Sommerreise mit einem Korkenzieher ans Meer (2/5) (Reiseberichte)
Im letzten Teil bin ich mit leichten Komplikationen in die Normandie angereist: https://www.ice-treff.de/index.php?id=729217
Tag 2: (Cherbourg –) Granville – Dol-de-Bretagne – Dinan
Heute geht es von Cherbourg schon wieder weiter Richtung Bretagne. Mein Anschlusszug von Lison nach Granville kommt aus Caen in Form eines AGC.
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Die Kleinstadt Coutances besitzt eine hübsche normannische Kathedrale, die wir schon 2015 besichtigt haben, weshalb ich mir einen Aufenthalt spare. Ich hätte sie mir zwar gerne nochmal angeschaut, aber nicht bei dem hiesigen Fahrplan.
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Bei Foligny trifft die Strecke aus Lison auf die aus Paris. Ab hier geht es für die letzten Kilometer mit spürbar höherer Geschwindigkeit weiter. Kurz vor 11 Uhr ist der Sackbahnhof von Granville erreicht. Hier habe ich jetzt etwas über 2 h bis zur Weiterfahrt. Diese sollte ich allerdings keinesfalls verpassen, wenn ich nicht weitere 7 h warten möchten.
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So sieht der hübsche Bahnhof ohne meinen Zug aus, der sich zügig in die Abstellung verabschiedet hat.
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Am Vorplatz lerne ich auf einer Infotafel, dass Granville früher mal eine Industriestadt war und die Besitzer den bekannten Namen Dior trugen. Der große französische Modeschöpfer Christian Dior enstammte dieser Familie und hatte wohl keine Lust mehr auf das Geschäft mit Guano und sonstigem Dünger.
Die Altstadt liegt auf einer langen, schmalen Felsenhalbinsel, an deren Beginn das Casino liegt. Granville nennt sich selbst „Monaco du Nord“, jedoch nicht nur wegen des Kasinos und der Küste, wie ich später lernen werde.
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So sieht es Richtung Festland aus. Der dank der Ebbe wachsende Strand zieht schon erste abgehärtete Badegäste an und würde auch mein Interesse wecken, wenn ich mehr Zeit hätte. In den nächsten Tagen werde ich zum Glück noch mehr Gelegenheiten für Strandbesuche bei höheren Temperaturen und mit leichterem Gepäck haben.
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Und so sieht es Richtung Halbinselspitze aus.
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Einen kleinen Hafen mit Fischerbooten und Fährverbindungen zu den Kanalinseln gibt es auch hier.
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Hier in der Altstadt weht sogar die monegassische Flagge und ich lerne, dass es auch einen bedeutenden dynastischen Bezug zwischen Granville und den Fürsten von Monaco gibt. Als 1731 das monegassische Fürstenhaus Grimaldi mit Fürst Antoine I. im Mannesstamm ausgestorben ist, folgten ihm seine Tochter und deren Ehemann, Jacques François Léonor Goyon, ein normannischer Adliger aus der Region von Granville auf den Thron. Die Nachfahren übernahmen den Namen Grimaldi von der Mutter und verloren erst eine Generation später in der Französischen Revolution ihre normannischen Besitzungen.
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Eigentlich würde ich heute, ein Freitag und somit Werktag, gerne noch ein Mittagsmenu mitnehmen, jedoch hat der Stadtrundgang länger gedauert als gedacht. Für ein schnelles Menu sollte es aber noch reichen. Sicherheitshalber gehe ich zur Bahnhofsbrasserie zurück, von der ich besser die notwendige Zeit zum Zug einschätzen kann. Das Essen ist ok, der Thunfischspieß ist für meinen Geschmack allerdings etwas zu gut durch.
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Auch von der Stadtseite sieht der Art-Déco-Bahnhof mit Mosaikelementen hübsch aus.
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Wenig überraschend erfolgt auch meine Weiterfahrt in die Bretagne mit einem AGC. Es ist Freitagmittag und wohl auch deshalb ist der Zug sehr gut gefüllt. Eigentlich wäre das ja ein Argument für die beiden Regionen, mehr als drei Zugpaare am Tag zu bestellen.
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Im Téchnicentre werden die Régiolis für die wichtigere TER-Verbindung nach Paris gewartet.
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Nach Avranches zeigt sich plötzlich und unerwartet in Bildmitte der legendäre Mont-Saint-Michel am Horizont. Ich hätte ihn erst etwas später erwartet und ihn dadurch beinahe verpasst. Dort wo ich ihn erwartet hätte, waren dann Hügel im Weg. Der berühmten Klosterinsel verdankt die Strecke im Abschnitt Foligny – Pontorson-Mont-Saint-Michel zwei zusätzliche Zugpaare. TER Nomad bietet ein Zugpaar aus Paris zum Touristenmagnet im Watt an, das zwischen Paris und Foligny vereint mit einem Zugteil nach Granville verkehrt in Pontorson wendet und nach Granville zurückfährt, wo es eine lange Mittagspause bis zur Rückfahrt nach Paris verbringt. Für mich mal wieder typisch französisch und völlig unverständlich, dass in Pontorson gewendet wird und nicht 16 min weiter zum Bahnknotenpunkt Dol-de-Bretagne gefahren wird, wo Anschlüsse in drei Himmerlsrichtungen nach Rennes, Saint-Malô und Dinan bestünden.
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Die umständliche Besichtigung des Mont-Saint-Michels ohne Auto spare ich mir, denn – ihr ahnt es vielleicht schon – ich war 2015 schon mit der Familie dort. Stattdessen steige ich in besagtem Bahnknoten Dol aus und lasse meinen Zug nach Rennes weiterfahren. Hier bleiben mir nun fast 3 h Umsteigezeit. Ich hätte es schlimmer treffen können, als in Dol, jedoch wäre mir mehr Zeit in Granville für einen Strandbesuch oder eine frühere Ankunft in Dinan lieber gewesen.
Dol ist ein Kleinstädtchen mit hübscher Altstadt, das seinen Teil von den Touristenmassen zum Mont-Saint-Michel abkriegt. 2015 waren wir hier für unserer Besichtigung von Mont-Saint-Michel auf dem Campingplatz, der aber inzwischen verschwunden zu sein scheint.
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An die für das Städtchen etwas überdimensioniert wirkende gotische Kathedrale mit unvollendetem Nordturm kann ich mich noch gut erinnern. Gegenüber gibt es ein Museum zum Bau gotischer Kathedralen, in dem wir damals nicht drin waren. Das hole ich nun nach, bin aber am Ende nicht so begeistert davon. Alternativ hätte ich auch 2 km vom Bahnhof aus stadtauswärts einen großen Menhir anschauen können. Da waren wir aber damals und bei der knalligen Sonne 2 km über Felder latschen reizt mich nicht so besonders. In den kommenden Tagen erwarten mich mir noch mehr als genug Menhire.
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Um 16.40 Uhr bin ich zurück am Bahnhof. Die über 200 km lange Strecke von Lison nach Lamballe entlang der Kanalküste ist heute effektiv drei- oder sogar viergeteilt. Erster Abschnitt ist der normannische von Lison nach Foligny, auf dem die etwas dichter getakteten TER von Caen nach Granville fahren. Dann folgt der spärlich befahrene Abschnitt über die Grenze bis Dol.
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Von Dol fahren bretonische Schwarz-Weißwale nach Dinan mit ordentlicher Taktung im Berufsverkehr und den typisch französischen langen Taktlücken am Mittag, in die ich geraten bin.
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Kurz nach der Abfahrt ist nochmal Dol mit der Kathedrale zu sehen.
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Nicht mehr weit kann es zu meinem Tagesziel Dinan sein, als wir die Rance überqueren, in der offensichtlich gerade Ebbe herrscht. Die Bucht von Sant-Malô hat mit bis zu 12 m Differenz den stärksten Tidenhub Frankreichs, wie ich bei meinem Besuch dort 2023 eindrucksvoll beobachten konnte ( https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10841566 ), weshalb es kein Zufall ist, dass am Mündungstrichter der Rance das weltweit erste Gezeitenkraftwerk errichtet wurde.
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Tatsächlich ist wenige kurz darauf Dinan erreicht. Das Empfangsgebäude aus dem Jahr 1931 ist ziemlich spannend gestaltet. Wegen Gegenlicht am Abend hier Bilder vom nächsten Morgen mit bewölktem Himmel:
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In westlichen Seitenflügel ist ein lokales Bahnmuseum untergebracht, das ziemlich geschlossen wirkt, aber angeblich bei meiner Ankunft noch fast eine Dreiviertelstunde geöffnet gehabt hätte. Da hätte ich mich wohl im Voraus besser informieren müssen.
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Das Wandfresko in der Haupthalle zeigt, dass Dinan 1931 ein Bahnknoten war, eine längst veraltete Info. Nach Dinard ans Meer geht es heute nur noch im Bus.
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Auch ohne Bahnmuseum ist Dinan sehr sehenswert. 2015 waren wir eher kurz auf der Durchreise her, was Lust auf einen etwas längeren Aufenthalt gemacht hat. Fangen wir an mit der Burg der bretonischen Herzöge an der Stadtmauer.
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Wenn ich die Infotafeln richtig verstehe, wurde die Hauptstraße in der Altstadt noch zusätzlich mit passenden Fachwerkhäusern, die von anderswo hierhin versetzt wurden, nach der Art eines Freilichtmuseums aufgehübscht.
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Durch die Porte du Jerzual kommt man runter an die Rance zum Hafen.
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Der Weg dorthin ist so steil wie pittoresk.
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Eigentlich hatte ich mir schon oben in der Innenstadt Restaurants angeschaut, aber hier unten hat es so viel Charme, dass ich hier bleibe.
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Eigentlich finde ich es blöd, auswärts Miesmuscheln zu essen, weil man die inzwischen auch wunderbar einfach und preiswert daheim in Deutschland selbst kochen kann, aber ich hatte heute einfach Lust darauf.
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So sieht das Hafenviertel auf dem Rückweg von oben von der großen Brücke aus.
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Der bretonische ÖPNV auf Straßen sei hiermit auch noch gewürdigt. Ein wenig überrascht, noch kurz vor 22 Uhr in der bretonischen Provinz einen Überlandbus zu erwischen, bin ich schon.
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Tag 3: Dinan – Lamballe – Rennes – Quiberon – Auray
Heute will ich an die Südküste der Bretagne wechseln, wofür ich wieder relativ früh raus muss. Die spärliche Taktung der Strecke von Dinan nach Lamballe lässt mir wenig Wahl.
Rechts steht mein Baleine Richtung Saint-Brieuc, links am Hausbahnsteig der nach Dol. Mit Letzterem wäre ich gut 20 min schneller in Rennes gewesen, allerdings bevorzuge ich natürlich die unbekannte Strecke. Über Dol wäre ich auch noch später nach Rennes gekommen, allerdings fahren von Rennes nur wenige TER an die Südküste und die zahlreicher verkehrenden TGV sind mit den teuren Pflichtreservierungen für Interrailer suboptimal.
Der Bahnhofsturm lässt kaum übersehen, wo ich mich gerade befinde.
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Nach einer halben Stunde lasse ich meinen TER in Lamballe nach Saint-Brieuc weiterziehen. Da mir es in Dinan zu knapp für den Bäcker wurde, hätte ich die Viertelstunde Umsteigezeit gerne dafür genutzt, aber keinen in der Nähe gefunden. Stattdessen reicht es mir für einen schnellen Spaziergang Richtung historischen Ortskern, der auch nett aussieht. Mir war der Ortsname nur bekannt von der Madame de Lamballe, einer bedeutenden Hofdame von Königin Marie Antoinette, die ebenso wie diese in der Französischen Revolution auf der Guillotine starb. Ob diese Hochadlige vom Hof in Versailles den namensgebenden Ort aber überhaupt mal besucht hat, wage ich aber zu bezweifeln.
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Mein Anschlusszug auf der Hauptstrecke Brest-Rennes ist wieder ein Omneo, diesmal aber von Breizhgo statt Nomad.
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Die 1. Klasse hier ist im Vergleich zu der bei Nomad eher spartanisch und bietet wenig Mehrkomfort zur 2. Klasse, im Anschlusszug von Rennes nach Auray werde ich aber wegen der hohen Auslastung noch froh darüber sein.
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Nach knapp einer Stunde ist die geschäftige Hauptstadt der Bretagne Rennes erreicht.
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Kein Wasserrutschenpark, es ist ein Hauptbahnhof.
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Rennes ist auch einen Besuch wert, aber den habe ich schon 2023 absolviert. Die gut 20 min Umsteigezeit kann ich erfolgreich für den Frühstückskauf nutzen.
Offensichtlich wollen viele Bretonen das tolle Wetter für einen Samstag am Meer nutzen, der nächste Omneo Richtung Quimper ist brechend voll.
Nach einigen Kilometern in der Nachbarregion Pays de la Loire wird beim Bahnknoten Redon mit dem Grenzfluss Vilaine wieder die Grenze zur Bretagne überquert, wobei sich viele Einwohner des angrenzenden Départements Loire-Atlantique eigentlich historisch begründet als Bretonen sehen und nicht als Teil des noch relativ jungen Kunstproduktes Pays de la Loire.
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Direkt am Bahnhof von Redon liegen Kirche und eine Schule, die eher wie Schlösschen aussieht.
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Schon um 11 Uhr erreiche ich mein Tagesziel und Basis für die nächsten Tage, Auray. Raue Menschenmassen steigen von meinem TER in den nach Quiberon um.
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Dort möchte ich heute auch noch hin, aber erstmal nutze ich die Möglichkeit, schon jetzt bei meiner Gastfamilie einzuchecken und mein Gepäck loszuwerden. Bei der Gelegenheit leihe ich auch direkt mein Fahrrad für die nächsten Tage aus. Eigentlich benötige ich es erst morgen, aber morgen hat das Fahrradgeschäft Ruhetag und dann muss ich mich heute Abend nicht stressen, vor Ladenschluss nach Auray zurückzukommen.
Der Tire-Bouchon fährt seit 1985 im Sommer zur Entlastung der einzigen Straße auf die Halbinsel Quiberon, nachdem der Personenverkehr 1972 eingestellt worden war. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name „Korkenzieher“, wobei „bouchon“ im Französischen viele Bedeutungen haben kann, neben „Korken“ auch „Stau“. Vor Ort habe ich die mir neue Erklärung gelesen, der Name beziehe sich auf die gewundene Trassierung. Dafür finde ich sie aber eigentlich ziemlich geradlinig.
Von Bildern hätte ich eigentlich eine Blauwalschule erwartet, es ist dann aber doch ein Vertreter der Landplage AGC, dessen Kapazität heute sehr notwendig ist. Am Endbahnhof Quiberon verlässt die Urlaubermeute den Zug.
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Die Fahrt war rustikal wie auf manch anderen französischen Nebenstrecken mit kapitalen Schienenstößen. Eine erfreuliche Überraschung ist deshalb diese Infotafel zur anstehenden Kernsanierung im kommenden Winter, womit der Erhalt langfristig gesichert sein dürfte. Ich bin gespannt, ob der Zugverkehr danach aufs komplette Jahr ausgeweitet wird, habe aber meine berechtigten Zweifel.
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Quiberon ist ein klassischer Badeort. Mir reicht ein Rundgang zum Hafen und eine Galette, die herzhafte Schwester des Crêpe, auf dem Markt. Danach gehe ich wieder zum Bahnhof zurück.
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Obwohl es nur Saisonverkehr gibt, hat der Bahnhof ein geöffnetes Reisezentrum. Für die vielen Urlauber sicher eine nützliche Einrichtung. Neben dem Quellverkehr von Quiberon selbst gibt es zahlreiche Umsteiger zur Fähre zur vorgelagerten Insel Belle-Île-en-Mer. Im Gegensatz zu Norddeich oder Dagebüll Mole müssen die Urlauber allerdings 1 km durch den Ort zum Hafen laufen.
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In die Gegenrichtung ist am frühen Nachmittag deutlich weniger los.
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Ich vermute, dieser Aufkleber weist auf den Einsatz von Biodiesel bei den Zügen des Tire-Bouchon ein, jedoch muss ich mangels Bretonischkenntnissen raten. Wenn sich ein Kenner keltischer Sprachen hier im Forum rumtreibt, darf er gerne übersetzen. Obwohl nur eine einstellige Prozentzahl der Bevölkerung um Auray bretonisch spricht, sind hier viele zweisprachige Schilder und Ähnliches zu finden.
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Schon einen Halt später in Saint-Pierre-Quiberon verlasse ich den Zug schon wieder.
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Die Gleise hier schreien förmlich nach der kommenden Sanierung. Viel vom Schienenkopf ist nicht mehr übrig. Erstaunlich, dass da noch bis zu 10 Zugpaare pro Tag drüberfahren.
Auch hier sind die Rasenflächen wieder erschreckend trocken.
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Hier wird es Zeit für einen Schnitt. Im nächten Teil erwarten euch dann eine wilde Küste, Bilder vom Tire-Bouchon und viiiiiiele alte Steine.
Übersetzter Aufkleber
Mein Bretonisch ist zwar genauso mangelhaft, wie Deins. Aber ich hab mal den Gockel damit gefüttert. Der spuckt folgendes aus dazu:
TREN DAOU NERZHWortwörtlich: Zwei-Kräfte-Zug (sinngemäß: Zug mit zwei Antriebsarten / Hybridzug)Diesel / TredanWortwörtlich: Diesel / Strom (Elektrizität)Evit beajiñ propoc'hWortwörtlich: Um sauberer zu reisenO teurel evezh ouzh an naturWortwörtlich: Achtgebend auf die Natur (sinngemäß: unter Berücksichtigung der Natur)bbi (Logo in der Mitte)Steht für Bimode-Bicourant (Zweikraft-Zweisystemtriebzug der französischen Bahn).agenda 21 (Logo unten rechts)Das globale Aktionsprogramm für nachhaltige Entwicklung.
Du hattest also irgendwie doch schon Recht mit Deiner Vermutung :)
Den hypermodernen Bahnhof von Rennes und die wunderschöne Stadt durfte ich bereits 2023 bewundern. Deine Bilder machen Lust, mal wieder die buckelige Verwandschaft in dem Zipfel uu besuchen. Allerdings muss ich dann noch weiter nach Brest und von dort mit dem Auto noch mal 30-40min fahren, um in das Kuhkaff zu kommen, wo sich die Verwandschaft ein Häuschen gebaut hat.
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