Stuttgart 21: Jetzt auch 3 Milliarden Mehrkosten bekannt (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Freitag, 26.06.2026, 20:00 (vor 3 Stunden, 5 Minuten)
bearbeitet von Alphorn (CH), Freitag, 26.06.2026, 20:03

tagesschau.de

Nachdem vor einigen Tagen die Verspätung bis 2031 bekannt gegeben wurde, veröffentlicht man nun auch die finanziellen Folgen. Zusätzliche 3 Milliarden, neu 14,5 Milliarden nach einer ursprünglichen Schätzung von 2,6 Milliarden (meines Wissens nicht inflationsbereinigt).

Meine Meinung:

Ich staune erstens, dass man von diesem Desaster erst so kurz vor der geplanten Eröffnung hört - die war ja schon Ende diesen Jahres vorgesehen. Meiner Meinung nach muss das Folgen für die Verantwortlichen haben.

Zweitens verstehe ich nicht, warum sowas immer wieder in Deutschland passiert. +500% bei S21, +500% bei der 2. Stammstrecke, +250% bei BER, +200% damals bei Nürnberg-München. Andere Länder kochen auch nur mit Wasser, aber solche Überschreitungen sind mir andernorts nicht bekannt. Woran liegt das? Übertriebene Bürokratie? Schamlose Unterschätzung der Kosten? Korruption? Ungeeignete Projektstrukturen - ist die DB die richtige Adresse für die Planung? Wechselnde Gesetzesvorgaben statt bei Projektbeginn eingefrorenen Anforderungen?

Auch in der Schweiz kam es teilweise zu Mehrkosten, z.b. bei der NEAT +50% - allerdings begab man sich hier in technisches Neuland. Der geplante Ausbauschritt 2035 liegt bei +100%, aber ganz wichtig, dies hat man schon vor der Ausführung bemerkt und wird ihn wohl jetzt verkleinern. Kann es sein, dass die direkte Demokratie in der Schweiz dazu führt, dass gründlicher geplant wird, um dem Volk realistische Kosten vorzulegen? Ich glaube, der Anteil des Bundesamts für Verkehr an den Planungen ist in der Schweiz deutlich höher, wäre das ein Rezept?

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum