Im Spare-Ribs-Koma durchs winterliche Flandern (5/5) (Reiseberichte)
Nach einem Tagesausflug nach Brugge im letzten Teil ( https://www.ice-treff.de/index.php?id=725386 ) geht es in diesem Teil ohne Zeitdruck heim nach Karlsruhe.
Tag 7: Gent – Schaarbeek – Brüssel – Karlsruhe
Heute verlassen wir Belgien wieder, diesmal zusammen Richtung Karlsruhe. Unser ICE fährt aber erst um kurz nach 14 Uhr in Brüssel ab, weshalb wir noch genug Zeit haben, etwas zu unternehmen. Chris geht mit mir ins belgische Bahnmuseum am Bahnhof Schaarbeek, Katharina hat drauf weniger Lust und geht lieber im Brüsseler Stadtzentrum ins Musikinstrumentenmuseum.
Unsere Stammhaltestelle Theresianestraat zeigt sich heute mit leichtem Puderzucker.
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Da kommt unsere Tram. Chris und Katharina werden schon unruhig, ob ich es noch rein schaffe, ohne auf dem Schnee auszurutschen.
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Auch der Bahnhof ist heute leicht eingeschneit.
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Der schnellste Weg würde natürlich über die fast 100 Jahre alte „Direttisssima“ führen, aber ich hätte gerne die ältere Strecke über Jette befahren, was die Fahrzeit nach Schaarbeek allerdings massiv verlängert hätte. Als Kompromiss nehme ich den langsameren IC mit Halt in Denderleeuw, der bis dort den nördlichen Teil der Altstrecke nutzt und danach auf die Direttisssima wechselt. Zufälligerweise ist das wieder die Linie aus Blankenberge von gestern Nachmittag mit den Dosto-Triebzügen ist. Dazu lassen sich sogar Chris und Katharina überreden.
Bis Schellebelle kennen wir den Weg schon von der Fahrt nach Mechelen am vierten Tag, da war das Depot aber frei von Schnee.
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Bei der Fahrt nach Mechelen war mir schon das Wandgemälde an dem Schuppen aufgefallen. Was hat den der InterCityExperimental hier zu suchen?
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In Serskamp werden hinter dem Bahnhof Hühner gehalten.
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Hier in Denderleeuw hätten wir in die S-Bahn über die Altstrecke umsteigen können, allerdings mit recht langer Umsteigezeit und dann wäre es auch noch ein unbequemer Desiro gewesen.
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Dann geht es auf die Direttisssima und wir sind ruckzuck im Großraum Brüssel.
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Die Strecke bietet eine hervorragende Aussicht auf die Abstellgruppe von Bruxelles-Midi.
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Zum Glück müssen wir nicht nach Frankreich. Dort herrscht heute witterungsbedingt ziemliches Chaos.
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Das nationale Bahnmuseum ist im wunderschönen Empfangsgebäude des Vorortbahnhofs Schaarbeek untergebracht.
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Belgien begann direkt nach Erlangung seiner Unabhängigkeit in den 1830er- Jahren das erste Bahnnetz auf dem europäischen Festland mit planmäßigem Personenverkehr aufzubauen. Die ältesten Bahnuniformen erinnern dementsprechend noch stark an die napoleonische Zeit.
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Über 100 Jahre jünger, aber trotzdem heute auch schon vorsintflutlich wirkt dieser erste elektronische Fahrkartenrechner mit der passenden Ledertasche für die Disketten.
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Das älteste Original in der Fahrzeughalle ist die Pays de Waes von 1844, die zwischen Gent und Antwerpen im Einsatz war.
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Die Fahrzeughallen sind ziemlich dunkel und werden mit einer für uns gewöhnungsbedürftigen Stroboskopinstallation beleuchtet, nichts für Epileptiker. Umso interessanter sind die ausgestellten Fahrzeuge.
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Wo ist da jetzt der Zuglauf nach Sizilien?
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Der neobarocke Salonwagen des Weltkriegshelden König Albert I.
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Der Salonwagen seines Sohns Leopold III., der sich im 2. Weltkrieg weniger ruhmreich verhalten hat, kommt moderner daher.
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Zwar nicht royal, aber auch nichts für den kleinen Mann war nach dem Krieg der TEE.
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Etwas bodenständiger war das Reisen in diesem Wagen.
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In der Diesellok, der Baureihe 64 darf ich Lokführer spielen.
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Ich hätte zwar noch locker mehr Zeit hier verbringen können, aber nach nicht ganz 2,5 Stunden, müssen wir den Rückzug antreten, denn der Takt auf der Nord-Süd-Stammstrecke zwischen Schaarbeek und Bruxelles-Midi ist gar nicht so dicht, wie gedacht. Wir könnten zwar auch am Nordbahnhof in den ICE einsteigen, aber ohne Reservierung wollen wir lieber direkt am Startbahnhof rein.
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Vom oberirdischen Abschnitt der Stammstrecke vor dem Südbahnhof ist der monumentale Justizpalast mit seinem ebenso monumentalen Gerüst zu sehen. Dieses ist schon seit 1984 am Gebäude und inzwischen selbst auch schon marode. Kommt also bald ein Gerüst fürs Gerüst? Seit 2008 ist der Bau auf der belgischen Vorschlagsliste fürs UNESCO-Welterbe. Ob das Gerüst dann auch den Welterbestatus zugesprochen bekommt?
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Ein mögliche Kreuzworträtselfrage: Baufälliger Hauptstadtbahnhof in einem EU-Land, Anfangsbuchstabe B, 13 Buchstaben. Nein, es ist nicht Bucuresti-Nord.
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Beim Brüsseler Südbahnhof, der Anfang der 1950er-Jahre mit dem Innenstadttunnel eröffnet wurde, sehe ich in naher Zukunft auch ein Jahrzehnte währendes Gerüst kommen. Generell ist unser Eindruck von Brüssel, dass bei genauem Hinsehen viele baufällige Ecken zu entdecken sind, insbesondere aus dem Zug auf der Stammstrecke zwischen Süd- und Nordbahnhof. Ich lasse die weiteren Eindrücke vom Empfangsgebäude einfach mal wirken.
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Auf die Fahrt mit dem 408 habe ich mich schon den ganzen Urlaub über gefreut. Ein wenig mehr wird es sich noch füllen.
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Auch im Norden von Brüssel gibt es eine große Abstellgruppe.
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Die Fahrt bis Lüttich über die HSL 2 ist bis auf den Bahnhof Liège-Guillemins wie erwartet unspektakulär. Erst danach wird es für mich nochmal etwas spannend, da uns die HSL 3 zwischen Lüttich und Aachen bei der Fahrt nach Brüssel 2022 entgangen ist. Wegen technischen Problemen unseres 406 mussten wir damals ab Aachen mit dem Nahverkehr durchs malerische Wesertal ausweichen ( https://www.ice-treff.de/index.php?id=698681 ). Für die Mitreisenden mit Anschluss auf den Eurostar in Brüssel war das natürlich ein Drama, aber wir waren nicht unglücklich über die Fahrt mit einem urigen AM 66 über die, wie ich jetzt beurteilen kann, deutlich interessantere Altstrecke.
Am Ende der HSL muss uns der verspätete Regionalzug nach Aachen vorlassen.
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Schon wieder in Deutschland passieren wir hier das rheinische Braunkohlerevier.
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In Köln trennen sich nochmal unsere Wege. Da wir unsere Tickets getrennt gebucht haben und meine Freunde wenige Minuten vor mir gebucht haben, haben sie mir das günstige Sparpreiskontingent weggeschnappt. Für mich wäre die schnellste Verbindung mit Umstieg in Köln oder Frankfurt Flughafen deutlich teurer geworden. Nach etwas Rumprobieren, konnte ich aber eine etwas langsamere Verbindung mit Umstieg in Frankfurt Hbf zum alten Preis ausknobeln. Ich dachte eigentlich, die beiden hätten mit Umstieg am Frankfurt Flughafen gebucht, zumindest hätte ich das so getan, um länger im 408 zu fahren. Sie müssen aber in Köln raus.
Mir soll das ganz Recht sein, denn so kann ich nach Köln ins Bordrestaurant wechseln, mal wieder ein Freigetränk einlösen und das ausgefallene Mittagessen nachholen.
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Wie bei der Buchung von mir erhofft, ist bis Frankfurt Flughafen meine Zugbindung aufgehoben und so kann ich dort in der Lounge auf die Ankunft des ICE nach Karlsruhe mit meinen Freunden warten.
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Die letzte Stunde der Reise können wir somit nochmal gemeinsam verbringen. Mit unserer planmäßigen Ankunft, für mich sogar vor Plan, in Karlsruhe enden sieben schöne Bahnreisetage ohne größere Verspätungen oder sonstiges Unheil.
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