Auf Meterspur durchs grüne Spanien | 1/5 m 39 B (Reiseberichte)

TD, Samstag, 06.06.2026, 17:41 (vor 2 Stunden, 19 Minuten)

Hallo zusammen,

nachdem wir zuletzt über den Malojapass zur Ferrovia Jonica in Kalabrien unterwegs waren, kommen wir jetzt zu einer Tour von Ende Juni/Anfang Juli 2023. Unser Ziel ist das „grüne Spanien“ (España Verde) im Norden der iberischen Halbinsel. Bei der siebentägigen Tour wollen wir Teile des Meterspurnetzes von Euskotren und Feve bereisen.

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Am Abend des ersten Reisetags fahren wir von Allensbach am Bodensee nach Straßburg, am zweiten Tag reisen wir über Paris und Hendaye nach Bilbao. Der dritte Tag ist von der Meterspurstrecke Bilbao-León geprägt, der vierte vom Pajares-Pass und dem Küstenstädtchen Cudillero. Am fünften Tag nehmen wir uns Zeit für die Küste Galiciens, am sechsten Tag geht es von Ferrol durch das Landesinnere über Bilbao bis Zumaia. Von dort schaffen wir es am letzten Reisetag in einer Etappe zurück an den Bodensee.


Tag 1: Allensbach – Offenburg – Strasbourg

Bei der Tourplanung bot es sich an, am Vorabend des ersten Urlaubstages schon die erste Teilstrecke bis Straßburg zurückzulegen, auf diese Weise können wir am nächsten Morgen direkt mit dem TGV auf große Fahrt gehen. Und so starten wir ungewöhnlich spät um 19:48 Uhr in Allensbach, ein Zug der Schwarzwaldbahn bringt uns nach Offenburg. Für weitere Streckenbilder wird es bald zu dunkel.

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Von Offenburg geht’s im Regioshuttle der SWEG über den Rhein und die Grenze nach Frankreich. Mit der Ankunft in Straßburg endet der erste Reisetag auch schon bald. Einen Abendspaziergang durch die Altstadt zum Straßburger Münster lassen wir uns aber nicht entgehen.

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Tag 2: Strasbourg – Paris – Hendaye – Donostia-San Sebastián - Bilbao

So, heute machen wir richtig Kilometer! Wir verzichten auf das Frühstück im Hotel und stehen gegen sieben Uhr schon vor der gläsernen Hülle des Gare de Strasbourg-Ville. Das historische Empfangsgebäude erhielt 2006/2007 eine gewölbte Glaswand, dadurch wurde ein neuer Vorraum geschaffen.

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Mit einem Doppelstock-TGV geht es auf die Schnellfahrstrecke LGV Est européenne, der Zug braucht knapp zwei Stunden bis Paris.

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Wir fahren zunächst durch die Regionen Elsass und Lothringen, beim übernächsten Bild queren wir die Bahnstrecke von Lérouville nach Metz, in der Ferne sind die Dächer des Orts Jaulny zu sehen.

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Wir kommen pünktlich am Bahnhof Paris Est an. Auf den Bahnhofswechsel mit der Metro zum Bahnhof Paris-Montparnasse hätte ich gut verzichten können, aber vom Fahrplan her hat das mit den durchgehenden TGV-Verbindungen von Strasbourg nach Bordeaux nicht so gut gepasst. Besonders üppig ist die Übergangszeit nicht, aber es klappt und wir finden uns keine 50 Minuten später im nächsten TGV Duplex, diesmal in der Océane-Ausführung.

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Es ist schon beeindruckend, wie der TGV nun ohne Zwischenhalt die 537 Kilometer von Paris bis Bordeaux in zwei Stunden und neun Minuten zurücklegt. Beim nächsten Bild blicken wir irgendwo in der Region Centre-Val de Loire aus dem Zugfenster, beim übernächsten Bild queren wir im Großraum von Bordeaux die Dordogne.

