CN: CR400BF-C; 300 km/h... und fahrerlos. (Allgemeines Forum)
Hallo ICE-Fans,
die Chinesen sind offenbar stolz drauf, den ersten fahrerlosen Rennzug der Welt zu haben.
Der CR400BF-C Triebwagen kann auf der Strecke Beijing-Zhangjiakou autonom 300 km/h erreichen und die 459 km/h in 2:26 zurücklegen (vdurch 189 km/h).
Videobericht.
Nun ist mir nicht klar, welches ATO-Level hier verwendet wird. Auch Baidu (das chinesische Google) kann mir nicht helfen.
In Prinzip kann man mit ERTMS Level 2 auch fahrerlos fahren. Aber da ist immer noch jemand dabei. Und ich denke, beim Rennchinese ist es auch so.
gruß,
Oscar (NL).
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Mit den neuen IC-Triebwagen wird alles besser !!
Trans-Europ-Express 2.0? Abwarten und TEE trinken!
Schienenstränge enden nicht an einer Staatsgrenze, sondern an einem Prellbock.
Will man das?
Es ist unbestritten, dass man Hochgeschwindigkeitszüge autonom ohne Personal fahren lassen kann, auch schneller als 300, wenn man will.
Aber will man das? Was, wenn die Automatisierung versagt und manueller Input notwendig wäre?
Ein Hochgeschwindigkeitszug transportiert zich Fahrgäste. Auf einen Lokführer kommen hunderte Fahrgäste pro Fahrzeug rein.
Einen Fernzug kann man sicherlich auch schon im 0:0-Betrieb bestellen und einsetzen, wenn man will. Dennoch hat man weiterhin Zugpersonal an Bord, welches auch betriebliche Aufgaben erfüllt.
In abgeschlossenen Metrosystemen kann ich mir noch was einreden lassen, wenn was schiefgeht, sind die Geschwindigkeiten ja auch niedriger und im (sub)urbanen Raum wird man auch schneller Unterstützung im Havariefall kriegen als meinetwegen irgendwo mitten im nirgendwo.
Doch versuch das mit einem Hochgeschwindigkeitszug irgendwo auf dem freien Feld, vielleicht irgendwo in unwegsamen Gelände auf einer Brücke oder in einem langen Tunnel... während ein Lokführer womöglich ein technisches Problem mit einem Reset behoben kriegt, müsste ohne Lokführer erstmal ein Techniker vorbeischauen. Das kann dann entsprechend auch dauern. Und manchmal übersieht die Technik auch etwas, was dann der Lokführer auffängt (und natürlich vice-versa).
Letzten endes wird man sich sicher auch wohler fühlen, wenn man weiß, dass im 300 km/h schnellen Zug vorne auch irgendwer sitzt, der eingreifen kann, wenn was schiefläuft. Man kennt es ja vom eigenen Rechner, ein Computer kann auch abstürzen. Was dann?
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
kann man das?
Letzten endes wird man sich sicher auch wohler fühlen, wenn man weiß, dass im 300 km/h schnellen Zug vorne auch irgendwer sitzt, der eingreifen kann, wenn was schiefläuft. Man kennt es ja vom eigenen Rechner, ein Computer kann auch abstürzen. Was dann?
Hallo,
das mit dem "wohler fühlen" bedient sich dem Glauben, dass der Mensch die höhere Kompetenz hätte gegenüber der Technik. Ist das jedoch noch so?! M.W.n. scheitert das autonome Fahren von PkW derzeit noch an rechtlichen Fragestellungen: Wer haftet, wenn doch etwas passiert, oder wenn eine Entscheidung getroffen werden muss, bei dem in allen Fällen ein Schaden entsteht? Wenn es um das rein physikalisch-technische Fahren geht, würde man der Technik heute wohl bereits mehr Kompetenz zusprechen, als dem gewöhnlichen Menschen. Und bei der schienengeführten Eisenbahn stelle ich mir das Ganze noch weit weniger Komplex vor...
Gruß, bendo
Können tut man das... aber wozu?
Man hat offensichtlich keine Notwendigkeit gesehen, den Lokführer einsparen zu wollen, ich zumindest habe es auch irgendwie lieber, im Hinterkopf zu haben, dass der Zug, der mit 300 km/h fährt, auch jemanden vorne hat, der das ganze überwacht.
