wollten, hat die Schienenfahrzeug-Industrie gesagt, das können sie nicht herstellen und haben den Anforderungskatalog zurückgewiesen. Die SBB mussten nochmals über die Bücher und entschlossen sich dann, ihre 29 neuen Züge mit nur noch 249 km/h und ohne Neigetechnik auszuschreiben.
Verstehe schon, dass da ein Zielkonflikt vorliegt, kann aber diese Argumentation trotzdem nicht ohne weiteres nachvollziehen. Neigezüge für 250 km/h wären doch trotzdem möglich gewesen, solche existieren ja heute schon (ETR 450, 460 und 610). Haben die denn eine steife oder bewegliche Radsatzführung?
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Führungskräfte in Kurven
Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 19.05.2013, 18:31 (vor 4715 Tagen) @ Re 8/12
Hoi,
Das sind aber nicht einige wenige, sondern ALLE, auf denen TGV's zum Einsatz kommen, mit Ausnahme von Thun-Interlaken.
Auch Bern - Neuchâtel fehlt. Aber im Vergleich zum ganzen Schweizer Normalspurnetz sind das eben nur einige wenige.
Und man sollte trotzdem im Hinterkopf behalten, dass das eben eine Ausnahmegenehmigung und keine generelle Zulassung ist.
Das sollte heutzutage eigentlich selbstverständlich sein, nicht nur wenn der TGV kommt^^
Schwerer Oberbau wird wohl eine Voraussetzung für den Einsatz der Wankkompensation werden. Vorallem zwischen Winterthur - St. Gallen und Bern - Lausanne fehlt diese Oberbauform jedoch noch weitgehend. Die ICN benötigen für die Reihe N nicht die schwere Oberbauform. In der Tat ist heute also die schwere Oberbauform noch keine Selbstverständlichkeit.
Weisst du, wie schnell im Gotthardtunnel nunmehr gefahren werden kann?
140 km/h siw.
Verstehe schon, dass da ein Zielkonflikt vorliegt, kann aber diese Argumentation trotzdem nicht ohne weiteres nachvollziehen.
Wenn mehrere Hersteller sagen, das geht nicht, dann will das schon etwas heissen. Ein Hersteller ist ja eigentlich an einem Auftrag interessiert, wenn trotzdem sämtliche Hersteller ablehnen, dann hat das seine Gründe. Diese Gründe sind eben die von mir genannten.
Neigezüge für 250 km/h wären doch trotzdem möglich gewesen, solche existieren ja heute schon (ETR 450, 460 und 610). Haben die denn eine steife oder bewegliche Radsatzführung?
Die ETR 610 haben natürlich eine steife Radsatzführung. Und möglich ist relativ: Der ETR 610 darf am Gotthard nur deswegen bogenschnell fahren, weil einige Abschnitte in der Geschwindigkeit reduziert wurden. Dies ging auch zu Lasten anderer Neigezüge, die die zulässigen Führungskräfte einhalten würden.
Auch der ETR 610 ist also kein Zug, der 250 km/h und Neigetechnik wirklich miteinander verbindet. Hier ist also eine Grenze erreicht worden.
Und wenn es bei 250 km/h schon eigentlich nicht möglich ist, dann für 300 km/h erst recht nicht.
Grüsse aus der Ostschweiz.
--
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
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Re 8/12, Winterthur, Donnerstag, 17.04.2014, 17:57 (vor 4382 Tagen) @ Twindexx
Die ETR 610 haben natürlich eine steife Radsatzführung. Und möglich ist relativ: Der ETR 610 darf am Gotthard nur deswegen bogenschnell fahren, weil einige Abschnitte in der Geschwindigkeit reduziert wurden. Dies ging auch zu Lasten anderer Neigezüge, die die zulässigen Führungskräfte einhalten würden.
Auch der ETR 610 ist also kein Zug, der 250 km/h und Neigetechnik wirklich miteinander verbindet. Hier ist also eine Grenze erreicht worden.
Und wenn es bei 250 km/h schon eigentlich nicht möglich ist, dann für 300 km/h erst recht nicht.
Das leuchtet ein. Aber Moment mal: Demnächst soll ja das mechatronischen Fahrwerk kommen, bei dem die mechanischen Eigenschaften durch elektronische Steuerung beeinflusst werden können. (Im Prinzip vollzieht ja auch der Twnidexx erste Schritte in diese Richtung.) Wäre es daher nicht spätestens mittelfristig, vielleicht aber sogar heute schon möglich, die Steifheit der Radsatzführung während der Fahrt an die Geschwindigkeit anzupassen? Das würde zwar in der Beschaffung wohl ein bisschen was kosten, könnte sich aber dank reduziertem Verschleiss letztlich dennnoch auszahlen. Die Vereinbarkeit von Neitech und Hochgeschwindigkeit erhielte man dann sozusagen noch als Zugabe.
--
CH: Rennbahn BE-ZH?
Re 8/12, Winterthur, Dienstag, 07.05.2013, 00:58 (vor 4728 Tagen) @ hfrik
Wobei die Frage ist, ob die Langstrecken-Pendelei bei 100% EE-Stromversorgung und Strecken die meist im Tunnel liegen so furchtbar schädlich wäre.
Sie wäre aus engergiepolitischer Sicht umso schädlicher, je grösser der Tunnelanteil der Strecke, denn im Tunnel wird je nach Tunnelquerschnitt etwa einenhalb mal bis doppelt so viel Engergie verbraten wie auf offener Strecke. Tunnels bauen, um 320 km/h fahren zu können - das halte ich für ein absolutes No go^^
Aber ich bin einverstanden, dass wir jetzt nicht zur allgemeinen Hetzjagd auf die Langstreckenpendler blasen sollten. Wer eine hochkompetitive Wirtschaft will, und auch wer den Frauenanteil in qualifizierten Positionen erhöhen will, muss eine weitere Zunahme dieses Phänomems in Kauf nehmen. (Lezteres weil Akademikerpaare eben nicht immer in der gleichen Stadt eine Anstellung finden.)
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CH: Rennbahn BE-ZH?
hfrik, Dienstag, 07.05.2013, 10:29 (vor 4727 Tagen) @ Re 8/12
Zum einen das, zum anderen weil das fahren längerer Strecken eine höhere spezialisierung bei allen Arten von dienstleistenden Firmen erlaubt.
