Wo die Spritpreise tatsächlich hinführen - mehr Elektroautos (Allgemeines Forum)
Als ich mal vor Ostern mit 7 Umstiegen von Groningen nach Tschechien via Düsseldorf und München fuhr, um meine Familie zu besuchen (und ich da auch keinen Anschluss aufgrund einer Verspätung verpasste), kam ich im ICE nach München ins Gespräch mit anderen Fahrgästen. In Stuttgart war der ICE noch 10 Minuten verspätet, doch vermute ich, dass Söder mit seinem starken Arm die Weichen stellte, auf dass der Zug spätestens in Augsburg dann bis München vor Plan ankommt.
Jedenfalls kam man ins Gespräch dort und findet, dass zumindest für Alleinreisende das Auto tatsächlich ziemlich teuer geworden ist gegenüber der Bahn. Zumindest im Vergleich zum Sparpreis. Die Spritpreise gehen derzeit ziemlich durch die Decke, vor allem, weil die Ölkonzerne den Irankrieg als Ausrede nutzen, um jetzt kräftig Gewinne einzufahren.
Doch auch wenn Bahnfahren recht attraktiv ist und auch sonst so seine Vorzüge hat, es wird ja dennoch weiterhin viel Auto gefahren, da hat sich nicht so viel verändert.
Da fragte ich mich, was machen die Leute, immerhin geht der Spritpreis ihnen ja nun stärker ins Budget. Die Antwort ist eigentlich ziemlich logisch und lautet Elektroauto
Denn Elektroautos sind logischerweise nicht direkt von steigenden Spritpreisen betroffen.
Reine Dieselautos machten zuletzt nur noch 22,8% der Neuzulassungen aus, etwa 24% hingegen sind Elektroautos und 40,1% sind Hybridautos. Also werden weiterhin fossile Rohstoffe verbrannt, man macht sich nun aber ein wenig mehr unabhängig. Und klar, 24% klingt nicht nach so viel, aber das kommt ja auch nach einem Anstieg um etwa 2/3 und sollte die Geschichte um den Iran noch weitere Episoden parat haben, kann diese Krise noch weitere Folgen tragen.
Die Bahn könnte etwa hier punkten. Klar, auch hier sind Dieselzüge betroffen, aber die machen ja immer weniger insgesamt aus. Etwaige Preisanstiege werden also verhältnismäßig weniger stark ausfallen. In Schleswig-Holstein etwa hat man ja auch durch Akkuzüge bereits eine Antwort für viele nichtelektrifizierte Strecken gefunden, jenseits der Marschbahn natürlich, die aber perspektivisch ja auch die Strippe erhalten soll.
Und dort wo schon jetzt Elektrobusse, Straßenbahnen und Trolleybusse fahren, haben sich etwaige höhere Anschaffungskosten wohl jetzt ausgezahlt. Etwa auch hier in Groningen, wo gegenüber meiner Studentenwohnung ich jeden Tag auf der Tankstelle die Spritpreise über 2.10€ und mehr bewundere, während ich gegenüber vom
Zimmer vom Fenster aus auf der Busstraße die Elektrobusse von Heuliez und… Yutong sehen kann, letztere für längere Regionalbuslinien. Freilich fahren auch Dieselbusse weiterhin rum. Der Geräuschunterschied ist übrigens eher gering. Kann also auch sein, dass wir vom Regen in die Traufe kommen, sollte jemals unsere wachsende Abhängigkeit von chinesischen Produkten zum Verhängnis werden.
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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky