Der STERN berichtet über die Pläne ITALOs (Allgemeines Forum)
Hey.
Eine STERN-Reporterin traf den Italo-Chef und berichtet in der heute erschienenen Ausgabe. Der Mann heißt Luca de Montezemolo und ist mglw Formel 1-Fans bekannt. Er habe Ferrari zu einem der profitabelsten Autohersteller gemacht, Fiat gerettet, leitete die Edelschuhmarke Tod's und den Getränke-Hersteller Cinzano.
Fahren will er ab 2028 stündlich München - Frankfurt - Köln - Dortmund und halbstündigen München - Nürnberg - Leipzig(!) - Berlin - Hamburg. Wegen möglicher Verspätungen mache er sich wenig Sorgen: einige Strecken seien bis zum Start saniert und generell zählten die genutzten Strecken zu den besseren. Die Züge seien neu und es gebe eine Eins-A-Wartung durch Siemens.
3,6 Milliarden sollen die Züge kosten, außerdem kostet die Schienenmaut 250 Mio Euro im Jahr. Kann man sich leisten: hinter dem Unternehmen stünden die Reederei MSC und ein US-Fonds, der zu Blackrock - Hallo Herr Merz - gehöre; Montezemolo selbst sei nur mit unter einem Prozent beteiligt.
Von der Bundesregierung gebe es reichlich Zuspruch. Gerade habe er Wirtschaftsministerin Reiche getroffen. Und auch bei der EU gingen für ihn die Türen auf; Italo sei ein Vorzeigebeispiel.
Interessant, dass nur Platz für 450 Reisende in 3 Klassen sein soll. Der Zugname sei noch geheim. 30.000€ pro Mitarbeiter wolle man investieren, um Servicepersonal zu schulen; es gibt eine eigene Akademie. Essenziell sei guter Service - in der günstigen Smart-Klasse gebe es aber nur Automaten für Getränke und Knabberzeug.
In Italien habe es 5 Jahre bis zum ersten Fahrscheinverkauf gebraucht; auch da habe man den Untergang des Abendlandes beschworen und es habe reichlich Widerstand gegeben.
Schlußendlich habe Italo dem ex-Minopolisten Trenitalia aber gar keine Fahrgäste weggenommen - der Markt sei um 120% gewachsen. Die Ticketpreise seien um 40% gesunken. Trenitalia habe, um mitzuhalten, massiv investiert in mehr Bordpersonal, mehr Sparpreise, höhere Frequenz, besseres WLAN. Hierzulande sollen alle Züge mit Starlink ausgestattet sein.
Italo und Trenitalia böten heute zwischen Rom und Mailand zusammen 90 Verbindungen an. Beide Anbieter seien profitabel.
Die Redakteurin fuhr mit Cheffe von Rom nach Mailand mit und berichtet entzückt, dass die Spalte "ritardo" - Verspätung in Roma Termini nur bei einem Zug was anzeige; läppische 5 Minuten. Und in Mailand sei man 5 Minuten vor Plan angekommen.
Ich persönlich fand einiges im Bericht ganz interessant; ich weiß gar nicht, ob wir das alles hier schon mal detaillierter durchgekaut haben. Für etwaige Redundanz bitte ich um Entschuldigung.
Möge Italo sich durchsetzen - es kann dem Bahnverkehr in Deutschland nur gut tun!!!
Schöne Grüße von jörg
der, um Gerüchten vorzubeugen, das Blatt NICHT wegen des auf dem Titel beworbenen Artikels über die neue Abnehmpille gekauft hat ... ;-)
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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)