(ZM:) BILD schießt Dr. Nagl an ... (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 27.06.2026, 14:28 (vor 1 Tag, 2 Stunden, 3 Min.)

Hallo.

Sicherlich entsprechend initiiert von interessierter Stelle: BILD macht Dr. Nagl für das Chaos verantwortlich. Der aktuelle Aufhänger: im Juni habe die Fernzug-Pünktlichkeit an einzelnen Tagen unter 50% gelegen.

Auszüge:

Verantwortlich für den Absturz: das Baustellenchaos bei der Bahn. Immer mehr Strecken werden nicht pünktlich fertig. Immer neue Baustellen kommen hinzu. Verantwortlich dafür: die Bahn-Tochter InfraGO (...) Und verantwortlich für InfraGO: Ihr Vorstandschef Philipp Nagl (44). Also jener Manager, der der verdatterten Nation an diesem Mittwoch zu erklären versuchte, warum sein Bahn-Funk in der Nacht komplett zusammengebrochen war. (...)

Hauptproblem des österreichischen Managers: die immensen Verzögerungen bei so gut wie allen Sanierungs- und Neubauprojekten bei Bahnstrecken. Bundesweit läuft fast alles aus dem Ruder, was unter Nagl als „Korridorsanierung“ von 40 Hauptstrecken groß angekündigt worden war. (...)

Baustellen-Chaos, Funk-Totalausfall – Logistik-Wissenschaftler Nagel (Dr. an Wirtschaftsuni Wien gemacht) mausert sich zum größten Bahn-Chaoten des Landes. (...)

Sein Kernproblem: Jeder Einzelfall lässt sich für sich erklären. Mal Wetter, mal Lieferprobleme, mal Subunternehmer. Aber die Summe ist verheerend und einem Nicht-Bahn-Manager nicht mehr zu erklären (...)

https://m.bild.de/politik/inland/deutsche-bahn-nicht-mal-die-haelfte-der-fernzuege-puen...


Ja, da wird es seitens von Frau Palla Zeit, endlich durchzugreifen. Schon DB Fern hat er ins völlige Chaos gestürzt, wo man immer noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt ist.

Das Problem: die vielen Baustellen sind ja noch viel zu wenige. Wir haben ja gerade erst gelesen, dass die Bauerei letztes Jahr gerade ausreichte, den Netzzustand zu stabilisieren - von Verbesserung keine Rede. Wenn Dr. Nagl jetzt aber bei der Organisation völlig versagt, dann ist zu befürchten, dass man als Konsequenz die Baustellentätigkeit herunterfährt. Dann erleben erst überübernächste Generationen eine funktionierende Bahn.

Leider zeigt sich auch, dass die Führung der Bahn die politischen Spiele mitmacht. Dabei müßte sie erklären, dass Baustellen jetzt Vorrang haben und nicht gleichzeitig der Verkehr auf der Schiene erhöht werden kann. Das geht nunmal nicht. Deswegen:

- Personenverkehr nur noch von 5 bis 21 Uhr. Zwoschen 21 und 5 Uhr gehört das Netz ausschließlich dem Güterverkehr.
- drastische Ausdünnung des Angebotes. Nachfragesteuerung über deutlich erhöhte Preise; kein Verramschen mehr zu immer tieferen Tiefpreisen.
- Erhöhung des Deutschlandtickets auf mindestens 149€ im Monat (5€ am Tag). Das minimiert gewaltig den schädlichen und unnötig belastenden Freizeitverkehr.

Mit deutlich weniger Verkehr läßt sich deutlich mehr bauen und trotzdem deutlich zuverlässiger fahren. Wir müssen uns dabei im PV auf den Verkehr konzentrieren, der für Arbeitsleistungen nötig ist. Und nicht für Ausflüge, Studentenjuckelei nach Hause am Wochenende (müssen sie mal selbst Wäsche waschen) und Urlaubsfahrten. Mobilität mag ein Menschenrecht sein - ist aber keine Menschenpflicht, die unbegrenzt zu erfüllen ist vom Staat.

Das alles müßte die DB auch so deutlich erklären und umsetzen. Geht aber eben nicht, wenn man Teil des Staates ist und mit der Politik verwachsen ist.


Zurück zu Dr. Nagl: interessieren würde mich ja vor allem das Verhältnis zur Palla. Denn die waren ja mal zeitgleich bei den ÖBB tätig. Sind das Buddys, die gegenseitig ihre Leichen im Keller kennen (und die hat jeder, der dort hoch droben ist) und sich daher nichts tun. Oder sind sie sich eher feindlich gesinnt und Palla sieht den deutlich jüngeren Nagl eher als Konkurrent um den eigenen Posten. Oder sind sie sich ziemlich egal - solange jeder österreich-like einen schönen Titel trägt, ist alles egal.

Nun denn, mit Dr. Nagl wird das jedenfalls nichts mehr werden. Bahnfan zu sein und etwas Ahnung von der Basis zu haben, reicht zwar für Jubelarien und devote Unterwerfung der DS-O-Kommune aus - qualifiziert nur deswegen aber noch lange nicht zur Führungskraft. Im Gegenteil: das Chaos durch die Bauarbeiten schadet der Eisenbahn massiv und wirft die Schiene erneut um Jahre zurück. Falls man ihr durch Unterlassung dann nicht ganz den Garaus macht.

Für die Eisenbahn in Deutschland wäre es also gut und nötig, Dr. Nagl ginge noch heute.

Größtes Problem nur: find mal wen fähiges als Nachfolger ... Das ist ja seine größte und einzige Überlebenschance ...


Wobei ich fürchte ... - "größter Bahn-Chaot des Landes" ist ja auch eine Art Titel. Nachher isser da noch stolz drauf. Als Österreicher wächst man ja auf mit der Sehnsucht nach Titeln; die wichtigste Währung dort im Land.

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)


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