Ansonsten bin ich mit 2030 oder 2040 durchaus einig - was aber bedeutet dass man heute anfangen muss zu diskutieren wenn man dann etwas entscheidungsreifes in der Vorplanung haben will. Dafür muss man sich viele, viele Varianten ansehen, und die Kritikpunkte diskutieren. Der neue Vorschlag scheint immerhin Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man ohne Züge mit mehr als 320 km/h die 30 Minuten schafft.
Schreibe später noch mehr.
CH: Rennbahn BE-ZH?
hfrik, Dienstag, 07.05.2013, 13:03 (vor 4727 Tagen) @ hfrik
zum Thema Kapazitätsengpässe - nun wenn man den Modal Split in Richtung ÖV verschieben will, braucht man dort auch die entsprechenden Kapazitäten.
Und eine solche Zeitensparung von 30 min wirkt natürlich auch weit in das jeweilige Umland hinein, sowie entlang anderer Strecken, mache eben gewisse umwege, die beim ÖV notwendig sind und beim MIV nicht durch die höheren Geschwindigkeiten wieder wett, bzw bügelt über die attraktiveren Fahrzeiten die Vorbehalten gegenüber ÖV weg.
Ich kenne durchaus eingefleischte Autofahrer, die normalerweise nie einen Fuss in einen zug setzen würden, die aber nach eine 2:15 Fahrt von Stuttgart nach Köln erst einmal vom System Eisenbahn restlos begeistert sind. Da sind dann die sonst störenden Mitreisenden und Schaffner auf einmal völlig akzeptabel.
Bezügleich Tunnel - das ist richtig mit dem Luftwiderstand, von dem her werden hinreichend grosse Ausbruchsquerschnitte benötigt werden. Dafür haben Tunnel kein Lärmproblem und verbrauchen keine Flächen, und haben auch keine Zerschneidungswirkung.
Und der Energieverbrauch liegt nach wie vor deutlich unter dem Energieverbrauch der PKW.
und die quadratische Kennlinie des Energieverbrauchs betrifft auch nur den Luftwiderstand, nicht aber Roll- und Kurvenwiderstände sowie ggf. notwendige Hubarbeit. Das relativiert sich dann wider - rechnet man z.B. die sTrecke über die Geislinger Steige und NBS Wendlingen-ulm gegeneinander, und nutzt dafür nicht den einfach ICE-3 sondern die DOppeltraktion, und rechnet solche sachen wie die Kurvenwiderstände ein, die bei den damals publizierten Papier der Ingenieure 22 "vergessen" wurde, und auch die unterschiedlichen sTreckenlängen, sieht das auf der Energieseite je Fahrgast schon nicht mehr so schlimm aus - vor allem wenn der Strom eben aus erneurbaren Quellen kommt. Andererseits ist so eine gesparte halbe Stunde eben auch viel Wert - sie kurbelt die Wirtschaft an, und ist auch einfach gesparte Lebenszeit - die dann zwar vielleicht wieder für anderes vergäudet wird, aber das ist dann die Entscheidung des Einzelnen.
Ein GA mit Untescheidungen wäre aus meiner Sicht durchaus akzeptabel - es bleiben ja mit einem GA ohne Zusatz immer noch alle Stationen erreichbar, nur eben nicht alle Zugsitze - ist im Prinzip nich so viel anders als ein GA 2. Klasse gegenüber einem GA 1. Klasse - dann gäbe es eben noch ein GA Klasse 2a und eines Klasse 2b.
Auf der KRM kann die Bahn durchaus relevante Mehrerlöse je Ticket erreichen, wer sparen will hat nach wie vor die alten IC's am Rhein entlang.
und als Firma können wir von stutgart aus deswegen sinnvoll für das gesamte Ruhrgebiet und Rheinland anbieten, teilweise bis in die Niederlande hinein, was mit der alten Strecke kaum darstellbar war.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 08.05.2013, 02:32 (vor 4727 Tagen) @ hfrik
Hoi,
Du schreibst das hier aus einer sehr deutschen Perspektive. Das ist schon einmal prinzipbedingt nicht auf die Schweiz übertragbar. Und wenn ich sage, dass man das vielleicht 2030 oder 2040 anders sehen könnte, dann heisst das nicht, dass man da jetzt schon drüber diskutiert - sondern eben erst 2030 oder 2040 mit der Diskussion beginnt (wenn überhaupt).
Denn das Fabi-Dokument ( http://www.bav.admin.ch/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1a... ) ist die derzeit aktuelle Diskussionsgrundlage. Das ist so in der aktuellen parlamentarischen Diskussion und wird voraussichtlich nächstes Jahr dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Was den politischen Prozess angeht, sind diese Ansichten brandaktuell und es gibt daher noch überhaupt keine Notwendigkeit und auch noch keinen Grund, jetzt schon davon abzurücken, wo noch nicht einmal eine Volksabstimmung darüber stattgefunden hat.
Die Fahrzeit Zürich-Bern 30 Minuten wurde eingehend geprüft im 2011 und als derzeit nicht sinnvoll erachtet, weder von den Verkehrsplanern des Bundes.
Schau einmal an, von wann der Beitrag von Alphorn ist: Von Mitte 2010! Die Liste ( http://ice-treff.de/index.php?id=166630 ) wurde im März 2012 vom BAV als Antwort darauf veröffentlicht.
Es hat schon einmal einen NHT-Vorschlag gegeben, der bei einer Volksabstimmung bachab geschickt wurde. Der Grund war, dass zu viele Mittel nur in die Hauptstrecken investiert worden wären. nicht jedoch in die Nebenstrecken. Wenn man das System Bahn aber attraktiv machen will, muss man zuerst einmal bei den Nebenstrecken beginnen, die die Leute an die Hauptstrecken befördern.
Und diese Schnellfahrstrecken-Idee ist beim Schweizer Volk nunmal auch heute noch nicht mehrheitsfähig.
Und zum Thema Kapazität: Es gibt einen Unterschied zwischen Kapazität und Geschwindigkeit. Kapazität kann man auch mit zusätzlichen Gleisen auf einzelnen kritischen Abschnitten ausbauen, wo dies erforderlich ist. So wie der 800-Mio-CHF teure Vierspurausbau Aarau-Olten, der bis Ende 2020 realisiert wird.
Das ist wesentlich günstiger als eine 320-km/h-Schnellfahrstrecke, erzielt aber trotzdem eine grössere Wirkung (Kosten/Nutzen-Verhältnis).
Und dieses weitere Differenzieren von Billettarten, das ist auch so ein deutscher Tarifkrampf. Das brauchen und wollen wir nicht! Wer ein Billet Bern-Visp kauft, darf damit ohne weiteres durch den LBT düsen oder über die Bergstrecke zuckeln. Das soll auch so bleiben, auch zwischen Zürich und Bern, wo auch jeder Zug mit demselben Billett genutzt werden darf, egal ob Alt- oder Neubaustrecke.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
CH: Rennbahn BE-ZH?
hfrik, Mittwoch, 08.05.2013, 10:05 (vor 4726 Tagen) @ Twindexx
Diskutieren heist für mich nicht, das in einer politischen Diskussion mit Ziel Volksabstimmung zu diskutieren, sondern in einer technischen Diskussion zu diskutieren, um vernünftige Pläne und Vorstellung dann zu haben wenn die politische Diskussion reif ist. Denn auf den bestehenden Strecken kann man mit endlichem Aufwand wegen Bebauungen und ähnlichen Restiktionen auch nicht unbegrenzt Kapazität anbauen.
Erfahrungsgemäss dauert es relativ lange bis für einige kompliziertere Punkte einfache Lösungen gefunden werden. mit der hier vorgelegten lösung ist ja einigen Kritikpunkten bereits begegnet, und weiteren Kritikpunkten, die diese Spezielle Lösung vermutlich noch berechtigterweise hat, wird man mit weiteren Modifikationen vielleicht auch begegnen können.
Die sTrecken hier haben ja auch oft eine sehr sehr lange Vorgeschichte, und wenn man sich manche alte Lösung ansieht so wurden die Lösungen im Laufe der Jahrzehnte durchaus besser.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Re 8/12, Winterthur, Donnerstag, 09.05.2013, 04:12 (vor 4725 Tagen) @ Twindexx
Denn das Fabi-Dokument ( http://www.bav.admin.ch/index.html?lang=de&download=NHzLpZeg7t,lnp6I0NTU042l2Z6ln1a... ) ist die derzeit aktuelle Diskussionsgrundlage. Das ist so in der aktuellen parlamentarischen Diskussion und wird voraussichtlich nächstes Jahr dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden. Was den politischen Prozess angeht, sind diese Ansichten brandaktuell und es gibt daher noch überhaupt keine Notwendigkeit und auch noch keinen Grund, jetzt schon davon abzurücken, wo noch nicht einmal eine Volksabstimmung darüber stattgefunden hat.
Gerade weil diese Vorlage nächstens dem Volk vorgelegt wird, wäre es doch höchste Zeit, einmal die ihr zugrundliegenden Prinzipien etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und denkbare Alternativen herauszuarbeiten. Denn so alternativlos, wie man aufgrund der behördlichen Darstellung (um nicht von Propaganda zu reden) meinen könnte, ist dieser Lösungsansatz nun auch wieder nicht.
Die Fahrzeit Zürich-Bern 30 Minuten wurde eingehend geprüft im 2011 und als derzeit nicht sinnvoll erachtet, weder von den Verkehrsplanern des Bundes.
Wurde sie das? Mir ist keine entsprechende Studie bekannt. Ausserdem: Die geschwollene Formulierung "derzeit nicht sinnvoll" suggeriert, man habe genau abgeklärt, unter welchen denkbaren künftigen Bedingungen es allenfalls sinnvoll werden könnte. Wäre das geschehen, so würde ich im Sinne einer transparenten Verwaltungsführung erwarten, dass die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden.
In der Sache selber muss ich dir allerdings Recht geben: 40 Minuten lägen wohl etwa noch drin, aber spätestens bei 35 kommt man definitv in Teufels Küche, und der Aufwand für jede zusätzlich eingesparte Minute steigt explosionsartigc.
Der Grund war, dass zu viele Mittel nur in die Hauptstrecken investiert worden wären. nicht jedoch in die Nebenstrecken. Wenn man das System Bahn aber attraktiv machen will, muss man zuerst einmal bei den Nebenstrecken beginnen, die die Leute an die Hauptstrecken befördern.
Diese Reihenfolge leuchtet mir nicht ein. Klar soll man das System Bahn als Ganzes verstehen und die Nebenstrecken (als Zubringer für die Hauptlinien) nicht übersehen. Ob das bei der NHT der Fall gewesen wäre, kann ich jetzt nicht beurteilen. Investitionen in die Hauptstrecken halte ich aber grundsätzlich für weitaus effizienter als solche in Nebenlinien.
Und diese Schnellfahrstrecken-Idee ist beim Schweizer Volk nunmal auch heute noch nicht mehrheitsfähig.
Welche Idee genau? Und woher weisst du, dass die beim Volk keine Chance hätte? Liest du vielleicht zu viel Leserbriefe?
So wie der 800-Mio-CHF teure Vierspurausbau Aarau-Olten, der bis Ende 2020 realisiert wird.
Das ist wesentlich günstiger als eine 320-km/h-Schnellfahrstrecke, erzielt aber trotzdem eine grössere Wirkung (Kosten/Nutzen-Verhältnis).
Auch hier: Woher weisst du das - wurde das Kosten/Nutzen-Verhältnis der offiziellen Ausbauvariante überhaupt jemals mit dem einer NBS verglichen? Dabei wären nämlich auch die Belastungen der Bevölkerung miteinzubeziehen, die wesentlich verringert würden, wenn das Gros des Verkehrs statt durch Däniken und Dulliken am KKW Gösgen vorbei geführt würde.
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CH: Rennbahn BE-ZH?
Twindexx, St. Gallen (CH), Sonntag, 19.05.2013, 19:38 (vor 4715 Tagen) @ Re 8/12
bearbeitet von Twindexx, Sonntag, 19.05.2013, 19:40
Hoi,
Gerade weil diese Vorlage nächstens dem Volk vorgelegt wird, wäre es doch höchste Zeit, einmal die ihr zugrundliegenden Prinzipien etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und denkbare Alternativen herauszuarbeiten. Denn so alternativlos, wie man aufgrund der behördlichen Darstellung (um nicht von Propaganda zu reden) meinen könnte, ist dieser Lösungsansatz nun auch wieder nicht.
Wer redet denn von Propaganda? Also wirklich, wenn du meinst, du wüsstest wie man eine 320-km/h-Strecke finanzieren könnte, kannst du uns das gerne mitteilen. Fakt ist, dafür haben wir kein Geld.
Die Schweiz besteht nicht nur aus Zürich-Bern. In anderen Landesteilen sind Investitionen dringend, um den Passagierzuwächsen begegnen zu können. Allein der Ausbau zwischen Altstetten und Lenzburg/Rupperswil wird schon zwischen fünf und sechs Mia CHF kosten. Das ist soviel Geld, wie während sieben Jahren schweizweit in den Ausbau investiert wird.
Wirklich: Es ist kein Geld für so einen HGV-Spass vorhanden.
Und für alle, die meinen, so eine Strecke sei ja so lukrativ: Infrastruktur- und Betriebskonzession beantragen und nach privater Finanzierung selber bauen. Das gleiche auch bei den ganzen Swiss-Metro-Befürwortern. Wenn das ja so lukrativ sein soll, wieso hat dann noch kein privater Investor das selbst realisiert? - Weil es eben doch nicht so lukrativ ist, wie alle immer behaupten.
Wurde sie das? Mir ist keine entsprechende Studie bekannt. Ausserdem: Die geschwollene Formulierung "derzeit nicht sinnvoll" suggeriert, man habe genau abgeklärt, unter welchen denkbaren künftigen Bedingungen es allenfalls sinnvoll werden könnte. Wäre das geschehen, so würde ich im Sinne einer transparenten Verwaltungsführung erwarten, dass die Ergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würden.
Die Gründe, warum das abgelehnt wurde, stehen in der Fabi-Botschaft. Man könnte auch nach weiteren Informationen fragen: info@bav.admin.ch
In der Sache selber muss ich dir allerdings Recht geben: 40 Minuten lägen wohl etwa noch drin, aber spätestens bei 35 kommt man definitv in Teufels Küche, und der Aufwand für jede zusätzlich eingesparte Minute steigt explosionsartigc.
Eine Fahrzeitverkürzung auf knapp 45 min für Zürich - Bern wird ja nicht ausgeschlossen. Allerdings sieht man keine Möglichkeit, das vor 2050 zu finanzieren. Es gibt dringendere Projekte im Umfang von über 42 Mia CHF, die man bis 2050 realisieren sollte. Darunter so Brocken wie der Brüttenertunnel (2.8 Mia CHF), Altstetten-Lenzburg/Aarau (5 - 6 Mia CHF), Wisenbergtunnel Olten-Liestal (ca. 6 Mia CHF) uvm. Pro Jahr werden gut 800 Mio CHF in den Ausbau investiert. Für eine Fahrzeitreduktion auf knapp 45 min für Bern-Zürich müsste die bis 2030/2035 zu realisierende NBS Altstetten-Lenzburg/Rupperswil (je nachdem, welche Variante) bis Olten/Rothrist verlängert werden. Das käme aber eben erst in einer weiteren Etappe etwa im Jahr 2050 (wobei wir heute noch nicht wissen, was dann für Prioritäten gelten werden).
Diese Reihenfolge leuchtet mir nicht ein. Klar soll man das System Bahn als Ganzes verstehen und die Nebenstrecken (als Zubringer für die Hauptlinien) nicht übersehen.
Die allermeisten Reisenden sind in Agglomerationen unterwegs, also in S-Bahnen. Hier ist deshalb der Bedarf am grössten - nicht bei den Fernstrecken.
Für die Fernstrecken wurde deshalb nur das Ziel formuliert, akzeptable Reisezeiten zu erreichen und ausreichende Kapazitäten anzubieten. Dies ist mit dem Bahn-2000-Konzept der Fall. Hier wird man sich also in erster Linie darauf konzentrieren, das Bahn-2000-Konzept vollständig umzusetzen und allenfalls die Kapazitäten den steigenden Passagierzahlen anzupassen. Das Bahn-2000-Konzept ist noch nicht zwischen Visp-Lausanne, Bern-Lausanne, Biel-Basel, Biel-Zürich, Zürich-St.Gallen, Zürich-Romanshorn, Zürich-Kreuzlingen, Zürich-Tessin, Basel-Luzern und Luzern-Tessin umgesetzt worden. Das sind einige Strecken, die nun gegenüber einem weiteren Ausbau von Zürich-Bern erstmal Priorität haben.
Ob das bei der NHT der Fall gewesen wäre, kann ich jetzt nicht beurteilen.
Die NHT wollte Hochgeschwindigkeitsstrecken von Genève via Lausanne -Fribourg - Bern - Olten - Zürich - Winterthur - Weinfelden nach St. Gallen, mit einem Ast Olten - Basel. Aber in regionale Bahnstrecken wäre nichts investiert worden. Das Volk hat dies so ganz klar abgelehnt, eben weil ein Augenmerk auf regionale Bahnstrecken fehlte.
Investitionen in die Hauptstrecken halte ich aber grundsätzlich für weitaus effizienter als solche in Nebenlinien.
Ich habe nun über einen längeren Zeitraum die Ausarbeitung und die Abstimmung des Projekts St. Galler Durchmesserlinie mitbekommen. Das Projekt wird einen attraktiveren Fahrplan mit modernen Fahrzeugen und mit Sicherheit mehr Fahrgäste auf die Schiene bringen. Die Betriebskosten werden insgesamt sinken, trotz besserem Angebot.
Dafür sind aber 90 Mio CHF für den Ausbau der Infrastruktur nötig. Solche Projekte helfen, Leute vom Auto auf die Schiene zu bringen. Und so kommen die Leute erst zu den Fernzügen. Gut ausgebaute Fernstrecken helfen dagegen überhaupt nichts, wenn der Weg vom Haus zum Fernzug nur mit alten Zügen auf schlechten Gleisen und mit schlechtem Fahrplan erfolgt. Da nehmen einige dann lieber das Auto, und das dann nicht zum nächsten Fernbahnhof, sondern meistens gleich die ganze Strecke.
Investitionen in Hauptstrecken sind effizient, ja - aber nur wenn vorher auch in Nebenstrecken investiert worden ist. Ohne ausgebaute Nebenstrecken kommen von dort weniger Fahrgäste in die Fernzügen, womit die Investitionen in Hauptstrecken eben an Effizienz verlieren.
Welche Idee genau? Und woher weisst du, dass die beim Volk keine Chance hätte? Liest du vielleicht zu viel Leserbriefe?
Nein, ich vermeide eigentlich Leserbriefe. Ich weiss nur, dass Geld endlich ist. Wenn man also mehr Geld in eine Schnellfahrstrecke investiert, hat man dann natürlich weniger Geld, um in Agglomerationen auszubauen. In Agglomerationen sind jedoch die meisten Leute unterwegs. Will man also der Mehrheit einige Ausbauten vorenthalten, damit eine Minderheit schneller am Ziel ist, wird das die Mehrheit natürlich ablehnen.
Genau so scheiterte die NHT. Die grundlegenden Gründe des Scheiterns haben sich seit dem nicht verändert.
