Spielt doch keine Rolle. (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 24.07.2026, 12:46 (vor 2 Tagen) @ J-C
bearbeitet von Der Blaschke, Freitag, 24.07.2026, 12:48

Hallo.

Laut BILD ist man empört, als er verkündet habe, es sei für die Modernisierung der Infrastruktur kein Geld mehr da. Wo man ihn doch erst großzügig bedacht habe.

Es ist aber egal, wer Verkehrsminister ist. Entweder nimmt man seine Verantwortung als Eigentümer endlich ernst, zieht die Daumenschrauben an und läßt sich von der DB nicht auf der Nase herumtanzen. Oder man entläßt den Konzern vollständig in die Freiheit.

Bislang hat die neue Führung ja auch versagt. Die Generalsanierungen wurden samt und sonders in den Sand gesetzt. Dr. Nagl ist, nachdem er DB Fern ruiniert hat, nun auch der Totengräber von DB InfraGo. Frau Palla ist damit beschäftigt, alle Damenkonkurrenz zu eliminieren.

Nun zeigen alle Erfahrungen weltweit, dass es stets schlecht ist, wenn ein Staat meint, Wirtschaft zu können. Hierzulande bewies es die DDR eindrucksvoll. Und die Staatsbahnen bewiesen es ebenso. Es war nicht soooo toll bei der Bundesbahn. Völlig pleite, 1990 völlig ausgezehrt und nur durch den plötzlichen 'Überschuß' der Reichsbahn gerettet. Und trotz oder wegen der Pleite wurde jahrzehntelang zu wenig investiert und viel zu wenig gebaut.

Wichtigste Voraussetzung: der Staat muss raus aus der Eisenbahn! Alle EVU können in die Freiheit entlassen werden. Es braucht keinen staatlichen Spediteur für Menschen und für Waren. Das können Private effektiver. Bleibt das Netz. Auch das muss der ALLEINIGEN staatlichen Kontrolle und Besitzes entzogen werden. Sinnvoll ist es, die, die drauf herumfahren, zu Mitgesellschaftern zu machen. Die EVU wissen am besten, wo sinnvoll investiert werden muss. Und im Wettstreit zwischen Konkurrenz und Gemeinwohl findet sich bei Baustellen- und Fahrplankoordination der bestmögliche Kompromiss. Par ordre du mufti à la Nagl führt den Laden ja ins Verderben, wie eindrucksvoll tagtäglich bewiesen wird.

Ohne eine grundlegende "Bahnreform 22" wird das alles in völligem Dilettantismus und dem Untergang enden. Dauert nur seine Zeit - die DDR, von Anfang an dem Untergang geweiht, schleppte sich 40 Jahre durch's Elend.

Es ist allerdings offenkundig, dass der Mensch nicht lernen will. Statt Freiheit sehnsüchtig nach dem Staat ruft und der tollen Bundesbahn wie auch der DDR hinterher trauert. Erstere war nicht mal so pünktlich, wie man heute immer glaubt (eine urban legend), und die DDR nicht kuschelig und allumsorgend. Aber selbst Bahnfuzzys wollen die Staatsbahn zurück.

Dabei muss der Einfluß der Politik endlich wirkungsvoll begrenzt werden. Dass alle paar Jahre eine neue Regierung neue Ideen umsetzt, ist völlig kontraproduktiv. Kein Unternehmen dieser Welt ersetzt CEO's ausschließlich aufgrund Vertragszeitablaufes.

Es spielt also überhaupt keine Rolle, wer Verkehrsminister wird. Schon gar nicht, wenn die Geschäftsleitung der DB dem Eigentümer auf der Nase herumtanzt, stets nur mehr Geld fordert, ansonsten aber nur durch Stümperei auffällt.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum