Äh, Bedingung war "nächste Woche" ... (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 04.08.2026, 11:47 (vor 3 Stunden, 10 Minuten) @ плацкарт
bearbeitet von Der Blaschke, Dienstag, 04.08.2026, 11:50

Hey.

Klingt als würdest du im Zug wohnen.

So in etwa ... ;-)

Auf dem Zug und in Bahnhöfen fühle ich mich zuhause.

1985 bis 1997 fuhr ich im Sommer mit dem Tramper-Monats-Ticket durch Deutschland. Meist mehrere Tage am Stück. Nachts gab es reichlich D-Züge zum Schlafen. In Hotels/Jugendherbergen etc war ich nie - betrachte das als sinnentleert, für schlafen Geld bezahlen zu müssen.

Einmal war ich Rekordinhaber für die meisten gefahrenen Kilometer innerhalb eines Monats (42.517 km).

Später waren so typische Touren: Nachtzug/Autozug - am Ziel ein paar Std abhängen - Nachtzug/Autozug zurück.

Mit dem SWT war ich mit nem Kumpel ständig unterwegs.

Und seit nunmehr 16 Jahren mache ich Fahrgastbefragungen in wechselnder Intensität, mal fast Vollzeit, mal als Drittjob am Wochenende. Der schönste Job, den es gibt. Ich liebe die kurze Unterhaltung mit den Kunden. Ich freue mich, wenn ich ihnen weiterhelfen kann oder ihnen ein positives Stück Eisenbahn vermitteln kann. Es ist toll, manchmal mit Eisebahnern zu plaudern. Und das schönste ist eine gewisse Freiheit: verschiedene Projekte, verschiedene EVU, unterschiedliche Gegenden. Deswegen bin ich auch nie bei einem EVU angefangen - fühlt sich beengt an und ginge sicher nicht lange gut. Ich bin gern sehr freigeistig und ungebunden und ungern in Hierarchien und Strukturen eingebunden.

Bei Zählerkollegen, die mich kennen, bin ich oft verhasst, weil ich auch weiteste Anreisen ohne Sonderkostenforderungen auf mich nehme und so nach deren Meinung die 'Tarife' zerstöre oder Ihnen die Tour wegnehme, weil ich 'günstiger bin'. Bei anderen gelte ich als bekloppt. Hier vor Ort bin ich aber mittlerweile einer der Alteingesessensten - viele machen das ja nur als Episode im Leben oder erst als Rentner. Wenn die EVU mir jede Hilfe, jeden Hinweis und jede Unterstützung für die Reisenden (was mir offiziell alles verboten ist, was mich aber nicht schert) zahlen müßten, dann wäre ich Millionär und die Bahn pleite. Aber die vielen freundlichen Reaktionen bestätigen mich in meinem Tun.

Ja, ich liebe die Eisenbahn. Sie enttäuscht mich mit ihrem Chaos pausenlos. Aber ich bleibe ihr treu. Ja, eine Art Heimat.

Eine Wohnung ist für mich nur wie ein Heimathafen für ein Schiff. Hin und wieder KURZ reingucken zur Erholung und Restauration - und dann wieder raus ins Leben. Deswegen reicht mir auch ein Zimmer zum Leben.

Oder war das J-C?

Der auch. Aber nicht so extrem. Der will ja noch Chef werden. Das kostet Zeit für Lernen und Studieren und Netzwerken und den ganzen Klimbim. Weltfremd schönreden kann er aber schon gut. Ich bin da bzgl der Karriere ganz optimistisch!


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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