Trinkgeld im Ruftaxi (Allgemeines Forum)

плацкарт, Dienstag, 21.07.2026, 09:47 (vor 3 Tagen)

Moin, bisher ist es in Deutschland so, dass Trinkgeld im ÖPNV keine Rolle spielt. Mit dem Einsatz von Taxis als Bestellerkehr stellt sich bei mir das Gefühl ein, dass eventuell Trinkgelder erwartet werden könnten. Der ruftaxifahrende Taxifahrer ist Trinkgeld mindestens als Aufrundung von Taxikunden gewohnt. Wie es bei den Dialysefahrten aussieht, weiß ich nicht, kann mir hier eine Trinkgeldkultur vorstellen.

Also Frage ans Forum: Entwickelt sich eine Trinkgeldkultur als Standard im als Taxis betriebenen ÖPNV?

Trinkgeld im Ruftaxi

VT 609, Dienstag, 21.07.2026, 10:29 (vor 3 Tagen) @ плацкарт

Bestellerkehr

Was soll das sein?

Trinkgeld im Ruftaxi

ÖPNV-Freak, Dienstag, 21.07.2026, 10:46 (vor 3 Tagen) @ VT 609

Vermutlich ist Bestellverkehr, sprich Rufbus/Ruftaxi damit gemeint.

Verschiedene Bezeichnungen

плацкарт, Dienstag, 21.07.2026, 11:12 (vor 3 Tagen) @ ÖPNV-Freak

Mal heißt es Rufbus, mal Ruftaxi, mal AST.

Verschiedene Bezeichnungen

JanZ, HB, Dienstag, 21.07.2026, 11:20 (vor 3 Tagen) @ плацкарт

Das ist allerdings auch nicht alles dasselbe. Es gibt verschiedene Bedienungsformen: Das eine Extrem ist fester Linienweg, fester Fahrplan und feste Haltestellen, also wie ein Bus, nur dass mit einem Taxi und nur nach Voranmeldung gefahren wird. Da gelten dann in der Regel alle Fahrkarten, die auch im Bus gelten, ohne zusätzlichen Zuschlag. Bezeichnungen sind zum Beispiel Taxibus, Rufbus oder Anruf-Linien-Taxi.
Das andere Extrem ist, dass nur die Abfahrtshaltestellen und die Abfahrtszeit dort fix sind und in einem festgelegten Gebiet überall ausgestiegen werden kann. Das kostet dann meist einen Zuschlag, manchmal sind reguläre ÖPNV-Tickets auch gar nicht gültig. Die Bezeichnung ist oft Anruf-Sammel-Taxi (in Aschaffenburg haben sie es unter Beibehaltung der Abkürzung Anruf-Sammel-Transport genannt, weil es nicht immer mit Taxis gefahren wird).

Und zumindest wenn ich nichts extra bezahlen musste, habe ich auch kein Trinkgeld gegeben. Bei AST-Fahrten weiß ich es jetzt gerade nicht mehr. Auch nicht, was andere Fahrgäste gemacht haben.

Eher nicht, denke ich.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 21.07.2026, 11:20 (vor 3 Tagen) @ плацкарт

Hey.

Also Frage ans Forum: Entwickelt sich eine Trinkgeldkultur als Standard im als Taxis betriebenen ÖPNV?

Meinung: eher nicht. Grund: ich muss im Normalfall ja nicht bezahlen, sondern habe ein Ticket. Und wenn ich bezahle, dann vor Fahrtbeginn und nicht am Ende. Da ist das Aufrunden und Trinkgeld vmtl eher unüblich.

Andererseits: eine Trinkgeldkultur wäre ja auch nichts schlimmes. Ist ja freiwillig. Warum also nicht?

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Verschiedene Bezeichnungen

Reservierungszettel, KDU, Dienstag, 21.07.2026, 11:56 (vor 3 Tagen) @ плацкарт

Mal heißt es Rufbus, mal Ruftaxi, mal AST.

In Düsseldorf gibts auch Flexxy und in Essen Bussi. Persönlich würde ich aber nicht auf die Idee kommen dem Fahrer Trinkgeld zu geben. Sonst sollte man das bei regulären Bussen und Bahnen auch machen.

Eher nicht, denke ich.

Reservierungszettel, KDU, Dienstag, 21.07.2026, 11:58 (vor 3 Tagen) @ Der Blaschke

Hey.

Also Frage ans Forum: Entwickelt sich eine Trinkgeldkultur als Standard im als Taxis betriebenen ÖPNV?


Meinung: eher nicht. Grund: ich muss im Normalfall ja nicht bezahlen, sondern habe ein Ticket. Und wenn ich bezahle, dann vor Fahrtbeginn und nicht am Ende. Da ist das Aufrunden und Trinkgeld vmtl eher unüblich.

Andererseits: eine Trinkgeldkultur wäre ja auch nichts schlimmes. Ist ja freiwillig. Warum also nicht?

Schöne Grüße von jörg

Was mir sinnvoller erscheint und ich gelegentlich mache - wenn ich mit einem Fahrer sehr zufrieden bin, ihm über die Seite des Unternehmens ein Lob aussprechen.

Verschiedene Bezeichnungen

bahnfahrerofr., Dienstag, 21.07.2026, 12:09 (vor 3 Tagen) @ JanZ

Das ist allerdings auch nicht alles dasselbe. Es gibt verschiedene Bedienungsformen: Das eine Extrem ist fester Linienweg, fester Fahrplan und feste Haltestellen, also wie ein Bus, nur dass mit einem Taxi und nur nach Voranmeldung gefahren wird. Da gelten dann in der Regel alle Fahrkarten, die auch im Bus gelten, ohne zusätzlichen Zuschlag. Bezeichnungen sind zum Beispiel Taxibus, Rufbus oder Anruf-Linien-Taxi.

