9TVS Teil 8: Blonay-Chamby und wieder über Paris [m32B] (Reiseberichte)
Für den letzten ganzen Tag ist nochmal gemischtes Wetter angesagt, sodass sich keine große Tour lohnt. Dafür habe ich eine Strecke geplant, die ich tatsächlich noch nie gefahren bin, gehört sie doch auch schon seit Jahrzehnten nicht zum ÖV. Der Titel verrät es ja sowieso schon, es geht um die Museumsbahn von Blonay nach Chamby. Heute stellt sie die Verbindung zwischen der MVR-Strecke von Vevey nach Les Pléiades an die Goldenpassstrecke der MOB dar, damals fuhr die CEV (Chemins de Fer électriques veveysans) durchgehende Züge von Vevey nach Chamby, während die Zahnradbahn gesondert betrieben wurde.
Die Fahrgäste blieben aber aus, da es kaum einen Grund gab, die MOB nicht bis Montreux zu nehmen und dort nach Vevey umzusteigen, und so wurde die Strecke zur Museumsbahn gemacht. Noch schlimmer hat es die CEV-Strecke von Saint Légier nach Châtel-St-Denis mit Anschluss an die heutige tpf getroffen, die komplett abgebaut wurde und damit die Eliminierung der Spitzkehre der tpf dort ermöglichte. Schließlich gab es früher noch eine Strecke von Blonay nach Clarens am Genfersee über Fontanivent, wiederum an der MOB. Man merkt schon, in der Region gab es damals ein super Angebot an Bahnen, wovon leider nur wenige überlebt haben.
Umso erfreulicher ist es, dass eben die BC bis heute immer am Wochenende betrieben wird und zusätzlich noch eine überregional bekannte historische Sammlung an Fahrzeugen beherbergt. An diesem Tag gibt es sogar den Dampfzug "Riviera Belle-Epoque", der bereits ab Vevey fährt, mir allerdings zu teuer ist. Außerdem habe ich den 2019 schonmal zufällig gesehen und da war er unendlich voll. So fahre ich mit dem IR90 nach Vevey und dem Regelzug nach Blonay - der eine halbe Stunde später hätte wohl auch gereicht, hat aber einen irre kurzen Anschluss.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/kbexvv4y.jpg)
01 An den Kassenhäuschen der BC hängt eine sehr interessante Karte, welche Bahnstrecke wann und von wem eröffnet wurde. Durch die Sonnenexposition ist sie leider kaum noch zu lesen.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/wwfrwkdm.jpg)
02 Nebenan erfährt man, was es im Museum so gibt. Währenddessen versucht ein Spanier, der weder besonders gut französisch noch englisch kann, herauszufinden, ob eine bestimmte Lok bei der BC vorhanden ist, was wohl aber nicht der Fall ist.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/f7e5bumy.jpg)
03 Ein historischer Wagen steht schon bereit,
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/n4qhmcw7.jpg)
04 drüben ein normaler SURF der MVR, also eigentlich ein Zahnradbahn-GTW, mit denen die Strecke Vevey-Les Pléiades und auch der MOB-Vorortverkehr von Montreux betrieben werden.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/n6b7luat.jpg)
05 Dann kommt mein Zug an - kein Dampfzug, aber eigentlich viel besser: Ein RhB ABe4/4 I der Berninabahn von 1908.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/btn53cbd.jpg)
06 Während der Triebwagen um sein Anhängsel herumrangiert, fährt hinten der Zug zu den Sternen in die Zahnstange ein.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/rrfggh8r.jpg)
07 Dann geht es los.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/hezmfl8j.jpg)
08 Das Highlight der Strecke, die im Übrigen immer noch der MVR gehört, ist der Viadukt über den Baye de Clarens - der offensichtlich gerade renoviert wird.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/3v4g3kpy.jpg)
09 Sieht ganz schön abenteuerlich aus.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/z6ueuxdu.jpg)
10 Nun fahren wir erst am Museum vorbei nach Chamby, bevor wir dann rückwärts ins Museum fahren.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/kuws36qm.jpg)
11 So kann ich noch ein paar Fotostellen vom See mitnehmen,
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/8izrf9lz.jpg)
12 hier bis rüber zum Mont Pèlerin.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/ly8qdx79.jpg)
13 Die Weichenkonstruktion, die per Hand gestellt wird, sieht etwas improvisiert aus.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/winz3cxe.jpg)
14 Vorbei an der Kohlestation
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260711/65dnn7sk.jpg)
15 geht es ins Museum.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/66yiwyre.jpg)
16 Da steht unser Zug.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/ybezyxob.jpg)
17 Drinnen ist das klare Highlight die BFD HG3/4 3, die zumindest noch ab und zu zum Einsatz kommt, und tatsächlich 5 Jahre jünger ist als der Elektrotriebwagen, der mich hergebracht hat.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/ghmm8x96.jpg)
18 Auch eine Dampfschneeschleuder ist vorhanden,
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/8rq9fh6p.jpg)
19 unten fährt der Elektrozug zurück nach Blonay.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/gbg44pp3.jpg)
20 Im Austausch kommt der Dampfzug an,
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/oy5993me.jpg)
21 den eine deutsche Lok schiebt.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/l7ehd2lr.jpg)
22 Vorbei an der Ge6/6 der Berninabahn geht es zurück zum Bahnhof,
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/yshe88a4.jpg)
23 neben dem Lok 105 aus Karlsruhe nachtankt, die früher diverse Kleinbahnen bedient hat.
Nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass es im Shop inklusive Essen nur gnadenlos überteuerte Produkte gibt, und der nächste Zug nach Blonay erst in über einer Stunde fährt, verlasse ich das Museum auf dem in der öffentlichen Darstellung nicht groß angepriesenen Wanderweg, durch den man wohl auch sehr einfach ohne Ticket in die Ausstellung käme.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/7tobxdfd.jpg)
24 Er führt nach einigen Höhenmetern steil abwärts auf eine Straße ohne jeglichen Fußweg, begrenzt von Hecken beiderseits, die mich etwas unsicher zum Bahnhof von Chamby bringt.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/is8urmam.jpg)
25 Dort brauche ich ein wenig Zeit um herauszufinden, wie das Halt-auf-Verlangen-System hier funktioniert, nur um festzustellen, dass vor dem eben angesprochenen Vorortzug noch der GPX durchkommt und das Signal zurücksetzt.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/rrv3w82y.jpg)
26 Hier noch seine Lok.
Dann geht es gemächlich bergab. In Montreux fragt mich einer, ob die ankommende S-Bahn nach Martigny führe - nun ja, das tut sie zwar nicht, aber in die Richtung geht es schon, wobei man eben auch später umsteigen kann. Genau das habe ich vor,
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/i2min6r8.jpg)
27 um nochmal Aigle mitzunehmen. Volltreffer, da steht heute genau derjenige neue Zug mit Sonderlackierung zum Glacier 3000.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/67k3u8ra.jpg)
28 In der Abstellung steht nebenan das übliche alte Gerümpel der AL.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/3zke297d.jpg)
29 Nochmal der ASD-Zug
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/yzvjve8a.jpg)
30 mit dem der AOMC nebenan.
Ich könnte jetzt noch entweder den oder die BVB mitnehmen, bin aber von den letzten Tagen ziemlich erschöpft und muss noch etwas essen und packen. So fahre ich mit dem IR90 durch nach Brig.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/6sf4fw73.jpg)
31 Dort darf am Ende der Serie das Foto der MGB-Bahnhofstafel nicht fehlen, daneben der Komet mit neuer Lackierung.
![[image]](https://s1.directupload.eu/images/user/260531/o6uu485x.jpg)
32 Ein letzter Zoom auf die nur noch heute gültige Anzeige der Visp-Täsch-Sperre, dann endet dieser Tag.
Am nächsten Morgen bin ich früher als gedacht mit dem Frühstück fertig und kann dank meines GAs auch innerhalb der Schweiz mein Ticket ignorieren. Das geht dieses Mal über Genf und Paris nach Aachen, um auch die zweite Lyria-Strecke mitzunehmen. So kann ich bereits um 8:26 den IR90 bekommen, mit dem ich in Lausanne schon einen Lyria zwei Stunden vor meinem bekommen hätte, der ausnahmsweise von hier über Genf nach Paris fährt. Da bin ich aber leider an meine Zugbindung gebunden und bleibe so bis Genf sitzen.