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Südlich von Bordeaux geht es auf konventionellen Strecken weiter, für die wesentlich kürzere Strecke bis zur spanischen Grenze werden wir noch zweieinhalb Stunden im Zug sein: Zeit für einen Mittagsimbiss, zu den wenigen warmen Speisen im TGV-Bistro gehört eine Quiche.

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Wir durchfahren nun die Gascogne, beim übernächsten Bild sind wir in Saint-Jean-de-Luz im französischen Baskenland, die Bahnstrecke führt hier über den Fluss Nivelle. Im Hintergrund ist der La Rhune mit seinem in Wolken gehüllten Gipfel zu sehen – aber der wird dann mal Ziel eines anderen Reiseberichts sein.

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Der TGV endet im Grenzort Hendaye. Hier steht der nächste Bahnhofswechsel an, im Gegensatz zu dem beschwerlichen Unterfangen in Paris ist das aber äußerst harmlos. Wenige Schritte vor dem Bahnhofsgebäude der SNCF befindet sich der Bahnhof Hendaia (baskisch für Hendaye) des Euskotren.

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Auf Meterspur geht es nun durch den spanischen Teil des Baskenlandes, Euskotren betreibt hier mit Triebzügen von CAF mehrere schmalspurige Regionalverbindungen. Der Name des Verkehrsunternehmens leitet sich von Euskadi ab, der baskischen Bezeichnung für das Baskenland.

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Kurz nach dem Verlassen des Bahnhofs queren wir den Bidasoa, der hier die Grenze zwischen Frankreich und Spanien bildet. Gegenüber sehen wir die Brücke mit Regel- und Breitspurgleis, dort gibt es jedoch keinen grenzüberschreitenden Personenverkehr. Beim übernächsten Bild fahren wir durch die Hafenstadt Pasaia.

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In San Sebastián befindet sich einer der Knotenbahnhöfe des Euskotren. Euskotren nutzt den baskischen Namen der Stadt Donostia. Die Linien von Euskotren werden in dichten Takten bedient, hier geht es für uns gleich weiter mit der E1 nach Bilbao.

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Die E1 führt küstennah von Donostia nach Bilbao, die Route ist deutlich schneller als Verbindungen mit der Renfe, welche nur über große Umwege nach Bilbao führen. Wobei zweieinhalb Stunden Fahrzeit mit 37 Unterwegshalten in einem S-Bahn-Fahrzeug für Fernreisende auch nicht unbedingt optimal sind. Aber dafür wird landschaftlich einiges geboten, bei den nächsten Bildern wird deutlich, woher die Bezeichnung „grünes Spanien“ für diese Region kommt. Auf dem nächsten Bild sehen wir die verlandete Mündung des Santio Erreka, hier wurden einst Erz und Eisen umgeschlagen.

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Weiter führt die Strecke durch das bergige Hinterland, das Gleis verläuft für weite Abschnitte durch Flusstäler. Auf dem übernächsten Bild queren wir den Urola.

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Gegen 18:20 Uhr erreichen wir Bilbao – jetzt schnell das Gepäck ins Hotel bringen, dann geht’s los zu einer ersten Stadterkundung. Wir starten an der Kathedrale von Bilbao…

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…und folgen dann dem Fluss Nervión, der durch das Zentrum fließt.

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Haben wir heute nicht schon genügend schienengebundene Verkehrsmittel genutzt? Bei der Standseilbahn Artxandako funikularra können wir nicht widerstehen.

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Die Standseilbahn verbindet die Innenstadt mit einem Erholungsgebiet auf dem Berg Artxanda; Bilbao liegt eingebettet zwischen zwei Gebirgszügen. Die Standseilbahn hat eine Länge von 770 Metern, sie überwindet 226 Höhenmeter.

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Zum Abschluss nochmals ein Bild vom Nervión mit der Puente La Salve. Bilbao ist die Hauptstadt der Provinz Bizkaia und eine der größten Städte Spaniens.

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Was es sonst noch Interessantes in Bilbao zu entdecken gibt, schauen wir uns demnächst an, Teil 2 folgt in den nächsten Tagen.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag

Tobias

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