Intermezzo: Diesel auf der Eifelquerbahn [m34B] (Reiseberichte)

Math5D, Freitag, 22.05.2026, 17:50 (vor 1 Tag, 1 Stunden, 20 Min.)

Wer dachte, nach der Eifel-Luxemburg-Tour wäre diese Miniserie beendet, hat sich geirrt. Denn es gibt direkt neben NRW noch eine Bahnstrecke, die nach der Flut endlich wiedereröffnet wurde: die Ahrtalbahn. Wenn man schonmal dabei ist, die linksrheinischen Stichstrecken abzufahren, möchte ich auch gleich die Eifelquerbahn mitnehmen, die bis Kaisersesch ja noch offen ist. Die hat allerdings einen komplett bescheuerten Fahrplan mit kurzen, unzuverlässigen Anschlüssen, die noch dazu mittags wechseln. Deshalb will ich diese Linie zuerst fahren, um nicht genau in der Pause anzukommen, die zwischen dem Vor- und Nachmittagstakt liegt. Ansonsten mache ich keine genauen Pläne für den Tag, weil das sowieso bei der Unzuverlässigkeit aller beteiligten Züge unmöglich ist.

Das geht direkt morgens in Aachen los. Eigentlich wollte ich den regulären RE1 um 6:51 nehmen, sehe aber beim Aufstehen, dass der 6:27er Verstärker mit +20 angekündigt ist. Damit zerschießt er natürlich alle Trassen und ich würde mit dem regulären Zug meinen Anschluss auf die RB26 riskieren. Um 4min schneller am Hbf zu sein, lege ich also ab Schanz statt des sowieso eingeplanten Laufs einen Vollsprint hin und schaffe die Strecke in 6min. Schnell in den Zug und los - aber es geht natürlich nicht los. Wir stehen noch bis 6:49 rum. Dabei steht praktischerweise der reguläre RE1 schon auf seinem Gleis mit erstaunlich vielen Fahrgästen drin, die wohl entweder nicht mitbekommen haben, dass der Verstärker zu spät ist, oder pokern, dass der Regelzug vorgelassen wird.
Das wird er aber zum Glück nicht und unser Tf gibt nun alles, um die Verspätung rauszuholen. Dazu macht er auch an jedem Halt eine Durchsage über die Außenlautsprecher, dass direkt hinter uns der normale RE1 kommt, der zusätzlich ja auch bis Hamm fährt, wir nur bis Düsseldorf. Das hält tatsächlich das Gros vom Einsteigen ab, wodurch unser Zug auch nicht überfüllt ist, obwohl der Verstärker ja nur ein einzelner Desiro HC ist.
Jedenfalls holen wir irre 13min bis Köln auf - da sieht man mal, was möglich ist, wenn man denn will (Zugegebenermaßen hat der Verstärker auch mehr Puffer als der Regelzug, aber auch bei uns läuft nicht alles glatt. So mussten wir bspw. vor Ehrenfeld noch eine RB27 durchlassen). Spontan entscheide ich so, bis Messe/Deutz sitzenzubleiben, wo ich mit nur noch +8 aussteige und noch 6min auf die RB26 habe. Schnell rüber zu Gleis 7, wo der Zug perfekt in dem Moment einfährt und direkt gut voll wird, vor allem natürlich mal wieder der vordere Teil, der als einziger weiter als bis Remagen fährt. In Köln kommt dann noch der nächste Verstärker-RE1 entgegen, der pünktlich ist und so auch noch mit einem Sprint gereicht hätte - aber nicht mehr für einen rheinseitigen Fensterplatz.

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01 Hinter Köln steht heute der MDV-IC nach Gera,

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02 um die Ecke noch mehr n-Wagen als sonst.

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03 Passende alte Loks sind auch bereit.

Dann geht es entspannt den Rhein hoch, bis irgendwo in Bonn gefühlt eine gesamte Grundschule den Zug stürmt und bis auf den letzten Stehplatz vollmacht. Na super. Ich frage mich da immer, ob die Bahn/transRegio bei so einer Gruppenreservierung nicht mal die Kapazität anpassen könnte, kann mir aber auch vorstellen, dass die einfach mit Schülerticket fahren und die Lehrer nichts angemeldet haben. So beginnen wir natürlich auch, etwas Verspätung anzusammeln. In Remagen sehe ich auf dem Nebengleis etwas, das meine Planungen für heute noch etwas umkrempelt, aber dazu später mehr. Fast wäre ich spontan ausgestiegen, aber das ist im Chaos sowieso nicht schnell genug möglich. Zum Glück steigt die Gruppe dann in Sinzig aus und wir erreichen Andernach mit +5. Dort habe ich entspannte 17min auf die RB38 nach Kaisersesch, die auf Gleis 24 fahren soll. Der Wegweiser zeigt aber nur Gleis 2 und 3 an. Naja, da wird 24 schon irgendwo dazwischen sein. Also durch die Unterführung, steht da doch auf Gleis 3 ein einzelner LINT27 als RB23 nach Mayern Ost, die sofort mit +3 abfahren soll. Schnell rein zu den 2 anderen Fahrgästen und ab dafür. Da sieht man wieder, was ich mit der Unplanbarkeit dieser Tour meinte - diesen Kurs hatte mir der Navigator natürlich nicht vorgeschlagen, weil er nur das Teilstück bis Mayen statt der ganzen Strecke fährt, nehme ich aber natürlich gerne so mit.

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04 Erstaunlicherweise ist das erste Stück der Strecke komplett zweigleisig mit teilweise improvisiert aussehenden Bahnsteigen, hier in Plaidt.

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05 Mendig ist weniger improvisiert, dafür komplett heruntergekommen.

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06 Die Landschaft ist dabei erstaunlich langweilig und größtenteils platt. Schließlich wird die Strecke dann doch eingleisig.

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07 Kurz vor Mayen Ost steht dieses vmtl ehemalige Stellwerk(?).

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08 Wir erreichen den Bahnhof auf dem völlig unnötig langen Gleis 3.

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09 Da steht der Zug, dessen Kapazität völlig ausreichend war,

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10 hier nochmal von der anderen Seite.

Ich dachte nun zuerst, meine eigentlich ab Andernach geplante RB38 führe dann auf dem einzig anderen Gleis 2, steht aber auch auf Gleis 3 drin. Und tatsächlich macht der LINT Platz, indem er irgendwo in diese Richtung verschwindet - wohin, habe ich keine Ahnung.

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11 Es gibt links zwar ein Gleis in Richtung der Tankstelle, aber darauf fährt er soweit ich es sehen kann nicht.

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12 So ist der Bahnhof leer,

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13 bis auf Gleis 2 der Grund kommt, aus dem die RB23 hier immer bei der Wende den Bahnhof räumen muss: Die RB38 hat hier nämlich Zugbegegnung. Entgegen kommt pünktlich der LINT41 aus Kaisersesch, während mein Zug aus Andernach mit +6 angekündigt ist.

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14 Da kommt er dann doch nur mit +3 an als TALENT.

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15 Hier im Bahnhof, dann geht es mit ebenfalls einer sehr begrenzten Anzahl Fahrgäste weiter.

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16 Ab hier wird die Landschaft zunehmend bergiger, aber überall neben der Strecke wachsen extrem dicht die Bäume, sodass man Glück haben muss, um zB hier die Kirche in Mayen draufzubekommen.

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17 Nach Mayen West macht die Strecke sogar eine große Kehre und überwindet damit einige Höhenmeter.

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18 In Kaisersesch bin ich längst der einzig verbleibende Fahrgast

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19 und es steigt auch fast niemand für die Gegenrichtung ein.

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20 Die Richtungsanzeiger wären bei einer Wiedereröffnung der ganzen Strecke hinfällig - es sei denn, man würde dann auch das zweite Gleis wieder aufbauen.

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21 Pünktlich geht es zurück und ich kann die Gelegnheit nutzen, die baumfreien Stellen nun zu kennen. So bekomme ich in Monreal (wer hat da das t vergessen?) die Löwenburg drauf

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22 und den Ort selbst mit Kirche

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23 Über Mayen wird das Wetter zunehmend grauer

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24 Trotzdem nochmal Kirche mit Baustelle.

Dann erreichen wir wieder Mayen Ost, wo unser Gegenzug nun tatsächlich mit +6 aus Andernach kommt und uns diese Verspätung mitgibt.

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25 Ob die Kirche in Thür wohl eine offene Tür hat?

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26 Kruft hat einen lustig aussehenden Bahnhof.

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27 Weniger lustig finde ich, dass ich dank unserer Verspätung den RE5 nach Norden verpassen werde, obwohl ich auf den von Gleis 24 nach 2 einen bahnsteiggleichen Umstieg habe - und die RB38 ja extra vormittags den Anschluss in diese Richtung hat. Nachmittags fährt sie wie gesagt 7min später, damit man einen guten Anschluss vom RE5 auf die RB38 hat. Dann zuckeln wir nochmal in der Einfahrt herum, sodass auch der RE5 nach Süden verpasst wird.

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28 Unverhofft kommt oft - direkt beim Ausstieg kommt ein ICE1 durch,

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29 aber es wird noch besser mit einem Centralbahn-Sonderzug, der seltsamerweise von einer 482 (aka 185) der SBBC gezogen wird.

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30 Ich hatte bisher gedacht, die RB38 würde hier in Andernach ne Kurzwende machen und hätte deshalb eben so viel Verspätung wieder mitgebracht. Dem ist aber nicht so - hier auf Gleis 3 steht der LINT41 von vorhin bereit. In Mayen Ost kam mir auf der Rückfahrt also ein anderer entgegen, der noch dazu mit 2 LINT27 gekuppelt war. Das sah wirklich komisch aus, aber leider hab ich kein Bild hinbekommen.

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31 Trotz der überschlagenden Wende fährt der aber mit +6 los - der Grund dafür ist mir völlig unklar. Die Strecke ist die ersten Kilometer komplett zweigleisig, da gibt es also keine Konflikte. Und gekreuzt werden muss auch nichts, da die Gleise die Hauptstrecke wie oben gezeigt auf einer Brücke überqueren. Selbst wenn man meinen Zug von eben abwarten wollte (auch wenn das keinen Sinn ergäbe), könnte man längst los.

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32 Nachdem die RB38 weg ist, kommt dann - auch mit entsprechender Verspätung - die nächste RB23 jetzt ihrerseits als TALENT aus Mayen und fährt nach kurzer Wende weiter in Richtung Koblenz und eigentlich Limburg, aber heute nur bis Nassau (Lahn).

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33 Warum ich auf Gleis 1 stehe: Hier kommt eine RB32 aus Remagen in Richtung Boppard durch, die eigentlich alle 2h fahren sollte, aber heute bis auf diesen einen Zug im Dauerausfall ist. Jedenfalls werden diese quasi-RB26-Verstärker seit jeher mit einem Mireo gefahren, den ich unbedingt draufbekommen möchte.

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34 Da fährt er weg und damit endet dieser Teil schon wieder. Im nächsten Teil folgt dann die Ahrtalbahn, zu der ich jetzt erstmal umdisponieren muss.


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