[JP] Eine Shinkansen-Station als politische Intervention (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Freitag, 17.07.2026, 16:34 (vor 2 Tagen)
bearbeitet von J-C, Freitag, 17.07.2026, 16:36

Video vom Kanal "Tanner"

Wer meint, nur in Deutschland würde man für so Städte wie Montabaur oder Limburg aus politischer Intervention heraus einen ICE-Bahnhof einplanen, auch in Japan kann man sowas finden, wo die Station Annaka-Haruna eingeplant wurde, damit man mit Unterstützung der Präfektur Gunma die Linie finanziert bekam.

Tatsächlich ist der deutsche Wikipedia-Artikel sogar informativer als der englische

Die Verwaltung der Präfektur Gunma, die sich finanziell am Streckenbau beteiligen musste und einen Gegenwert erwartete, stellte die Behauptung auf, dass bei Annaka eine große Nachfrage bestehe.[4]

Damit der Bahnhof irgendeinen Sinn ergab, wollte man eine Trabantenstadt erstellen. Das ist jedoch nicht ganz geglückt

Die Eröffnung des Bahnhofs erfolgte am 1. Oktober 1997, zusammen mit der Strecke Takasaki–Nagano.[6] Er war in einer Waldlichtung an einem Berghang errichtet worden. Da die geplante Siedlung noch nicht existierte, erhielt er in den Medien den spöttischen Beinamen „Bahnhof Mononoke“ – eine Anspielung auf den im selben Jahr veröffentlichten Anime-Film Prinzessin Mononoke.[7]

Das Wohngebiet südlich des Bahnhofs wurde hauptsächlich von JR East entwickelt. Aufgrund von Verzögerungen konnte das Projekt nicht rechtzeitig zur Eröffnung des Bahnhofs fertiggestellt werden. Der Verkauf von mehr als 600 Grundstücken begann im Oktober 2003.[8] Ende Juni 2016 waren alle verkauft.[9] Während das Wohnprojekt also letztlich erfolgreich war, scheiterte die Ansiedlung von Unternehmen.

Der Bahnhof selbst wird für einen Shinkansen-Halt eher weniger oft bedient, das bedeutet aber nicht, dass der Bahnhof jetzt keine Annehmlichkeiten hätte. Ein Warterum ist vorhanden, man kriegt offenbar auch was zu Essen dort. Man kann sich auch bei Bedarf - die Wartezeiten können ja etwas länger sein - eine Art Office-Kapsel mieten, um die Zeit produktiv zu nutzen.

Im Video zu sehen war dann auch, dass es auf der Strecke zu technischen Störungen kam. Der Autor des Videos wollte sicherheitshalber schon einen früheren Zug nehmen, nur war dieser ausgebucht. Sowas kommt also auch vor dort.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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