"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener" (Allgemeines Forum)
плацкарт, Dienstag, 17.03.2026, 19:21 (vor 55 Tagen)
"Sie haben freie Wahl der Reiseroute. Die Reise zum auf der Fahrkarte angegebenen Zielort kann also auch über eine andere Strecke führen."
Nach welchen Bedingungen darf ich Alternativstrecken nutzen?
Ich könnte innerhalb der Wegevorschrift bleiben.
Problem: nicht immer enthält die Fahrkarte eine Wegevorschrift.
Ich könnte zumindest bei einer Gruppenfahrkarte auf Papier sichergehen, indem ich mir in einem Reisezentrum eine neue Reservierung ausstellen lasse.
Problem: jeder Jeck ist anders. Der eine beharrt auf der 08/15-Strecke, der andere stellt auch etwas kreativeres aus, z.B. Erfurt-Karlsruhe über Stuttgart. Unangenehm wäre, wenn ein Schaffner dann anderer Meinung ist.
Manche reagieren schon auf die Nutzung eines fast ein Jahr alten Tickets mit Verwunderung und Unbehagen.
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
Reservierungszettel, KDU, Dienstag, 17.03.2026, 19:27 (vor 55 Tagen) @ плацкарт
"Sie haben freie Wahl der Reiseroute. Die Reise zum auf der Fahrkarte angegebenen Zielort kann also auch über eine andere Strecke führen."
Nach welchen Bedingungen darf ich Alternativstrecken nutzen?
Ich könnte innerhalb der Wegevorschrift bleiben.
Problem: nicht immer enthält die Fahrkarte eine Wegevorschrift.
Ich könnte zumindest bei einer Gruppenfahrkarte auf Papier sichergehen, indem ich mir in einem Reisezentrum eine neue Reservierung ausstellen lasse.
Problem: jeder Jeck ist anders. Der eine beharrt auf der 08/15-Strecke, der andere stellt auch etwas kreativeres aus, z.B. Erfurt-Karlsruhe über Stuttgart. Unangenehm wäre, wenn ein Schaffner dann anderer Meinung ist.
Manche reagieren schon auf die Nutzung eines fast ein Jahr alten Tickets mit Verwunderung und Unbehagen.
Was möchtest du genau wissen?
Grundsätzlich gilt wenn du Start und Ziel des Tickets ohne extras wie Aufenthalt und via Stationen auf Bahn.de eingibst darfst du alle ausgegebenen Verbindungen nutzen.
Solltest du vorher ein via oder Aufenthalt gebucht haben darfst du das natürlich auch bei aufgehobener Zugbindung machen.
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
JoeO, Braunschweig, Mittwoch, 18.03.2026, 02:31 (vor 55 Tagen) @ Reservierungszettel
Grundsätzlich gilt wenn du Start und Ziel des Tickets ohne extras wie Aufenthalt und via Stationen auf Bahn.de eingibst darfst du alle ausgegebenen Verbindungen nutzen.
Das die Alternativstrecke "ohne Extras wie Aufenthalt und via Stationen" ausgegeben werden soll, ist eine nicht notwendige Einschränkung.
Die Streckenführung ist nach Aufhebung der Zugbindung weder an die (ehemalige) Raumbegrenzung, noch an andere Einschränkungen gebunden. Es kann jede Strecke von A nach B genutzt werden, für die eine einfache Fahrt von A nach B möglich ist. Eine "einfache Fahrt" liegt dann vor, wenn die Strecke sich "in Richtung auf das Ziel zu" bewegt, keine Stichfahrten, Kreuz- und Querfahrten oder Rückfahrten enthält.
Mit anderen Worten: solange die Bahn für den gewählten Weg eine durchgehende Fahrkarte verkauft, ist es ein zulässiger Weg von A nach B.
Wird für die (auch mit z.B. Via-Angabe) gewählte Strecke ein Ticket angeboten (= auf bahn.de ein Preis angezeigt), dann ist es eine der möglichen Strecken.
Wenn ein Weg nicht als Strecke von A nach B gilt, dann wird für diesen Weg auch kein Ticket verkauft. Solange die Strecke tarifierbar ist, kann sie auch genutzt werden!
