(ZM:) Forderung: S 21-Revisionsbericht veröffentlichen (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 18.07.2026, 14:46 (vor 4 Tagen)

Huhu.

Neulich informierte Bahnchefin Palla bekanntlich über den aktuellen Stand der Verzögerung beim Bau des Stuttgarter Tiefbahnhofes.

Was damals im Schockzustand etwas unterging: den Revisionsbericht will die DB nicht herausrücken.

Nun gibt es gute Gründe, INTERNE Berichte auch intern zu belassen. Bei einem so öffentlichem Skandalprojekt gibt es aber ebenso gute Gründe, diesen Revisionsbericht öffentlich zu machen.

Diese Forderungen werden nun lauter. Schon wird über den Rechtsweg nachgedacht, um die Veröffentlichung zu erzwingen.

https://www.kontextwochenzeitung.de/wirtschaft/798/starker-tobak-unter-verschluss-11004...

Denn natürlich darf man vermuten, dass da Dinge drin stehen, die den ganzen Fachleuten eher nicht zur Ehre gereichen. Interessant sei z.B., was zu "grundlegenden und ungelösten S21-Probleme[n] wie Brandschutz, Gleisneigung, Überschwemmungsgefahr, Anhydrit, Doppelbelegungen der Gleise, Leistungsfähigkeit, fehlende Resilienz und Klimaschädlichkeit" an Erkenntnissen vorliege.

Der Sprecher des Aktionsbündnisses, Herr Reicherter, erinnert an ein gewonnenes Verfahren, als es um Baumfällungen ging. Und
erinnert "an das Prozessverhalten der mit Planung und Bau von Stuttgart 21 betrauten Projektgesellschaft, der Bahntochter PSU, beim Verwaltungsgerichtshof. Die hatte sich zur Gewährung von Einsicht in Simulationen zur Evakuierung von Menschen aus den Tunneln verpflichtet, musste dann aber – erst nachdem gegen PSU-Chef Olaf Drescher Zwangshaft wegen Einsichtnahme beantragt worden war – eingestehen, dass es nichts gibt, was zur Einsicht vorgelegt werden könnte. Denn: Solche Simulationen existierten überhaupt nicht."


Nun, ich denke, da wird uns noch einiges an Unterhaltung geboten werden. Zumal jeder weiß, dass selbstverständlich auch 2031 der Bau nicht fertiggestellt sein wird. Wozu auch? Da eilt ja nix ...

Bleiben wir also optimistisch, dass es weiterhin herrliche Diskussionen geben wird und das S 21-Unterforum drüben auf DS-O feinste Unterhaltung garantiert.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

(ZM:) Forderung: S 21-Revisionsbericht veröffentlichen

sflori, Samstag, 18.07.2026, 16:49 (vor 4 Tagen) @ Der Blaschke

Nun, ich denke, da wird uns noch einiges an Unterhaltung geboten werden. Zumal jeder weiß, dass selbstverständlich auch 2031 der Bau nicht fertiggestellt sein wird. Wozu auch? Da eilt ja nix ...

Stuttgart 21 sind die Fehler der Leute von gestern, die die Leute von morgen ausbaden müssen.

Dabei hat S21 ein paar wichtige und sinnvolle Teilaspekte. Die NBS Stuttgart-Ulm ist toll. Die Taktverdichtung auf der S-Bahn mittels digitaler Dienste ist unerlässlich, wenn man nicht wie in München eine zweite Stammstrecke bauen möchte.

Aber dann wird die Luft auch schnell deutlich dünner.

Na wie auch immer. In 5-10 Jahren wird man sehen, wie es wird. :)


Bye. Flo.

SFS ist toll!

bendo, Dienstag, 21.07.2026, 12:09 (vor 20 Stunden, 17 Minuten) @ sflori

Dabei hat S21 ein paar wichtige und sinnvolle Teilaspekte. Die NBS Stuttgart-Ulm ist toll.

Hallo,
aha, die SFS ist toll! Zu Planungs- und Bauzeiten gab es genug stimmen, die auch hier anderer Ansicht waren. Ich hoffe mal, dass wenn der Bahnhofsknoten tatsächlich auch mal in Betrieb sein wird, dass man sich dann ebenso über den verbesserten Betrieb freut.

Gruß, bendo

(ZM:) Forderung: S 21-Revisionsbericht veröffentlichen

Barzahlung, Samstag, 18.07.2026, 17:35 (vor 4 Tagen) @ Der Blaschke

Diese Forderungen werden nun lauter. Schon wird über den Rechtsweg nachgedacht, um die Veröffentlichung zu erzwingen.

Auf Frag-den-Staat ist auch eine Anfrage platziert worden, allerdings an das BMV und bislang unbeantwortet.

https://fragdenstaat.de/anfrage/anfrage-zum-revisionsbericht-stuttgart-21-deutsche-bahn...

Ich mach den de Maizière ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 18.07.2026, 18:17 (vor 4 Tagen) @ Barzahlung

Hey.

Auf Frag-den-Staat ist auch eine Anfrage platziert worden, allerdings an das BMV und bislang unbeantwortet.

Thomas de Maizière würde sagen: die Antwort würde die Bevölkerung beunruhigen ...

Wahrscheinlich ist man erstmal eine Weile mit Schwärzen beschäftigt.

Und wenn dann alles doch ans Tageslicht kommt, dann kann man nur hoffen, dass wenigstens der Anhydrit seine Arbeit korrekt macht und das gesamte Bauwerk auch eben dorthin befördert.


Schöne Grüße von jörg

der erstmal googeln mußte, ob es DER oder DAS Anhydrit heißt.

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

S21-Probleme

bendo, Dienstag, 21.07.2026, 12:07 (vor 20 Stunden, 19 Minuten) @ Der Blaschke

Denn natürlich darf man vermuten, dass da Dinge drin stehen, die den ganzen Fachleuten eher nicht zur Ehre gereichen. Interessant sei z.B., was zu "grundlegenden und ungelösten S21-Probleme[n] wie Brandschutz, Gleisneigung, Überschwemmungsgefahr, Anhydrit, Doppelbelegungen der Gleise, Leistungsfähigkeit, fehlende Resilienz und Klimaschädlichkeit" an Erkenntnissen vorliege.

Hallo,
wo und durch wen ist kommuniziert, dass es sich bei Deinen genannten Themen um "grundlegende und ungelöste S21-Probleme" handeln würde?! Die aktuelle Verzögerung fußt nach meinem Kenntnisstand auf
- falschen Kabel, die verlegt wurden (ist aber eine Sache des Add-on DKS)
- Mängel am Bodenbelag von Bahnsteigen
- Nicht genehmigungskonformes Konzept für eine Ersatzstromversorgung

Deine aufgeführten Aspekte sind allesamt nicht mit dabei ("Brandschutz" ggf. mittelbar über das Thema Ersatzstromversorgung).
Gruß, bendo

S21-Probleme

Holger2, Dienstag, 21.07.2026, 17:48 (vor 14 Stunden, 38 Minuten) @ bendo

Die aktuelle Verzögerung fußt nach meinem Kenntnisstand auf

- falschen Kabel, die verlegt wurden (ist aber eine Sache des Add-on DKS)
- Mängel am Bodenbelag von Bahnsteigen
- Nicht genehmigungskonformes Konzept für eine Ersatzstromversorgung

Deine aufgeführten Aspekte sind allesamt nicht mit dabei ("Brandschutz" ggf. mittelbar über das Thema Ersatzstromversorgung).
Gruß, bendo

Hallo,

da machst Du es Dir jetzt aber auch ein wenig einfach. Tatsache ist einfach auch, dass die kommunizierten Gründe auch nicht unbedingt den tatsächlichen Gründen entsprechen.

falsche Kabel: hier handelt es sich mittlerweile wohl nur noch um wenige hundert Kilometer
Bodenbelag: Dies könnte man ebenso innerhalb weniger Wochen austauschen und ist zumindest laut Hr. Bitzler absolut nicht auf dem kritischen Pfad.

Leider gibt es bei dem Projekt schon einige teure Fehlplanungen, z.B.:
- Containererweiterung auf der Nordseite: Diese wurde nie richtig benutzt, einfach weil man den zweiten Notausgang vergessen hat. Und so etwas ist eben Pflicht, wenn man Gebäude mit Publikumsverkehr hat.
- Schaltzentrale / Technikgebäude Nord: Diese hat man offenbar ganz anders konzipiert, als man sie heute braucht. Viele kleine Räume, statt einem großen Raum. Es ist wohl nicht genug Platz vorhanden.
- Ersatzstromversorgung: Jeder, der sich heute mit Industriebauten beschäftigt, wird kein Verständnis für das Versäumnis haben, da heute jedes mittelgroße Industrieprojekt über eine USV verfügt. Aber auch sowas nachzurüsten, dauert keine 5 Jahre, ein Dieselmotor mit einem guten Transformator vielleicht 1 Jahr.

Was wirklich fehlt:
- Jeder der sich mit größeren Projekten beschäftigt weiß, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt einen Scope Freeze und einen Design Freeze geben muss. Dies Meilensteine wurden bei diesem Projekt praktisch nie durchgesetzt. Jeder neue Verkehrsminister und jeder neue Bahnvorstand musste sich noch sein eigenes Denkmal setzen. Ein solches Denkmal ist eben auch die Digitalisierung, über die das Projekt zuletzt gestolpert ist. Aber man ist auch viel zu hastig von einer Projektphase in die nächste gestolpert, ohne eine sauber abgeschlossene Projektphase abzuwarten. Planungen zu ändern, wenn die Details längst abgestimmt sind, oder wenn bereits gebaut wird, ist einfach sehr teuer und zeitaufwändig.
- Es fehlt eine saubere Kostenplanung. Mit dem Ziel, dieses Projekt unbedingt durchzusetzen, wurden viele Kostenblöcke einfach in andere Budgets verschoben oder einfach nicht berücksichtigt. Ein Beispiel ist die Unterfahrung des ehemaligen Polizeipräsidiums, die man überhaupt nicht berücksichtigt hat ("Dafür haben wir ja den Risikopuffer" - nein genau dafür ist er nicht!). Heute hat das Projekt so viele Unterbudgets, dass niemand sich mehr richtig auskennt.
- Gelder für die Digitalisierung. Bei der S21-Pressekonferenz mit Frau Palla hat der Vertreter der Region dies vorsichtig durchblicken lassen. Nachdem der rot-grüne Infrastrukturhaushalt per Klage der CDU beim BVG gestoppt wurde, hat man einfach alle Fördergelder für die Digitalisierung gestrichen. Aufgrunddessen musste die Bahn auch alle Digitalisierungsprojekte stoppen. Gleichzeitig war dies wohl auch für Thales/Hitachi ein willkommener Grund für eine eineinhalbjährige Planungsverlängerung, zudem wurde Personal auf andere Projekte abgezogen. Dieses Personal steht jetzt für die Digitalisierung von S21 nicht mehr zur Verfügung. S21 muss sich hinten anstellen.
- Da die Bahn das Projekt jetzt selber zahlen muss, ist die Bahn einfach auch nicht mehr liquide genug, die noch offenen Ausgaben kurzzeitig zu stemmen. Man baut also ganz langsam, um das jährliche Budget nicht überzustrapazieren.

Holger

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