Von Schwalben und Käsefestungen im Jura (2/3) (Reiseberichte)
Im letzten Teil bin ich durch die Schweiz mit Bahn und wandernd nach Morez im Hochura angereist und konnte einen ersten Blick auf die Ligne des Hirondelles werfen: https://www.ice-treff.de/index.php?id=726913
In diesem Teil bleibe ich komplett in ihrem Einzugsgebiet, werde sie befahren und erneut eine Wanderung unternehmen.
Tag 2: Ligne des Hirondelles und Cascades du Hérisson
Heute unternehme ich einen Tagesausflug mit Bahn und Wanderung zu den Wasserfällen des Hérisson. Zum Glück ist wieder gutes Wetter gemeldet, denn bei Regenwetter hätte ich kein wirkliches Alternativprogramm gehabt. Obwohl meine Wanderstrecke durchaus ambitioniert ist, kann ich wegen des überschaubaren Fahrplans entspannt in den Tag starten. Gerne wäre ich früher am Morgen gestartet, da für den Abend die Gefahr von Gewittern besteht, aber die erste Abfahrt Richtung Norden ist erst um 10.23 Uhr.
Somit führt mich mein erster Spaziergang des Tages nur zum Bäcker. Das gute Hotel des Ortes, laut Anschrift noch 2015 Mitglied bei Logis des France, scheint schon eine Weile zum Verkauf zu stehen und ist damit kein Einzelfall hier im Ort.
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Um das Rathaus hat sich der Ort aber hübsch herausgeputzt, wenn es auch hier etwas überbelichtet ist. Gegenüber liegt das Brillenmuseum, aber leider hat das außerhalb der kurzen Hauptsaison (nur Juli und August!) nur nachmittags von 14-18 Uhr geöffnet, also dann, wenn auch Züge fahren und ich nicht hier bin.
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Etwas oberhalb des Bahnhofs gelingt mir das Bild der Reise: mein Zug aus Saint-Claude kommend vor den Viadukten.
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Danach muss ich etwas zum Bahnhof hetzen, zum Glück aber bergab. Die Züge müssen hier zwar kopfmachen, aber die Wendezeit ist bei den kleinen Blauwalen eher knapp bemessen und mein Zug war auch ein bisschen verspätet. Bei dem spärlichen Zugangebot konnte ich nicht wählerisch sein, wenn ich ein Bild der Brücken mit Zug möchte. Heute Abend werde ich keinen Zug mehr erwischen, den gestrigen Abendzug habe ich für die Käsefestung geopfert und morgen ist schlechteres Wetter gemeldet.
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Hinter dem Bahnsteig gehen die Gleise noch etwas weiter, aber weiter ging es hier nie. Die Meterspurstrecke nach La Cure begann wohl auf dem Vorplatz und führte in Straßenlage in den Ort herunter.
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Jetzt wird es spannend. Um die 120 Höhenmeter von Morez nach Morbier hoch, zu bewältigen, wird die Entfernung von 1,5 km Luftlinie mit einer Kehrschleife auf 5 km mit mehreren Brücken gedehnt. Zuerst ist das Viadukt Richtung Saint-Claude zu sehen.
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Der Baleine Bleu ist trotz des spärlichen Fahrplans überraschend gut besetzt. So gut wie jede Vierersitzgruppen ist mit mindestens einem Fahrgast besetzt. Das bayerische 1000er-Kriterium dürfte damit bei einer Hand voll Fahrten am Tag aber nicht mal im Ansatz erreicht werden.
Egal, wo du bist, hinter der nächsten Ecke steht ein Lidl. Dieser hier verschandelt ganz frisch die Aussicht. Sein Vorgänger ist gegenüber meiner Unterkunft, hat zwar noch sein Schild ist aber leider schon geschlossen und ausgeräumt, sonst hätte ich noch etwas zusätzlichen Proviant besorgen können.
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Zwei-Bahnenblick vom nächsten Viadukt.
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Vier-Bahnenblick von einem Stockwerk höher nach durchfahren des Kehrtunnels.
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Ortsblick vom Hangviadukt. Schön zu sehen ist, wie beide Strecken zum Bahnhof zusammenführen und der Ort sich durch das Biennetal zieht. Meine Unterkunft ist etwas weiter hinten im Tal versteckt. Ein bisschen rechts hinter dem Bahnhof sind der Dachreiter des Rathauses und gegenüber das langgezogene Tonnendach des Brillenmuseums zu sehen. Auf ca. 11 Uhr oberhalb des Bahnhofs ist der Fels Roche Brûlé zu sehen, auf dem ich gestern Abend Bild 45 geschossen habe.
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Die restliche halbe Stunde der Fahrt ist nicht uninteressant, aber deutlich weniger spektakulär und vor allem sehr gemächlich. 37 Minuten für 22 km bei drei Zwischenhalten sind nicht gerade rekordverdächtig, aber ich bin ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Um Punkt 11 Uhr ist der Bahnhof von La Chaux des Crotenay erreicht. Für meine Wanderung bleibt mir trotz des reichlich späten Starts nun reichlich Zeit. Der letzte Zug des Tages würde schon um 12.39 Uhr zurückfahren. Das wäre etwas knapp, aber wer denkt, die SNCF und die Region Bourgogne-France-Comté würde dem Fahrgast ein mieses Fahrplanangebot bieten, der könnte kaum falscher liegen. Nur etwas über sieben Stunden später fährt um 19.45 Uhr noch ein Bus zurück. Bis dahin bleiben mir noch fast neun Stunden.
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Am Bahnhof zeugt noch ein Aushang von der existenziellen Bedrohung der Strecke im Vorjahr. Es werden unter Hervorhebung der verkehrlichen Bedeutung für die Region und des Beitrags zum Klimaschutz der Erhalt der Strecke und etwas optimistisch sogar die Reaktivierung des 2017 eingestellten mittleren Abschnitts von Saint-Claude über die Regionengrenze nach Oyonnax gefordert.
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Zu den Wasserfällen wären es auf direktem Wege nicht ganz 8 km und nur wenige Höhenmeter, aber da ich genug Zeit habe, baue ich noch einen Umweg zu ein paar Aussichtspunkten ein. Dieser führt stramm bergauf über felsigen Grund. Die ersten 3,5 km gehen zügig auf einem Forstweg durchs Tal, dann trennen sich die beiden Wege und es geht stramm bergauf.
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Aber die Anstrengung lohnt sich. Auch wenn hier nur zwei abgebildet sind, müsst ihr mir glauben, dass vom Belvédère des Quatre Lacs tatsächlich vier Seen zu sehen sind. Ganz links ist schon der Taleinschnitt zu erahnen, in dem die Wasserfälle liegen.
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Wie unschwer zu erkennen ist, hat sich leider, wie prognostiziert der Himmel zugezogen. Da ich mal wieder vergessen habe, Sonnencreme einzupacken, bin ich darüber aber nicht mal so unglücklich.
Die Kalkfelsen um den Pic de l’Aigle zeigen mancherorts interessante Strukturen.
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Dann beginnt der Abstieg zu den Wasserfällen. Kaum zu glauben, aber irgendwo hier gab es mal eine Strecke des ausgedehnten Schmalspurnetzes der Chemins de Fer Vicinaux du Jura, allerdings nur für 30 Jahre zwischen 1907 und 1938.
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Am frühen Nachmittag erreiche ich endlich den ersten einer ganzen Kette von Wasserfällen des Hérisson. Die Cascade du Saut Girard ist eine Mischung aus Karstquelle unten und einem Bach, der von oben hinunterstürzt.
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Hier an den Wasserfällen ist dann auf einmal sehr viel Volk unterwegs. Nach kleineren Stufen folgt die Cascade du Saut de la Forge.
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Dann folgt der Grand Saut, der große Wasserfall.
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Noch etwas höher ist aber zum Abschluss die Cascade de l’Eventail.
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Für die Wanderung entlang der Wasserfälle sollte man genug Zeit einplanen, da sich der Weg ziemlich zieht, reichlich Höhenmeter hat und von zahlreichen nicht immer übermäßig fitten Mitmenschen bevölkert ist. Hin und zurück habe ich 2,5 h benötigt, was ich als recht zügig einordnen würde, wenn auch noch etwas Zeit bleiben soll, die Wasserfälle zu genießen.
Wieder oben angekommen, kann ich den felsigen Pic de l’Aigle sehen, auf dem ich heute Mittag war.
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Zurück nehme ich nun aber den direkten Weg entlang der Seeufer anstatt über den Berg. Dabei bleibt mir auch noch Zeit für ein kurzes Bad im See. Kurz weniger wegen des Zeitdrucks als wegen der wie erwartet noch eisigen Wassertemperatur.
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Da mich auf dem letzten Stück, das ich schon von heute Vormittag kenne, eine sympathische Rentnerin, deren Hund auch im See baden war, mit dem Auto mitnimmt, bleibt mir noch ausreichend Zeit, in Le Pont de Chaux, dem Weiler beim Bahnhof Les Chaux des Crotenay ein Bier zu trinken. Was ich noch nicht weiß: Hier begehe ich leider einen folgenreichen Fehler.
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Da könnte jetzt ein Zug Richtung Morez herkommen, aber heute wird das nicht mehr passieren. Ein wenig unruhig hoffe ich, dass stattdessen tatsächlich der Bus kommt.
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Überpünktlich kommt er dann auch. Und was für ein Bus!
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Unrühmlicherweise für die Bahn ist der Bus sogar planmäßig fünf Minuten schneller. Bei der umwegigen Trassenführung von Morez nach Morbier und der anschließenden Schleichfahrt überrascht das leider nicht. Der Bus könnte sogar noch schneller sein, denn wir sind an allen Halten 2-3 Minuten zu früh. Den anderen Fahrgästen folgend finde ich die hier hinten etwas versteckt liegende Personenunterführung Richtung Innenstadt. Heute Morgen bin ich noch einen Umweg für Bild 53 gegangen.
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Wegen der Dunkelheit leider schon ziemlich unscharf wird das Bild der Lok von SNCF Réseau.
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Unten in der Stadt ereilt mich dann eine böse Überraschung: Die Brasserie hat Samstag und Sonntag Ruhetag! Hätte ich rechtzeitig nach den Öffnungszeiten geschaut, hätte ich schon vorhin in Le Pont du Chaux zu dem Bier etwas zu Abendessen können. Auf die Idee, dass ein Lokal samstags Ruhetag haben könnte, bin ich aber nicht gekommen. Als Strafe muss ich jetzt bei einer der diversen Dönerbuden mit einem Taco Français vorliebnehmen.
Tag 3: Morez – Morbier – Saint Claude – Pontarlier
Mein heutiges Tagesziel Pontarlier ist nur gut 70 km im Norden von Morez, allerdings möchte ich, wenn ich schon mal da bin, natürlich die komplette Ligne des Hirondelles befahren. Also muss ich zuerst in die falsche Richtung nach Saint-Claude fahren. Dazu bieten sich mir ganze drei Optionen: ein Zug morgens um 8.40 Uhr, einer mittags um 12.20 Uhr und noch einer eine Stunde später. Am Abend gäbe es noch eine Fahrt, aber dann müsste ich in Saint-Claude übernachten. Zurück gibt es nämlich nur zwei Verbindungen um 9.46 Uhr und um 17.21 Uhr.
Im Vergleich zu gestern am Samstag ist das sogar recht üppig. Nicht aus Zufall habe ich den heutigen Bahntag genau am Sonntag geplant. Damit der Fahrplan nicht zu intuitiv wird, unterscheidet er sich nämlich zwischen Werktagen, Samstag und Sonntag und ist dazu noch hochgradig asymmetrisch. Bei vier Fahrten nach Saint-Claude und nur zwei zurück müssten sich doch dort Blauwale anreichern, oder nicht? Vielleicht ist dort auch Timmy zu finden.
Hatte ich in der ersten Hälfte der Reise richtiges Glück mit dem Wetter für einen April im Jura, verlässt mich das Glück in der zweiten Hälfte. Heute und morgen ist Dauernieselregen gemeldet. Bei gutem Wetter hätte ich überlegt, den frühen Zug zu nehmen und noch einen Wasserfall bei Saint-Claude zu erwandern. Stattdessen mache ich mir aber lieber einen gemütlichen Morgen in der Ferienwohnung und starte mit dem gleichen Zug wie gestern in die eigentlich richtige, aber jetzt erstmal falsche Richtung nach Morbier hoch. Pünktlich kommt das Blauwaldoppel aus Saint-Claude eingefahren.
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Das Tarifsystem der Region Bourgogne-France-Comté scheint nur wenige Preisstufen zu kennen und so kosten die 1,5 km Luftlinie nach Morbier ganze 6 €, genau wie die 20 km gestern. Bei solchen Apothekenpreisen oute ich mich als Schnorrer und gestehe, dass ich bei der Doppeltraktion die Chance erkannt habe, in den zugbegleiterfreien Zugteil einzusteigen.
Immer noch schön ist die Aussicht auf Morez, aber zum Glück habe ich die Fahrt hier schon gestern gemacht.
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Mein Ziel in Morbier ist die örtliche Käserei, zu der es vom Bahnhof nochmal 2 km bergauf sind. Vorgestern in der Käsefestung dachte ich noch hochmütig, ich hätte noch genug Möglichkeiten, Comté und co. einzukaufen statt es dort in der Touristenfalle zu tun und dann 2 h durch die Gegend zu schleppen. In Morez stellte ich dann aber fest, dass es dort keinen Käseladen gibt, der in Pontarlier montags und der in Saint-Claude sonntagnachmittags geschlossen haben. Meine Optionen wären gewesen, im Supermarkt einzukaufen, den frühen Zug nach Saint-Claude zu nehmen oder eben noch einen Abstecher nach Morbier zu machen.
Käsekennern dürfte der Ortsnamen ein Begriff sein, denn nach ihm ist der kleine, kürzer gereifte Bruder des Comte mit dem Aschestreifen in der Mitte, der Morbier, benannt. Mit gut 2 kg Comté, Morbier und Gex (der Blauschimmelkäse des Juras, der mich nicht so begeistert hat) erwarte ich dann um kurz nach zwölf Uhr den Zug nach Saint-Claude.
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Dorthin führt die Strecke ab Morez immer in Hanglage entlang der Bienne, jedoch einige Höhenmeter oberhalb des Flusses, der irgendwo dort unten durch seine Schlucht fließt.
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Am Bahnhof Saint-Claude wird für die Schwalbenlinie geworben.
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Kaum angekommen, verzieht sich der Blauwal in die Abstellung. Bis 2017 wäre es in dieser Richtung noch weiter nach Oyonnay und von dort über das fantastische Viaduc de Cize-Bolozon nach Bourg-en-Bresse gegangen. Bei letzteren beiden Orten war ich zwar 2021 von Lyon aus ( https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10532411, https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?099,10557342 ), aber die kurze Stichstrecke nach Oyonnax war mit ihrem gruseligen Fahrplan als Tagesausflug nicht sinnvoll machbar.
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Noch schnell die Weiche umlegen und dann kann für die nächste Stunde Ruhe im Bahnhof einkehren.
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Großer Bahnhof für wenig Verkehr. Der Fahrdienstleiter verliert bei diesem Wetter keine Zeit, um wieder ins Trockene zu kommen.
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Saint-Claude klebt förmlich oberhalb der Bienne und eines Nebenflüsschens. Keimzelle des Ortes war das Kloster, von dem noch die heutige Kathedrale erhalten ist und wo im Frühmittelalter der namensgebende heilige Claude Abt war.
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Auf der Suche nach einem guten Aussichtspunkt finde ich auf dem Friedhof ein für Frankreich nicht untypisches Grab mit solchen Steintafeln von Freunden und Familie, die auch gerne Bezug auf die Hobbies des Verstorbenen nehmen. Hier ruht offensichtlich ein passionierter Boulespieler.
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Das Stadtbild erinnert mich ein wenig an Orte in den italienischen oder Tessiner Alpen. In das Bild hat sich sogar einer der beiden Blauwale auf den Abstellgleisen eingeschlichen.
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Da das Wetter nicht gerade einlädt, zum Wasserfall zu wandern, verbringe ich den Nachmittag lieber in den beiden Museen um die Kathedrale. Das erste im alten Abteigebäude ist ein Kunstmuseum, das einem lokalen Künstler gewidmet ist. Sein langjähriger Mitbewohner hat ein Bild mit Bahnbezug gemalt.
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Vermutlich weil die Landwirtschaft im Jura, von Milchviehhaltung abgesehen wenig ertragreich war, hat sich hier fast jede Kleinstadt auf eine Handwerksnische spezialisiert. Weiter nördlich in Besançon und in der angrenzenden Schweizer Region waren das Uhren, in Morez Brillen und hier Pfeifenbau und Edelsteinschleiferei. Diesen beiden Handwerken ist das zweite Museum gewidmet. Offensichtlich gibt und gab es einen Wettbewerb, Pfeifen mit möglichst aufwendigen und voluminösen Motiven zu schnitzen, die teilweise recht kurios aussehen.
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Der französischen Vorliebe für Bruderschaften gibt es hier auch eine für Pfeifenraucher, die jährlich einen Raucher des Jahres küren.
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Einige davon, vielleicht auch alle sind französische Prominente. Jedoch erkenne ich nur einige wie den Chansonnier Nino Ferrer und Dominique Strauss-Kahn. Dessen großes Bild in der Galerie scheint aber nach 2011 verschämt abgehängt worden zu sein.
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Dann ist es auch schon wieder langsam Zeit, über die Bienne zurück zum Bahnhof zu gehen und die Rückfahrt anzutreten. Diese und die Heimfahrt folgen im letzten Teil.
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