Auch hier: Woher weisst du das - wurde das Kosten/Nutzen-Verhältnis der offiziellen Ausbauvariante überhaupt jemals mit dem einer NBS verglichen? Dabei wären nämlich auch die Belastungen der Bevölkerung miteinzubeziehen, die wesentlich verringert würden, wenn das Gros des Verkehrs statt durch Däniken und Dulliken am KKW Gösgen vorbei geführt würde.
Am KKW Gösgen würde überhaupt nichts vorbeiführen. Und dass eine Schnellfahrstrecke für eine Fahrzeit Zürich-Bern von knapp 30 Minuten eben zu mehr Nachteilen als Vorteilen führt, kann in der Fabi-Botschaft nachgelesen werden. Dass dagegen ein Eppenbergtunnel in Verbindung mit einer NBS Rupperswil/Lenzburg - Altstetten besser abschneidet, liegt ja auf der Hand. Diese Kombination ist A) günstiger, als die 320-km/h-Schnellfahrstrecke und B) hat die Nachteile der 320-km/h-Schnellfahrstrecke nicht. So muss man kein Experte sein, um zu prophezeien, dass man mit dem beschlossenen Ausbau ein besseres Kosten/Nutzen-Verhältnis erreicht, als mit so einer NBS-Idee.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Aktuell im Einsatz auf den Linien IC 1, IC 2, IC 3, IC 21, IR 13, IR 15, IR 27 und IR 70:
Der SBB FV-Dosto.
CH: Rennbahn BE-ZH?
ITF-Knoten (CH), Dienstag, 21.05.2013, 20:47 (vor 4713 Tagen) @ Twindexx
Ich denke die Idee mit der 320er-Raserei hat der Idee einer NBS Roggwil-Altstetten sehr geschadet. Ich stimme dir zu, dass es nichts bringt, von Zürich in einer halben Stunde in Bern zu sein, wenn man je eine Viertelstunde zwischen ZH-SG und Bern-Lausanne wegen fehlender WAKO verliert.
Mein Vorschlag ist deshalb eine NBS ausgelegt für 320 km/h zwischen Altstetten und Olten zu bauen (Linienführung analog NBS Roggwil-Altstetten einfach ohne Westast Roggwil-Schöftland). Die Strecke würde ich anfangs aber nur mit 160 km/h befahren, damit an den heutigen Knotenzeiten sich nichts ändert.
Die Schweiz besteht nicht nur aus Zürich-Bern. In anderen Landesteilen sind Investitionen dringend, um den Passagierzuwächsen begegnen zu können. Allein der Ausbau zwischen Altstetten und Lenzburg/Rupperswil wird schon zwischen fünf und sechs Mia CHF kosten. Das ist soviel Geld, wie während sieben Jahren schweizweit in den Ausbau investiert wird.
Wirklich: Es ist kein Geld für so einen HGV-Spass vorhanden.
Aber für einen ähnlichen teuren Ausbau mit Chestenberg- und Honerettunnel ist dann das Geld vorhanden? Diese Tunnels würden nämlich mit einer ersten Etappe einer NBS Altstetten-Olten überflüssig.
Diese NBS generiert bei ähnlichen Baukosten eine höhere Kapazität und ist in Bezug auf die Reisezeiten aufwärtskompatibler.
Eine Fahrzeitverkürzung auf knapp 45 min für Zürich - Bern wird ja nicht ausgeschlossen. Allerdings sieht man keine Möglichkeit, das vor 2050 zu finanzieren. Es gibt dringendere Projekte im Umfang von über 42 Mia CHF, die man bis 2050 realisieren sollte. Darunter so Brocken wie der Brüttenertunnel (2.8 Mia CHF), Altstetten-Lenzburg/Aarau (5 - 6 Mia CHF), Wisenbergtunnel Olten-Liestal (ca. 6 Mia CHF) uvm. Pro Jahr werden gut 800 Mio CHF in den Ausbau investiert. Für eine Fahrzeitreduktion auf knapp 45 min für Bern-Zürich müsste die bis 2030/2035 zu realisierende NBS Altstetten-Lenzburg/Rupperswil (je nachdem, welche Variante) bis Olten/Rothrist verlängert werden. Das käme aber eben erst in einer weiteren Etappe etwa im Jahr 2050 (wobei wir heute noch nicht wissen, was dann für Prioritäten gelten werden).
Schlussendlich würde dieses "NBS-Flickwerk" mehr kosten als eine NBS Altstetten-Olten plus einem Streckenast nach Roggwil.
Mit der Variante Honeret-Chestenberg-NBS-Olten gäbe es immer noch keine Umfahrung des hochbelasteten Knotens Olten, falls es dort mal irgend eine Störung geben sollte. Eine mögliche Fahrzeit ZH-BE von 30min wird so auch ausgeschlossen, falls man das einmal benötigen sollte (soll nicht heissen schon heute).
Deshalb plädiere ich für eine NBS Altstetten-Olten anstelle des Chestenberg- und Honerettunnel (den beschlossenen Eppenberg-Tunnel stelle ich nicht in frage) weil sie ähnlich viel kostet aber noch alle Möglichkeiten in Bezug auf Fahrzeiten offen lässt.
Grüsse aus der Ostschweiz.
CH: Rennbahn BE-ZH?
hfrik, Mittwoch, 22.05.2013, 11:21 (vor 4712 Tagen) @ ITF-Knoten (CH)
Tja, analoge Überlegungen gabes bei der Bundesbahn Ende der 60'er und in den 0'ern. Auch dort gab es bei den Überlegungen für die Beschleunigung des IC'netzes das Ergebnis, dass der Ausbau der Bestandstrassen nur bis zu einem bestimmten Punkt sinn machen,dan aber eine NBS für noch höhrer Geschwindigkeiten sinnvoler und billiger ist.
Sprich die NBS Stuttgart-MAnnheimund Würzburg-Kassel wurden gabaut, weil siegegenüber einem Ausbau der Bestandsstrecken die _billigere_ und schnellere Variante waren.
Die Bestandststrecken liegen eben wenn man die Zwischenhalte nicht brauch oft an der falschen Stelle (weit von der direkten Linie entfernt) und sind wegen der inzuwischen links und rechts der Strecke vorhandenen Bebauung und vieler vergrabener Infrasruktur nur sehr teuer um weitere Gleise zu erweitern und insbesondere kaumgestreckter trasierbar.
Das wird dann finanziell leicht ein Schrecken ohne Ende - deman sich in derSchweiz aber bisher offenbar leisten möchte.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Twindexx, St. Gallen (CH), Mittwoch, 22.05.2013, 11:42 (vor 4712 Tagen) @ ITF-Knoten (CH)
Hoi,
Aber für einen ähnlichen teuren Ausbau mit Chestenberg- und Honerettunnel ist dann das Geld vorhanden? Diese Tunnels würden nämlich mit einer ersten Etappe einer NBS Altstetten-Olten überflüssig.
Diese NBS generiert bei ähnlichen Baukosten eine höhere Kapazität und ist in Bezug auf die Reisezeiten aufwärtskompatibler.
Halt, es ist noch gar nicht beschlossen, dass es überhaupt je einen Chestenberg- und Honerettunnel geben wird. Es gibt zwei Varianten, die zur Auswahl stehen. Chestenberg/Honeret ist eine davon. Die andere Variante ist eine NBS Altstetten-Lenzburg (Gexi). Welche Variante gebaut werden wird, wird zu einem späteren Zeitpunkt noch entschieden.
Die NBS Altstetten-Lenzburg ist eigentlich die Hälfte einer NBS Altstetten-Roggwil. Diese Hälfte kostet schon ca. fünf Mia CHF. Also wie teuer wird dann erst Altstetten-Roggwil?
Da liegt eben das Problem mit den Kosten. Die zweite Hälfte nach Roggwil kann dann immer noch zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden, wenn wieder Geld da wäre (so etwa im Jahr 2050). Dann würde Zürich-Bern/Basel auf knapp 45 Minuten Fahrzeit fallen.
Chestenberg/Honeret kosten zusammen etwa sechs Mia CHF. Das ist teurer als die NBS Altstetten-Lenzburg, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Man kann es in zweimal drei Mia CHF aufteilen (Chestenberg/Honeret separat bauen). Es könnte nämlich sein, dass man nicht fünf Mia CHF auf einmal zur Verfügung hat und etappieren muss. Die fünf Mia CHF teure NBS Altstetten-Lenzburg liesse sich aber nicht etappieren. Da liegt der Nachteil der NBS Altstetten-Lenzburg.
Der Wisenbergtunnel Olten-Liestal wird auch sechs Mia CHF kosten und ist nach einer Kapazitätserweiterung zwischen Aarau und Zürich dringender. Dieser lässt sich auch nicht etappieren, wird aber wohl den Vorrang vor einer NBS Lenzburg - Roggwil/Olten erhalten, weil er dann schlicht nötiger ist.
Grüsse aus der Ostschweiz.
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Der SBB FV-Dosto.
CH: Finanzierung Bahninfrastruktur
ITF-Knoten (CH), Mittwoch, 22.05.2013, 18:35 (vor 4712 Tagen) @ Twindexx
Die NBS Altstetten-Lenzburg ist eigentlich die Hälfte einer NBS Altstetten-Roggwil. Diese Hälfte kostet schon ca. fünf Mia CHF. Also wie teuer wird dann erst Altstetten-Roggwil?
Da liegt eben das Problem mit den Kosten. Die zweite Hälfte nach Roggwil kann dann immer noch zu einem späteren Zeitpunkt gebaut werden, wenn wieder Geld da wäre (so etwa im Jahr 2050). Dann würde Zürich-Bern/Basel auf knapp 45 Minuten Fahrzeit fallen.
Ok ich war davon ausgegangen, dass eine NBS Altstetten-Roggwil ca. 6 Milliarden kosten würde. Für eine weitere Diskussion müsste man aber für die drei Varianten die Kosten in einer Studie berechnen lassen.
Chestenberg/Honeret kosten zusammen etwa sechs Mia CHF. Das ist teurer als die NBS Altstetten-Lenzburg, hat aber einen entscheidenden Vorteil: Man kann es in zweimal drei Mia CHF aufteilen (Chestenberg/Honeret separat bauen). Es könnte nämlich sein, dass man nicht fünf Mia CHF auf einmal zur Verfügung hat und etappieren muss. Die fünf Mia CHF teure NBS Altstetten-Lenzburg liesse sich aber nicht etappieren. Da liegt der Nachteil der NBS Altstetten-Lenzburg.
Der Wisenbergtunnel Olten-Liestal wird auch sechs Mia CHF kosten und ist nach einer Kapazitätserweiterung zwischen Aarau und Zürich dringender. Dieser lässt sich auch nicht etappieren, wird aber wohl den Vorrang vor einer NBS Lenzburg - Roggwil/Olten erhalten, weil er dann schlicht nötiger ist.
Meiner Meinung braucht es eine Überarbeitung der Schweizer Eisenbahnfinazierung. So wie sie heute praktiziert wird, finde ich sie nicht sinnvoll:
Alle vier Jahre wird z. B. ein weiterer Ausbauschritt getätigt. Weil aber pro Jar 800 Millionen in die Bahninfrastruktur investiert wird, wäre er über 3.2 Milliarden gross. Damit diese Vorlage beim Volk eine Chance hätte, müsste für jede Region "etwas" enthalten sein. So hätten aber nur etapierbare Projekte eine Chance berücksichtigt zu werden. Grossprojekte wie zum Beispiel Brüttener-Tunnel, Wisenbergtunnel, NBS Genève-Lausanne (statt Ausbau der Bestandesstrecke)oder eben eine NBS Altstetten-Roggwil würden immer wieder auf die lange Bank geschoben werden.
Meiner Meinung nach bräuchte es zwei Töpfe. Einer würde etappiebare oder kostengünstige Projekte finanzieren wie z. B. Ligerz-Tunnel, Ausbau Stammstrecke zwischen Zug und Thalwil (anstelle des ZBT II) oder Doppelspurausbau Zürich-Cur.
Der zweite Topf wäre dann zur Finanzierung von Grossprojekten zuständig, welche nicht oder nicht sinnvoll etappierbar sind z. B. 3. Juradurchstich, NBS Lausanne-Genève, Brüttener-Tunnel, Tiefbahnhof Luzern, NBS Altstetten-Olten (Aufzählung unvollständig und nicht! in dieser Reihenfolge auszuführen, habe nur spontan aufgeschrieben, was mir gerade eingefallen ist...)
CH: Rennbahn BE-ZH?
Re 8/12, Winterthur, Donnerstag, 09.05.2013, 03:13 (vor 4726 Tagen) @ hfrik
Der neue Vorschlag scheint immerhin Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man ohne Züge mit mehr als 320 km/h die 30 Minuten schafft.
Welchen meinst du jetzt? Mir ist keiner bekannt, der das schaffen würde.
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CH: Rennbahn BE-ZH?
hfrik, Freitag, 10.05.2013, 07:07 (vor 4724 Tagen) @ Re 8/12
Nun, ich hatte das aus Alphorns Erstbeitrag so herausgelesen. die Arikel elbst habe ich online nicht gefunden.
CH: Rennbahn BE-ZH?
Re 8/12, Winterthur, Montag, 13.05.2013, 00:31 (vor 4722 Tagen) @ hfrik
Wenn ich Alphorn richtig verstanden habe, handelt es sich um diesen Vorschlag:
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Mit-320-kmh-durch-die-Schweiz/story/114396...
http://www.nzz.ch/aktuell/startseite/schweizer-tgv--keine-utopie-1.5209787
In einen späteren, nicht online verfügbaren Zeitungsartikel wird auch eine Skizze der Linienführung präsentiert:
![[image]](http://img854.imageshack.us/img854/7420/tgvagaz18072010.png)
Die Strecke Zürich-Bern wäre bei diesem Vorschlag auf 105 km verkürzt worden. Die angegebene Reisezeit von 28 Min. bezieht sich auf den Fall, dass die NBS Mattstetten-Rothrist zwischen Mattstetten und Roggwil für 250 km/h ertüchtigt würde und zwischen Roggwil und Zürich Altstetten mit 320 km/h gefahren würde.
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CH: Doch noch HGV? Ergänzung
Chrispy, Donnerstag, 22.07.2010, 18:14 (vor 5747 Tagen) @ Alphorn (CH)
Da dies mein erster Eintrag ist, erst mal: Hallo allerseits. Habe schon viele Posts in diesem Blog gelesen und fand stets gefallen daran. Aber nun zum eigentlichen Thema. Ich möchte hier noch einige Ergänzungen zu Alphorns Post anbringen, da ich diese Ausgabe der Zeitung "Sonntag" vor mir habe.
Der Vorschlag für eine Neubaustrecke kommt von eiem Verkehrsexperten der ETH-Zürich. Er findet das nun in der Politik debatierte Konzept Bahn 2030 für wenig innovativ. Es schaft nur Kapazitäten und keine Zeitgewinn auf der Ost-West-Achse. Es sieht den durchgehenden vierspurausbau der strecke Olten-Zürich vor.
Die neue Strecke wäre 55km lang mit ca.60% Tunnel und würde von Roggwil BE (anschluss NBS Mattstetten-Rothrist) nach Zürich-Altstetten führen, also nicht über Olten. Zudem gäbe es eine Abzweigung bei Schöftland, die Olten in einem Tunnel im Osten umfährt und direkt auf die Hauensteinlinie richtung Basel führt. Die Distanz zwischen Bern und Zürich würde dadurch um 11.5km kürzer und nur noch 105.5km betragen. Höchstgeschwindigkeit ist auf der neuen Strecke 320km/h und sie führt schnurgerade durch vergleichsweise dünn besiedeltes Gebiet im Kanton Aargau.
Die linie Mattstetten-Rothrist würde ebenfalls beschleunigt (durch grössere Kurvenüberhöhung (also keinen Güterverkehr mehr in der Nacht)). Wie schnell sie dann befahren würde lässt der Artikel offen. Ich denke jedoch, dass es nicht mehr als 250-280km/h sind. Denn die Durchschnittsgeschwindigkeit um Bern und Zürich unter 30min zu verbinden müsste mit der neuen Rennbahn ca. 240km/h betragen.
Olten würde natürlich an Bedeutung verlieren. Wobei die ICs Zürich-Bern und Zürich-Basel auch heute nicht in Olten halten. Lediglich die verbindung Zürich-Biel ginge verloren. Wie das Knoten konzept aussähe ist für mich noch unklar. Vermutlich wäre Basel ein 15/45er-Knoten (bis dann der Weinbergtunnel dies wieder ändert). Zusammen mit der Beschleunigung (Ausbau) Friborug-Lausanne und Zürich-St.Gallen. Wäre St.Gallen-Lausanne in 2:30 möglich.
Die Kosten für die neue Strecke sind noch nicht im Detail berechnet, aber eine Hochrechnung geht von 2.75Mia CHF also 1.8Mia € aus. Darin sind die umbaukosten für Mattstetten-Rothrist nicht enthalten. Der Vierspurausbau nach Bahn 2030 wäre übrigens mit mindestens 2.5Mia CHF nicht viel billiger. Vor 2030 wäre eine Realisierung wohl eher schwer möglich. Darum wäre die Rollmaterialbeschafung dann auch kein poblem mehr, da bis dann soweiso die EW4 ausgemustert werden müssen. Die neuen Züge von Bombardier könnten diese auf vielen Linien ersetzen. Die Experten gehen von einer immensen Nachfrage steigerung aus, da auch die Aglomerationen der grossen Städte schneller verbunden wären als mit dem Auto.
CH: Doch noch HGV? Ergänzung
ITF, Donnerstag, 22.07.2010, 23:41 (vor 5747 Tagen) @ Chrispy
Das Verkehren von unterschiedlich schnellen Zuegen auf dieser NBS waere kein Problem. Folgendes Beispiel der heutigen Fahrplansystematik:
Abfahrten Zuerich:
00 Bern-Thun
02 Basel
04 Aarau-Olten-Biel-Lausanne
06 Baden-Aarau-Olten-Bern
08 Lenzburg-Aarau-Basel
Ankunft Bern:
21 Olten-Langenthal
25 Zuerich-Aarau-Olten
27 Basel-Olten
29 Zurich
Man sieht also sehr schoen, dass bereits heute der schnelle Nonstopzug als erster in Zuerich losfaehrt und als letzter in Bern Ankommt. Ohne jegliche Umstellung im Fahrplan der anderen Zuege koennte man den schnellen Zug 00 ab Zuerich auf HGV umstellen und er wuerde um 29 in Bern ankommen.
Dabei ist es voellig unerheblich ob z.B die Zuege Zuerich-Basel noch mit 200er Material verkehren, da sie erst nach dem HGV-Zug losfahren.
Genauso ist es kein Problem im Zulauf auf Bern wenn der Zug von Basel nur 200 faehrt. Der HGV-Zug von Zuerich liegt in Roggwil vielleicht noch 7 Minuten hinter dem Baseler Zug und laeuft dann immer dichter auf bis er in Bern nur noch 2 Minuten hinter dem Baseler Zug liegt.
CH: Doch noch HGV? Ergänzung
Alphorn (CH), Freitag, 23.07.2010, 00:21 (vor 5747 Tagen) @ Chrispy
Die Kosten für die neue Strecke sind noch nicht im Detail berechnet, aber eine Hochrechnung geht von 2.75Mia CHF also 1.8Mia € aus.
Bei allen Stärken dieses Projekts: Die Kostenschätzung halte ich für totale Schönfärberei. Mattstetten-Rothrist kostete 1.7 Mrd CHF mit 20 km Tunnels. Die vorgeschlagene Strecke soll 33 km Tunnels haben, und bei einer HGV-Strecke müssten die wohl doppelröhrig sein, macht 66 km. Dazu kommen Inflation etc. etc.
CH: Doch noch HGV? Ergänzung
Chrispy, Freitag, 23.07.2010, 01:02 (vor 5747 Tagen) @ Alphorn (CH)
Die Kosten für die neue Strecke sind noch nicht im Detail berechnet, aber eine Hochrechnung geht von 2.75Mia CHF also 1.8Mia € aus.
Bei allen Stärken dieses Projekts: Die Kostenschätzung halte ich für totale Schönfärberei. Mattstetten-Rothrist kostete 1.7 Mrd CHF mit 20 km Tunnels. Die vorgeschlagene Strecke soll 33 km Tunnels haben, und bei einer HGV-Strecke müssten die wohl doppelröhrig sein, macht 66 km. Dazu kommen Inflation etc. etc.
Die Hochrechnung des Preises wurde auf Basis der teuerungsbereinigten Kosten für die NBS Mattstetten-Rothrist gemacht (laut Artikel). Nun wir werden sehen wie die genaue Kalkulation der Kosten aussieht. Da das Institut, welches die berechnungen durchführt, eigentlich unabhängig ist, könnte ich mir vorstellen, dass der berechnete Preis dann sehr nahe an der realität sein wird.
Nicht einverstanden bin ich mit der Rechnung, dass zwei Tunnelröhren doppelt so teuer sind wie eine, ist so auch nicht ganz richtig. Zumal das Profil einer Doppelspurröhre wesentlich grösser ist als bei einer Einspurröhren.
Aber ich finde die Idee tönt schon mal nicht schlecht. Zumal diese Rennbahn nicht einfach eine Linie beschleunigt, sondern das herzstück des Systems.
Kosten
Oscar (NL), Eindhoven (NL), Freitag, 23.07.2010, 09:36 (vor 5746 Tagen) @ Alphorn (CH)
Die Kosten für die neue Strecke sind noch nicht im Detail berechnet, aber eine Hochrechnung geht von 2.75Mia CHF also 1.8Mia € aus.
Bei allen Stärken dieses Projekts: Die Kostenschätzung halte ich für totale Schönfärberei.
Wenn ich alleine schon denke was die HSL-Zuid gekostet hat...
Diese Strecke hat schon mehr als 5 Mrd. EURO gekostet. Mit nur einem 8 km Bohrtunnel (die anderen beiden wurden abgesenkt, Tieflage Bergschenhoek ist "cut and cover"). Ohne Doppelröhren.
Dafür sind bei Euch folgende Investitionen natürlich nicht mehr nötig:
1. in CH braucht man wohl keine sechsstellige Zahl an Betonpfeilern in den Boden zu schlagen, bevor man die Strecke überhaupt bauen kann.
2. in CH braucht man das Signalsystem nicht (erneut) ausführlich zu erfinden und erproben.
3. in CH braucht man keine Stromschleusen zu bauen (NL: Übergang 25kV/1500 V + ERTMS/ATB)
4. in CH gibt es keine Wasserüberquerungen wie das Hollands Diep.
5. in CH kann man das beim TBM-Vorgang freigekommene Ausbruchmaterial für Betonanfertigung verwenden, was in NL nicht möglich ist
und bei einer HGV-Strecke müssten die wohl doppelröhrig sein, macht 66 km.
Ist das CH-Gesetz?
Bei uns wurde zwecks Bohrtunnel die größte TBM der Welt angewendet. Man bohte 1 Rohr und teilte diese mit einer Trennwand. Ist diese Bauweise in CH nicht zugelassen?
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Kosten
Chrispy, Freitag, 23.07.2010, 14:55 (vor 5746 Tagen) @ Oscar (NL)
Bei uns wurde zwecks Bohrtunnel die größte TBM der Welt angewendet. Man bohte 1 Rohr und teilte diese mit einer Trennwand. Ist diese Bauweise in CH nicht zugelassen?
Müsste eigentlich erlaubt sein. Bei der Zufahrtsstrecke zum Lötschbergbasistunnel gibt es einen Tagbautunnel der so konzipiert wurde (wobei nicht beide Röhren ausgebaut sind). Auch auf der Südzufahrt des Gotthardbasistunnels wurde sowas ändliches gebaut. Diese Tunnel sind jedoch relativ Kurz. Bei längeren SFS-Tunneln ist es gängige Praxis die beiden Tunnels in einem Abstand 40m zu durchörtern und mit Fluchtstollen zu verbinden (siehe Ceneri-Basistunnel 15km). Die neue Strecke würde sicher zwei Tunnel beinhalten, die eine ähnliche Länge wie der Ceneri aufweisen. Aber ob diese Praxis auch Gesetz ist, weiss ich nicht.
Kosten
Alphorn (CH), Samstag, 24.07.2010, 14:28 (vor 5745 Tagen) @ Oscar (NL)
[Zweiröhige Tunnel]
Ist das CH-Gesetz?
Bin nicht sicher und finde leider meine Quelle nicht mehr. Aber den Gotthard-Basistunnel baut man ja nicht aus reinem Spass zweiröhrig. Hat mit Fluchtmöglichkeiten im Brandfall zu tun; ich glaube auch nicht, dass eine Trennmauer bei einer Entgleisung ganz bliebe, und wenn's dann brennt, hat man keine rauchfreie Fluchtmöglichkeit mehr.
Kosten
hfrik, Montag, 06.05.2013, 10:34 (vor 4728 Tagen) @ Alphorn (CH)
Also korrekt gerechnet müsste die Trennwand für Anpralllasten ausgelegt sein - diese kommt ja nicht rechtwinklig sondern streifend. Da hält eine dicke Betonmauer viel aus.
Ansonsten wird man an dem Konzept sicherlich noch viel optimieren können, und noch etliche Zeit diskutieren.
Die NBS Mannheim Ulm ist schliesslich auch schon 70 Jahre in Planung :) Und der erste Wunsch die Geislinger steige zu verbessern ist über 130 Jahre alt.
Mal sehen wie es weiter geht.