Dort habe ich nun 1:58 Umstiegszeit, in der ich einmal zum See runterlaufen möchte. Den direkten Weg hat dabei aus irgendeinem Grund die Polizei abgesperrt und die Nebenstraßen erscheinen mir durchaus zwielichtig. Mehr als rechtzeitig komme ich am Bahnhof wieder an, wo ich noch etwas esse und dann den Eingang zu Gleis 8 suche - aber vergebens, in meiner Unterführung ist keiner, obwohl ich doch von oben die Treppe hatte rauskommen sehen. Also gehe ich rüber zur anderen Unterführung, von wo tatsächlich der Eingang losgeht, bei dem man durch einen riesigen Zollkomplex durchmuss, in dem gerade diverse dubios aussehende Menschen gefilzt werden, während ich mal wieder ignoriert werde. Einen knappen Umstieg würde ich von hier aber nicht gerne machen müssen.
Heute habe ich aber genug Zeit, noch den internationalen Verkehr nach Frankreich zu beobachten, der abgesehen von den Zügen nach Annemasse komplett von Bahnsteig 7/8 abgeht. Allerdings fährt im Moment auch der SL6 nach La Plaine ab hier, der die Schweiz nicht verlässt, und früher zumindest vom Stumpfgleis 5 fuhr. Auch bemerkt man schön, wie die Schweizer Züge nicht nur perfekt vertaktet, sondern auch sämtlich pünktlich sind, während nach Frankreich alles durcheinander fährt. Mal stundenlang nichts, dann ein TER nach Lyon (der dahin eine halbe Ewigkeit braucht), dann ein paar Minuten später einer nach Grenoble, dann wieder nichts, dann etwa nach einer Stunde, aber nicht exakt, wieder nach Lyon...
Derweil fährt mein TGV aus Paris ein, für den auch schon entsprechend viele Leute bereitstehen. Aber die Türen werden direkt geschlossen. Als sie dann etwa 20min vor Abfahrt wieder aufgehen, ohne dass irgendwas am Zug angeschlagen wäre, stürmen die ersten Leute rein, werden aber vom Personal zurückgewiesen. Eine Großfamilie interessiert sich dafür nicht und verlädt munter locker 2 Dutzend Koffer, wobei sie mindestens 5 Mal des Zuges verwiesen werden. Dann endlich 5min vor Abfahrt dürfen wir rein und es geht los.
Wie üblich geht es außerhalb der Hauptstrecken zunächst langsam durch eine umso schönere Landschaft mit Bergen, Flüssen und Brücken, bis wir die Alpen verlassen und wenig später auf die LGV fahren, die ich nicht nur schon kenne, sondern auch irre langweilig ist, da man original nichts zu beiden Seiten sieht.
In Paris habe ich diesmal mit 1:43 reichlich Umstiegszeit, in der ich trotzdem die schnellste Verbindung mit RER A & B fahre, aus dem ich irgendwie in einem Tunnel unter dem Gare du Nord lande, von dem aus man nur durch Drehkreuze auf die Bahnsteige kommt. Zurück geht aber auch nicht mehr, da dort das Drehkreuz der Metro liegt. Zum Glück sind aber ganz im Westen ein paar Gleise offen und so gehe ich genau auf das, an dem die Thalys normalerweise fahren. Tatsächlich kommt wenig später einer aus Amsterdam an. Ich habe aber noch ewig viel Zeit, die ich vor einer der Abfahrtstafeln verbringe, auf der für die Größe des Bahnhofs enorm wenig Züge stehen. Nach über einer Stunde bekommt meiner endlich sein Gleis, das er sich mit einem Zugteil teilt, der in Brüssel enden wird und tatsächlich nur ein Thalys PBA ist. Bei meinem Gehtempo habe ich nach wenigen Metern alle anderen überholt und kann ganz entspannt in den noch völlig leeren Wagen in der Mitte des vorderen Zugteils einsteigen, wo ich wie erwartet trotz anders lautender Buchung wieder einen Gangplatz habe. Noch dazu hat den Fensterplatz ein Familienvater, dessen Frau und Kind hinter mir sitzen - da wäre ja nun wirklich ein Vierer oder der Gangplatz gegenüber praktischer gewesen. Wie auf der Hintour geht es ebenfalls über die Umleitung vor Brüssel, die wir ohne ungeplante Verzögerung befahren, sodass ich Aachen um 20:33 erreiche.
gesamter Thread: