Infos zum bundesweiten GSM-R-Ausfall am Dienstag (Aktueller Betrieb)

sflori, Samstag, 27.06.2026, 13:25 (vor 1 Tag, 3 Stunden, 5 Min.)
bearbeitet von sflori, Samstag, 27.06.2026, 13:29

Pressemeldung von:
https://www.deutschebahn.com/de/presse/Newsblog-12829716

+++ Freitag, 26. Juni 2026 +++
14:00 Uhr | Ursache der Zugfunk-Störung ist analysiert, Gegenmaßnahmen sollen Wiederholung ausschließen

Die DB InfraGO hat die Ursache für die GSM-R Störung vom 23. Juni 2026 analysiert und sofort mehrere Gegenmaßnahmen getroffen, die eine Wiederholung des Fehlers ausschließen sollen. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO: „Wir wissen jetzt, wie dieses historisch einmalige Fehlerbild entstanden ist und auch, wie wir es in Zukunft verhindern können.“ Ein Bericht dazu wird auch den Aufsichtsbehörden übermittelt.

Der digitale Zugfunk GSM-R ist normalerweise absolut zuverlässig, deswegen nutzen ihn auch standardmäßig alle anderen Eisenbahnen in Europa. Das Zugfunk-System ist zur Sicherheit redundant gebaut, das heißt es gibt einen „Zwilling“, auf den bei Störungen automatisch umgeschaltet wird.

Am Dienstagabend aber trat bei planmäßigen Instandhaltungsarbeiten – dem Tausch eines Switches, einer Netzwerkverteilkomponente – ein singulärer Softwarefehler auf, der keine Fehlermeldung nach sich zog. Dadurch wurde die Redundanz des GSM-R-Systems nicht automatisch aktiviert, obwohl sie voll funktionsfähig war. Nachdem die Mitarbeitenden dann regelkonform einen Cyber-Angriff ausgeschlossen haben, wurde nach rund 90 Minuten manuell auf die Rückfallebene umgeschaltet, der Verkehr konnte wieder aufgenommen werden.

[...]

Mit diesen Maßnahmen soll die Wiederholung der Störung ausgeschlossen werden:

  • Vorerst kein weiterer Komponententausch
  • Fehlerbehebung beim Hersteller der betreffenden Komponente
  • Instandhaltungsarbeiten finden künftig nur noch von 0 bis 4 Uhr nachts und nur noch in der inaktiven Redundanz statt

[...]

GSM-R wird mindestens die nächsten zehn Jahre noch zum Einsatz kommen, eine Alternative gibt es aktuell noch nicht. [...] FRMCS ist aktuell seitens der EU noch nicht spezifiziert. Daher kann man auch noch keine Komponenten dafür bestellen und einbauen.


Bye. Flo.

Infos zum bundesweiten GSM-R-Ausfall am Dienstag

gnampf, Samstag, 27.06.2026, 15:05 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 25 Min.) @ sflori
bearbeitet von gnampf, Samstag, 27.06.2026, 15:06

Am Dienstagabend aber trat bei planmäßigen Instandhaltungsarbeiten – dem Tausch eines Switches, einer Netzwerkverteilkomponente – ein singulärer Softwarefehler auf, der keine Fehlermeldung nach sich zog. Dadurch wurde die Redundanz des GSM-R-Systems nicht automatisch aktiviert, obwohl sie voll funktionsfähig war. Nachdem die Mitarbeitenden dann regelkonform einen Cyber-Angriff ausgeschlossen haben, wurde nach rund 90 Minuten manuell auf die Rückfallebene umgeschaltet, der Verkehr konnte wieder aufgenommen werden.

Öhm... also hat man den aktiven Switch getauscht, ohne vorher auf das Rückfallsystem zu schalten? Und das System hat dann weder den zeitweise abgebauten Switch erkannt, noch den fehlerhaften neuen? Und auch sonst ist das 90min lang keinem aufgefallen, obwohl man nur einen Switch getauscht hat?

  • Vorerst kein weiterer Komponententausch

Ja, das hilft, dann fällt der Kram eben ungeplant aus statt geplant

  • Fehlerbehebung beim Hersteller der betreffenden Komponente

wow, nicht einfach weitere fehlerhafte Teile einbauen?

  • Instandhaltungsarbeiten finden künftig nur noch von 0 bis 4 Uhr nachts und nur noch in der inaktiven Redundanz statt

und zwischen 0 und 4 Uhr fahren keine Züge? Eben, da fährt nur weniger Personenverkehr, womit sie sich dann wohl weniger Aufschrei beim Ausfall erhoffen. Dafür ist der Güterverkehr dann halt entsprechend hart betroffen.
Und das man immer nur einen inaktiven Switch austauschen sollte bei einem redundanten System, das dürfte doch wohl auch vorher schon klar gewesen sein? Den kann man dann natürlich einfach inaktiv in der Rückfallebene lassen, dann fallen einem Probleme halt erst auf wenn das aktive System die Grätsche macht, und man merkt das die Rückfallebene ebenfalls im Eimer ist. Dann hat man also richtig in die Sch... gegriffen.


GSM-R wird mindestens die nächsten zehn Jahre noch zum Einsatz kommen, eine Alternative gibt es aktuell noch nicht. [...] FRMCS ist aktuell seitens der EU noch nicht spezifiziert. Daher kann man auch noch keine Komponenten dafür bestellen und einbauen.

gibt schlimmeres, in Sachen Ausfallsicherheit hätte sich damit rein gar nichts geändert. Da hätte man in die andere Richtung gehen müssen, zurück zum Analogfunk. Das möchte aber sicher auch keiner. Ansonsten sollte selbst einem Politiker bei etwas nachdenken auffallen, dass beim Bahnfunk andere Anforderungen herrschen als beim normalen Mobilfunk.

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