Sommerreise einem bretonischen Korkenzieher ans Meer (1/5) (Reiseberichte)

Bahne aus Leidenschaft, Montag, 20.07.2026, 20:04 (vor 4 Tagen)

Gegen Ende meiner großen Freundschaftspasstour durch Frankreich und Nordspanien war ich auch in Vannes am Golfe du Morbihan an der Südküste der Bretagne: https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10844396 . Eigentlich wollte ich mir damals die berühmten prähistorischen Stätten von Carnac anschauen, musste aber feststellen, dass das im Oktober von Vannes aus suboptimal funktioniert hätte. Auf Anraten meines Gastgebers habe ich stattdessen eine sehr ansprechende Bootsfahrt auf dem Golf unternommen und Carnac auf eine zukünftige Reise geschoben. Diese Zukunft ist jetzt.
Ebenfalls seit der Reise 2023 war ich mit der Bahn schon in jeder französischen Festlandregion außer der Normandie. Mit Blick auf die Karte liegt es nahe, beide Anliegen – Carnac und die Normandie – in einem Reise zu erledigen. Anfang Juli ging es deshalb für mich sechs Tage lang mit einem Umweg durch die Normandie in die südliche Bretagne und dann auf dem direkten Weg zurück.

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Tag 1: Karlsruhe – Paris – Rouen – Caen – Cherbourg
Heute geht es mit dem TGV nach Paris und dann mit einem kleinen Umweg über Rouen bis an die äußerste Spitze der Normandie in Cherbourg. Beinahe wäre mir direkt zu Beginn ein übles Missgeschick passiert.
Da die gewünschten TGV und ICE schon recht teuer waren, schlug ich im Frühjahr bei der Rabattaktion von Interrail zu. Da Abschnitt von Karlsruhe nach Straßburg des Früh-ICE nach Paris nicht buchbar war, habe ich bei einem Sparpreis nach Offenburg für nur 5,24 € zugeschlagen. Dummerweise muss ich deshalb schon kurz vor 6 Uhr, also 1,5 Stunden früher als mit dem direkten Paris-ICE, los.
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Zu meiner leichten Überraschung erwartet mich dort meine erste Fahrt im elektrischen Regionalverkehr nach Straßburg. Endlich möchte man sagen, nach 1,5 Jahren Verspätung.
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Da ich der Meinung bin, noch mehr als genug Zeit zu haben, investiere ich 1,90 € in ein zusätzliches Ticket und fahre von Kehl aus mit der Tram rüber, was ich schon länger mal tun wollte.
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Ein ungewohnter Blick auf die Bahnbrücke, auf der ich normalerweise über den Rhein fahre.
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Ich hatte mir den Stuttgarter ICE als Verbindung in der DB abgespeichert und denke deshalb, noch gut eine Stunde bis zur Abfahrt zu haben. Mehr als genug Zeit, um am Bahnhofsvorplatz beim Bäcker Frühstück zu kaufen und in der Lounge einen Tee zu trinken. Als ich gerade bei der Haltestelle Grande Rue/Langgass für einen kleinen Spaziergang zum Münster ausgestiegen bin, kommen mir allerdings leise Zweifel an dieser Tatsache. Ein Blick auf die Sitzplatzreservierung bestätigt diesen Verdacht. Wenn ich schon früher losmuss, habe ich den Freiburg-TGV um 7.49 Uhr gebucht, was in unter 20 Minuten ist. Also nichts wie zurück zur Tramstation. Dank der dichten Taktung im Berufsverkehr reicht es gerade noch so für einen nervösen Besuch beim Bäcker. Ein Glück ist mir das in dem Moment noch eingefallen und nicht erst eine Stunde später beim Versuch in den falschen Zug zu kommen.
Als ich an den Bahnsteig komme, ist der Zug schon da. Knapp war es, aber nicht zu knapp. Nac unter 2 Stunden Fahrt, in denen ich versuche, ein wenig Schlaf nachzuholen, bin ich schon kurz nach 9.30 Uhr in Paris Est. Als angenehmer Nebeneffekt des Umwegs durch die Normandie muss ich nicht ans andere Ende der Stadt zur Gare Montparnasse, sondern zur nur 2,5 km entfernten Gare Saint-Lazare, was ich an diesem milden Sommermorgen zu Fuß angehe. Dabei fällt mir wieder positiv auf, wie fahrradfreundlich die Innenstadt in den letzten Jahren umgestaltet wurde. Man beachte nur, welcher Anteil der Straße den Radlern zur Verfügung steht, während in unserer Hauptstadt wieder Radspuren entfernt werden. Und das Angebot wird sichtbar von jeder Bevölkerungsschicht angenommen.
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Schon fast an meinem Ziel liegt dieses interessante Kaufhaus. Laut Internetrecherche ist seine gläserne Jugendstilkuppel besonders sehenswert, jedoch bleibt mir dafür leider keine Zeit.
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In der Gare Saint-Lazare stellt sich heraus, dass keine Eile notwendig gewesen wäre. Von Paris nach Rouen fahren planmäßig zwei Züge pro Stunde: ein schneller TER Nomad ohne Zwischenhalt und ein langsamerer mit Zwischenhalten. Ich würde gerne den langsameren nehmen, da dieser im Gegensatz zu allen anderen Verbindungen Paris-Normandie nicht reservierungspflichtig ist. Noch im TGV musste ich vorhin allerdings feststellen, dass auf der Strecke wegen Unwetterschäden das blanke Chaos mit Ausfällen und Verspätungen herrscht. Mein Wunsch-TER soll wegen verspäteter Bereitstellung mit 10 min Verspätung abfahren, was mir die notwendige Zeit für den Bahnhofswechsel mit eigener Kraft gab.
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Im Bahnhof erwartet mich aber erst die typisch französische Menschentraube, die vor der Anzeigetafel auf die Bekanntgabe des Gleises wartet. Bis dann irgendwann das Gleis bekannt gegeben wird, auf dem ich schon längst einen passenden Nomad-Omneo verortet habe, ist die prognostizierte Abfahrtszeit schon längst verstrichen. Mit gut 20 min Verspätung geht es dann irgendwann los und über eine erste Seinebrücke.
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Zwischen Paris und Mantes-la-Jolie sollen vor einigen Tagen bei einem Unwetter zehn Bäume auf die Strecke gefallen sein, weshalb die Strecke noch etwa eine Woche gesperrt bleiben soll. Der Ort der Schäden ist aber Glück im Unglück ist, da es nach Mantes eine Alternativstrecke rechts der Seine über Argenteuil gibt, die zwar nicht mal einen Kilometer länger ist, wegen Überlastung der Umleitungsstrecke aber zu einer fürchterlichen Schleichfahrt ausartet und uns gut eine Dreiviertelstunde Verspätung einbrockt.
Hier fahren wir irgendwo auf den Höhen des rechten Seineufers mit Blick Richtung Seine und der eigentlichen Strecke.
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Auch wenn es gerne weniger Verspätung hätte werden dürfen, bin ich nicht unglücklich über die Umleitung, da ich damit eine etwas exotischere Strecke sammeln konnte. Die Hauptstrecke links der Seine hätte mir zwar auch noch gefehlt, aber die wird dann eben beim nächsten Normandiebesuch befahren.
Bei Mantes-la-Jolie trifft die Umleitungsstrecke kurz nach der Seinebrücke wieder auf den Regelweg.
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Wegen des relativ hohen TGV-Anteils auf meiner Reiseroute habe ich in einen Interrailpass 1. Klasse investiert, was sich jetzt auszahlt. Wegen dem verringerten Zugangebot ist die 2. Klasse nämlich brechend voll, während es in der 1. Klasse noch recht angenehm ist.
Fahrgastinfo im Störungsfall ist keine Stärke der SNCF. Die ursprünglich mal prognostizierte, aber längst überholte Verspätung von 10 min wird in der App trotz mehreren Zwischenhalten eisern bis Rouen angezeigt. Irgendwann kurz vor Rouen kommt dann zumindest mal eine Durchsage.
Direkt nach einem Tunnel ist der Endbahnhof Rouen Rive-Droite endlich erreicht.
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Die Verspätung ist für meine weitere Reisekette unproblematisch, allerdings muss ich mich jetzt zwischen Mittagessen und Stadtrundgang entscheiden. Das Wetter – kühl und leichter Nieselregen, wie man es in der Normandie erwartet –, mein Magen und die Tatsache, dass heute ein Werktag ist und somit viele Restaurants Mittagsmenus anbieten, lassen mich klar für erstere Option entscheiden. Im Vergleich zu den über 40 °C in der Vorwoche will ich mich über den angenehmen Nieselregen aber nicht beschweren. Mit den Temperaturen hatte ich Riesenglück, genau die Temperaturdelle zwischen zwei Hitzewellen mit > 35 °C zu erwischen.
Unweit des Bahnhofs auf dem Weg zum Restaurant liegt der mittelalterliche Donjon, in dem die französische Nationalheldin Jeanne d’Arc, die Jungfrau von Orléans, vor ihrer Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen durch die Engländer eingekerkert war.
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Schon unterwegs hatte ich ein kleines Restaurant in Bahnhofsnähe rausgesucht. Als Hauptgang nehme ich Fisch.
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Vor die Wahl zwischen Nachtisch und doch noch einer schnellen Runde zur Kathedrale gestellt, optiere ich für ein Erdbeer-Biskuit-Törtchen. In Rouen und vielen anderen Orten der Normandie war ich immerhin schon vor über 11 Jahren im Urlaub mit der Familie und hatte da mehr Zeit für einen ausführlichen Stadtrundgang.
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Nach dem Nachtisch geht es deshalb mit nur kleinem Umweg zurück zum hübschen Art-Déco-Bahnhof.
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Im Vergleich zu den drei Hauptmagistralen von Paris in die Normandie nach Le Havre über Rouen, nach Cherbourg über Caen und mit Abstrichen die nach Granville ist die Querverbindung zwischen den beiden größten Städten der Region, Rouen und Caen, nur zweitrangig. Sie ist nicht durchgehend elektrifiziert und es fährt etwa alle zwei Stunden ein AGC, leider wie alle AGC, die ich in der Normandie und Bretagne hatte ohne 1. Klasse. Für die französische Provinz trotzdem noch ein sehr brauchbares Angebot. Ich hätte also wohl auch noch die Stadt erkunden können und zwei Stunden später fahren, wenn ich Lust dazu gehabt hätte.
Bei der Fahrt über die Seine komme ich immerhin noch zu meinem Blick auf die Kathedrale. Das ist sogar die letzte Bahnbrücke über den Fluss vor der Mündung in den Ärmelkanal. Flussabwärts folgen wegen der Schifffahrt noch noch Straßenhochbrücken und Fähren.
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Nach Elbeuf in einer Seineschleife mit seinem auffälligen Bahnsteigdach endet die Oberleitung.
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Danach wird ein letztes Mal für heute die Seine überquert. Kreidefelsen säumen hier das Ufer.
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Bei Lisieux sind wir schon wieder auf der Hauptstrecke Paris-Cherbourg. Unübersehbar über Stadt und Bahnanlagen thront die mächtige Wallfahrtsbasilika für die hl. Therese von Lisieux. Auch hier kann ich mir wieder dank des Urlaubs 2015 eine Pause sparen.

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In Caen hätte ich jetzt eine Dreiviertelstunde Umsteigezeit. Zu kurz für einen Stadtrundgang, zumal ich auch hier 2015 mit der Familie war, zu lang zum Nichtstun an einem unscheinbaren Bahnhof. Nicht weit vom Bahnhof gibt es ein ganz nettes Ufer an der Orne, die von der Tram überquert wird.
Caen hatte bis 2017 wie Nancy das Oberleitungsspurbussystem TVR (Tramways sur pneumatiques). Während Nancy das System ab 2022 aber leider nur durch einen normalen Oberleitungsbus ersetzt hat, war Caen so mutig, den Spurbus zu einer richtigen Straßenbahn zu befördern.
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Schließlich entscheide ich mich, doch in die Stadt zu gehen und eine Stunde später weiterzufahren. Der frühe TER wäre eine sichere Option gewesen, da er erst in Caen beginnt, aber als AGC wieder keine 1. Klasse hat. Der spätere ist wieder ein Omneo aus Paris mit guter 1. Klasse, hat aber dafür das von heute Vormittag bekannte Risiko hoher Verspätung wegen der Umleitung bei Paris. Von der Orne in die Innenstadt zieht es sich zwar etwas, aber man kann dem netten alten Hafen folgen.
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Im Osten und Westen der mittelalterlichen Stadtmauer, ließ der berühmteste Herzog der Normandie Wilhelm der Eroberer, der Sieger von Hastings und damit erster Normanne auf dem englischen Thron, zwei Abteien bauen, die Herren- und die Damenabtei. Ich beginne mit der Abbay aux Dames im Osten. Passenderweise ist hier Wilhelms Ehefrau Mathilde von Flandern bestattet, während Wilhelm selbst in der Abbaye aux Hommes liegt.
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Richtung Altstadt liegt dann die Burg auf dem Weg, die eine nette Aussicht bietet. Rechts mit den beiden Türmen ist schon mein nächstes Ziel, die Abbaye aux Hommes, zu sehen.
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Auch vor der Burg treffe ich auf die Tram. Gar nicht zur regenreichen Normandie passen die in der Gluthitze der Vorwochen vertrockneten Grünflächen .
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Nach Durchquerung der für einen Donnerstagnachmittag lebhaften Altstadt erreiche ich dann besagte Herrenabtei, Abbaye aux Hommes.
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Der Bahnhof liegt kurioserweise mit der Rückseite zur Altstadt. Vorhin bei meiner Ankunft bin ich deshalb prompt erstmal kurz in die falsche Richtung gegangen. Freundlicherweise führt die Unterführung aber auch zur Rückseite hinaus. Wie viele Bahnhofsgebäude entlang der französischen Atlantikküste ist das Empfangsgebäude wegen alliierten Luftangriffen auf den Atlantikwall ein nüchterner Nachkriegsbau. Nicht weit von hier ist der legendäre Omaha Beach, wo die Landung am D-Day erfolgte.
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Der TER nach Cherbourg verlässt Caen tatsächlich exakt mit der schon seit Fahrtbeginn in Paris prognostizierten Verspätung von 30 min. Erster Zwischenhalt ist Bayeux, wo aktuell nicht der berühmte Teppich zu sehen ist. Der monumentale Teppich, den ich zum Glück schon 2015 bewundern konnte und der wie ich 2023 in Angers ( https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10841566 ) gelernt habe, rein technisch betrachtet gar kein Teppich sondern nur ein besticktes Tuch ist, ist seit Anfang Juli als Leihgabe in London ausgestellt, während das hiesige Besucherzentrum saniert wird. Trotz dieses praktischen Anlasses war die Leihgabe wegen Sorgen um mögliche Beschädigungen des fast 1000 Jahre alten Textils hochumstritten und wurde an höchster Stelle durch Präsident Macron entschieden.
Der Teppich zeigt die Eroberung Englands durch Wilhelm den Eroberer und wurde vermutlich von seinem Halbbruder Bischof Odo von Bayeux in Auftrag gegeben.
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Ungefähr ab Bayeux beginnt die Halbinsel Cotentin, die sich zuerst wie erwartet flach zeigt, vor Cherbourg wird es aber nochmal überraschend felsig. Das Fort über dem Bahnhof lässt schon die militärische Bedeutung des Marinehafens erahnen.
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Auch das Empfangsgebäude von Cherbourg ist ein nüchterner Nachkriegsbau.
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Die kommenden Abfahrten sind bei nur einer Strecke im Bahnhof so einseitig wie überschaubar. Mein Zug zur Weiterfahrt morgen wird auch schon angezeigt. Die letzte Abfahrt ins über drei Stunden entfernte Paris ist zwar nicht besonders beeindruckend aber noch verständlich, dass es aber keine Spätverbindung ins nur etwas über eine Stunde entfernte Caen gibt, finde ich schwach.
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Am Bahnhof vorbei führte ein Anschlussgleis zum Marinearsenal, das relativ frisch zum Radweg umgebaut wurde. Ihm könnte ich bis zur Jugendherberge folgen, allerdings spricht mich der über weite Strecken direkt neben einer Verkehrsstraße verlaufende Weg nicht an.
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Dann lieber dem beim Bahnhof beginnenden Hafenbecken folgen.
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Die Altstadt ist nett, überschaubar, nichts, wo man unbedingt mal hinmüsste. Cherbourg hat einfach gut in meine Reiseplanung gepasst und bietet mit der Jugendherberge eine günstige Übernachtung.
Das Denkmal für die Helden der Kolonialkriege hat für mich heute einen faden Beigeschmack.
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Etwas außerhalb liegt die ehemalige Gare de la Mer, der transatlantische Hafenbahnhof aus den 1930er-Jahren. Durch den Niedergang der Passagierschifffahrt wurde das imposante Gebäude schon gut 30 Jahre später arbeitslos und nach Jahrzehnten von Leerstand zu einem Museum umfunktioniert.
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So sieht er aus der Nähe aus.
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Dieser mächtige Brocken ist das 1971 in Dienst gestellte erste französische Atom-U-Boot „Le Redoutable“, das größte öffentlich ausgestellte U-Boot der Welt.
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Im Stadthafen gibt es dagegen viele Freizeitschiffe.
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Ein spätes Abendessen geht trotz dem Mittagsmenu noch. In einer Brasserie wähle ich Tripes, also Kutteln, auf normannsiche Art, eine eher deftige Kost.
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Fortsetzung

Bahne aus Leidenschaft, Montag, 20.07.2026, 20:04 (vor 4 Tagen) @ Bahne aus Leidenschaft

Tag 2: Cherbourg – Granville – Dol-de-Bretagne – Dinan
Heute verlasse ich die Normandie schon wieder in Richtung Bretagne. Der dünne Fahrplan auf der einzigen Bahnstrecke dorthin lässt mir wenige Freiheitsgrade.
Auch heute strahlt wieder die Sonne über meine Jugendherberge. Nicht nur dass diese ein altes Marinegebäude ist, es sind sogar zahlreiche Mitglieder einer U-Bootbesatzung, die heute wohl wieder ihren Dienst antreten, mit mir zu Gast und in Uniform beim Frühstück.
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Heute Nacht oder am frühen Morgen hat ein dickes Kreuzfahrtschiff angelegt. Der Größenvergleich mit dem selbst schon riesigen Hafenbahnhof von den Bildern … bis … vor dem Schiff macht mir seine Dimension erst richtig bewusst.
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Etwas kleiner ist das in Richtung Bahnhof angelegte Fährschiff zur Kanalinsel Alderney. Wenn ich mich nicht irre müsste das aber eigentlich nicht hier sondern ein paar Kilometer entfernt an der Westküste von Siouville-Hague bei der berühmt-berüchtigten Atomwiederaufbereitungsanlage ablegen. Nuklearanlagen an die äußersten Ränder und Spitzen ihres Territoriums bauen, das können die Franzosen.
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Ich bleibe aber auf dem Festland und fahre wieder ein Stück mit einem TER Richtung Paris zurück. Heute Morgen ist dieser schön leer. Die 1. Klasse hat im Unterdeck zwei Pseudoabteile, die mich ein wenig an den ICE-T erinnern.
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Ich hätte auch zwei Stunden später fahren können, aber mich möchte mir unterwegs noch Granville anschauen. Durch die schon gestern entdeckten Felsen verlassen wir Cherbourg.
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Der größere Teil der Halbinsel sieht aber nach Marschland wie hier aus.
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Der Bahnhof Lison wird durch einen Bauzug angekündigt.
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Dort in Lison verlasse ich den Omneo Richtung Paris.
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Im nächsten Teil geht es dann entlang der Küste weiter in die Bretagne.

Merci beaucoup !

JanZ, HB, Mittwoch, 22.07.2026, 15:43 (vor 2 Tagen) @ Bahne aus Leidenschaft

Hallo Eric,

schön, wieder von dir aus einer interessanten Region zu lesen!

war ich mit der Bahn schon in jeder französischen Festlandregion außer der Normandie.

Zählt Durchfahren auch oder muss man ausgestiegen sein? Wenn Ersteres, dann trifft das auf mich auch zu. Ist natürlich deutlich einfacher, seit es weniger Regionen gibt.

Merci beaucoup !

Bahne aus Leidenschaft, Mittwoch, 22.07.2026, 18:02 (vor 1 Tag, 23 Stunden, 38 Min.) @ JanZ

war ich mit der Bahn schon in jeder französischen Festlandregion außer der Normandie.


Zählt Durchfahren auch oder muss man ausgestiegen sein? Wenn Ersteres, dann trifft das auf mich auch zu. Ist natürlich deutlich einfacher, seit es weniger Regionen gibt.

Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, aber für ich würde es zählen. Dann nehme ich an, du bist über die Altstrecke von Paris nach Rennes gefharen, oder? Sonst fallen mir wenige Strecken ein, die nicht in der Normandie enden.

Merci beaucoup !

JanZ, HB, Mittwoch, 22.07.2026, 18:59 (vor 1 Tag, 22 Stunden, 41 Min.) @ Bahne aus Leidenschaft

war ich mit der Bahn schon in jeder französischen Festlandregion außer der Normandie.


Zählt Durchfahren auch oder muss man ausgestiegen sein? Wenn Ersteres, dann trifft das auf mich auch zu. Ist natürlich deutlich einfacher, seit es weniger Regionen gibt.


Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, aber für ich würde es zählen. Dann nehme ich an, du bist über die Altstrecke von Paris nach Rennes gefharen, oder?

Nee, auf der NBS, sonst wäre ich ja ein kurzes Stück durch die Normandie gefahren.

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