Und ich sehe nicht ein, wieso man daran was ändern muss.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky
Können tut man das... aber wozu?
Und ich sehe nicht ein, wieso man daran was ändern muss.
Menschen machen Fehler, Menschen übersehen Dinge und sind unaufmerksam, Menschen werden müde, Menschen sind krank, Menschen können bei Dunkelheit/Regen/hohen Geschwindigkeiten nicht gut sehen, Menschen treffen in unerwarteten Situationen in Sekundenbruchteilen irrationale oder zumindest nicht perfekte Entscheidungen, Menschen haben plötzlich Herzinfarkte/Bewusstlosigkeit/usw.
Das alles ist nicht sehr wahrscheinlich, Gott sei Dank, und der Mensch war bis vor kurzem der Technik im Zweifel überlegen.
Das ist aber nicht mehr so. Autonome Systeme werden nie müde, nie krank, nie unaufmerksam, können unbegrenzt lange mit voller Leistung arbeiten, treffen immer rationale Entscheidungen (wenn man das so nennen will), und so weiter.
Dass ein Computer abstürzt, mag sein. Moderne Systeme sind aber mehrfach redundant, sodass schon mehrere unabhängig voneinander laufende Systeme gleichzeitig abstürzen müssten, was jedenfalls um ein Vielfaches unwahrscheinlicher ist als der spontane Herzinfarkt des Lokführers.
Bis das Realität auf deutschen Schienen wird, werden vielleicht noch einige Jahrzehnte vergehen, aus verschiedenen (und teils guten) Gründen. Aber die Technik ist dem Menschen für Aufgaben wie das Führen eines Zuges einfach haushoch überlegen.
Dein Gefühl ist also rein subjektiv.
Ja!
Hallo.
Letzten endes wird man sich sicher auch wohler fühlen, wenn man weiß, dass im 300 km/h schnellen Zug vorne auch irgendwer sitzt, der eingreifen kann
Nein. Es ist exakt umgekehrt. Bei so ziemlich allen Eisenbahnunfällen, die mir so bekannt sind, hat die Technik einwandfrei funktioniert. Erst durch Eingriffe eines Menschen, der die Technik "austrickste" oder nicht beachtete, entstanden Fehler, die zum Schaden wurden.
Beim vollautonomen Fahren kann man ja trotzdem einen Menschen mitschicken. Schaffner und Lokführer wird dann zu EINEM Beruf vereint. Im Normalbetrieb kümmert sich der Mitarbeiter um die Kunden, bedient im Restaurant. Im Störungsfall begibt er sich dann zum Hilfsführerstand und steuert den Zug von dort. Oder funkt halt die Zentrale an. Wichtig ist, dass eine PERMANENTE Überwachung nicht mehr nötig ist.
Die Technik jedenfalls ist um Welten sicherer als die menschliche Steuerung. Da ist der Mensch schlicht ein SicherheitsRISIKO und kein Gewinn.
Schöne Grüße von jörg
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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)
Ja!
Genau das! Einen Zug vollkommen autonom ganz ohne jegliches Personal auf die Strecke zu schicken, ist in meinen Augen auch nicht die Lösung, der der Tfz-Führer muss eigentlich nicht mehr ständig vorne sitzen. Man spart sich also einen Zugbegleiter, weil der (bisherige) Tfz-Führer eben Aufgaben im Fahrgastraum wahrnehmen kann. Bei manch Regionalzug hat die Kundschaft damit dann überhaupt erstmal einen ansprechbaren Mitarbeiter im Zug. Im Störungsfall kann aber immernoch eingegriffen werden, es ist ja jemand an Bord.
Lustig finde ich aber den Gedanken, dass man sich sicherer fühlt, wenn bei 300 km/h vorne noch jemand sitzt, um einzugreifen: Seien wir realistisch bei diesen Geschwindigkeiten ist der Zug an eventuellen Hindernissen schon vorbei, bevor der Tfz-Führer überhaupt darauf nach Sicht reagieren kann.
Wieso entweder-oder, wenn sowohl-als-auch geht?
Es gibt die Maschine, um die Fehler des Menschen aufzufangen und den Menschen, um die Maschine zu überwachen und ggf. auch Fehler der Maschine aufzufangen. Das ist doch die Strategie, die mit ETCS und co gefahren wird. Wieso will man da den Menschen aus der Gleichung entfernen?
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky