DB Premium Lounge in München -> Stammgäste? (Allgemeines Forum)

JM, Montag, 06.07.2026, 20:34 (vor 3 Tagen)
bearbeitet von JM, Montag, 06.07.2026, 20:37

Hallo miteinander,

ich hatte jetzt das Glück, ein paar Mal in die DB Premium Lounge in München zu dürfen.

In München war ich über die letzten Monate an verschiedenen Wochentagen in der Lounge und auch zu unterschiedlichen Uhrzeiten und sogar mal am Wochenende und mir ist aufgefallen, dass es da eine handvoll Stammgäste zu geben scheint, die immer auch dann in der Lounge gewesen sind als ich dort gewesen bin. Die kannten und grüßten sich untereinander, hatten auch kein Gepäck dabei und sahen nun nicht wie die typischen Geschäftsleute aus. Die sahen eher so aus, als ob die den ganzen Tag in der Lounge sitzen und sich unterhalten und verpflegen lassen. Wie Besitzer einer BC100 sehen die Herren meiner Ansicht nach auch nicht aus.

Ich frage mich nun: Wie machen die das? Gab es früher mal eine BahnCard, mit der man auf Lebenszeit in die Lounge darf? Gibt/gab es irgendein anderes Schlupfloch? Gab es mal einen Trick?

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

dunni, Montag, 06.07.2026, 20:44 (vor 3 Tagen) @ JM

Wie sehen denn deiner Meinung nach Besitzer einer BC100 aus?

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

JM, Montag, 06.07.2026, 20:57 (vor 3 Tagen) @ dunni

Hallo dunni,

ich hatte schon befürchtet, dass ich statt einer Erklärung oder Einordnung meiner Frage nun vom Thema ablenkende Gegenfragen erhalte. Zumindest in 1-2 anderen Einträgen wurde dieser Stammtisch in der Münchner DB Premium Lounge schonmal aufgegriffen.

Um deine Frage zu antworten:
BC100 1. Klasse / 1. Klasse Flexpreis Inhaber haben in meiner Vorstellung ein Notebook, eine Aktentasche und einen Trolley Koffer dabei und tragen einigermassen geschäftliche Kleidung.
Das kann schon sein, dass der ein oder andere (Handball) Bundesliga Schiedsrichter auch eine BC100 hat - aber auch der würde einen Koffer oder eine Sporttasche dabei haben.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

tom66, Montag, 06.07.2026, 22:06 (vor 3 Tagen) @ JM

Also das mit deiner Vorstellung der BC100 1. Klasse Kunden muss ich dir doch etwas nehmen. Meine Frau und ich hatten über Jahre eine BC100 1. Klasse privat. Da war es immer normale Freizeitkleidung ohne Anzug bei uns. Und statt des Aktenkoffers war es oft eine Tüte vom Discounter.
Aber auch in dieser Zeit hatte man da oft die selben Personen in den Lounges in ganz Deutschland getroffen. Und mit der Zeit kannte man den ein oder anderen dann auch persönlich.

Nur das mit dem ganzen Tag in den Lounges bedient zu werden klappte irgendwie nicht so richtig. Nach der 1. Bestellung wurde oft um uns dann ein großer Bogen gemacht wo die Nachbargäste regelmässig noch auf weitere Wünsche angesprochen wurden. Scheinbar fehlte dann doch die Geschäftskleiung und der Aktenkoffer bei uns.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

JM, Montag, 06.07.2026, 22:17 (vor 3 Tagen) @ tom66

Hallo Tom66,

„Living the dream“, oder?
Ich glaube schon, dass ihr da aber dann auch eher eine Ausnahme seid. Ich gehe davon aus, dass die meisten Zugangsberechtigten insbesondere unter der Woche (Montag früh, Donnerstag und Freitag Nachmittag) beruflich bedingt unterwegs sind.

Wie gesagt: In München scheint es meiner Beobachtung nach ein paar Stammgäste zu geben und vielleicht weiß ja noch jemand etwas mehr über die Hintergründe.

Das mit dem Bedienen: Ich finde die Kellner recht gut organisiert, und habe den Eindruck als neu ankommender Gast immer zügig bedient zu werden. Im Gegensatz zu einem Flughafen verbringe ich am Bahnhof meist weniger als 20 Minuten.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

Reservierungszettel, KDU, Montag, 06.07.2026, 22:17 (vor 3 Tagen) @ JM

Hallo dunni,

ich hatte schon befürchtet, dass ich statt einer Erklärung oder Einordnung meiner Frage nun vom Thema ablenkende Gegenfragen erhalte. Zumindest in 1-2 anderen Einträgen wurde dieser Stammtisch in der Münchner DB Premium Lounge schonmal aufgegriffen.

Um deine Frage zu antworten:
BC100 1. Klasse / 1. Klasse Flexpreis Inhaber haben in meiner Vorstellung ein Notebook, eine Aktentasche und einen Trolley Koffer dabei und tragen einigermassen geschäftliche Kleidung.
Das kann schon sein, dass der ein oder andere (Handball) Bundesliga Schiedsrichter auch eine BC100 hat - aber auch der würde einen Koffer oder eine Sporttasche dabei haben.

Diese Denkweise ist sehr altertümlich.

Es gibt einen Spruch den hat mir damals mein Ausbilder gesagt, den echten reichen siehst du nicht an das sie reich sind. Und ja er hat zu 90% recht damit.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

JM, Montag, 06.07.2026, 22:29 (vor 3 Tagen) @ Reservierungszettel

Hallo Reservierungszettel,

Da hast du sicherlich nicht unrecht. Und das gilt wahrscheinlich noch vielmehr in die andere Richtung: nicht jeder, der einen Porsche fährt, ist auch vermögend.

Aber trotzdem frage ich mich, was das für eine Truppe von Stammgästen ist, die scheinbar den ganzen Tag in der DB Premium Lounge zu verbringen scheint während die meisten anderen zu ihren Zügen hetzen.

Unzuverlässigkeit S-Bahn München

rainman51, Paderborn, Dienstag, 07.07.2026, 09:37 (vor 3 Tagen) @ JM
bearbeitet von rainman51, Dienstag, 07.07.2026, 09:38

e fährt, ist auch vermögend.


Aber trotzdem frage ich mich, was das für eine Truppe von Stammgästen ist, die scheinbar den ganzen Tag in der DB Premium Lounge zu verbringen scheint während die meisten anderen zu ihren Zügen hetzen.

Ich bin kein Stammgast und nur eher selten in München, aber … dann bin ich schon aus verschiedenen Gründen eher am Bahnhof.
Da musst du dir nur mal die S-Bahn München anschauen ;), die ist nicht gerade zuverlässig.

Vermutlich aber zuverlässiger als in Wien (-:

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 07.07.2026, 10:26 (vor 3 Tagen) @ rainman51

- kein Text -

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Da wäre ich nicht sicher...

Matze86, München, Dienstag, 07.07.2026, 16:19 (vor 3 Tagen) @ J-C

- kein Text -

Sagen wir es mal so

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 07.07.2026, 17:11 (vor 3 Tagen) @ Matze86
bearbeitet von J-C, Dienstag, 07.07.2026, 17:15

In München wird anhand einer 3-Minuten-Schwelle seit Ende 2020 gemessen, während die ÖBB weiterhin generell nach einer 5,5-Minuten-Schwelle oder so messen (und die S-Bahn selbst hat keine eigene Pünktlichkeitsstatistik, das wird alles zusammgengemogelt mit den Regionalzügen).

Dementsprechend kann man beide Werte vermutlich auch nicht vergleichen. Was ich aber aus Wien sagen kann ist, Züge verspäten sich öfters. Durch die Sperre eines Abschnitts der Stammstrecke pflanzen sich derzeit die Verspätungen aus den Außenästen im Norden nicht mehr fort, aber sonst sind Verspätungen bis 4 Minuten oft der Fall. Wenn man jetzt irgendwie einen Außenast nutzen will, dann muss man mit Verzögerungen rechnen, die können auch mal größer sein, weil die S-Bahnen doch relativ lang laufen und sich das ganze mit Regionalzügen teilen. In München ist der Anteil der S-Bahnstrecken mit eigenem Gleiskörper auch wesentlich höher als in Wien. Da teilt man sich die eingleisige Strecke dann eben auch mit dem Regionalexpress und Güterzügen. Oder auf der Weststrecke eine Zweigleisige Strecke mit S-Bahn, Regionalexpress und Fernzügen.

Und die Stammstrecke? Da fahren nicht nur S-Bahnen, sondern auch Regionalexpresszüge. Die reichen durchaus weit. Bislang sind auch lokbespannte Züge unterwegs, erst mit ETCS-Pflicht wird das passé sein, dann kommen die KISS stattdessen.

Da ist man es auch ziemlich gewohnt, vor Meidling nochmal einen Aufenthalt zu haben, bis man ein freies Gleis hat.

Und Ausfälle, ja das siehst du natürlich auch jeden Tag in Wien. Ich hab auch mal einen Zug der beschleunigten R3-Linie angepeilt und wenige Minuten vor planmäßiger Abfahrt wird das Ding spontan abgesagt. Fahrzeugstörung angeblich. Die alten 4020er sind nicht mehr planmäßig im Einsatz, außerplanmäßig aber weiterhin, sonst würden derzeit so einige Züge ausfallen. Nur will man die eigentlich auch los werden.

Jetzt mal ganz davon abgesehen, dass das Wiener S-Bahnnetz eher so ist, dass man die S-Bahn Mitteldeutschland genommen und hochskaliert hat, mein Eindruck in München war - gut, das ist jetzt auch schon ein Jahr her, dass ich dort zuletzt die S-Bahn nutzte - dass die S-Bahn dort recht verlässlich ist und verglichen zu dem, was ich in Wien so erlebe, auch irgendwie besser organisiert ist.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Pendler sagen das Gegenteil

musicus, Dienstag, 07.07.2026, 18:14 (vor 2 Tagen) @ J-C

- kein Text -

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ƪ(ړײ)‎ƪ​​ Bwmz¹¹¹⁻² ƪ(ړײ)‎ƪ​​

In wiefern?

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 07.07.2026, 20:12 (vor 2 Tagen) @ musicus

- kein Text -

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

die fluchen hier wie dort...

JeDi, überall und nirgendwo, Mittwoch, 08.07.2026, 20:25 (vor 1 Tag, 10 Stunden, 37 Min.) @ musicus

- kein Text -

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Weg mit dem 4744!

Zustimmung

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 08.07.2026, 20:42 (vor 1 Tag, 10 Stunden, 19 Min.) @ JeDi

- kein Text -

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Oh je ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 07.07.2026, 00:07 (vor 3 Tagen) @ JM
bearbeitet von Der Blaschke, Dienstag, 07.07.2026, 00:09

Hey.

BC100 1. Klasse / 1. Klasse Flexpreis Inhaber haben in meiner Vorstellung ein Notebook, eine Aktentasche und einen Trolley Koffer dabei und tragen einigermassen geschäftliche Kleidung.

Das sind die Schlimmsten. Pseudoreiche und Pseudowichtige. Beim Befragen gern von oben herab und stets gehetzt wirkend vermitteln sie das Gefühl, es sei eine Art Ehre für den kaputten Fahrgastbefrager, sie belästigen zu dürfen. Wo sie doch so wichtig sind. Und Geld für einen eigenen Zug hätten. Und die Befragung sie grad von Geschäften in Millionenhöhe abhält. Zitat von Peter Klöppel: "Beeilen Sie sich, ich muss arbeiten!" Ich sag: "Ich auch. Paßt ja gut."

Die tun mir stets leid. In Wahrheit Karl Ar... im Dienst, 16 Std Maloche täglich, dann muss Mausi beglückt werden und die Brut ruhiggestellt werden. Riesen Haufen Schulden für Palast, SUV, Pferde, Reitstunden und Klavierunterricht und Nachhilfelehrer für den Nachwuchs. Ganz traurige Gestalten.

Völlig anders dagegen die wahren Reichen. Die sitzen fröhlich und völlig tiefenentspannt da. Sprechen mich erstmal mit Namen an. Beherrschen perfekt Smalltalk und Konversation. Und stören sich an nix. Weil sie wissen, dass ihr Geld reicht, dass sie sich am nächsten Bahnhof auch einen Hubschrauber chartern könnten oder einen Ferrari. Zum Schluß verabschieden sie sich höflich und elegant und wieder mit direkter Namensansprache.

Ein paar Mal habe ich solche Leute auch schon in der 2 sitzen sehen trotz Tickets für die 1. Die erzählten dann, dass sie sich in der 2 viel wohler fühlen statt zwischen den ganzen Wichtigtuern in der 1. Das 1. Klasse-Ticket kaufen die quasi nur auf Vorrat - wenn's mal in der 2 zu voll wird oder Fußballfans oder Junggesellinnenabschiede über die Stränge schlagen.


Was zumindest früher ein Erlebnis war - ich weiß nicht, ob's das heute noch gibt: der Nachmittags-ICE ab Frankfurt nach Amsterdam. Mit niederländischem Schaffner. Ziemlich jeder Banker/Broker/Händler in der 1 meint von sich, er sei der wichtigste im Zug und eigentlich gehöre ihm die Bahn. Und dann ein fröhlich entspannter pragmatischer niederländische Schaffner, dem dieses von oben herab, wie sich ja deutsche behördendenkenverliebte Schaffner gern geben, völlig fremd ist. Wenn der Fahrgast 130% Service in jeder Sekunde erwartet und der Niederländer erstmal Coras "Komm, wir fahren nach Amsterdam" einspielt. Was den Deutschen nach der GEMA rufen läßt ... Da stoßen Welten aufeinander. Herrlich ...


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Oh je ... ist da jemand falsch abgebogen?

JM, Dienstag, 07.07.2026, 07:30 (vor 3 Tagen) @ Der Blaschke

Guten Morgen Jörg,

Danke für deine Pauschalkritik.
Ob es sich bei Geschäftsleuten ausnahmslos um traurige Gestalten handelt, mag ich zu bezweifeln. Wie auch bei Fahrgastbefragern wird es bei Geschäftsleuten verschiedene Charaktere geben: Manche glücklich, manche erfolgreich, manche gescheitert, manche unglücklich und manche mit Problemen.

Tatsächlich finde ich das von dir geschilderte Verhalten von Peter Klöppel souverän: er nimmt sich für die freiwillige (?) Fahrgastbefragung aus Respekt Zeit und bittet freundlich um eine schnelle Durchführung, nur um dann einen pampigen Kommentar deinerseits zu erhalten.
Peter Klöppel macht die Fahrgastbefragung in seiner Freizeit, du machst sie in deiner Arbeitszeit.

Nee, das ist mir nur mal in der Schwebebahn passiert ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 07.07.2026, 13:15 (vor 3 Tagen) @ JM

Hallo.

Danke für deine Pauschalkritik.

Ja, bitte. Gern.

Ob es sich bei Geschäftsleuten ausnahmslos um traurige Gestalten handelt, mag ich zu bezweifeln. Wie auch bei Fahrgastbefragern wird es bei Geschäftsleuten verschiedene Charaktere geben: Manche glücklich, manche erfolgreich, manche gescheitert, manche unglücklich und manche mit Problemen.

Ja, Ausnahmen bestätigen die Regel. Natürlich gibt es auch Gute - wie es auch schlechte Erheber gibt.

Tatsächlich finde ich das von dir geschilderte Verhalten von Peter Klöppel souverän: er nimmt sich für die freiwillige (?) Fahrgastbefragung aus Respekt Zeit und bittet freundlich um eine schnelle Durchführung, nur um dann einen pampigen Kommentar deinerseits zu erhalten.
Peter Klöppel macht die Fahrgastbefragung in seiner Freizeit, du machst sie in deiner Arbeitszeit.

Das hatte ich nicht so deutlich erwähnt - es war eben nicht freundlich, sondern ziemlich unfreundlich, recht arrogant und sehr von "oben herab".

Ja, NATÜRLICH ist die Befragung immer freiwillig! Geht ja auch nicht anders. Wie sollte ich einen Zwang denn durchsetzen? Mit Folter oder Rauswurf drohen? Bei letzterem bekäme ich noch immer keine Antworten ... Wahrheitstrunk spritzen? Eine FN ausstellen - warum?

Es ist also völlig logisch, dass die Teilnahme freiwillig ist.

Ich habe da mein eigenes Konzept. Psychologen und Vorgesetzte drehen ab, weil ich stets eröffne mit: "Darf ich kurz stören?" In jedem Interviewerhandbuch wird von dieser Frage dringend abgeraten - der Kunde kann "Nein" sagen und das Interview ist vorm Start beendet. Mein Trick besteht darin, die Antwort gar nicht abzuwarten. Sondern ich quassele ohne Pause weiter: "Ich mache eine Fahrgastbefragung für *Unternehmen*. Ich würde gern den Fahrschein sehen und Ihnen 4 bis 5 Fragen dazu stellen. Wenn Sie nichts dagegen haben." So fühlt sich der Fahrgast ernst genommen; ich habe ja gefragt. Und so ist es ihm unangenehm, jetzt bewußt NEIN zu sagen. Das klappte fast immer. Steht so zwar in keinem Handbuch, ist aber erfolgreich. Aber von Praxis haben diese Theoretiker wie so oft eben keine Ahnung.

Es gibt eine kleine Minderheit, die sich dran ergötzt, möglichst unfreundlich, laut und arrogant abzulehnen. Sie meinen dann, mich zu treffen. Das sind so Menschenhasser - mit denen hab ich Mitleid. Übrigens geschieht es dann oft, dass deren Unfreundlichkeit bei den Nachbarn, die das mitbekommen, den Mitleidseffekt auslöst - der arme Junge macht doch nur seinen Job und wird blöde rüde angegangen; sie machen dann besonders freundlich mit.

Einige reagieren gar nicht. Auch bemitleidenswert. Die meisten sagen freundlich ab. Ich beruhigen sie dann, sei völlig okay, wünsche noch einen schönen Tag und alles ist gut!

Witzig, wenn sie nicht so direkt Nein sagen wollen. Oft höre ich einen Seufzer: "Hach - das habe ich jetzt schon so oft gemacht!". Ich spotte dann stets mit einem Lächeln: "Da fragen Sie mich mal ...". Die Reaktionen sind dann immer ganz interessant ... ;-)

Lustig mal: Papa sagt barsch NEIN, "Lassen Sie mich mit dem Sch... in Ruhe!". Sein Junge, so um die 14: "Du Papa, mich interessiert das aber! Ich möchte da wohl mitmachen!". Ich sag zum Jungen: "Dann frag mal Papa nach dem Fahrschein." Der Junge total nett, neugierig und aufgeschlossen, während bei Papa die Blutadern immer deutlicher hervortreten und man den Gedanken förmlich lesen konnte; "Wie hat Mama das Balg bloß erzogen?". Herrlich.

Überhaupt Kinder ... Eins erzählte mal, dass man jetzt zum Papa fahre. Mama habe sich getrennt, Papa wolle Mama aber unbedingt wiederhaben. Aber Mama habe einen neuen Mann. Der sei voll doof, spiele nie mit ihr und trinke abends immer Alkohol. Sie suche schon einen anderen Freund für Mama, bis Papa zurück komme. Ich sei doch auch ganz lieb, ob ich nicht mit Mama ... Die schaute konsterniert angestrengt aus dem Fenster; jede weitere Frage hatte sich erledigt. Der halbe Zug hörte derweil gespannt zu; für sowas muss man sonst ins Theater oder Kino. Beim Aussteigen am Endbahnhof mußte erstmal jeder schauen, wer das war. Mama saß mit hochgeklapptem Kragen und Schal tief im Gesicht da; die Kleine "Mama, wir müssen doch aussteigen!" - "Ja, Kind, wenn alle weg sind", zischte sie. "Tschüß Onkel" sagte die Kleine noch und dann schoß Mama mit ihr ab. Ich schätze mal, den nächsten Interviewer schickt sie ganz schnell weiter ...

Oder der Kleine, der nach dem Interview fragte, "Du, Mama, warum ist der Schaffner denn heute so dick?". Meinte natürlich mich. Mama wurde knallrot wie ne Osram-Lampe. Ich zurück zum Bub und ihn gefragt, ob er beim Einkaufen an der Kasse quengelt und er ne Leckerei bekommt. Ja, bekomme er, gab er zu. "Siehste, dann wird man so dick!!!". Wie der mich dann in der Sekunde völlig panisch anschaute - unvergessen ... Ich sag zu Mama: "Sie haben in Zukunft das artigste Kind an der Kasse". Leichte Heiterkeit im Zug; Mama war bedient und der Kleine fertig mit den Nerven.

Morgens im RE. Ein Mädel, original Chantal-RTL 2 telefonierte laut mit ihrer Freundin im Gossen-Slang. Die und die seien Schlampen; der vögele die usw usw., unterstes Niveau. Dann beim Interview tobte sie bei mir, Frechheit, dass sie trotz Corona zur Schule müsse und und - als ob ich der Gesundheitsminister wär. Irgendwann sagte ich: "Sie haben völlig Recht: das Sie zur Schule müssen, ist totaler Quatsch". Sie entzückt, rief gleich die Freundin wieder an, "der Schaffner hat auch gesagt, dass das eine Frechheit ist." Nein hab ich nicht. Bei den umsitzenden Fahrgästen hatten die alle ein Lächeln im Gesicht - jeder hatte verstanden, was ich sagen wollte ...

Ach, da gibt es 10.000 herrliche Geschichten.

Gerührt war ich mal, wo eine Clique Jugendlicher zum Mäcches wollten in Bantorf, wir uns nett unterhielten und die mich nach meiner Rückfahrt fragten. War auch ihr Rückfahrtzug. Die brachten mir dann tatsächlich 2 Hamburger mit. Ich sei sehr nett zu ihnen gewesen; das erlebten sie von Erwachsenen ständig anders; auch von vielen Eisenbahnmitarbeitern, die stets latent abweisend und unfreundlich seien ihnen ggü. Dabei benähmen sie sich doch. Hat mich sehr berührt und sehr nachdenklich gemacht.

Ich versuche stets, für etwas gute Laune zu sorgen. Dass wir auch mal lächeln und Spaß haben. Und mir ist auch wichtig, gerade zu Jugendlichen einen Draht zu bekommen. Was grad Mode ist, was die so umtreibt usw. Ein Fall war mal tragisch. Der Junge bat mich, seine Mama anzurufen. Dann fragte er mich, wie ich mit der Welt klarkäme. Er könne die ganzen Nachrichten nicht mehr ertragen. Ich beruhigte ihn; in unserer Jugend habe es auch stets Katastrophen gegeben; sei alles halb so schlimm. Er bedankte sich. Nachmittags rief mich Mama an. Der Junge sei depressiv und aus der Jugendpsychiatrie abgehauen. Ich hätte ihm jetzt aber Auftrieb gegeben. Ich erzählte, dass ich mich mit dem Krankheitsbild sehr gut auskenne. Mama fragte, ob sie oder er sich mal melden dürften, wenn sie Hilfe bräuchten. In der Folge telefonierten wir auch ein paar Mal. Dann rief Mama tränenerstickt an, bedankte sich, aber der Junge habe sich vor den Zug gestellt und Schluß gemacht. Mir wurde da erst richtig klar, was wir mit den Corona-Beschränkungen bei den Kindern und Jugendlichen angerichtet haben. Das meiste völlig unnötig; dafür verachte ich die Politiker zutiefst. Ich habe damals einige Monate mit dem Befragen ausgesetzt; das musste ich auch erstmal verdauen, da konnte ich nicht fröhlich zu den Fahrgästen sein.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Nee, das ist mir nur mal in der Schwebebahn passiert ...

Alter Köpenicker, BSPF, Mittwoch, 08.07.2026, 18:50 (vor 1 Tag, 12 Stunden, 11 Min.) @ Der Blaschke

Tatsächlich finde ich das von dir geschilderte Verhalten von Peter Klöppel souverän: [...]

Das hatte ich nicht so deutlich erwähnt - es war eben nicht freundlich, sondern ziemlich unfreundlich, recht arrogant und sehr von "oben herab".

Genau so habe ich den Mann auch kennengelernt.

Die meisten sagen freundlich ab. Ich beruhigen sie dann, sei völlig okay, wünsche noch einen schönen Tag und alles ist gut!

Naja, was soll man sonst auch machen? Im Grunde stehe ich solchen Befragungen positiv gegenüber, habe aber auch nicht immer Lust dazu.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

wachtberghöhle, Montag, 06.07.2026, 21:00 (vor 3 Tagen) @ JM

Hallo miteinander,

ich hatte jetzt das Glück, ein paar Mal in die DB Premium Lounge in München zu dürfen.

Immer wenn ich die Premiumlounge besuche hat das nichts mit Glück zu tun, sondern liegt schlicht daran, dass ich die Zugangsvoraussetzung erfülle.

In München war ich über die letzten Monate an verschiedenen Wochentagen in der Lounge und auch zu unterschiedlichen Uhrzeiten und sogar mal am Wochenende und mir ist aufgefallen, dass es da eine handvoll Stammgäste zu geben scheint, die immer auch dann in der Lounge gewesen sind als ich dort gewesen bin. Die kannten und grüßten sich untereinander, hatten auch kein Gepäck dabei und sahen nun nicht wie die typischen Geschäftsleute aus.

Wie sieht denn heutzutage ein "Geschäfstleut" aus?


Die sahen eher so aus, als ob die den ganzen Tag in der Lounge sitzen und sich unterhalten und verpflegen lassen. Wie Besitzer einer BC100 sehen die Herren meiner Ansicht nach auch nicht aus.

Wie muss ich mir diese Spezielle Spezie vorstellen?


Ich frage mich nun: Wie machen die das? Gab es früher mal eine BahnCard, mit der man auf Lebenszeit in die Lounge darf? Gibt/gab es irgendein anderes Schlupfloch? Gab es mal einen Trick?

Eigentlich ist ganz einfach: QR-Code auf den Leser halten und schauen, was passiert.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

JM, Montag, 06.07.2026, 21:03 (vor 3 Tagen) @ wachtberghöhle

Danke für deinen konstruktiven Beitrag.
Ich finde schon, dass ich mich glücklich schätzen kann mitunter die Zugangsvorraussetzungen zu erfüllen.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

Gambrinus, Montag, 06.07.2026, 21:38 (vor 3 Tagen) @ JM

In meinen Münchner Zeiten war ich auch einige Male in der Premium Lounge. Damals gab es schon die "Stammgäste". Mit einigen hatte ich mich auch mal unterhalten und kenne so einige Geschichten bzw. Gerüchte rund um diese "Gruppe".

Alle, die ich kannte, hatten damals die BC 100 erste Klasse. Wer wirklich konsequent jeden Tag dreimal in die Lounge geht und sich dort verköstigen lässt und dafür letztlich "nur" gute 20€ am Tag zahlt, muss ja kaum noch einen Kilometer Zug fahren. So hat sich die Karte ja schon fast von alleine gelohnt.

Wenn Du dann noch ein paar Gleichgesinnte zum reden, philosophieren oder was auch immer triffst, ergibt das Ganze aus deren Sicht sicher Sinn.

Kritisch wurde es für die Stammgäste meist dann, wenn sie sich in irgendwelche DB-internen Dinge eingemischt haben. Einige von denen standen bestimmt einige Male kurz vor´m Hausverbot bzw. hatten dieses für eine gewisse Zeit. Dumm waren die alle nicht, aber halt sehr speziell.

Gruß, Gambrinus!

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

JM, Montag, 06.07.2026, 21:43 (vor 3 Tagen) @ Gambrinus

Hallo Gambrinus,

Danke für deine freundliche Antwort.
Dann werde ich wohl bei einem der nächsten Aufenthalte auch mal das Gespräch suchen und vielleicht mehr erfahren. Eventuell lerne ich von denen noch den ein oder anderen Trick.

Ist das ein Münchner Phänomen? Oder gibt es vergleichbare Truppen auch in anderen Premium Lounges?

BC100F

sflori, Montag, 06.07.2026, 22:25 (vor 3 Tagen) @ Gambrinus
bearbeitet von sflori, Montag, 06.07.2026, 22:26

Alle, die ich kannte, hatten damals die BC 100 erste Klasse. Wer wirklich konsequent jeden Tag dreimal in die Lounge geht und sich dort verköstigen lässt und dafür letztlich "nur" gute 20€ am Tag zahlt, muss ja kaum noch einen Kilometer Zug fahren. So hat sich die Karte ja schon fast von alleine gelohnt.

Gibt bestimmt auch Leute, die die BC100F vom Arbeitgeber bekommen, weil ab und an Dienstreisen anstehen. Für Firmen ist das deutlich bequemer, als einzelne Reisekosten abzurechnen. Die Firmen zahlen dann zwar auch die 8.000 € an die DB, geben dann aber schon die Karte auf Firmenkosten raus, wenn der Mitarbeitende für deutlich weniger Geld Dienstreisen unternehmen muss.


Bye. Flo.

Clubmitgliedschaft für 21€ / Tag

Holger2, Montag, 06.07.2026, 21:43 (vor 3 Tagen) @ JM

- kein Text -

Clubmitgliedschaft für 21€ / Tag

JM, Montag, 06.07.2026, 21:53 (vor 3 Tagen) @ Holger2

Ja, da bin ich mir halt nicht so sicher wie die das machen. Haben die wirklich eine BC100 1. Klasse?
An sich reicht ja auch eine Kombination aus BC100 2. Klasse und ein paar Tickets: die BC100 2. Klasse kostet 4900€ - zum Platin Status fehlen noch 1100€. Wenn man dann noch 7 Tickets von Füssen nach Sylt (Flexpreis 157€) bucht, hat man die 6000 Bahn Bonus Status Punkte für 6000€ erreicht.

Sind dann schon „nur“ noch 16€/Tag.

Aja…und jetzt wollte ich spaßeshalber schreiben, dass man bei den Fahrten von Füssen nach Sylt eh wieder 50% zurück bekommt weil mehr als 2h Verspätung bei dieser komplexen Verbindung, fällt mir noch was ein: Als BC100 Kunde kann man doch auch eine Entschädigung erhalten?

Ich will hier niemanden was unterstellen…aber vielleicht gibt es ja doch noch Tricks zur Optimierung.

Zu jedem Besuch ein gültiges Fernverkehrsticket erforderlich

Matze86, München, Montag, 06.07.2026, 22:04 (vor 3 Tagen) @ JM

Ja, da bin ich mir halt nicht so sicher wie die das machen. Haben die wirklich eine BC100 1. Klasse?
An sich reicht ja auch eine Kombination aus BC100 2. Klasse und ein paar Tickets: die BC100 2. Klasse kostet 4900€ - zum Platin Status fehlen noch 1100€. Wenn man dann noch 7 Tickets von Füssen nach Sylt (Flexpreis 157€) bucht, hat man die 6000 Bahn Bonus Status Punkte für 6000€ erreicht.

Sind dann schon „nur“ noch 16€/Tag.

Aja…und jetzt wollte ich spaßeshalber schreiben, dass man bei den Fahrten von Füssen nach Sylt eh wieder 50% zurück bekommt weil mehr als 2h Verspätung bei dieser komplexen Verbindung, fällt mir noch was ein: Als BC100 Kunde kann man doch auch eine Entschädigung erhalten?

Ich will hier niemanden was unterstellen…aber vielleicht gibt es ja doch noch Tricks zur Optimierung.

Du vergisst, dass man für jeden Eintritt in die Lounge nicht nur den Status benötigt, sondern zusätzlich auch ein gültiges Fernverkehrsticket!

Zu jedem Besuch ein gültiges Fernverkehrsticket erforderlich

JM, Montag, 06.07.2026, 22:10 (vor 3 Tagen) @ Matze86

Hallo Matze86,

Ja, aber eine BC100 ist ja ein gültiges Fernverkehrsticket.
Mit BC100 2. Klasse braucht man noch den Platin Status um in den Premium Bereich zu kommen.

Rückerstattung ;-)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 06.07.2026, 23:46 (vor 3 Tagen) @ JM

Hallo.

Als BC100 Kunde kann man doch auch eine Entschädigung erhalten?

Na klar. Jeder, der nicht völlig auf den Kopf gefallen ist, bekommt 25% zurück.

Ich will hier niemanden was unterstellen…aber vielleicht gibt es ja doch noch Tricks zur Optimierung.

Da braucht man nicht tricksen. Pro Std-Verspätungsfall gibt's 10 Euro bzw 15 Euro. In der 2. Klasse also 4.900€ * 25% = 1.225€. Geteilt durch 10€ = 123 Verspätungsfälle. In der 1. Klasse 8.000€ * 25% = 2.000€. Geteilt durch 15€ = 134 Verspätungsfälle. Beides sollte in 365/366 Tagen kein allzugroßes Engagement erfordern ...


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Rückerstattung ;-) BC100 - 7200€/Jahr?

JM, Dienstag, 07.07.2026, 07:36 (vor 3 Tagen) @ Der Blaschke

Guten Morgen Jörg,

Danke für deine Antwort.
Im Prinzip kann man ja dann täglich für 2 Fahrten eine Entschädigung beantragen: 2*10€*365Tage =7.300 Euro?
Das wäre schon ziemlich dreist und frech.

Wie läuft das als Fahrgastbefrager? Hast du eine BC100 und darfst in die Lounge? Bekommst du Entschädigung bei Zugverspätung?

Ist auf 25% des BC100-Preises gedeckelt

Matze86, München, Dienstag, 07.07.2026, 09:44 (vor 3 Tagen) @ JM

- kein Text -

Rückerstattung ;-) BC100 - 7200€/Jahr?

JoeO, Braunschweig, Dienstag, 07.07.2026, 09:49 (vor 3 Tagen) @ JM

Im Prinzip kann man ja dann täglich für 2 Fahrten eine Entschädigung beantragen: 2*10€*365Tage =7.300 Euro?
Das wäre schon ziemlich dreist und frech.

Das geht natürlich nicht, da maximal 25% Des Zeitkartenpreises erstattet wird. Bei einer BC 100 F bekommt man daher maximal 133 mal die 15 EUR pro verspäteter Fahrt. Für die 134. Verspätung gibt es nur noch 4,75 EUR. Weitere Verspätungen innerhalb der Laufzeit werden nicht entschädigt!

Bei der BC 100 für die Holzklasse bekommst Du maximal für 122 eingereichte Verspätungen die 10 EUR. Für die 123. Verspätung gibt es auch nur noch 4,75 EUR. Weitere Verspätungen innerhalb der Laufzeit werden dann ebenfalls nicht entschädigt!

Das hat Jörg aber hier schon vorgerechnet!

Rückerstattung ;-) BC100 - 7200€/Jahr?

JM, Dienstag, 07.07.2026, 10:57 (vor 3 Tagen) @ JoeO

Hallo JoeO, Hallo Jörg,

Ja, verstanden. Sonst wäre es auch zu einfach.

Zählerleben.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 07.07.2026, 11:59 (vor 3 Tagen) @ JM
bearbeitet von Der Blaschke, Dienstag, 07.07.2026, 12:04

Hallo.

Wie läuft das als Fahrgastbefrager? Hast du eine BC100 und darfst in die Lounge?

Nein. Ich habe lediglich Fahrtberechtigungen für die Strecken, die ich erhebe. Dort darf ich bis zu 12 Std vorher und 12 Std nachher reisen.

Muss ich zur An- oder Abreise zur/von der Erhebung andere Strecken und Unternehmen nutzen, ist das meine persönliche Angelegenheit, mich um einen Fahrschein zu kümmern.

Früher fragte man regelmäßig die Schaffner und bat höflich um kostenlose Mitnahme. Das klappte auch stets. Ausnahmen waren Westfalenbahn und Metronom. Bei der Westfalenbahn bekamen die Personale Druck durch den damaligen Leiter Herrn Blüm (der heute beim Metronom dilettiert), der denen jegliche Kulanz verbot. Später unternahm eine Dame aus Rheine die Rolle. Bis heute hat sich da nichts geändert; man hält sich in dem Laden noch immer elitär. Ähnlich beim Metronom; da macht das Personal stets Zirkus und schreibt gnadenlos FN.

Ich mußte ne Zeitlang oft von Buchholz nach Harburg. Fix Tix zupfen und dann bin ich stets mit DB-Rucksack auffällig unauffällig in den Metronom eingestiegen und hab mich direkt auf WC eingeschlossen. Mehrfach stand, als ich dann kurz vor Harburg rauskam, der Schaffner vor mir. Siegerlächeln schon aufgesetzt: "Ihren Fahrschein möchte ich gerne mal sehen!". Die Enttäuschung war jedesmal groß ...

Witzig mal beim Nachtstern Hannover, als der noch DB war. Schaffner war weg; ich stand in Hannover draußen so am Zug. Kam einer von der Westfalenbahn. Ja, er wisse, seine Kollegen seien nicht immer freundlich zu uns (er hielt mich für einen DBler), ob er trotzdem bis Minden mitdürfe. Durfte er ...

Im RE 8 Hannover ==> Bremen sprach mich ne Metronomistin mal an, ob das in Ordnung sei, wenn sie bis Bremen zum Dienst mitdürfe. Durfte sie auch ...

Ich saß in Minden, spreche mit dem Lokführer der Westfalenbahn. "Fährste mit?" - "Nee, darf ich doch nicht!" - "Hä? ICH bin der Zugführer. Du fährst mit. Wenn der Mitarbeiter kommt, schickste den zu mir!". Zug kam, der Schaffner dann auch. Machte sofort Zirkus. Ich sag, er solle sich beim Zugchef melden. Er da rein; ich hörte lautes Getöse und dann kam er raus, schoß kommentarlos ab und ward nicht mehr gesehen.

Westfalenbahn und Metronom gehörten nie zur Eisenbahnerfamilie; die hielten (und halten) sich für was besseres.

Es gab auch Berechtigungen für Nutzung des Fernverkehrs. Es mußte sich offiziell aber um Erhebungen für DB-Züge handeln; FV und NV. Diese Berechtigung war offiziell durch die Einsatzverfügung nachzuweisen. 99,999999% der Schaffner akzeptierten aber auch eine Mitfahrt von/zur Privatbahnerhebung.

Offiziell war die Denkweise eben so: ich bin selbstständig; An- und Abreise sind meine private Sache - ich bin ja frei, den jeweiligen Erhebungsauftrag anzunehmen oder abzulehnen.

Der DB war die freie An- und Abfahrt stets ein Dorn im Auge. "Zählausweistourismus" nannte sie das. Bsp.: Unsere Zählfirma hatte die S-Bahn Nürnberg. Ich lasse mir da ne 30-Minuten-Tour geben. Dann darf ich kostenlos von Osnabrück nach Nürnberg fahren und wieder zurück. So konnte man gratis so mache Ecke Deutschlands erreichen.

Mittlerweile habe ich das Deutschlandticket privat. Da hat sich im Nahverkehr die Problematik erledigt. Manchmal frage ich, wenn ich die Umstände für günstig betrachte und der Zugchef sympathisch erscheint, am Fernzug und bitte um Mitfahrt. Dort gilt noch die "Eisenbahnerfamilie" - zu 99,9999999% wird mir die Mitfahrt ermöglicht. Das ist sehr schön, dass hier an der Basis zusammengehalten wird; lass die hohen Herren oben "Teile und herrsche" spielen - uns hier ganz unten interessiert das nicht. Da können sie oben Rundschreiben noch und nöcher verschicken. Außerdem brauchen sie uns ja - Schaffner sind wie Fahrgastbefrager knapp.

Mangels Tickets darf ich nicht in die Lounge. Ich will da aber auch gar nicht rein. Nicht meine Welt. Da fühle ich mich unwohl.

Bekommst du Entschädigung bei Zugverspätung?

Mangels Ticket: nein.

Bei Erhebungen bekomme ich i.d.R. ab einer Verspätung von 10 Minuten die "Überstunden" minutengenau honoriert.

Zugausfälle des Betreibers bekomme ich in den meisten Projekten voll honoriert. Aufträge darf ich bis zu 72 Std vorher absagen; der Auftraggeber bis zu 24 Std. Die Regelungen sind bei allen Erhebungsunternehmen ziemlich ähnlich. Pausen und Wendezeiten, die bei Erhebungspaketen (also mehrere Fahrten verknüpft) bekomme ich je nach Projekt honoriert - bei DB RES allerdings nie! Das Honorar ist je Projekt immer etwas individuell geregelt. Prinzipiell liegt es etwas über Mindestlohn. Gilt aber eben nur für reine Erhebungszeiten - An- und Abreise ist Privatsache. Allerdings haben die Erhebungsfirmen die Möglichkeit, Sonderkosten zu erstatten bzw Sonderzahlungen zu leisten. Das Thema kommt stets bei notwendigen Übernachtungen auf. Das ist dann immer Verhandlungssache. Hängt davon ab, wie wichtig die Erhebung ist, wieviel Geld ist im Topf beim Auftraggeber und wie leistungsbereit ist der Erheber (Stichwort: Anzahl der geführten Interviews). I.d.R. muss anschließend kein Nachweis der tatsächlichen Aufwendungen erbracht werden. Man läßt sich Hotelkosten vergüten, sitzt die Nacht aber bei McDonalds ab. Oder fährt am Wochenende z.B. in Bremen mit dem Nachtbus spazieren ;-) (der Kollege saß in Bremen im "Gleis 11" die paar Std ab). Ein Kollege legte sich gern in einem innerstädtischen ehemaligen Friedhof zum Schlafen. Die vergüteten Sonderkosten sind dann halt eine nette Zusatzeinnahme.

Generell: zum Reich werden ist der Job ungeeignet. Als Nebenjob gut, wenn Geld verdienen nicht die einzige Triebfeder ist. Nur selten gibt's ausreichend Aufträge direkt vor der Tür (wobei ich in Osnabrück da nicht klagen kann: Westfalenprojekte; Nordwestbahn im Weser-Ems-Netz, DB-Expresskreuz Niedersachsen). Wer also gern unterwegs ist, kann rumkommen. Und man muss Menschen lieben. Das schöne auf dem Zug ist, dass man alle Schichten, Nationalitäten etc trifft - im Gegensatz zur Vereinsmeierei und Freundschaften, wo man ja meist eher in seinem Milieu verweilt. Ich genieße bei Befragungen vor allem die Frage nach dem Grund der Fahrt - da sind viele doch sehr auskunftsfreudig. Man erfährt viel über Menschen und was sie so umtreibt. Da givts viele tolle kurze Unterhaltungen. Und im Gegensatz zur medialen öffentlichen Darstellung gibt es mit 99,999999999999999999999% der Fahrgäste überhaupt gar keine Probleme!!!! Auch im größten Chaos nicht. In der Regel machen so um die 95% der Fahrgäste die Befragungen auch mit. Das ist alles völlig easy. Kann ich jedem nur empfehlen. Bahnfans sowieso - denn natürlich bekommt man auch über Eisenbahn so manches mit. Die meisten Personale sind uns wohlgesonnen - wenn sich die Fahrgäste bei mir auslassen über das Chaos, haben sie ihre Ruhe ;-). Einige wenige betrachten uns als Konkurrenz - sie wollen Chef im Zug sein. Bei Lokführern sind wir allerdings eher unbeliebt; i.d.R. sehen die Vorgaben vor, den Fahrgastwechsel vom Bahnsteig aus zu beobachten. Und da braucht man halt Feeling und Zeitgefühl, um nicht zu kurz am Bahnsteig zu stehen (dann rümpft mein Kontrolleur die Nase) und vor allem nicht zu lange - da gibt's, insbesondere im S-Bahn-Verkehr, schnell Mecker vom Lokführer. Da muss man Feingefühl haben.

So, das sollte das wesentliche gewesen sein. Ich mache das jetzt insgesamt seit 16 Jahren und genieße es noch immer.

Wie sagte mal einer der in anderem Beitrag beschriebenen "Arrogantis" ziemlich herablassend: "Ach guck, in meiner Jugend hab ich das beim Studium auch mal gemacht." Seine Frau guckte etwas fragend. Ich verstand aber und meinte nur fröhlich: "Guck, Sie haben dann Karriere gemacht, während ich hier unten stehen geblieben bin." Der Frau war seine Aussage dann etwas peinlich; er schaute drein wie die Ente im China-Restaurant: süß-sauer.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Rückerstattung ;-) BC100 - 7200€/Jahr?

RadExpress, Mittwoch, 08.07.2026, 20:18 (vor 1 Tag, 10 Stunden, 43 Min.) @ JM

Aber auch da wird demnächst geringer. Durch die Digitale BC100 kann die Bahn direkt nachweisen ob man im verspäteten Zug saß oder nicht . Bin gespannt wie das wird.

Zumindest wird es weniger Missbrauch geben

Rückerstattung ;-) BC100 - 7200€/Jahr?

JeDi, überall und nirgendwo, Mittwoch, 08.07.2026, 20:24 (vor 1 Tag, 10 Stunden, 37 Min.) @ RadExpress

Aber auch da wird demnächst geringer. Durch die Digitale BC100 kann die Bahn direkt nachweisen ob man im verspäteten Zug saß oder nicht .

Wie das?

--
Weg mit dem 4744!

Entschädigung ;-) BC100 - Fahrtabbruch vor der Fahrt

JM, Donnerstag, 09.07.2026, 14:54 (vor 16 Stunden, 7 Minuten) @ RadExpress

Aus dem wahren Leben: ich wollte von München nach Budapest mit dem „letzten“ Railjet des Tages.
Mein Zubringerzug war derart verspätet, dass ich die Fahrt gar nicht erst angetreten bin (stattdessen dann letzten Flug genommen).

Insofern habe ich kostenfrei storniert (und keine Entschädigung erhalten.) Als BC100 würde es aber doch trotzdem eine Entschädigung geben. (?)

Exakte Beobachtung!

Mühli, Dienstag, 07.07.2026, 00:03 (vor 3 Tagen) @ JM
bearbeitet von Mühli, Dienstag, 07.07.2026, 00:06

Hallo JM,

mich hat Deine "Anfrage" sofort getriggert - spricht sie mir doch in ihrer "Verwunderung" aus der Seele.
(Ich bin im übrigen auch ein BC100F-Nutzer, der nicht so aussieht, wie man sich das pauschal vorstellt)
Tatsächlich halten sich in München, nach meiner Schätzung sind es ca. 10 Personen, "Stammgäste" auf, die keineswegs den Eindruck erwecken, auf der Durchreise zu sein. Laut den gut mithörbaren Gesprächen sind sie durchaus Bahn-Affin, miteinander bekannt und zumindest spät Nachmittags und Abends sehr regelmäßig anwesend. In der Regel, bis zur Schließung der Lounge.

So ist die Münchner Lounge auch die unruhigste. Selbst die meist eher überfüllte Berliner Lounge ist ruhiger. In München wird von den angefragten Personen in der Regel so laut diskutiert, dass man - sie sitzen meist an den vorderen zwei Tischen - dies auch an den Einzelstühlen im hinteren Bereich lückenlos verfolgen kann. Das muss man tolerieren, nach einer evt. hektischen und überfüllten Zugfahrt wünscht man sich vielleicht aber auch die Ruhe manch anderer Lounge. Aber gut, ist keine Katastrophe.

Meiner Beobachtung nach, werden die Stammgäste ohne Zwischentöne oder Gemurre von den Service-Kräften bedient. Apropos Servicekräfte: Die sind in der Münchner 1.-Kl.-Lounge ausnehmend freundlich und nett. Vielleicht nicht immer 100% schnell - nicht selten gehe ich bei einem ca. 20 Minuten-Anschluss in München "unversorgt" auch wieder raus. Aber wirklich wohltuend freundlich - dickes Lob.

Ansonsten kenne ich nur in Berlin einen "Stammgast", und zwar auffällig seit Coronazeiten. Ein älterer Herr - tatsächlich auch keineswegs klassisches 100er Outfit - mit längerem Haar und damals sehr augenscheinlich: Stammgast auch auf den Anti-Corona-Demos und Demokratiekritisch. Den sehe ich seither regelmäßig in der Berliner Lounge. Zugfahren dagegen habe ich ihn noch nie gesehen. Das ist schon manchmal ein Phänomen, denn es gäbe günstigere Optionen, sich verpflegen zu lassen.

Noch ne kleine Anmerkung: In Berlin gibt es seit vielen Wochen keine Chips - man weiß auch nicht, ob jemals wieder welche ins Sortiment kommen. Der Münchner Vorrat ist noch unerschöpflich....

Geschlechterverhältnis

плацкарт, Dienstag, 07.07.2026, 07:34 (vor 3 Tagen) @ Mühli

Wie ist denn das Geschlechterverhältnis in den Lounges?

Geschlechterverhältnis

JM, Dienstag, 07.07.2026, 07:46 (vor 3 Tagen) @ плацкарт

Hi Platskart,
die Stammgäste in der Münchner Lounge sind meiner Beobachtung nach alle männlich. Wenn wir die jetzt mal ausklammern, würde ich sagen 1/3 Frauen. Wobei ich mir da nicht mal sicher bin.

Exakte Beobachtung! -> Tricks um Lounge Zugang zu erhalten?

JM, Dienstag, 07.07.2026, 20:07 (vor 2 Tagen) @ Mühli
bearbeitet von JM, Dienstag, 07.07.2026, 20:12

Hallo Mühli,

Danke für deine Rückmeldung.
Tatsächlich sitze ich auch nicht wie ein geschniegelter Berater in der Lounge und nutze diese auch einigermaßen oft privat und mit meinen kleinen Kindern - aber trotzdem sehe ich in meiner Selbstwahrnehmung anders aus als die mutmaßlichen Stammgäste.

Ja, ich habe es auch beobachtet, dass diese Stammgäste freundlich bedient und von den Mitarbeitern begrüßt werden.

Trotzdem oder gerade wegen des Gesamterscheinungsbilds frage ich mich, ob die sich wirklich eine BC100 angeschafft haben (oder Platin haben) um zu loungieren. Oder ob es doch eine andere Erklärung oder einen Trick gibt: Status auf Lebenszeit? Ehemalige Mitarbeiter? Tricks* beim Statuspunkte sammeln? IC Kuriere?

(*gelegentlich buche ich für meine Familie die Zugtickets über meinen Account. Das sind auch ein paar hundert Punkte im Jahr.)


Chips: Am Sonntag (vorgestern) gab es in der Münchner Lounge keine Chips. Ich habe stattdessen 4 Windbeutel bekommen ;) die Nussriegel von KIND sind meiner Ansicht nach fast ein gleichwertiger Ersatz.

Same in Berlin Hbf Lounge 2. Klasse

sfn17, Dienstag, 07.07.2026, 11:30 (vor 3 Tagen) @ JM

Es gibt auch dort (mittlerweile) 2-3 "Stammgäste".

Ich vermute, dass es sich um BC100-Nomaden handelt. Dass sie regulär berechtigt sind/sein könnten, bezweifele ich nicht.

Rant: Und ja, man kann Leute sehr wohl einschätzen nach Kleidung, Aussehen, Mimik, Verhalten und ggf. auch der Sprechweise (wenn man sie sprechen hört) - und noch besser, wenn man sie mit jemanden kommunizieren sieht/hört (da muss man gar nicht mal so genau "mithören"). Die gleichmacherischen Gegenargumente à la "Reiche sehe nicht wie Reiche aus" gerne stecken lassen und statt dessen mal ein bisschen an Menschenkenntnis arbeiten. Wie machen es denn Quartiers- und Grenzpolizisten eigentlich? Wie läuft es bei Bewerbungsverfahren, wenn es um enge Teamarbeit geht? Da guckt man - sogar sehr - auf den Habitus. Übrigens: Ich bin alt genug und weiß mittlerweile auch um meine Irrtümer. Danke für die weitere Beachtung.

Die og. 2-3 "Stammgäste" (alle so Herren Ende 40-Anfang 50, alte Kleidung) verhalten sich ausgesprochen ungepflegt: Sie stehen im Gang herum und trinken ein Getränk nach dem anderen. Sie stellen ihren Platz (Steh- oder Sitzplatz) mit den ganzen Gläsern und Pötten zu und müllen ihn mit Servietten und Zuckertüten. Ihren Platz räumen sie nicht von selbst mal auf, egal, wie dicht das schon zugemüllt. Ein Stammgast kommt abends und bedeckt seine Sitzecke nach und nach mit den ganzen Zeitungen. Er legt sie vor Schluss nicht wieder zusammen, sondern lässt es einfach liegen - oder, manchmal, stopft er das ganze Papier in einen der Mülleimer (zum Glück nicht in die Müllrutsche am Loungeregal).

Gut, dass diese Menschen nicht noch riechen (auch nicht nach der alte Kleidung) und die anderen Gäste nicht direkt belästigen.

Was an diesen Stammgästen nervt, ist ihr ungepflegtes Verhalten, wie oben beschrieben. Es gehört sehr wohl zu einem geschützten Aufenthaltsbereich dazu, dass man sich benehmen kann.


Aber nun, es ist einigen Menschen mittlerweile völlig schnuppe, ob sie im geschlossenen Raum (Lounge oder auch Abteil) zu einer guten Stimmung beitragen oder nicht, sondern halt vor sich waldschraten und komisch gucken. Merkt man gerade im Abteil immer, dass sich die anderen Fahrgäste kaum trauen, sich mal zu unterhalten. Solche Typen in meiner Nähe muss ich mir nicht mehr antun, sondern gehe halt woanders hin.

Weiterhin schönen Aufenthalt in den Lounges!

sfn17

--
SBO

Same in Berlin Hbf Lounge 2. Klasse

JM, Dienstag, 07.07.2026, 20:57 (vor 2 Tagen) @ sfn17

Hallo sfn17,

Danke für deinen rant.
Ganz so schlimm sind meine Beobachtungen in München zum Glück nicht.

Aber meine Frage bleibt bestehen: Wie bekommen die den Zugang?

BC100 Nomade => Meinst Du, die übernachten dann im ICE? Dann müssten sie ja morgens alle in einer anderen Lounge sein.

Oder gibt es noch andere Erklärungsversuche und Hypothesen?

Same in Berlin Hbf Lounge 2. Klasse

Gambrinus, Mittwoch, 08.07.2026, 15:44 (vor 1 Tag, 15 Stunden, 18 Min.) @ JM

Hallo sfn17,

Danke für deinen rant.
Ganz so schlimm sind meine Beobachtungen in München zum Glück nicht.

Aber meine Frage bleibt bestehen: Wie bekommen die den Zugang?

BC100 Nomade => Meinst Du, die übernachten dann im ICE? Dann müssten sie ja morgens alle in einer anderen Lounge sein.

Oder gibt es noch andere Erklärungsversuche und Hypothesen?

Die Nomaden - wenn man sie so nennen möchte - gehören aus meiner Sicht nicht so zu diesen "Stammkunden". Die Stammkunden wohnen nicht im Zug sondern meist in der Nähe der Stamm-Lounge. Um die Frage, wie die an den Zugang kommen, gibt es sicher einige Gerüchte. Aber da hat sicher auch jeder seine eigene Geschichte. Sicher spielt eine gewisse Unterstützung aus der Familie da auch manchmal eine große Rolle.

Ich war seinerzeit ein klassischer Wochenendpendler, der die BC 100 nicht nur für die Wochenendheimfahrten sondern auch für die Fahrten zwischen zweitem Wohnsitz zum Arbeitsort genutzt hat. Wenn ich das gewollte hätte, hätte ich auch täglich morgens in die Lounge zum frühstücken und abends zum Feierabendbier(e) vorbeischauen können. Wie bei vielen lag die Lounge direkt auf meinem Arbeitsweg. Als Wochenendpendler hat man ja an seinem Arbeitsort selten Familie oder Freundeskreis. Da kann sich so eine Lounge schnell als Ersatz-Treffpunkt für Freunde und Bekannte entwickeln. Hinzu kommt der verlockende Gedanke "ist alles umsonst" oder "hab ich alles mit bezahlt" oder wie auch immer man das für sich argumentieren möchte.

Gruß, Gambrinus!

Hausverbot

RadExpress, Donnerstag, 09.07.2026, 15:55 (vor 15 Stunden, 6 Minuten) @ sfn17

Dazu mal eine Frage.

Bei der ÖBB gab es auch Lounge Schnorrer , die entweder ein Ticket nutzten und anschließend stornierten und sich auch störend gegenüber der Allgemeinheit verhalten haben.

Diese wurden für ganz Österreich auf eine Liste geschrieben und haben ein Hausverbot ( unbestimmter) Länge erhalten. Zumindest hat man diese nicht mehr gesehen und es geht meist gesittet in den Lounge zu.

Mir verwehr zwar leider auch die DB regelmäßig den Zugang, dafür bekomme ich dann von der ÖBB eine 25€ Entschädigung. Grund ist das die DB Railteam Berechtigungen wie das Klimaticket nicht anerkennt. ( Eurostar , SNCF erkennt es Problemlos an)

DB ist anders und die Stammgäste könnte man einfach loswerden

Hausverbot

stevens, Donnerstag, 09.07.2026, 16:31 (vor 14 Stunden, 30 Minuten) @ RadExpress

Ich habe die ÖBB bisher auch als relativ streng bei den Lounge-Regeln erlebt, was das Benehmen betrifft. Zum Beispiel grundsätzliches Nichttolerieren mitgebrachten Essens.

Am meisten tut mir das Lounge-Personal in Amsterdam leid; da laufen ständig Leute herein und fragen, ob es ausnahmsweise doch geht, ob sie auf Toilette können. Jedenfalls die zwei Mal, dass ich dort war.

Amsterdam

Fulda_NBS, Donnerstag, 09.07.2026, 16:44 (vor 14 Stunden, 18 Minuten) @ stevens

Am meisten tut mir das Lounge-Personal in Amsterdam leid; da laufen ständig Leute herein und fragen, ob es ausnahmsweise doch geht, ob sie auf Toilette können. Jedenfalls die zwei Mal, dass ich dort war.

Das ist dort normal. Die Toiletten als auch der Wartesaal sind alle am Gleis 1/2. Woher der Gedanke kommt, dass ein Wartesaal oder Toiletten dasselbe ist wie eine Lounge, kann ich nicht erklären.

Aber ich habe dort noch keine "Stammgäste" erlebt.

Hausverbot

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 09.07.2026, 22:27 (vor 8 Stunden, 34 Minuten) @ RadExpress
bearbeitet von JeDi, Donnerstag, 09.07.2026, 22:28

Mir verwehr zwar leider auch die DB regelmäßig den Zugang, dafür bekomme ich dann von der ÖBB eine 25€ Entschädigung. Grund ist das die DB Railteam Berechtigungen wie das Klimaticket nicht anerkennt. ( Eurostar , SNCF erkennt es Problemlos an)

Das Klimaticket ist kein Railteam-Status (ÖBB Goldschiene übrigens auch nicht, da gibts aber immer mal wieder Diskussionen).

Ausgerechnet Eurostar, die Railteam-Stati nur mit eigener Reservierung (und nicht für alle Railteam-Züge) anerkennen, hier als Positivbeispiel darzustellen, halte ich für gewagt.

--
Weg mit dem 4744!

Loungezugang - Ticket bei dem die Zugbindung aufgehoben ist

плацкарт, Dienstag, 07.07.2026, 13:53 (vor 3 Tagen) @ JM

Moin,
garantiert ein Ticket mit aufgehobenener Zugbindung, das auch am Tag des Zugangsbegehrens zur Fahrt berechtigen würde bei vorhandenem Status als Eintrittskarte?

Ich würde sagen: Nein!

Matze86, München, Dienstag, 07.07.2026, 16:46 (vor 3 Tagen) @ плацкарт

- kein Text -

Loungezugang - Ticket bei dem die Zugbindung aufgehoben ist

JM, Dienstag, 07.07.2026, 21:19 (vor 2 Tagen) @ плацкарт

Hallo плацкарт,
Ich verstehe vielleicht die Frage nicht:

(Szenario 1) sagen wir mal du hast Platin Status und einen Sparpreis 2. Klasse dessen Zugbindung aufgehoben worden ist. Dieser Sparpreis ist dann zumindest für ein Jahr als Flexticket gültig.
Wenn deine Frage nun ist, ob du damit täglich in die Lounge kannst: Ich hoffe mal, dass den Mitarbeitenden am Empfang nach einer Woche auffällt, dass du täglich dasselbe Ticket scannst.

(Szenario 2) du hast Sparpreis 1. Klasse und nun wegen aufgehobener Zugbindung ein Flexticket: Ich gehe mal davon aus, dass du keinen Lounge Zugang erhältst weil weiterhin die Tarifbedingungen des Sparpreis hinterlegt sind.

Loungezugang - Ticket bei dem die Zugbindung aufgehoben ist

плацкарт, Mittwoch, 08.07.2026, 08:11 (vor 1 Tag, 22 Stunden, 51 Min.) @ JM
bearbeitet von плацкарт, Mittwoch, 08.07.2026, 08:12

Meine Frage ist ganz einfach und unabhängig von meinem eigenen Eintrittsbegehr. Vorweg: ich habe besseres zu tun als in Lounges zu sitzen und möchte mich nicht täglich mit einem "entbundenen" Ticket in eine Lounge begeben. Die meisten Gerichte esse ich nicht. Alkohol und gezuckerte Getränke trinke ich nicht. Ebenfalls fehlt mir der Platinstatus, den ich mit meinen 17,99€-, 6,99€-, 27,99€-Tickets und den Gruppenfahrscheinen auch nie zusammenbekommen kann. (Momentan lohnt sich nicht einmal die BC25 für mich - vielleicht zum halben Preis...)

Anyway, ich frage - so wie oft - was eigentlich die Rechtslage ist. Für einen Platinkunden gehört auch beim 6,99€-Ticket der Loungezutritt zum Paket - ebenso wie die europäischen Fahrgastrechte...

Wenn sich der Platinkunde wegen aufgehobener Zugbindung zur Fahrt an einem anderen Tag entscheidet, darf - meinem Verständnis nach - der Loungezutritt an diesem zum Reisetage erkorenen Tag nicht verwehrt werden. Bei einem Preis von 6,99€ könnte für einen Weinliebhaber der größere Wert des SSP nicht in der Fahrt sondern im Besäufnis liegen.

Wenn er nicht mehr in die Lounge darf, weil es nicht der ursprünglich gebuchte Tag ist, fehlt diese Leistung. Man könnte sich aber auch auf die Position begeben, dass die Eisenbahnfahrgastrechte nur für die Beförderung und nicht für die Nebenleistung gelten oder darauf verweisen, dass die Lounge trotz aufgehobener Zugbindung am ursprünglich gebuchten Tag genutzt werden durfte.

Verstehst du meine Frage besser?

"TAGESAKTUELL"

wachtberghöhle, Mittwoch, 08.07.2026, 08:43 (vor 1 Tag, 22 Stunden, 18 Min.) @ плацкарт

Wenn er nicht mehr in die Lounge darf, weil es nicht der ursprünglich gebuchte Tag ist, fehlt diese Leistung. Man könnte sich aber auch auf die Position begeben, dass die Eisenbahnfahrgastrechte nur für die Beförderung und nicht für die Nebenleistung gelten oder darauf verweisen, dass die Lounge trotz aufgehobener Zugbindung am ursprünglich gebuchten Tag genutzt werden durfte.

Die Bahn hat auf Ihrer Webseite (https://www.bahn.de/service/zug/db-lounge) dazu die Wortschöpfung: "tagesaktuell" geschaffen.

Ich vermute mit der Intention, genau das zu unterbinden, dass der geneigte Platinkunde mit der zugbindungaufegehobenden 5,24€ Ticket vor der geplanten Fahrt sich ausgiebig in der Lounge verpflegt und sich auf dem Weg zum Bahnsteig wiederholt überlegt, doch lieber erst morgen zu fahren oder den RE mit dem DTicket zu benutzen.

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

Max865, Dienstag, 07.07.2026, 17:27 (vor 3 Tagen) @ JM

Hallo,

vielen Dank für die Frage!
Da ich die letzten beiden Tage die Münchener Premium Lounge besucht habe, konnte ich auch das Vorhandensein der "Stammgäste" mit Staunen (oder vielleicht eher Erschrecken) feststellen. Die Lautstärke der Gruppe fand ich auch über dem erhofften Standard einer Lounge, die Mitarbeiterin verdrehte aufgrund des Verhaltens und der zahlreichen Bestellungen auch die Augen und war sichtlich genervt.
Stammgäste erlebe ich sonst nur in der Frankfurter und Kölner Premium Lounge, die scheinbar gern zwischen diesen hin und her wechseln (und auch meist nur eine Plastiktüte dabei haben).

Randnotiz für die Statistik: Ich sehe sicherlich auch nicht aus wie ein gemeiner BC100-Besitzer, da ich die schwarze Mamba zu 95% für Freizeitzwecke nutze und daher eher "leger" reise.

Beste Grüße
Max

DB Premium Lounge in München -> Stammgäste?

JM, Dienstag, 07.07.2026, 21:25 (vor 2 Tagen) @ Max865

Hallo Max,
ohne dich zu kennen, siehst du aber wahrscheinlich auch nicht so aus wie die „Stammgäste“.

Eine gewisse Faszination/Verwunderung über die Stammgäste kann ich nicht leugnen. Ich werde sie wohl bei Gelegenheit mal ansprechen müssen um mehr über die Hintergründe zu erfahren…und melde mich dann hier wieder.

Eintritt Premium Lounge in München für 15,83 EUR/Tag möglich

JoeO, Braunschweig, Donnerstag, 09.07.2026, 10:50 (vor 20 Stunden, 11 Minuten) @ JM

Mit einem günstigen 1. Klasse-Ticket ist der Eintritt in die Premium Lounge München für 15,83 EUR möglich, jedenfalls wenn man regelmäßig die Lounge aufsucht. Das scheint ja hier der Fall.


Ein Mehrfahrten-Ticket 1.Klasse beinhaltet den Loungezugang. Ein 20-Fahrten-Ticket 1. Klasse Augsburg-München kostet 316,15 EUR. Damit kann man zwanzig mal im Monat eine Fahrt buchen und demnach zwanzig mal im Monat für rechnerisch 15,83 EUR pro Tag in die Premium Lounge. Wer nur zehn mal im Monat die Lounge aufsuchen möchte, der zahlt 189,60 für ein 10-Fahrten Ticket, also 18,96 EUR pro Tag.

In Frankfurt geht das noch günstiger. Ein 20 Fahrten Ticket Aschaffenburg-Frankfurt 1. Klasse ist für 228,90 EUR (also 11,45 EUR/Tag) zu haben.

Ein 20 Fahrten Ticket Lüneburg-Hamburg 1. Klasse kostet 257,45 EUR, man kommt also für 12,87 EUR in die Hamburger Premium Lounge.

Eintritt Premium Lounge in München für 15,83 EUR/Tag möglich

JM, Donnerstag, 09.07.2026, 13:35 (vor 17 Stunden, 26 Minuten) @ JoeO

Kann man nicht sogar mit dem Lüneburg-Hamburg Ticket deutschlandweit in die Lounge? Es gilt ja am Reisetag und ist nicht Loungegebunden.

Trennung von BC-100-Käufer und Punktesammler?

плацкарт, Donnerstag, 09.07.2026, 11:36 (vor 19 Stunden, 26 Minuten) @ JM

Gibt es eine legale Möglichkeit, die vielen Punkte, die beim Kauf einer BC100 generiert werden, als Statuspunkte einer anderen Person zuzuschreiben?

Ich stelle mir 2 Brüder vor: einer rastlosen Businessman mit Reisebedarf und ohne Verweilinteresse in der Lounge und einen Vielfraß und Säufer, der lieber in der Premium Lounge isst als bei der Obdachlosenspeisung.

Nein, es sind keine Zwillingsbrüder.

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