Neu(?) im Metronom: die WC-Positions-Ansage (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Dienstag, 28.04.2026, 13:47 (vor 11 Tagen)

Hallöchen allerseits.

Neuerdings fahr ich ja öfters Metronom. Und bin stets begeistert, wie man es hinbekommt, in Hamburg Hbf mit einem halben und nur 1x für 25 Min die Std einem ganzen Bahnsteig auskommt, um alle Linien zu wenden. Von wegen Durchbindungen bringen Kapazität - das Gegenteil ist der Fall.

Nun kann man mittlerweile beim Metronom auch eine Art Russisch Roulette spielen. Oder sowas wie die Ziehung der Lottozahlen. 1 von 7 lautet dann das Motto. Oder 1 von 6. Gemeint ist damit die Anzahl der funktionierenden WC im Zugverband.

Um den WC-Tourismus in die richtigen Bahnen zu lenken, sagt dann der Schaffner/KiN/Zub/sonstwasBezeichnung schon mal durch, welche oder auch nur welches WC denn noch aufnahmewillig ist. Neulich war es 1 von 7 - heute 1 von 6. Wird neben dem Alkoholverbot und der Ausweispflicht bei bestimmten Tickets vermutlich bald das dritte Dauerbeschallungsnervthema.

Nun ist der Metronom kein Einzelfall; eine funktionierende Toilette in der Eurobahn z.B. ist auch eine Art Lottogewinn. Ähnlich war es oder ist es bei der S-Bahn Hannover z.B.; da bin ich aktuell aber nicht.

Blaschi meint: statt ein Glücksspiel draus zu machen, sollte eine bundesweite einheitliche Lösung her. Und da WC im NV nicht vorgeschrieben sind, kann die nur lauten: WC werden im NV nicht mehr angeboten! Zum 1.6.26 werden sämtliche WC-Anlagen in den Zügen stillgelegt.

So gibt es eine einheitliche, verlässliche Lösung, auf die sich der Kunde einstellen kann!

In manchen Zügen läßt sich der Platz für Sitzplätze nutzen. Der Sauferei und der Völlerei wird Einhalt geboten, wenn man weiß, dass es zum Ausschachten noch dauert. Das Schwarzfahrer- und Raucherparadies ist auch erfolgreich bekämpft. Weniger Besoffene im Zug. Und es stärkt den Fernverkehr: 10 Std im NV mit DT durch's Land fahren - da könnte der FV mit seinem WC-Zwang doch eine attraktive Alternative sein. Und die Auskunft wird so gestaltet, dass bei NV-Verbindungen alle 2 bzw 3 oder 4 Stunden der Anschlußbruch am Knotenbahnhof automatisch zwangsbeauskunftet wird. So haben so z.B. 6, 7 und mehr ITF-Umstiege am Stück, wo mindestens einer ohnehin nicht klappt, ein Ende. Die Reisekettenpünktlichkeit steigt also; mehr Kunden kommen zur beauskunfteten Zeit ans Ziel, was die Zufriedenheit steigert. Die Vorteile sind also umfangreich.

Wer bei dem Thema gesundheitliche Probleme hat, für den hält das Gesundheitswesen reichlich Lösungen parat. Die kann man sich auch leisten, denn die Fahrpreise können ja gesenkt werden, da reichlich Aufwand entfällt.

Und zuguterletzt stärkt es die Solidarität der Fahrgäste und auch der Schaffner/KiN/Zub/sonstwasBezeichnung mit dem Lokführer! Wie sagte mal einer von ihnen: ich kann dann auf's WC, wenn der Dienstplaner meint, dass dann Zeit ist dafür.

Ja, am Anfang wäre das eine gewisse Umgewöhnung und Erziehungssache. Aber zum einen gibt es schon heute planmäßig Züge ohne WC - von Problemen liest man nix. Und zum anderen ist der Mensch ein Gewohnheitstier - heute kann sich auch niemand mehr vorstellen, dass man in Zügen dereinst ziemlich flächig rauchen durfte - selbst in Großraumwagen; getrennt nur durch etwas Plexiglas zwischen Boden, Decke und Sitz ohne Tür im Durchgang.

Und im Metronom könnte man diese Ansage wieder einstampfen. Bevor die noch Vorbild für andere EVU wird und wir bald auch da zugetextet werden.


Schöne Grüße von jörg

der bislang nur bei der Bentheimer Eisenbahn noch nie ein defektes WC vorfand.

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Neu(?) im Metronom: die WC-Positions-Ansage

VT642, Dienstag, 28.04.2026, 15:04 (vor 11 Tagen) @ Der Blaschke

Arverio BW könnte einführen, täglich eine Liste herauszugeben, welche Züge heute mit funktionierenden WC verkehren werden. Vermutlich würde die Liste nur wenige Zeilen lang sein...

Neu(?) im Metronom: die WC-Positions-Ansage

TRAXXP160DE, HBIK, Dienstag, 28.04.2026, 15:49 (vor 11 Tagen) @ VT642

Selbstgemachtes Leid. Wenn kein Bahnhofsklo mehr gibt bzw. die Benutzung sehr teuer ist, verlagert sich das Problem in den Zug.

Vielleicht muss man ein Bierkastenbeförderungsverbot einführen oder Personen, denen harntreibende Medikamente vom Arzt verordnet wurden von der Beförderung ausschließen.

Verstehe z.B. nicht, warum ich besoffen in einen Zug einsteigen darf, aber ein Alkoholbereitstellungsverbot gilt.

Die Durchsage mit der Fahrkarte und dem Perso habe ich letztens nicht mehr gehört. Dabei fände ich eine Fahrkartenkontrolle gegenüber allen ehrlichen Fahrgästen mehr als fair.

Neu(?) im Metronom: die WC-Positions-Ansage

Math5D, Dienstag, 28.04.2026, 16:25 (vor 11 Tagen) @ Der Blaschke

Man könnte ja eine Regel wie in der Schweiz einführen, dass alle Zugläufe mit mindestens einer Stunde Fahrtdauer eine Toilette an Board haben müssen. Darunter lässt es sich wirklich meistens anders lösen, darüber wirds dann blöd. Wobei zum Beispiel Fahrten mit der TPC durchaus schwierig werden: 3 Stichstrecken ab Aigle, alle kurz genug und daher ohne Toilette. Die kann man heute nicht mehr ohne Unterbrechung alle hintereinander in beide Richtungen fahren, seit das Klo in Aigle was kostet. Und für sowas zahle ich doch nicht!

In Aachen fährt ja die RB20 ohne Toilette herum, was auch in Ordnung ist, da 99% der Leute sie nur wenige Stationen am Stück nutzen. Den ganzen Kreis von Stolberg über Alsdorf, Herzogenrath, Aachen, wieder Stolberg nach Düren zu fahren und dann noch in eine der Rurtalbahnlinien ebenfalls ohne WC einzusteigen, ist nur was für Bahnfuzzis.

Ansonsten war die RB33 mit der BR425 ein Dauerbrenner für kaputte WCs, was zum Glück seit Einführung der 1440 besser geworden ist. Aber eigentlich hat es meiner Erfahrung nach fast nur was mit dem Willen der EVUs zu tun. Wie du geschrieben hast, fahren bei der Eurobahn nahezu alle Klos in den FLIRTs kaputt durch die Gegend, genauso sieht es bei der HLB aus, aber ganz anders bei SÜWEX oder wiederum in der Schweiz, wo eigentlich immer mindestens eine Toilette in den gleichen Fahrzeugen funktioniert.

Blaschis Service Ansagen

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Dienstag, 28.04.2026, 18:21 (vor 11 Tagen) @ Der Blaschke

Vor allem im Bahnhof Osnabrück würden hier mehr helfen. Dann würden die Leute nämlich ihr Gepäck mit auf den Bahnsteig nehmen zum Rauchen oder Blaschi würde rechtzeitig quaken, das es gleich weoter geht und man doch bitte einsteigen solle. Da würde sich das Problem von allein lösen. Durch den netten Mitbürger,der unbedingt draußen mitfahren wollte wegen seinem im Zug liegenden Gepäck (nicht Gebäck :D) hatten nach Entdeckung dann div. Züge "etwas" Verspätung.
Da ja unser Blaschi sehr viel unterwegs ist in der Region und somit die Zugumläufe bestens kennt, könnte Er doch schon am Bahnhof vorm Einstieg ne Ansage machen: RB33 nach Saufhausen heute kein funktionierendes WC. Reisende mit schwacher Blase werden gebeten,nachfolgende Züge zu nutzen. Metronom nach Bremen heute mit funktionierenden WC in allen Wagen. Bitte vermerken sie sich das im Kalender. Wenn nix geändert wird kommt dieser Umlauf wieder als Metronom 0815 nach Hannover um 13:46 Uhr" oder so in der Art. Dann wäre auch der Fall abgedeckt, das man wegen solcher netten Leute wie oben mal länger im Zug verbringen muss als geplant oder am Bahnhof.

App. Bahnhofs WC: Das Drehkreuz am Eingang ersetzt die Klofrau aus alten Zeiten. Man muss nicht bezahlen, um aufs Klo zu gehen, sondern ma bezahlt den Service,das das WC sauber gemacht wird umd das Papier für die Kehrseite und die Hände sowie Seife vorhanden ist. Wenn es euch lieber ist, das wieder ne Klofrau da sitzt und ggf unfreundlich hinter euch her brüllt " Sie ham Groß gemacht! Das hab ich gesehen! Das macht 2,-€!!!" - dann lasst uns doch ne Petition starten dafür. Wäre doch auch ne tolle ABM oder etwa nicht?

Sonnige Grüße ganz aus dem Süden

Platzreservierung fürs WC?

Mike65, Mittwoch, 29.04.2026, 10:49 (vor 10 Tagen) @ Der Blaschke

Wie wäre es mit einer verpflichtenden Platzreservierung fürs stille Örtchen? Über die App lassen sich Zeitpunkt und Dauer der Sitzung vorab buchen, das Handy öffnet dann per QR-Code Scan die Tür. Natürlich gegen eine Reservierungsgebühr bzw, Bonuspunkte. Preisvorschlag:

5 Minuten Nutzungsdauer zu 1€ fürs kleine, 10 Minuten à 2€ fürs große Geschäft. Spontanbuchungen kosten extra. Nach Zeitablauf geht automatisch die Tür auf.

Ja, gute Idee!

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 29.04.2026, 11:39 (vor 10 Tagen) @ Mike65

Hallo.

Wie wäre es mit einer verpflichtenden Platzreservierung fürs stille Örtchen? Über die App lassen sich Zeitpunkt und Dauer der Sitzung vorab buchen, das Handy öffnet dann per QR-Code Scan die Tür.

Wobei technisch sichergestellt sein müßte, dass einfaches Türaufhalten das WC für die Folgenutzung blockiert.

So ließe sich endlich auch eine gewisse Grundreinigung nach jeder Nutzung einrichten, wie es viele Bahnhofs-WC längst hinbekommen. Außerdem ließe sich fotografisch der Zustand nach jeder Nutzung festhalten - in Verbindung mit der natürlich personalisierten Buchung ließe sich jeder Randalierer nachträglich exakt bestimmen. WC verstopfen und Edding-Schmierereien und ähnliches haben ein Ende.

Der Kunde findet stets ein hygienisch anständiges sauberes WC vor.

Sollte man im FV umsetzen. Im NV sollte es bei der generellen Abschaffung bleiben.

Natürlich gegen eine Reservierungsgebühr bzw, Bonuspunkte. Preisvorschlag:

5 Minuten Nutzungsdauer zu 1€ fürs kleine, 10 Minuten à 2€ fürs große Geschäft. Spontanbuchungen kosten extra. Nach Zeitablauf geht automatisch die Tür auf.

Klingt auch vernünftig.

In Summe ein sehr guter Vorschlag. Die WC werden sauberer. Müssen weniger gereinigt werden unterwegs, wodurch ich keinen Reiniger bezahlen muss. Der erhöhte technische Aufwand wird durch die Nutzungsgebühr ausgeglichen - Fahrpreise müssen nicht erhöht werden; es zahlt nur, wer auch nutzt: faire Lösung.

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Ich kann die Tätigkeit nur jedem empfehlen.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 29.04.2026, 12:13 (vor 10 Tagen) @ Tabernaer

Hey.

Vor allem im Bahnhof Osnabrück würden hier mehr helfen. Dann würden die Leute nämlich ihr Gepäck mit auf den Bahnsteig nehmen zum Rauchen oder Blaschi würde rechtzeitig quaken, das es gleich weoter geht und man doch bitte einsteigen solle. Da würde sich das Problem von allein lösen. Durch den netten Mitbürger,der unbedingt draußen mitfahren wollte wegen seinem im Zug liegenden Gepäck (nicht Gebäck :D) hatten nach Entdeckung dann div. Züge "etwas" Verspätung.

Jo, hab ich auch gelesen.

Bemerkenswert nur, dass es bis Laggenbeck gedauert haben soll, bis die Meldekette beim Lokführer ankam.

Da ja unser Blaschi sehr viel unterwegs ist in der Region und somit die Zugumläufe bestens kennt, könnte Er doch schon am Bahnhof vorm Einstieg ne Ansage machen: RB33 nach Saufhausen heute kein funktionierendes WC. Reisende mit schwacher Blase werden gebeten,nachfolgende Züge zu nutzen. Metronom nach Bremen heute mit funktionierenden WC in allen Wagen. Bitte vermerken sie sich das im Kalender. Wenn nix geändert wird kommt dieser Umlauf wieder als Metronom 0815 nach Hannover um 13:46 Uhr" oder so in der Art.

Ja. Wenn ich daran denke, was ich schon so alles an Tipps, Auskünften, Wegleitungen etc. gegeben habe - müsste mich die Eisenbahn für den Service bezahlen, wäre sie pleite und ich Milliardär. Erst gestern konnte der freundliche Schaffner der älteren Dame zwar mitteilen, dass sie ab Nordhorn mit dem 32er-Bus fahren muss - aber Blaschi sorgte dann für die Details wie Abfahrtszeit und -ort (die gibt's nämlich in 2 Richtungen) und Fahrpreis.

Hauptsache, niemand kommt auf die Idee, mal das EVU anzuschreiben, um den tollen Mitarbeiter zu loben. Ich bin ja gar keiner. Dann gibt's nur Ärger, weil ich das alles im Dienst gar nicht darf. Aber das verstehen die weltfremden Plüschetagen nie: der Kunde kennt die Hintergründe logischerweise nicht. Da hat wer so'n Umhänger mit EVU-/Besteller-Symbol drauf und will das Ticket sehen - also muss der Mitarbeiter sein und somit ALLES wissen. Wenn ich dann hingehe und sage, so, Sie beantworten mir jetzt Fragen - ich Ihnen aber keine einzige, dann mache ich die ganze Eisenbahn ja lächerlich. Also mache ich zwar klar, dass ich kein Offizieller bin und keine Befugnisse habe, aber im Rahmen meines Allgemeinwissens zur Eisenbahn gerne weiterhelfe.

Mit einem nicht grad südöstlich angesiedelten Unternehmen gab/gibt es ständig Ärger mit dessen Personalen. Ein Vorgesetzter der Zählfirma fragte mal so im Gespräch, warum eigentlich. Ich sagte, das Grundsatzproblem bestehe darin, dass oftmals das externe Erhebungspersonal (und damit meine ich auch ausdrücklich etliche meiner Befragerkollegen!!!!) kompetenter und fahrgastumgangsfähiger sei als das hauseigene Kontrollpersonal.


Denn das ist das tolle an dem Job: man lernt, mit Menschen jeder Couleur klarzukommen, sich individuell drauf einzustellen. Und so wird aus der eigentlich lästigen Befragung eine Art win-win-Situation für alle. Die EVU bekommen Daten, ich lerne und erfahre sehr viel über Menschen, die Gesellschaft und was es an Leben alles gibt. Und der Kunde bekommt mal ein fröhliches Kerlchen, einen kompetenten vermeintlichen Eisenbahner und jemanden, der sich 2 Min für ihn interessiert. Man muss halt weltoffen sein, dem Menschen zugetan und etwas entertainen können. Ich kann sonst nichts - aber das bekomme ich hin. Zu verdanken habe ich das meinen Eltern, die sich den Zeitpunkt meiner Schöpfung entsprechend aussuchten; Sternzeichen Zwilling! Alles was man über die liest (geborene Quasselstrippen; stets quierlig, neugierig, chronisch pleite) stimmt.


Schlußendlich jedenfalls bräuchte der Eisenbahnsektor noch hunderttausende Blaschis mehr. Gut, für's Forum und die Welt außerhalb der Bahn wäre es eher eine Art Naturkatastophe, eine biblische Plage; seh ich ein. Glück für zukünftige Generationen. Mit mir stirbt diese Linie der Familie auch aus; ich möchte niemandem zumuten, mich als Papa bezeichnen zu müssen.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Ja, gute Idee!

Tabernaer, Irgendwo im grünen Nirgendwo, Mittwoch, 29.04.2026, 13:13 (vor 10 Tagen) @ Der Blaschke

Und was machste mit zeigefreudigen Reisenden jeglicher Coleur? Die suchen dann extra solche WC oder blockieren die Tür absichtlich. Wenn Oma Hildegard das sieht, fällt sie vor Schreck im Ohnmacht. Dann muss unser Blaschi wieder eingreifen und Wiederbelebung machen und vorher den/die/das zeigefreudige Individuum aus der Sichtachse von Oma Hildegard entfernen. Wenn das Dieses aber renitent wird und handgreiflich ggü Blaschi wirds böse. Kostet dann wieder Zeit und den Einsatz der BuPo oder LaPo => ergo Zug hat wieder Verspätung.....

Geschichten aus dem Paulaner-äh Cola-Garten

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 29.04.2026, 14:53 (vor 10 Tagen) @ Tabernaer

Huhu.

Und was machste mit zeigefreudigen Reisenden jeglicher Coleur? Die suchen dann extra solche WC oder blockieren die Tür absichtlich. Wenn Oma Hildegard das sieht, fällt sie vor Schreck im Ohnmacht.


Für das Szenario empfehle ich die Großraumtoilette im Dosto-Steuerwagen. Mit dem etwas anderem Schließmechanismus der WC-Tür, wo man bei den DB-Exemplaren ZWEIMAL verriegeln muss! Das übersehen viele.

Auch das Pärchen, was den großzügigen Raum für Intimitäten nutzte. Und gerade mit Vmax verkehrte. Als Oma außen auf den grünen Knopf drückte und sich unweigerlich die Tür weit (muss ja n Rolli durchpassen) öffnete.

Ähnlich wie bei Werner und Röhrich ("ich hatt ja noch was vor!") und dem Kran und der Baustelle.

Oma war geschockt und schob ab. Ich sorgte erstmal für die Türschließung. Als die beiden dann rauskamen, war es ihnen irgendwie peinlich. Ich nahm's locker und erklärte ihnen den Schließmechanismus und tat meine Hoffnung kund, dass es trotzdem bis zum Höhepunkt gereicht hat. Dem war wohl so; sie waren erleichtert, dass ich das entspannt sah.

Einmal gab es mal Zoff, weil eine Mutter ihr Kind auch in diesem Steuerwagen-Kinderwagen-Rolli-Bereich stillen wollte. Da saß sie nicht allein. Einige wollten sich empören; einige männliche Kiddys entdeckten den Anblick einer nackten Brust als erregend. Die stiööen wollende Mutter war jetzt irritiert und unsicher. Schaffner war keiner da; mußte ich wieder Verantwortung übernehmen. Die Kundschaft wurde also freundlich hinauskomplimentiert aus dem Bereich; die Zahl der noch freien Sitzplätze im Zug kannte ich ja. ;-)

Dann muss unser Blaschi wieder eingreifen und Wiederbelebung machen und vorher den/die/das zeigefreudige Individuum aus der Sichtachse von Oma Hildegard entfernen.

O.g. Miezie hätte ich tatsächlich gern auch wohl wiederbelebt. Der Fiffi hatte da echt ne süße Maus am Haken.

Apropos: ich sagte das mal zu ner Apothekerin. Da mußten wir Lieferanten die Sachen immer bis gaaaaaaaanz nach hinten tragen und von da Leergut mitnehmen. Ich erzählte mal, dass mein Infarkt schon mehrere Jahre überfällig sei; ich den aber gerne bei ihr hätte - wenn sie dann Herzmassage mache und Mund-zu-Mund-Beatmung, würde ich mir mit dem Aufwachen aber Zeit lassen. Sie antwortete nicht viel; muss aber wohl nachgedacht haben, was wäre eigentlich, wenn mal tatsächlich ... Jedenfalls komm ich am nächsten Tag wieder rein, da hieß es, stellen Sie es mal hier direkt hinter den Tresen, das reicht; Leergut hab ich Ihnen da schon etwas hingestellt; reicht, wenn Sie das mitnehmen. Nie wieder brauchte ich bis nach gaaaaanz hinten laufen.

Wenn das Dieses aber renitent wird und handgreiflich ggü Blaschi wirds böse. Kostet dann wieder Zeit und den Einsatz der BuPo oder LaPo => ergo Zug hat wieder Verspätung.....

Bei Blaschi geht das auch ohne BPol oder LaPo.

Die Schaffnerin wird zum Lokführer zitiert. Mit hochrotem Kopf kommt sie wieder raus und spricht mich an. Da würden die Klaurumänen am Bstg stehen - sie solle sich da drum kümmern. War ne ganz neue Mitarbeiterin, 3. Schicht allein so ungefähr und vorher im Einzelhandel in einer Parfümerie tätig. Ich sagte ihr Unterstützung zu. Die 2 Diebinnen stiegen ein, die Schaffnerin wie gelernt freundlich. Nein, nix Ticket, Automat nich verstehen. Ich schritt dann robust ein. Klare Ansage, kein Lächeln, Passport oder Gefängnis, Selbstbezahlung, ganzes Geld weg, Prügel von ihrem Vorgesetzten. Wirkte: Paß gab es. Schaffnerin macht den 60er fertig. Trotzdem am nächsten Bahnhof Ansage: Raus! Ein Diskussionsversuch wurde im Ansatz erstickt. Raus! Dealer muss heute länger auf's geklaute Geld warten! Basta. Wirkte ...

Selbstverständlich fand sich ein Fahrgast, der sich über die Behandlung echauffierte. Ich sagte ihm freundlich, dass es jetzt dann doch ein Zeichen von ihm gewesen wäre, den Fahrpreis für die beiden zu entrichten! Mein Fokus und Mitgefühl läge eher bei all denen, die heute wieder beklaut wurden.

Der Typ war dann auch still anschließend. Die Schaffnerin dafür völlig fertig. Soviel Action. Die mußte ich erstmal beruhigen. Am Ziel bedankte sich der Lokführer noch bei mir, dass alles ohne Polizei ging und unsere Fahrgäste nicht belästigt und beklagt wurden.


Vor Jahren fragte mich mal ein Schaffner, ob ich mithelfe, einen Italiener rauszusetzen. Als wir am Bahnhof ankamen, hatte sich der Schaffner verpieselt (um mal beim Thema WC zu bleiben); hab den Typ dann allein zum Gehen aufgefordert. Der drohte mir dann mit der Mafia und dem Tod. Meinen Namen habe er notiert. Fast wäre ich tatsächlich gestorben - am Lachkrampf. Ich warte jetzt schon über 10 Jahre. Die Mafia ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Heute wird dann auch solch Dummgesabbel die ganz große Bedrohungslage formuliert. 2 Jungs fotografierten auch schon mein Namensschild - die hatte ich an den Schaffner verpfiffen. Wollten das auch die Mafia oder die Hells Angels oder irgend so ne Organisation regeln lassen. Warte ich auch schon Jahre drauf.

Einen Schwarzfahrer-Jungfiffi hab ich mal vor versammelter Kundschaft als 'dämlich' ausgelacht. Schließt sich ordnungsgemäß nach Einstieg ins WC ein - kommt dann aber direkt nach Abfahrt Schönebeck aus'm WC-Raum, wo es noch 2 Minuten bis Vegesack sind. Nach kurzem Wortgeplänkel frage ich ihn, wie man so doof sein kann; ich hätte jetzt 2 Min Zeit gehabt, die Polizei zu rufen oder ihn aufzuschreiben. Man komme doch erst am Zielbahnhof aus dem WC; am besten, wenn die Außentür schon geöffnet wurde. "Muss ich Dir jetzt noch erklären, wie man ordnungsgemäß schwarzfährt?!". Der 60er hätte ihn nicht gestört - dass ich ihn aber vor der Kundschaft auslachte, das traf ihn so sehr - in seinem Kulturkreis wird Ehre sehr groß geschrieben -, dass ihm die Worte fehlten und er dazu auch noch vergaß, mir was auf's Maul zu hauen.

In Ahlhorn haben wir winternachts im letzten Zug einen rausgesetzt, der mit VBN-Ticket bis Cloppenburg wollte. Der Schaffner hatte ihn schon mehrfach erwischt, sich allein aber nie getraut, zu eskalieren. Fragte mich, ob ich Interesse hätte. Klaro. Der Typ erst ab toben; Menschenrechte, Kälte (minus 7 Grad waren es), Nacht etc. Dann am betteln; Menschenrechte, Kälte, Nacht etc. Nutzte nix - er mußte gehen. Mit dem letzten Zug fährt er seitdem nicht mehr, hörte ich.

Einmal allerdings musste ich die Polizei holen, weil die Polizei nicht gründlich arbeitete. Die BPol Leer war unmotiviert, da mußte die BPol in Emden noch nachermitteln. 2 Zugbegleiterinnen waren mir dankbar. Die Zählfirma tobte erst, weil ich die Erhebung zwischenzeitlich abgebrochen hatte. Nach Rücksprache mit der DB entschuldigte man sich aber; die Schaffnerinnen hatten ausgesagt, dass ihnen so ein Bahnmitarbeiter sehr geholfen habe; irgendwie habe der was mit Befragungen zu tun gehabt. Und so bezahlte die DB der Zählfirma trotz Abbruch die Erhebung.


Ei, da könnte ich schon wieder stundenlang Geschichten erzählen aus 15 Jahren Erhebung.

Aber bevor statt meiner das Forum kollektiv nen Herzkasper bekommt ...

Jetzt geht's wieder los; ins Revier von "XxxY", der mich auch so gerne "mag". Qualitätskontrolle RS1 und 2.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Danke für die herrlichen Geschichten. :)

sflori, Donnerstag, 30.04.2026, 00:32 (vor 9 Tagen) @ Der Blaschke

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