Meiner Meinung nach werden diese Bezeichnungen auch wild durcheinander verwendet. Ohne dass in vielen Fällen Rückschlüsse auf die Form der Bedienung möglich sein

Trinkgeld im Ruftaxi

VT642, Dienstag, 21.07.2026, 13:34 (vor 3 Tagen) @ плацкарт
bearbeitet von VT642, Dienstag, 21.07.2026, 13:36

Ich sehe nicht, dass Taxen das neue Mittel der Wahl im ÖPNV sind, sondern vielmehr On-Demand-Verkehre wie beispielsweise Callheinz in Franken oder diverse Produkte im Rhein-Main-Verkehrsverbund. Diesen Angeboten ist gemein, dass keine Taxen, sondern eigene Fahrzeuge in jeweiligen Markenauftritt zum Einsatz kommen. Ich habe schon häufig On-Demand-Verkehre genutzt und bei keiner Fahrt erlebte ich, dass vonseiten des Fahrpersonals auch nur indirekt die Erwartung von Trinkgeld kommuniziert wurde.

Ich bin im Übrigen sehr überzeugt von On-Demand-Verkehren im ländlichen Raum - persönlich bin ich häufig in Bediengebieten von Callheinz unterwegs, wo es seit dessen Einführung ein deutlich flexibleres Fahrtenangebot mit Querverbindungen gibt, die zuvor nicht angeboten wurden und z.T. mit deutlichen Umwegen über das nächste Unterzentrum und der Ungewissheit, dort den Anschluss zu erreichen, verbunden waren. Durch den On-Demand-Verkehr spare ich so rund 1 Stunde Fahrzeit pro Strecke. Ein Taktverkehr wäre angesichts der dünnen Besiedlungsstruktur nicht sinnvoll darstellbar, da er entweder ewig unterwegs wäre, würde er jeden Weiler bedienen, oder, würde er nur die Hauptstrecken befahren, schwach ausgelastet wäre, da für viele Nutzer abseits dieser Strecken unattraktiv.

Auch das Trinkgeldgeben im Taxi sehe ich in Zeiten digitaler Bestell- und Bezahlvorgänge als Auslaufmodell. Bei Uber und Bolt erfolgt die Bezahlung digital - man kann zwar Trinkgeld über die App geben, aber ich bezweifle, dass das von der Mehrheit der Fahrgäste getan wird. Früher oder später wird auch im Taxi die bargeldlose Zahlung und der Einsatz von Apps Einzug halten, ggf. dann mit Übertragung des Fahrpreises aus dem Taxameter in die App und anschließender Abbuchung z.B. über Kreditkarte oder Lastschrift. Es ist ja auch ein Sicherheitsaspekt, wenn kein Bargeld mehr im Fahrzeug vorhanden ist und erfahrungsgemäß wird bei bargeldloser Zahlung eher weniger Trinkgeld gegeben.

Trinkgeld im Ruftaxi

плацкарт, Dienstag, 21.07.2026, 14:25 (vor 3 Tagen) @ VT642

Ich meinte explizit den Einsatz von Taxis (PKW), die normalerweise als Taxi unterwegs sind, als Ruftaxis und ähnliche On-Demand-Verkehre. Häufig genug saß ich im 5er-PKW mit 4 Passagierplätzen allein oder mit anderen Fahrgästen. Vor allem wenn ich vorn oder allein drin sitze, stellt sich ein Taxigefühl ein. Und bei Taxi muss ich wie bei Friseur oder Restaurant an Trinkgeld denken.

Trinkgeld im Ruftaxi

bahnfahrerofr., Dienstag, 21.07.2026, 14:57 (vor 3 Tagen) @ VT642

es ist ja auch ein Sicherheitsaspekt, wenn kein Bargeld mehr im Fahrzeug vorhanden ist und erfahrungsgemäß wird bei bargeldloser Zahlung eher weniger Trinkgeld gegeben.

Aktuell meine ich, dass in den Taxitarifen eine Bargeldannahme überwiegend vorgegeben sein dürfte. Meiner Meinung nach gibt es gerade beim Taxi auch einige Gründe, die dafür sprechen dies zu belassen

Anders herum habe ich den Eindruck dass manche Taxler auch gar kein so großes Interesse daran haben, dass Barzahlungen weniger werden... Naja.

Für mich ist das klassische Taxi aber irgendwie auch so ein Bereich, den ich mit Trinkgeld verbinde, auch wenn ich bisher noch nie danach gefragt wurde wie mittlerweile in der Gastronomie häufig üblich.

Trinkgeld im Ruftaxi

totga, Dienstag, 21.07.2026, 22:41 (vor 3 Tagen) @ VT642

Bei Uber und Bolt erfolgt die Bezahlung digital - man kann zwar Trinkgeld über die App geben, aber ich bezweifle, dass das von der Mehrheit der Fahrgäste getan wird. Früher oder später wird auch im Taxi die bargeldlose Zahlung und der Einsatz von Apps Einzug halten, ggf. dann mit Übertragung des Fahrpreises aus dem Taxameter in die App und anschließender Abbuchung z.B. über Kreditkarte oder Lastschrift.

Genauso läuft es doch heute schon, bei FreeNow und auch der Taxifunktion von Uber und Bolt.
Man bestellt per App, der Fahrer kommt, macht das Taxameter an und gibt am Ende den Preis, das dieses anzeigt, in seine App ein und dann erfolgt die automatische Abbuchung per Kreditkarte, Paypal, Apple Pay oder Google Pay.
Trinkgeld kann man auch je nach Anbieter vorher oder nachher per App geben.

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