Vier Tage am Rhein von Basel bis zum Bodensee (5/5) (Reiseberichte)
Ausflug 4: Appenzeller Bahnen -Teil 2
Im letzten Teil habe ich von meinem Vormittag um Appenzell berichtet und bin dabei bis Altstätten gekommen: https://www.ice-treff.de/index.php?id=730972
Von dort geht es nun weiter zu den nördlichen Linien der Appenzeller Bahnen.
Die Zahnradbahn hat mich aus Altstätten wieder zurück nach Gais gebracht. Ihr Steuerwagen scheint vom gleichen Typ zu sein wie der vorhin zwischen Wasserauen und Appenzell.
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Wegen der Zahnstange sind die Appenzeller Bahnen hier noch auf die älteren BDeh, die Richtung St. Gallen von den Tango abgelöst wurden, angewiesen.
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Leider ist die Zukunft der Strecke wegen niedriger Fahrgastzahlen nur bis 2035 sicher, weshalb die Mitarbeiter am Hausbahnsteig mit dem Ziel, die Zahlen zu steigern, einen kreativ gestalteten Fahrgastzähler installiert haben. Wenigstens dürfte bis dahin der Einsatz der BDeh noch sicher sein.
Nach kurzer Wendezeit verlässt der Wendezug Gais schon wieder Richtung Rheintal.
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Bei der Strecke nach St. Gallen wurden die ehemaligen Zahnstangenabschnitte inzwischen alle entschärft, zuletzt 2018 im Rahmen der Verknüpfung mit der Trogener Bahn der finale Abschnitt nach St. Gallen runter. Über weite Strecken führt sie straßenbahnartig und durch St. Gallen dann wirklich als Straßenbahn.
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Richtung Trogen geht es direkt wieder stramm bergauf aus der Stadt heraus, wobei sich ein Panorama über St. Gallen und in die andere Richtung auf den Bodensee ausbreitet. Dass der von hier schon zu sehen ist, hätte ich nicht erwartet.
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Bei Gasthof und Haltepunkt Schwarzer Bär erfolgt zur ungewöhnlichen Symmetrieminute 09 die Kreuzung mit dem Gegenzug.
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Dann kommt die Kirche von Speicher in Sicht.
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Hier führt die Bahn wieder fast als Straßenbahn durch den Ort.
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Wegen kurzer Wendezeit und leichter Verspätung bleibt mir am Endbahnhof Trogen keine Zeit für ein besseres Bild.
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Von hier könnte ich jetzt mit dem Bus direkt nach Rorschach weiterfahren, aber ich würde gerne noch ein wenig die St. Galler Altstadt erkunden und fahre deshalb zurück. Auf dem Hinweg schon St. Gallen erkunden und dann einen Takt später weiterfahren, hätte nicht gut funktioniert, da der nächste Bus nach Rorschach erst in 1,5 h führe.
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An der Haltestelle St. Gallen Spisertor verlasse ich den Tango.
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Von dort ist es nur ein Katzensprung zur weltberühmten Abtei des heiligen Gallus.
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Die prächtige und gut ausgestattete Klosterbibliothek gehört zum UNESCO-Welterbe. Für 18 Franken Eintrittspreis würde ich mir aber gerne Zeit dafür nehmen können und deshalb verzichte ich auf eine Besichtigung. Auch sonst ist die Altstadt sehr hübsch.
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Nach den letzten Stunden im Reich der Appenzeller Bahnen erfolgt jetzt ein kurzes Intermezzo auf Staats- und Normalspurgleisen im IR der SBB.
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In nur 20 min bringt er mich runter zum Bodensee.
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In St. Margrethen verlasse ich den IR, der weiter ins Rheintal nach Sargans fährt, und muss eine Station nach Rheineck zurückfahren. Im Vergleich zur direkten S-Bahn musste ich nur 9 min früher in St. Gallen los und kann damit das Streckennetz um den Bodensee komplettieren.
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Als Bonus habe ich in Rheineck einen bahnsteiggleichen Umstieg Richtung Walzenhausen. Naja, oder auch nicht. Das Zahnradbahngleis liegt quasi auf Höhe des Normalspurbahnsteigs und hat auf der anderen Seite ein eigenes Bahnsteiglein.
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Lang ist die Umsteigezeit nicht, aber Zeit für eine kurze Runde ums Empfangsgebäude ist noch. Der Lokführer vapet sowieso noch auf dem Bahnsteig. Das vermutlich nicht mehr aktive Stellwerk ist erhalten geblieben.
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Ich bin einer von nur zwei Fahrgästen in dem urigen Züglein, das einzige des ganzen Betriebs.
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Die beiden Führerstände sind komplett offen zum Fahrgastraum und bieten eine wunderbare Streckensicht nach hinten. Bis Ende des Jahres muss die rustikale Technik noch durchhalten, dann wird der Betrieb kernsaniert und auf autonomen Betrieb umgebaut. Eigentlich sollte schon diesen Sommer Schluss sein, aber die Appenzeller Bahnen waren so gnädig, mir mehr Zeit zu lassen.
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Ich kann nur mutmaßen, was „schlenzen“ bedeutet und vermute mal, „mit Gewalt aufdrücken“.
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Zu Beginn geht es ohne Zahnrad parallel zur SBB-Strecke, auf der aus dem Hintergrund Fernverkehr anrauscht. Die Spurweite gab mir Rätsel auf: für Normalspur etwas schmal, aber so schmal dann auch wieder nicht. Die Recherche nach der Fahrt ergibt, dass es sich um die ebenso seltene wie breite Schmalspur von 1 200 mm handelt. Wo gibt es die sonst noch?
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Noch gerade rechtzeitig, bevor sich die Strecken trennen, überholt uns der Umleiter-Railjet, dessen Anwesenheit hier mich ziemlich überrascht. Interessanter ist aber der Bus am Bahnübergang.
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Nach dem einzigen Zwischenhalt beginnt der Zahnradabschnitt.
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Nach dem ersten Tunnel zeigt sich der Bodensee.
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Ein zügiger Positionswechsel erlaubt mir die Rückfahrt zu verfolgen.
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Da ich einen Takt früher als geplant unterwegs bin, habe ich jetzt noch eine Dreiviertelstunde Zeit bis zur Weiterfahrt. Das hätte gereicht, um nochmal runter und hoch zu fahren, aber ich schaue mich lieber hier oben in Walzenhausen um. Etwas östlich vom Bahnhof sind Rheinmündung, und das Pseudodreiländereck mit Lindau, Bregenz, Pfänder und St. Margrethen zu sehen.
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Pünktlich zur Rückkehr der Bergbahn bin ich wieder zurück beim Bahnhof.
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Weiter geht es für wenige Kilometer mit dem Postauto zur nächsten Bergbahn in Heiden, wo mir auch noch Zeit für einen ganz kurzen Rundgang bleibt.
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Dort war heute das offensichtlich recht populäre Biedermeierfestival, das gerade zu Ende gegangen ist und von dem viele Besucher jetzt dummerweise über die einzige Normalspurstrecke der Appenzeller Bahnen abreisen wollen.
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Aber als die Bahn ankommt, denke ich, die Appenzeller Bahnen hätten mitgedacht und ganze vier Panoramawägen eingereiht.
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Als ich schon in einem solchen sitze, ruft ein älterer Mitarbeiter unverständliche kehlige Laute in den Wagen, die wohl bedeuten, dass wir nach vorne sollen, da die Panoramawägen abgehängt würden. Ärgerlicher ist dann noch, dass die Wägen dranbleiben und ich nach Abfahrt feststelle, dass einige Leute sitzengeblieben sind? Warum bin ich dann vorne im vollen Triebwagen?
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Immerhin kann man die Fenster öffnen und ich finde ein freies im Mehrzweckabteil.
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Hier haben wir schon wieder fast Bodenseeniveau erreicht.
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Am letzten Halt vor Rorschach werden dann doch noch die Panoramawägen geräumt und wir rangieren sie noch vor dem Bahnhof in die Wagenhalle. Die ganze Aktion ist zwar betrieblich sicher sehr interessant, aber bei meiner Umsteigezeit von nur 2 min hätte ich gerne darauf verzichtet. Während wir da also gemütlich im Bahnhofsvorfeld rumrangieren, sehe ich außer diesem neuen Flirt (?) für Norwegen meinen Anschlusszug nach Romanshorn einfahren. Platzt so kurz vor Schluss also der erste Anschluss dieses langen Reisetages?
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Nein, die Bergbahn muss recht viel Puffer im Fahrplan haben und die S-Bahn hat einen kurzen Moment gewartet. Trotzdem verstehe ich das Vorgehen der Bergbahn nicht. Es ist bekannt, dass viele Fahrgäste drohen und man sperrt die Wägen wegen der letzten Station. Wäre es nicht möglich gewesen, die Wägen erst nach der Ankunft in Rorschach abzustellen? Sicher hätte ich auch noch eine halbe Stunde später fahren können, aber beim letzten RE nach Karlsruhe wollte ich selbst in der Schweiz keine zwei Umstiege mit 3 und 5 min in Romanshorn und Kreuzlingen riskieren.
So habe ich bei der Fahrt entlang des Bodensees nur einen Umstieg auf den RE nach Konstanz in Romanshorn, wo Bahn und Schiff hervorragend verknüpft sind. Es gibt schlechtere Bahnhöfe, um 20 min Umsteigezeit totzuschlagen.
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Bis ich vorne am See bin, hat die Fähre nach Friedrichshafen den Bahnhof verlassen.
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In Konstanz habe ich damit fast 50 min, um mir noch was zum Abendessen zu besorgen und mich etwas hinter dem Bahnhof an den See zu setzen. Beim Rückweg zum Bahnhof ist mein RE schon am Hausbahnsteig.
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Bei der Fahrt über den Seerhein gibt es im Sonnenuntergang noch einen letzten atemberaubenden Blick auf den Säntis.
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Da es schon relativ bald nach Singen dunkel wird, versuche ich, so viel wie möglich der drei Stunden Restfahrzeit zu verschlafen.
Damit konnte ich tatsächlich meinen ambitionierten Plan für heute komplett umsetzen: Alle Bahnstrecken im Appenzeller Land sind abgefahren. Dabei wurden insgesamt 17 Züge von DB Regio, Thurbo, den Appenzeller Bahnen und SBB Fernverkehr benutzt. Alle Anschlüsse haben funktioniert, nur die DB Regio versaut die Bilanz noch ein wenig, als wir in Immendingen einen verspäteten Donautal-RE vor uns bekommen, der uns bis Villingen ausbremst. Die 10 min Verspätung in Karlsruhe machen bei ziemlich genau 18 Stunden Reisedauer dann aber auch nichts mehr aus und da mein Fahrrad am Bahnhof steht, muss ich mir keine Sorgen um irgendwelche Anschlüsse machen.
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