Auch bei einem Flexpreisticket gilt die aufgedruckte Raumbegrenzung nicht mehr, wenn die gewählte Verbindung mehr als 20 Minuten Verspätung hat. Dann sind auch alle anderen Strecken möglich.
Das ist plausibel...
loco_mo, Plüschetage, Mittwoch, 18.03.2026, 14:00 (vor 54 Tagen) @ JoeO
bearbeitet von loco_mo, Mittwoch, 18.03.2026, 14:01
...und dürfte auch ein kritischer Zub verstehen.
Im Beispiel Erfurt-Karlsruhe habe ich mich mal angenähert:
Über Hamburg: kein Preis
Über Hannover: kein Preis
Über Kassel: bepreist
und untenrum:
Über Ingolstadt-Ulm bepreist
Über München: kein Preis
Man sieht also einen recht breiten Korridor, wo man Wege fahren kann, die durchaus als "Umweg" zu bezeichnen sind - aber eben immer "auf das Ziel zu".
Geographisch spannt sich so eine Ellipse auf mit vielleicht je 45 Grad Winkel nach links und rechts am Anfang und Ende ;--)
Das ist plausibel...
bahnfahrerofr., Mittwoch, 18.03.2026, 14:11 (vor 54 Tagen) @ loco_mo
Das mit bepreisbar/nicht bepreisbar ist zwar sicherlich eine gute Hiflslösung zur Kontrolle, aber nicht in jedem Fall abschließend.
Nürnberg - Stuttgart über München ist zum Beispiel so ein Fall, der nicht bepreisbar ist, im FGR Fall aber unter Umständen legitim nutzbar ist.
Das ist plausibel...
Alter Köpenicker, BSPF, Samstag, 21.03.2026, 13:44 (vor 51 Tagen) @ loco_mo
Im Beispiel Erfurt-Karlsruhe habe ich mich mal angenähert:
Über Hamburg: kein Preis
Über Hannover: kein Preis
Über Kassel: bepreist
und untenrum:
Über Ingolstadt-Ulm bepreist
Über München: kein PreisMan sieht also einen recht breiten Korridor, wo man Wege fahren kann, die durchaus als "Umweg" zu bezeichnen sind - aber eben immer "auf das Ziel zu".
Geographisch spannt sich so eine Ellipse auf mit vielleicht je 45 Grad Winkel nach links und rechts am Anfang und Ende ;--)
Ich bin ein wenig verwundert, da ich bereits eine Fahrkarte für die Strecke Berlin - Basel via Erfurt, Nürnberg, München, Stuttgart und Karlsruhe besaß. Wenn diese Fahrkarte problemlos bepreisbar war, muss es doch auch für die Teilstrecke Erfurt - Karlsruhe via Nürnberg, München und Stuttgart gelten.
Mir fällt ein, noch eine Fahrkarte für eine künftige Fahrt mit umgekehrtem Laufweg zu haben. Die Wegevorschrift darauf lautet: Basel Bad Bf - Berlin Südkreuz Via: <1080>KA *(MZ *F *GOE *H *SDL/BRT *VAI *BIET *LB *S *PLO *GP *UL *GZ *A *M *IN *N *FUE *ER *BA *CO *EF *WE *NMB *WSF *MER *HAL *BTF) *WB *LUF *(TEL/BSFL) *B
Eine Teilstrecke muss nicht immer tarifierbar sein
JoeO, Braunschweig, Samstag, 21.03.2026, 17:03 (vor 51 Tagen) @ Alter Köpenicker
Ich bin ein wenig verwundert, da ich bereits eine Fahrkarte für die Strecke Berlin - Basel via Erfurt, Nürnberg, München, Stuttgart und Karlsruhe besaß. Wenn diese Fahrkarte problemlos bepreisbar war, muss es doch auch für die Teilstrecke Erfurt - Karlsruhe via Nürnberg, München und Stuttgart gelten.
Die Tarifierbarkeit einer Strecke bedeutet nicht, das jede Teilstrecke davon auch tarifierbar sein muss, da dann der Start- und Zielbahnhof ein anderer ist. Die Kriterien der Tarifierbarkeit werden dann doch auf eine andere Verbindung angewendet.
Hier ein schematisches Beispiel:
![[image]](https://i.postimg.cc/65CcYnGX/Umweg.jpg)
Nehmen wir das Tarifkriterium "Fahrt auf das Ziel zu". Bei einer Fahrt von A nach E über B-C-D erfüllt auch die Teilstrecke B-C dieses Kriterium, auch wenn es eine Verbindung B-D gibt.
A-B-C-D-E ist tarifierbar.
Bei einer Fahrt B-D führt das Teilstück B-C nicht in Richtung auf das Ziel zu, sondern führt vom Ziel "D" weg.
B-C-D ist daher nicht tarifierbar.
Eine Teilstrecke muss nicht immer tarifierbar sein
Alter Köpenicker, BSPF, Montag, 23.03.2026, 19:00 (vor 49 Tagen) @ JoeO
Die Tarifierbarkeit einer Strecke bedeutet nicht, das jede Teilstrecke davon auch tarifierbar sein muss, da dann der Start- und Zielbahnhof ein anderer ist. Die Kriterien der Tarifierbarkeit werden dann doch auf eine andere Verbindung angewendet.
Deine Erklärungen sind zwar nachvollziehbar, dennoch finde ich es seitens der Bahn unsinnig, es so zu handhaben, weil am Ende den Reisenden völlig ohne Grund Steine in den Weg gelegt werden. Es hat doch niemand etwas davon.
Eine Teilstrecke muss nicht immer tarifierbar sein
JoeO, Braunschweig, Dienstag, 24.03.2026, 13:16 (vor 48 Tagen) @ Alter Köpenicker
Deine Erklärungen sind zwar nachvollziehbar, dennoch finde ich es seitens der Bahn unsinnig, es so zu handhaben, weil am Ende den Reisenden völlig ohne Grund Steine in den Weg gelegt werden. Es hat doch niemand etwas davon.
Naja, die Bahn verkauft bei relationsbezogenen Fahrkarten ja immer eine Fahrt von A nach B. Dabei sind durchaus verschiedene Wege möglich, solange es tatsächlich Wege von A nach B sind. Was mit einer relationsbezogenen Fahrkarte nicht abgedeckt ist, sind Hin- und Herfahrten, Rückfahrten (mit einem Ticket für eine "einfache Fahrt"), Kreuz- und Querfahrten, Stichfahrten etc. Dazu benötigt man entweder einen relationslosen Fahrschein (Länderticket, QdL-Ticket, D-Ticket, BC 100, Interrail etc.) oder halt mehrere Tickets.
Schauen wir das schematische Beispiel noch einmal an:
![[image]](https://i.postimg.cc/65CcYnGX/Umweg.jpg)
Wenn Du von B nach D möchtest, dann gibt es (die dünn eingezwichnete) buchbare Verbindung. Es gibt auch eine Verbindung B-C, die aber nichts mit einer Fahrt B-D zu tun hat. Wenn man annimmt, das B und D 10 km auseinander sind, dann wäre B-C eine ca. 25 km lange Fahrt von D weg. Danach schließt sich eine ca. 30 km lange Fahrt C-D an, die auf D zu führt. Das ist dann keine Fahrt B-D mehr, sondern es sind zwei Fahrten B-C und C-D, dementsprechen braucht man für diese zwei Fahrten auch zwei Tickets.
Das ist plausibel...
bahnfahrerofr., Samstag, 21.03.2026, 17:05 (vor 51 Tagen) @ Alter Köpenicker
Wenn diese Fahrkarte problemlos bepreisbar war, muss es doch auch für die Teilstrecke Erfurt - Karlsruhe via Nürnberg, München und Stuttgart gelten.
Nicht unbedingt: meiner Erfahrung nach wird der erlaubte Umweg größer, je länger die Gesamtstrecke ist.
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
Reservierungszettel, KDU, Mittwoch, 18.03.2026, 14:30 (vor 54 Tagen) @ JoeO
Grundsätzlich gilt wenn du Start und Ziel des Tickets ohne extras wie Aufenthalt und via Stationen auf Bahn.de eingibst darfst du alle ausgegebenen Verbindungen nutzen.
Das die Alternativstrecke "ohne Extras wie Aufenthalt und via Stationen" ausgegeben werden soll, ist eine nicht notwendige Einschränkung.Die Streckenführung ist nach Aufhebung der Zugbindung weder an die (ehemalige) Raumbegrenzung, noch an andere Einschränkungen gebunden. Es kann jede Strecke von A nach B genutzt werden, für die eine einfache Fahrt von A nach B möglich ist. Eine "einfache Fahrt" liegt dann vor, wenn die Strecke sich "in Richtung auf das Ziel zu" bewegt, keine Stichfahrten, Kreuz- und Querfahrten oder Rückfahrten enthält.
Mit anderen Worten: solange die Bahn für den gewählten Weg eine durchgehende Fahrkarte verkauft, ist es ein zulässiger Weg von A nach B.
Nichts anderes schrieb ich auch ;)
Wird für die (auch mit z.B. Via-Angabe) gewählte Strecke ein Ticket angeboten (= auf bahn.de ein Preis angezeigt), dann ist es eine der möglichen Strecken.
Klar, das bedeutet in allen Fällen nur ein Umweg und zusätzliche Fahrzeiten. 99% der Fahrgäste möchten ihr Ziel erreichen und erst noch maximal hin und her fahren.
Wenn ein Weg nicht als Strecke von A nach B gilt, dann wird für diesen Weg auch kein Ticket verkauft. Solange die Strecke tarifierbar ist, kann sie auch genutzt werden!
Wenn wir schon beim Thema sind das gilt nicht bei Streckensperrungen - da darfst du wirklich fahren wie du möchtest.
Beispiel: Es liegt ein Ticket Hamburg-Kassel vor, wegen mehreren Störungen wurde der Verkehr über Hannover eingestellt.
Es ist noch möglich von Hamburg nach Berlin zu fahren von dort fahren noch Züge nach Kassel, im normalen Betrieb wäre das eher nicht möglich.
Auch bei einem Flexpreisticket gilt die aufgedruckte Raumbegrenzung nicht mehr, wenn die gewählte Verbindung mehr als 20 Minuten Verspätung hat. Dann sind auch alle anderen Strecken möglich.
Davon abgesehen welcher normale Fahrgast kann überhaupt mit den Kürzeln was anfangen? Das ist doch nur was für uns Fuzzies. Ich für meinen Teil halte es immer so wie am Anfang erwähnt - das was ausgegeben wird darf auch ohne Probleme gefahren werden.
Alles völlig hoffnungslos.
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 18.03.2026, 17:12 (vor 54 Tagen) @ Reservierungszettel
bearbeitet von Der Blaschke, Mittwoch, 18.03.2026, 17:14
Hallo.
Wenn ein Weg nicht als Strecke von A nach B gilt, dann wird für diesen Weg auch kein Ticket verkauft. Solange die Strecke tarifierbar ist, kann sie auch genutzt werden!
Wenn wir schon beim Thema sind das gilt nicht bei Streckensperrungen - da darfst du wirklich fahren wie du möchtest.
Beispiel: Es liegt ein Ticket Hamburg-Kassel vor, wegen mehreren Störungen wurde der Verkehr über Hannover eingestellt.
Es ist noch möglich von Hamburg nach Berlin zu fahren von dort fahren noch Züge nach Kassel, im normalen Betrieb wäre das eher nicht möglich.
Warum so bescheiden?
Also werde ich im RE Hamburg - Rostock und bei der ODEG Rostock - Stralsund keine Probleme bekommen. Ebenso wenig im ICE nach Berlin und dann im Express-ICE über Erfurt nach Nürnberg. Auch Nürnberg - Kassel wird kein Problem sein. Laut Dir darf ich ja fahren, wie ich will.
Ob wohl irgendwann mal wer merkt, dass die ganzen Diskussionen ziemlicher Käse sind. Aber
das ist typisch, original Deutsch. Auch für den allerletzten unwahrscheinlichsten Fall muss eine VERBINDLICHE, GESETZLICHE Regelung her. Der Deutsche lechzt und geiert förmlich nach Vorschriften! Es muss nämlich gerecht zugehen. Niemals darf es sein, dass da der etwas unverfrorenere, etwas dreistere Mitbürger sich irgendwo einen Vorteil verschafft. Selbst wenn man selbst gar nicht betroffen ist. Egal - es geht ums Prinzip.
Ich für meinen Teil halte es immer so wie am Anfang erwähnt - das was ausgegeben wird darf auch ohne Probleme gefahren werden.
Ich halte es mit dem gesunden Menschenverstand. Da erweitert man auch mal ein wenig die Regeln - weiß aber, wo Grenzen liegen. Dafür nehme ich es im Gegenzug hin, dass ich z.B. von Zuhause stets eine Std früher los muss, wenn ich einigermaßen sicher pünktlich am Ziel ankommen muss. Und ertrage klaglos die ständigen späteren Heimankünfte. Geben und Nehmen - aber in ausgewogenem Verhältnis. Und im Wissen, wo das Nehmen so im Rahmen bleibt, dass es keine Probleme gibt.
Und im Zweifel bin ich todesmutig und frage statt anonym im Forum einfach direkt vor Ort den Verantwortlichen, sprich i.d.R. den Zugchef. Es hängt eh alles von ihm ab.
Selbst wenn ich 10.000%ig im Recht bin, nutzt mir das vor Ort gar nichts, wenn's der Verantwortliche anders sieht. Da kann ich HINTERHER die tollsten Prozesse führen - hier und jetzt vor Ort bleibe ich draußen.
Man hat nur soviel Recht, wie man Macht hat!
Sollten diese ganzen Diskutanten mal auswendig lernen und begreifen. Denn deswegen sind diese ganzen Diskussionen sämtlich Schwachsinn. Das Risiko muss jeder für sich selbst in der jeweiligen Situation selbst abwägen. Komme ich auch bei Ablehnungen noch ans Ziel? Was ist mir das Risiko wert? Bin ich Diskussionen mit dem Zugchef gewachsen? Traue ich mich, zu widersprechen, zu erklären usw.? Kann ich meinen Standpunkt nachvollziehbar erläutern?
Am schlimmsten ist dabei die Verantwortungslosigkeit! ICH will für MEIN TUN keine Haftung übernehmen! Ich bin nämlich feige. Ich spreche doch beim Einstieg den Schaffner nicht an, wenn mir im Forum wer sagt, dass ich im Recht bin. Das traue ich mich gar nicht. Weil ich gar nicht anständig kommunizieren kann. Ich frage verdeckt Dritte - und wenn die sagen: "Ja, das geht", dann sind die auch dafür verantwortlich. Oder es steht halt so im Gesetz. In Verordnungen, Regeln und Richtlinien. Ich darf, also Gegenüber: halt den Schnabel.
Aber gut, es wird ja nirgendwo besser. Nicht nur bei Fuzzys. Andersrum geht's auch. Zum Schluß ne reale Geschichte von der Front. Gestern durfte ich mal den unsympathischen Zugchef der Niederlande kennenlernen. In Bad Bentheim waren bereits 2 Eurobahnen Richtung Rheine ausgefallen. Ersatzlos. Weil InfraGo die Infrastruktur nicht im Griff hatte. Als das der ICE-Zugchef des eingefahrenen Zuges aus Amsterdam mitbekam, gab es flugs eine unfreundliche Durchsage: mit Deutschlandticket kommen Sie in meinen Zug nicht rein. Dabei weiß jeder, dass bis Rheine ohnehin nicht mehr kontrolliert wird. Chef freute sich jedenfalls, "So! Chef hat gesprochen!". War er ganz stolz auf sich. Es ging dann aber gar nicht los. Wegen Streckenstörung zwischen Bad Bentheim und Rheine, hieß es. Was gelogen war: Weichenstörung in Ibbenbüren-Esch (das ist zwischen Rheine und Osnabrück) mit Zurückhalten von Zügen war der wahre Grund - man wollte offenkundig den Bahnhof Rheine nicht zu fahren. Bis dahin hätte man ansonsten streckentechnisch noch problemlos fahren können. Es tat sich ne Weile nix. Nächste Durchsage, genauso unfreundlich: In Ruhebereichen habe gefälligst Ruhe zu herrschen - Telefonate und Gespräche seien zu unterlassen. Denn natürlich machte sich ob fehlender Informationen und mangelnder Weiterfahrt auch im Ruhebereich etwas Unruhe breit.
Ihm und seinem Team waren Regeln übrigens egal. Es wurde fröhlich auf dem Bahnsteig direkt vor der ICE-Eingangstür geraucht.
Nach ca 30 Min, in denen nichts passierte, auch von der DB nicht, nach deren Auskunft der Zug in 5 Min in Osnabrück eintrifft, obwohl er in Bad Bentheim steht, ging es dann doch weiter. Und die DB bot auch weiterhin Qualität bei der Auskunft an: offizielle Begründung für das Hinterherhinken war jetzt "Verspätung im Ausland". Auch 'ne glatte Lüge.
Und dann wundern sich Weltferne, warum bei soviel "Leistung" des Dienstleisters hin und wieder wer aus dem Kundenkreis aushakt. Als Bahnchef hätte ich da mindestens 2 Leuten fristlos gekündigt. Der niederländische Zugchef hätte bei mir nicht mal die Rückfahrt antreten dürfen, auch wenn der Zug dann ausfällt. Und der Informationsverantwortliche bei der DB hätte auch kurz drauf seinen letzten Feierabend im Konzern gehabt.
Ich hatte übrigens Glück, eine Eurobahn hatte sich zwischenzeitlich bis Bad Bentheim durchgekämpft und fuhr von dort wenige Minuten nach dem ICE pünktlich Richtung Wissingen (während dann 3 Std kein NV-Zug von Bad Bentheim nach Hengelo fuhr; danach der Zug fiel dann auch noch aus; wären also 4 Std. Aber da soll dann ein Bus eingesetzt worden sein). Und so wäre ich nur eine Std später als geplant nach Hause gekommen; also normal. Wenn ich nicht in Osnabrück noch was hätte zu erledigen gehabt und die Folge-Eurobahn 30 Min Verspätung hatte (was die Kunden am Bahnsteig aber auch erst 3 Min vor der planmäßigen Ankunft erfuhren ...). Und so landeten dieses Mal satte 90 Minuten auf meinem Eisenbahn-Überstundenkonto (das stets eine Std früher los ignoriere ich mal zugunsten der Eisenbahn). Da muss mich also bald mal wieder ein ICE kostenlos mitnehmen.
Schöne Grüße von jörg
--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)
Alles völlig hoffnungslos.
611 040, Erfurt, Mittwoch, 18.03.2026, 17:17 (vor 54 Tagen) @ Der Blaschke
Ich bin letztes Jahr von Frankfurt nach Hamburg über Köln - Dortmund - Hannover - Lüneburg gefahren. War auch nicht der direkte Weg. Gab im ICE auf der KRM eine Frage ob ich jetzt tatsächlich über Köln nach Hamburg fahren möchte, und als ich das bejahte wünschte sie ne gute Reise. Die hatte ich auch, denn so bin ich nochmal 406, 402 und 411 gefahren. Viel komfortabler und interessanter als die direkte Verbindung im 412 über Kassel.
--
❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
badenpony, Donnerstag, 19.03.2026, 21:17 (vor 53 Tagen) @ Reservierungszettel
Liebe Forumsmitglieder,
ich habe ein Sparpreisicket KA - Berlin für 30.4. bis 3.5. gebucht. Es kam die Info über eine Fahrplanänderung auf der Hinfahrt und damit verbunden die aufgehobene Zugbindung.
Jetzt hatte ich bei der Rückfahrt nicht meine Wunschverbindung gebucht, sondern eine etwas preisgünstigere Alternative. Darf ich jetzt, da Hin- und Rückfahrt auf einem Ticket sind, auch für die Rückfahrt eine andere Verbindung wählen? Theroretisch könnte es ja sein, dass ich die Hinfahrt erst eine Woche später antrete wegen der Fahrplanänderung...dann müsste doch die Bindung zugleich für die Rückfahrt aufgehoben sein. Dazu lese ich aber widersprüchliche Angaben. Kennt jemand die offizielle Regelung?
Vielen Dank!
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
wachtberghöhle, Freitag, 20.03.2026, 08:13 (vor 53 Tagen) @ badenpony
Liebe Forumsmitglieder,
ich habe ein Sparpreisicket KA - Berlin für 30.4. bis 3.5. gebucht. Es kam die Info über eine Fahrplanänderung auf der Hinfahrt und damit verbunden die aufgehobene Zugbindung.
Jetzt hatte ich bei der Rückfahrt nicht meine Wunschverbindung gebucht, sondern eine etwas preisgünstigere Alternative. Darf ich jetzt, da Hin- und Rückfahrt auf einem Ticket sind, auch für die Rückfahrt eine andere Verbindung wählen? Theroretisch könnte es ja sein, dass ich die Hinfahrt erst eine Woche später antrete wegen der Fahrplanänderung...dann müsste doch die Bindung zugleich für die Rückfahrt aufgehoben sein. Dazu lese ich aber widersprüchliche Angaben. Kennt jemand die offizielle Regelung?Vielen Dank!
Wenn die Voraussetzung gegeben ist, die Reise nicht mehr anzutreten, wegen der Änderung, kannst Du kostenneutral die gesamte Fahrkarte Dir erstatten lassen.
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
плацкарт, Freitag, 20.03.2026, 20:17 (vor 52 Tagen) @ wachtberghöhle
Der Fahrgast will keine Erstattung sondern Veredlung zu "Aufgehobener". Wie steht es damit?
Da ich nie Hin- und Rückfahrt auf einer Fahrkarte kaufe, fehlt mir die Erfahrung damit.
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
markman, Montag, 23.03.2026, 20:40 (vor 49 Tagen) @ JoeO
Eine "einfache Fahrt" liegt dann vor, wenn die Strecke sich "in Richtung auf das Ziel zu" bewegt, keine Stichfahrten, Kreuz- und Querfahrten oder Rückfahrten enthält.
Frage: Heute bin ich von Marburg über Frankfurt nach Hannover gefahren, da ich alternativ von Marburg mit dem Bus hätte Richtung Kassel fahren müssen, dort in einen RE bis nach Wilhelmshöhe (SEV wegen Baustellen) und dann weiter nach Hannover.
Wenn ich eine Fahrkarte gehabt hätte (bei mir egal, da BC100), wäre das so ok gewesen? Das fragte ich mich nämlich heute, denn so war die Fahrt recht stressfrei.
Grüße
Markman
Heijeijei.
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Montag, 23.03.2026, 21:18 (vor 49 Tagen) @ markman
bearbeitet von Der Blaschke, Montag, 23.03.2026, 21:22
Huhu.
Frage: Heute bin ich von Marburg über Frankfurt nach Hannover gefahren, da ich alternativ von Marburg mit dem Bus hätte Richtung Kassel fahren müssen, dort in einen RE bis nach Wilhelmshöhe (SEV wegen Baustellen) und dann weiter nach Hannover.
Mein Navigator findet für heute nachträglich keine solche Verbindung.
Wenn ich eine Fahrkarte gehabt hätte (bei mir egal, da BC100), wäre das so ok gewesen?
Guck auf die Landkarte und dann fang eine herrliche Diskussion an.
Und ja: bei Sprintern, Nachtzug und ICE, die nicht in Kassel halten, wird bei Fahrt über Frankfurt ein Fahrpreis angegeben. Trotz Fahrt erstmal in Gegenrichtung. Da müßte die DB sich selbst verklagen, weil sie Fahrscheine entgegen ihrer eigenen Bedingungen verkauft.
Müssen wir jetzt also jeden Einzelfall episch diskutieren? Und Regelungen einfordern?
Mach es oder lass es.
Ist der Schaffner gut drauf, klappt's. Ist er schlecht drauf, haste Diskussionen oder Ärger. Völlig unabhängig davon, was später mal der Weltgerichtshof entscheiden wird.
Falls dich Diskussionen, mögliche Ablehnungen, Rauswurf, EBEs und Zoff nicht stören oder du da geil drauf bist: dann mal zu.
Die übliche Memme, die bloß keinen Ärger will und um Himmels Willen keine Diskussion; die nie auffallen will und nichts bleibendes hinterlassen will am Lebensende, läßt es dann besser bleiben.
Und ich wünsche mir, dass es neben Reservierungspflicht keine Flexfahrkarten mehr gibt, nut noch fahrplanbasierter Verkauf. Und dass im Falle der Abweichung die EVU VERPFLICHTET werden, sich selbst um Alternativen zu kümmern, die der Fahrgast dann zwingend einzuhalten hat.
Dann haben diese ewigen Sinnlosdiskussionen ein Ende; das Forum allerdings auch keine Daseinsberechtigung mehr.
Hierzulande kann man nämlich mit Freiheit nicht umgehen. "Gesunder Menschenverstand" - nix da. Natürlich KANN es im EINZELFALL sinnvoll sein, über Frankfurt zu fahren. Aber dann kommt der Deutsche. Hat einmal geklappt, hat jetzt immer so zu sein. Wieso durfte der da und ich nicht. Usw usw. Dann schlägt die große Stunde der Paragraphenfetischisten. Und zuletzt wird es dann grundsätzlich: es wird auf die Beförderungspflichten verwiesen, auf Mobilität als Menschenrecht und als Krönung de Ganzen fordern die Freizeitfresks ein Gesetz, wo ihre Freiheit geregelt wird.
Nur krank alles ...
Aber es ist gut, dass es ist, wie es ist. Denn was sollten diese Tarif"experten" alternativ sonst machen. Denen kommt dann der Lebenssinn abhanden.
Ich erinnere mich noch an die Kritik von Fahrgastverbänden bei Einführung des Schöne-Wochenende-Tickets. Der Tarif sei viel zu einfach. Und beim Deutschlandticket ist es ja auch wieder so. Regelmäßig gibt es ja grandiose Ideen, das zu verkomplizieren.
Mit Bahnfuzzys und selbsternannten Tarifkönnern und -kennern wird die Eisenbahn keinen grünen Zweig erreichen.
@markman: du fährst doch eh First Class. Da spendierst du dem Schaffner einen Kaffee und gibst ihm ein Lob. Dann darfst du auch ohne black Mamba sogar über Stuttgart und Köln fahren. Und ansonsten wird es gerade in Hannover genug einflussreiche Politiker geben, die das mit dem 60er für dich schon regeln werden.
Schöne Grüße von jörg
--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
zettelbox, Montag, 23.03.2026, 22:00 (vor 49 Tagen) @ markman
Frage: Heute bin ich von Marburg über Frankfurt nach Hannover gefahren, da ich alternativ von Marburg mit dem Bus hätte Richtung Kassel fahren müssen, dort in einen RE bis nach Wilhelmshöhe (SEV wegen Baustellen) und dann weiter nach Hannover.
Da du dich damit erstmal ziemlich exakt vom Ziel wegbewegst, kann dazu schon eine kritische Nachfrage kommen. Mit der Erklärung sehe ich aber kein Problem.
Da es wachsweich definiert ist, ist alles, was plausible erklärbar ist, zulässig. Mit dem Argument, dass die Verbindung über Frankfurt zwar erstmal länger ist und Frankfurt weiter weg vom Ziel liegt als der Startpunkt, sie aber deutlich komfortabler und vermutlich auch schneller ist, sehe ich kein Problem.
"freie Wahl der Reiseroute" bei "Aufgehobener"
Schultheiss Berlin, Sonntag, 29.03.2026, 13:17 (vor 43 Tagen) @ markman
Frage: Heute bin ich von Marburg über Frankfurt nach Hannover gefahren, da ich alternativ von Marburg mit dem Bus hätte Richtung Kassel fahren müssen, dort in einen RE bis nach Wilhelmshöhe (SEV wegen Baustellen) und dann weiter nach Hannover.
[quote]
Wenn ich eine Fahrkarte gehabt hätte (bei mir egal, da BC100), wäre das so ok gewesen? Das fragte ich mich nämlich heute, denn so war die Fahrt recht stressfrei. [/quote]
Ja, das wäre ok gewesen. Denn es ist auch so buchbar.