Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern" (Allgemeines Forum)

ICEwave, Donnerstag, 05.03.2026, 08:18 (vor 17 Stunden, 11 Minuten)

https://www.heise.de/news/Deutsche-Bahn-will-Reiseinfos-verbessern-11199660.html

Noch in diesem Jahr will die Bahn die Reiseinfos verbessern und dabei auf eine bessere Verzahnung der Akteure und auf KI bei den Verspätungsprognosen setzen.

Bei letzterem bin ich sehr gespannt wie es sich entwickelt, weil aktuell sind die Prognosen meist so optimistisch, dass sie nur durch einen Riss im Raum-Zeit-Gefüge eingehalten werden können. Ich hab da oft im Verdacht, dass die Zugbindungsaufhebung so noch bis kurz vorher verhindert werden soll.

Palla: „Natürlich müssen wir auch wieder Wachstum erzielen. Dafür können wir die Auslastung unserer Züge verbessern“.
Subjektiv würde ich sagen, dass die Auslastung in den letzten Jahren deutlich nach oben gegangen ist. Ich hoffe Palla möchte nicht jeden Stehplatz besetzen.

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

sflori, Donnerstag, 05.03.2026, 10:46 (vor 14 Stunden, 43 Minuten) @ ICEwave
bearbeitet von sflori, Donnerstag, 05.03.2026, 10:47

Bei letzterem bin ich sehr gespannt wie es sich entwickelt, weil aktuell sind die Prognosen meist so optimistisch, dass sie nur durch einen Riss im Raum-Zeit-Gefüge eingehalten werden können.

Derzeit gibts Datenpunkte (Passieren von Signalen), die sofort zum korrekten Setzen der Verspätung führen. Falls der Zug aber keinen Messpunkt überfährt, zählt das System solange stumpf hoch, bis jemand manuell eingreift. Folgeleistungen bleiben unberücksichtigt, solange niemand manuell eingreift.

Für mich klingt das nach einer Notlösung, die man sich vor 10-20 Jahren ausgedacht hat. Dass das so viel später immer noch live ist, halte ich für eine Zumutung. :) Das hätte man schon lange durch eine Software ersetzen müssen, bei der die Zugläufe verknüpft sind. Also ICE 1 kommt in Kiel mit +90 an und hat 60 min. Wendezeit. Dann fährt ICE 2 wohl mit +30 oder +45 ab. Und das automatisch. Und man weiß ja auch, wo verspätete Züge immer nochmal extra zulegen und wo sie Reserven haben. Da brauchts dann keine Datenpunkte mehr. Das kann man auch so hochrechnen...

Da das ja nun bestimmt alles (*daumendrück*) im neuen System drin ist, bin ich schon sehr gespannt und freue mich darauf!


Bye. Flo.

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

JanZ, HB, Donnerstag, 05.03.2026, 11:03 (vor 14 Stunden, 26 Minuten) @ sflori

Und man weiß ja auch, wo verspätete Züge immer nochmal extra zulegen und wo sie Reserven haben. Da brauchts dann keine Datenpunkte mehr. Das kann man auch so hochrechnen...

Ganz so trivial ist das, glaube ich, nicht, sondern genau der Punkt, den die DB wiederum etwas hochtrabend als "KI" bezeichnet. Aber ich meine, dass sie das schon vor ein paar Jahren groß angekündigt hat. Und die Verspätungsprognosen werden auch jetzt schon nicht einfach stumpf weitergerechnet, sondern man sieht, dass es auf manchen Abschnitten mehr oder weniger wird. Von daher weiß ich nicht, was jetzt neu sein soll.

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 05.03.2026, 11:13 (vor 14 Stunden, 16 Minuten) @ sflori

Derzeit gibts Datenpunkte (Passieren von Signalen), die sofort zum korrekten Setzen der Verspätung führen. Falls der Zug aber keinen Messpunkt überfährt, zählt das System solange stumpf hoch, bis jemand manuell eingreift. Folgeleistungen bleiben unberücksichtigt, solange niemand manuell eingreift.

Eben nicht, solange der Zug steht gibt es - bei der DB - keine neuen Daten und damit auch kein hochzählen. Bei anderen Bahnen, wie NX, ist das anders.

--
Weg mit dem 4744!

Auslastung

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 05.03.2026, 11:16 (vor 14 Stunden, 13 Minuten) @ ICEwave

Subjektiv würde ich sagen, dass die Auslastung in den letzten Jahren deutlich nach oben gegangen ist.

Ist das so? Nach meinem Empfinden sind wir immer noch deutlich unter 2019. Hängt natürlich vom Bezugspunkt ab, 2021 zu 2025 gabs sicher eine Steigerung.

--
Weg mit dem 4744!

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 05.03.2026, 12:24 (vor 13 Stunden, 5 Minuten) @ ICEwave

dabei auf eine bessere Verzahnung und auf KI bei den Verspätungsprognosen setzen

Es wird das erste Mal sein, daß die KI den Menschen bittet "Kannst du mich bitte erschießen?"

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Beides ist nicht zielführend ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 05.03.2026, 13:27 (vor 12 Stunden, 3 Minuten) @ JeDi
bearbeitet von Der Blaschke, Donnerstag, 05.03.2026, 13:27

Hallo.

Derzeit gibts Datenpunkte (Passieren von Signalen), die sofort zum korrekten Setzen der Verspätung führen. Falls der Zug aber keinen Messpunkt überfährt, zählt das System solange stumpf hoch, bis jemand manuell eingreift. (...)

Eben nicht, solange der Zug steht gibt es - bei der DB - keine neuen Daten und damit auch kein hochzählen. Bei anderen Bahnen, wie NX, ist das anders.

Murks ist beides. Letzteres täuscht dann u.U. einen verkehrenden Zug vor, der gar nicht fährt aktuell. Und am Folgebahnhof quäkt Else alle 5 Minuten eine um 5 Minuten erhöhte Prognose vor.

Es wäre schon was gewonnen, würde der Navigator wie bei bahnexpert unterscheiden, was Echtzeitdaten sind und was Prognose. Dann muss man danach jeden Bahnfahrer noch zu einer Einweisung/Fortbildung bzgl des Navigators zwingen.

Es gibt nunmal genug Fälle, da ist eine fundierte, möglichst minutengenaue Prognose gar nicht möglich! Das muss man dem Kunden auch wieder lehren! Wie früher: "unbestimmt später". Basta.

Und ganz spannend: wie soll systemseitig automatisch FRÜHZEITIG erkannt werden, wo der verspätete Fernzug den pünktlichen Nahverkehrszug in die Überholung zwingt, damit danach auch der NV verspätet ist. Da gehört streng konsequent durchgesetzt: pünktliche Züge bleiben pünktlich! Nochmal basta.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Beides ist nicht zielführend ...

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 05.03.2026, 13:59 (vor 11 Stunden, 31 Minuten) @ Der Blaschke

Murks ist beides. Letzteres täuscht dann u.U. einen verkehrenden Zug vor, der gar nicht fährt aktuell.

Wo ist da der Unterschied zum DB-Zustand, außer dass der DB-Zug schon "weiter" ist?

--
Weg mit dem 4744!

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

sflori, Donnerstag, 05.03.2026, 14:03 (vor 11 Stunden, 26 Minuten) @ JeDi

Eben nicht, solange der Zug steht gibt es - bei der DB - keine neuen Daten und damit auch kein hochzählen. Bei anderen Bahnen, wie NX, ist das anders.

Ja, stimmt.

Naja, inzwischen kann die DB zumindest im FV ja eh jedes Tfz orten. Da liegt die Information, ob der Zug sich bewegt, also digital vor. Nun ist eben die Schnittstelle zwischen den beiden Systemen zu entwickeln. Dann erübrigt sich das Hochzählen oder Nicht-Hochzählen ja eh. :)


Bye. Flo.

Beides ist nicht zielführend ...

gnampf, Donnerstag, 05.03.2026, 14:07 (vor 11 Stunden, 22 Minuten) @ Der Blaschke

Murks ist beides. Letzteres täuscht dann u.U. einen verkehrenden Zug vor, der gar nicht fährt aktuell. Und am Folgebahnhof quäkt Else alle 5 Minuten eine um 5 Minuten erhöhte Prognose vor.

auf ein stumpfes Hochzählen jede Minute wo der Zug steht wirds wohl auch nicht drauf hinauslaufen.
Da man sich ja modern und mit KI geben möchte, ist die Erwartung das die Automatik erkennt welches Hindernis der Zug gerade hat, und daraus dann eine Prognose ableiten kann. "Strecke gesperrt, Zug wird umgeleitet" -> ok, da brauchen wir jetzt X Minuten für den neuen Fahrplan, dazu die verlängerte Fahrzeit der anderen Streckem, ergibt also Z Minuten Verspätung. "Personal aus vespäteter Vorleistung fehlt" -> Ok, in welchem Zug stecken die, und wann sollen sie ankommen? Müssen sie noch Pause machen? Dann neue Prognose erstellen.
Theoretisch machbar. Praktisch müssen dafür eine Menge Daten rein gefüttert werden. Und dann bleibt die Gefahr das rumphantasiert wird... Zug ist 5min vor Plan, da kommt der Erfahrung nach dann am nächsten Halt der Rückschlag, also hauen wir da gleich mal +60 drauf.
Und was sie auch hinbekommen sollte: "unbekannt" zu sagen, solange unklar ist wie es überhaupt weiter gehen könnte.


Es wäre schon was gewonnen, würde der Navigator wie bei bahnexpert unterscheiden, was Echtzeitdaten sind und was Prognose. Dann muss man danach jeden Bahnfahrer noch zu einer Einweisung/Fortbildung bzgl des Navigators zwingen.

Als Bahnfahrer weiss man: das sind alles Prognosen, egal ob die Hütte rollt oder nicht. Was hilfts mir das ich weiss, dass ich 5min zu spät im Vorfeld vom Frankfurter Hbf ankommen werde... wenn dabei absolut unklar ist wie lange ich da rumstehen darf bis man mich rein lässt aufgrund vom verpassten Slot.

Es gibt nunmal genug Fälle, da ist eine fundierte, möglichst minutengenaue Prognose gar nicht möglich! Das muss man dem Kunden auch wieder lehren! Wie früher: "unbestimmt später". Basta.

Aus Erfahrungen kann man da schon viel ableiten, nicht auf die Minute genau, aber schon ob wir von 5min oder 5h reden. Das Problem ist halt, die Erfahrung dann in Technik zu pressen. Händisch praktisch nicht machbar weil viel zu komplex, daher probiert man jetzt halt die dolle KI aus und hofft das sie was sinnvolles lernt.

Und ganz spannend: wie soll systemseitig automatisch FRÜHZEITIG erkannt werden, wo der verspätete Fernzug den pünktlichen Nahverkehrszug in die Überholung zwingt, damit danach auch der NV verspätet ist. Da gehört streng konsequent durchgesetzt: pünktliche Züge bleiben pünktlich! Nochmal basta.

Indem das System aus der Erfahrung weiss "für gewöhnlich wird der NV dann da an die Seite müssen, wenn der FV den aktuellen Abstand hat". Aber der NV ist ja eh erstmal Wurst, außer er gehört zur DB. Alle anderen müssten ja erstmal bestellen und bezahlen. Umgekehrt liegen ihre Daten dann auch nicht vor für die KI, wenn sie bei DB FV gebaut wird. Das da also plötzlich ein Güterzug im Weg steht... kann die KI nur aus der Erfahrung dann raten.

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

gnampf, Donnerstag, 05.03.2026, 14:15 (vor 11 Stunden, 15 Minuten) @ ICEwave

Palla: „Natürlich müssen wir auch wieder Wachstum erzielen. Dafür können wir die Auslastung unserer Züge verbessern“.
Subjektiv würde ich sagen, dass die Auslastung in den letzten Jahren deutlich nach oben gegangen ist. Ich hoffe Palla möchte nicht jeden Stehplatz besetzen.

wenn sie das nicht möchte, dann sollte sie sofort wieder abgesetzt werden. Natürlich muss das Ziel des Unternehmens der maximale Gewinn sein. Mit leeren Zügen wird das nicht klappen, die Anzahl Züge ist naturgemäßg auch begrenzt, ergo gilt es das größtmögliche aus dem Zug raus zu holen.
Wer was anders möchte, der darf den Job nicht einer Aktiengesellschaft überlassen.

Beides ist nicht zielführend ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 05.03.2026, 15:03 (vor 10 Stunden, 26 Minuten) @ JeDi

Huhu.

Murks ist beides. Letzteres täuscht dann u.U. einen verkehrenden Zug vor, der gar nicht fährt aktuell.

Wo ist da der Unterschied zum DB-Zustand, außer dass der DB-Zug schon "weiter" ist?

????????

Schreibst du doch selbst: der DB-Zug wird als pünktlich angezeigt; beim NE-Zug werden Verspätungen immer weiter hochgerechnet. Wenn ein Zug erst mit plus 5 und etwas später mit +10 angekündigt wird, schließe ich als Fahrgast eine gewisse Dynamik daraus: der Zug ist unterwegs, sammelt aber halt noch zusätzliche Verspätung unterwegs an. Dass der in Wahrheit an einem Punkt X festhängt und sich gar nicht bewegt, geht aus dem Hochzählen vllt für uns Profis hervor - nicht aber für den unbedarften Fahrgast. Der denkt, da rollt was.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

"Bahn will Reiseinfos verbessern" - ein Hohn

Hustensaft, Donnerstag, 05.03.2026, 15:04 (vor 10 Stunden, 25 Minuten) @ ICEwave

Wer erinnert sich noch an die Funktion "Zugradar" der Bahn? Sicher, war nicht immer der Weisheit letzter Schluss und manchmal auch von der KI-Funktion verzerrt, die einen stehenden Zug dann doch mal fahren ließ, bis 5 Minuten später der spontane Rücksetzer kam - aber mit dieser Funktion konnte der geneigte Bahn-Fahrgast selbst einigermaßen gut einschätzen, wo sein Zug ist und wann der wohl kommen könnte ... aber klar, das wurde abgeschafft, wo kämen wir denn da hin, wenn Reisende etwas wissen.

Grundsätzlich müssen wir uns klar machen, dass es zwei Sorten Reisende gibt:
Da sind die, welche die Strecke mit dem Popo fahren, sprich jede Weiche spüren und wissen, was es bedeutet, wenn man hier nun links oder rechts geführt wird, sprich die "Profis", die brauchen ganz andere Informationen, die sie auch selbst sehr gut bewerten können.
Und dann sind da die Laien, die nur auf ihr Smartphone oder den Anzeiger am Bahnsteig schauen und bedächtig den Durchsagen lauschen, die haben am Ende ein Interessen an konkreten, leicht verständlichen und stimmigen Informationen - nur kann die DB die leider nicht immer liefern.

Dazu kommen Folgeprobleme:
Die Profis wissen um Dinge wie vorzeitig gebrochene Umläufe, um einen Zug in der Gegenrichtung wieder pünktlich(er) auf die Reise schicken zu können, der weiß auch, was die Umleitung wegen der Sperrung einer Strecke bedeutet, ... bis hin zum Umstand, dass der bewerten kann, wie sich die Relation aus Verspätung und Wendezeit wohl entwickeln wird.

Wie obskur Bahninformationen heute sind, habe ich gerade gestern erlebt:
Am Bahnsteig steht ein Güterzug, der Lokführer wartet auf seine Ablösung, die mit dem Taxi kommt - so nach etwa 15 Minuten ist die auch da. Klar, dass die beiden folgenden Personenzüge Verspätung haben - aber anhand der Anzeigen und Durchsagen hätte man eigentlich erwartet, dass die quasi in den Blöcken dahinter stehen und nur darauf warten, endlich wieder Fahrtsignal zu bekommen - war halt nicht so, die Verspätungen wurden größer und größer, dabei kamen aber keine anderen Züge dazwischen, geht halt von der Gleislage auch nicht; woher hatte die DB also ihre kommunizierten Informationen? Und gegen solchen Murks hilft auch die beste KI nichts, die kann nämlich nur "lernen" und gibt am Ende eigene Schätzungen ab.

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 05.03.2026, 15:08 (vor 10 Stunden, 21 Minuten) @ ICEwave

Huhu.

Palla: „Natürlich müssen wir auch wieder Wachstum erzielen. Dafür können wir die Auslastung unserer Züge verbessern“.

Subjektiv würde ich sagen, dass die Auslastung in den letzten Jahren deutlich nach oben gegangen ist. Ich hoffe Palla möchte nicht jeden Stehplatz besetzen.

Natürlich will sie das!

Und da ihr ja stets eine Platzreservierungspflicht ablehnt, sind Züge mit Stehplätzen für die DB doch ein Segen. Besser kann man nicht Geld verdienen. 400 Sitzplätze, aber 600 Fahrgäste. Ein Traum!

Ihr wollt es so - also beklagt euch gefälligst auch nicht über 'Überfüllungen'.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Beides ist nicht zielführend ...

JeDi, überall und nirgendwo, Donnerstag, 05.03.2026, 15:34 (vor 9 Stunden, 55 Minuten) @ Der Blaschke

Schreibst du doch selbst: der DB-Zug wird als pünktlich angezeigt; beim NE-Zug werden Verspätungen immer weiter hochgerechnet. Wenn ein Zug erst mit plus 5 und etwas später mit +10 angekündigt wird, schließe ich als Fahrgast eine gewisse Dynamik daraus: der Zug ist unterwegs, sammelt aber halt noch zusätzliche Verspätung unterwegs an. Dass der in Wahrheit an einem Punkt X festhängt und sich gar nicht bewegt, geht aus dem Hochzählen vllt für uns Profis hervor - nicht aber für den unbedarften Fahrgast. Der denkt, da rollt was.

Der gemeine Fahrgast denkt aber auch, dass der als pünktlich angezeigte Zug pünktlich ist - und dann wohl ausfällt, wenn er nicht kommt...

--
Weg mit dem 4744!

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

JanZ, HB, Donnerstag, 05.03.2026, 15:59 (vor 9 Stunden, 30 Minuten) @ Der Blaschke

Ich zumindest tue das ja auch nicht, sondern fahre lieber alle Jubeljahre mal auf der Einstiegsstufe mit als gar nicht. Und die wirklich krassen Überfüllungen kommen ja in der Regel dann zustande, wenn Züge ausfallen, also eine Reservierungspflicht auch nichts helfen würde. Ansonsten finde ich es immer wieder putzig anzunehmen, für die Fahrgäste würde sich irgendwas verbessern, wenn man ihnen eine Pflicht auferlegt. Denn eine Reservierungspflicht gilt ja nur für den Fahrgast, es handelt sich mitnichten um eine Platzbereitstellungspflicht oder Ähnliches für die Eisenbahn.

Dafür gibt's ja BILD ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 05.03.2026, 16:34 (vor 8 Stunden, 56 Minuten) @ JanZ

Hey.

Denn eine Reservierungspflicht gilt ja nur für den Fahrgast, es handelt sich mitnichten um eine Platzbereitstellungspflicht oder Ähnliches für die Eisenbahn.

Das ist natürlich richtig. Einerseits. Bleiben aber öfters 120 Fahrgäste in Mannheim stehen und bekommen regelmäßig 230 Fahrgäste kein Ticket und klagen 160 täglich ihre FGR ein, dann nimmt sich BILD der Sache an. Und dann gibt es wieder Zoff. Und würde die Politik dann ihren Auftrag als Kontrolleur der DB ernst nehmen und die Narrenfreiheit beenden, käme mächtig Drive in die ganze Bude.

Und dann ist Schluß damit, statt ICE 4 mal eben ICE 1 LDV einzusetzen und fröhlich Züge eben mal auszulegen, wenn es wieder hakt.

Geht natürlich nicht von heute auf morgen, aber wir müssen mal damit anfangen. Und ja, natürlich spiegelt sich das in den Fahrpreisen wider - Qualität kostet.

Dass die DB eine Platzreservierungspflicht total ablehnt, spricht ja Bände. Und der Politik isses egal. Auch trostlos.

Ich als Bundesregierung würde ein Gesetz beschließen, das Stehplätze verbietet. Aus Sicherheitsgründen. Sicherheitsgründe als Argument macht sich immer gut. Damit nicht auch gleich ne S-Bahn betroffen ist, kann man ja erstmal anfangen, Verbot bei Züge ab/über 160 oder 200. Muss man etwas tricksen.


So wie es jetzt ist, wird sich gar nichts ändern. Über die Pünktlichkeit diskutieren wir seit 30 Jahren. Und was wurde über all die neuen ICE gejubelt - nie wieder Fahrzeugmangel. Und die Realität? Die DB stellt ab, was geht. IC1, 415, 406 - raus, raus, raus. Und die Fuzzykommune macht auf den Jubelabschiedsfahrten auch noch mit. Da ist dann restlos alles verloren.

Zusammenfassung: eine Reservierungspflicht ist kein Allheilmittel. Wirkt auch nicht sofort. Ist aber ein Punkt, welcher mittel- und langfristig den Bahnverkehr besser macht.

Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Dafür gibt's ja BILD ...

JanZ, HB, Donnerstag, 05.03.2026, 16:52 (vor 8 Stunden, 38 Minuten) @ Der Blaschke
bearbeitet von JanZ, Donnerstag, 05.03.2026, 16:54

Und dann ist Schluß damit, statt ICE 4 mal eben ICE 1 LDV einzusetzen und fröhlich Züge eben mal auszulegen, wenn es wieder hakt.

Und das ist dein grundlegendes Verständnisproblem: Warum sollte dann Schluss damit sein? Die Bahn könnte doch weiterhin Züge auslegen, wie sie lustig ist (abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass sie das jetzt aus Jux und Dollerei tut). Die Pflicht, sich bei einem Ausfall um einen neuen Sitzplatz zu kümmern, liegt doch bei den Fahrgästen. Sieht man ja im Frankreichverkehr immer wieder, wie gut das funktioniert. Wie ich schon obendrüber schrieb: Eine Reservierungspflicht ist keine Platzbereitstellungspflicht.

Ich als Bundesregierung würde ein Gesetz beschließen, das Stehplätze verbietet.

Jo, und dann beschließt du gleich noch ein Gesetz, das Verspätungen verbietet. Hätte ungefähr den gleichen Effekt.

Heise: "Bahn will Reiseinfos verbessern"

TEE Rheingold, Donnerstag, 05.03.2026, 22:31 (vor 2 Stunden, 58 Minuten) @ gnampf

Wenn es NUR um Gewinn geht, dann dürfte es noch weiteren Kahlschlag im Angebot geben.
Man könnte dann auch das Angebot zu bestimmten Uhrzeiten ausdünnen, zumindest tagesweise.

Bei den Echtzeitdaten ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Gerade bei Störungen und Verspätungen stimmen die Daten manchmal nicht - habe mal in Köln im Zug gesessen. Und es war Chaos rund um Köln, den genauen Grund kenne ich nicht mehr. Der Zug war im Navigator schon in Bonn, obwohl er noch in Köln stand...die Frage ist dann auch, ob man sich dann auf die Daten anderer Züge verlassen kann. Einmal fuhr in der App ein Zug an mir vorbei - obwohl am Bahnsteig kein Zug war. Das blöde war, dass ich mit einem anderen Verkehrsmittel schneller am Ziel gewesen wäre, wenn ich mich nicht auf die falschen Daten verlassen hätte.

Am schlimmsten: Großstörungen

Bahngenießer, Donnerstag, 05.03.2026, 22:52 (vor 2 Stunden, 37 Minuten) @ ICEwave

Am schlimmsten ist die Informationspolitik der Bahn bei Großstörungen:

Beispiel:
Man will den Zug um 7.13 Uhr nehmen und erhält regelmäßig folgende Angaben vom Band oder auf der Anzeigetafel:
Der Zug um 5.13 Uhr hat 125 Minuten Verspätung,
der Zug um 5.43 Uhr hat 95 Minuten Verspätung,
der Zug um 6.13 Uhr hat 65 Minuten Verspätung,
der Zug um 6.43 Uhr hat 35 Minuten Verspätung,
der Zug um 7.13 Uhr fällt leider aus.

"Grund dafür ist eine Verspätung aus vorheriger Fahrt".

Der gutgläubige Fahrgast freut sich und meint, in 5 Minuten kämen dann vier Züge, die er nehmen könne. Doch in Wirklichkeit werden die Verspätungsangaben dann alle 5 Minuten um weitere 5 Minuten erhöht.

Bestenfalls läuft dann auf der Anzeigetafel noch ein weißes Informationsband mit dem Hinweis: "Wegen Reparatur an einem Signal ist der Zugverkehr aktuell beeinträchtigt."

Dafür gibt's ja BILD ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 05.03.2026, 23:05 (vor 2 Stunden, 24 Minuten) @ JanZ
bearbeitet von Der Blaschke, Donnerstag, 05.03.2026, 23:07

Hallo.

Und das ist dein grundlegendes Verständnisproblem: Warum sollte dann Schluss damit sein? Die Bahn könnte doch weiterhin Züge auslegen, wie sie lustig ist (abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass sie das jetzt aus Jux und Dollerei tut). Die Pflicht, sich bei einem Ausfall um einen neuen Sitzplatz zu kümmern, liegt doch bei den Fahrgästen.

Wie ich bereits öfters erwähnte, wird die Platzreservierungspflicht flankiert von umfangreichen gesetzlich garantierten Fahrgastrechten. Da strandet niemand im Nichts. Die DB trägt die Pflicht, mich ans Ziel zu bringen. Zur Not zahlt sie Hotels und Taxis. Ein Zugausfall muss so teuer sein, dass er (betriebs-)wirtschaftlich eine Katastrophe darstellt.

Ich als Bundesregierung würde ein Gesetz beschließen, das Stehplätze verbietet.

Jo, und dann beschließt du gleich noch ein Gesetz, das Verspätungen verbietet. Hätte ungefähr den gleichen Effekt.

*gähn *

Immerhin beschließe ich was. Ansonsten höre ich ja nirgendwo mal was, wie es denn besser werden könnte. Klar, ich kann dem Gesülze der DB-Oberen glauben. Das höre ich aber seit 30 Jahren. Kennt noch wer Ludewigs öffentlichen Pünktlichkeitstafeln?

Aber das zeigt mir ja: man ist hierzulande ja zufrieden mit dem, was geboten wird. Man lästert gerne - aber vom Grundsatz gibt man sich mit dem Murks zufrieden. Das kapieren ja diese Schweizer nie, dass wir unsere Eisenbahn für ihre Dysfunktionalität lieben. Bestes Argument für's eigene Auto - die Pkw-Dichte steigt bekanntlich weiterhin an.

Und darum bin ich Realist genug, zu wissen, dass nichts meiner Ideen umgesetzt wird und wir auch in 5/10/15/20 Jahren über Fahrzeugmangel, Qualitätsmurks und Verspätungen diskutieren werden - also ihr; ich nicht mehr, ich bin dann hops.

Sagt dann nur nicht, das hätte man ja nicht ahnen können. Deswegen darf man ja mal Lösungen aufzeichnen, wie wir zumindest ansatzweise zu Schweizer Präzision kommen könnten.


Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum