Whale Watching im Massif Central (8/8) (Reiseberichte)
Im letzten Teil war ich schon tief in der Heimreise und bin am Ende an meinem letzten Tagesziel Besançon angekommen: https://www.ice-treff.de/index.php?id=724408
Tag 10: Besançon – La-Chaux-de-Fonds – Les Ponts-de-Martel – Ins – Karlsruhe
Heute geht es nach 10 Tagen wieder nach Hause zurück. Waren die letzten beiden Übernachtungsorte Thiers und Autun spontan während der Reise in die Planung gerutscht, stand Besançon und der Heimweg schon seit Wochen durch einen Supersparpreis Schweiz fest. Im Notfall hätte ich die Abfahrt nach 14 Uhr aber auch noch aus Autun oder sogar Clermont-Ferrand erwischt.
Wie die nahegelegenen Orte auf der Schweizer Seite des Juras war Besançon ein Zentrum des Uhrmacherhandwerks. Inzwischen ist dessen wirtschaftliche Bedeutung für die Stadt zwar deutlich gesunken, aber gegenüber meiner Wohnung steht dieses Gebäude einer Art Uhrmacher-Immobiliengenossenschaft. Sieht schon etwas älter aus, vielleicht Bauhaus.
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Direkt hinter dem Haltepunkt Mouillère liegt die Talstation der stillgelegten Funiculaire de Bregille. Ein Verein bemüht sich um Erhalt und Reaktivierung.
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Erster Tagesordnungspunkt, ist einen Train des Horlogers auf der nahegelegenen Doubsbrücke anzuschauen, weshalb ich mir heute Morgen relativ lange Zeit gelassen habe. Um 9.36 Uhr kommt dann pünktlich der TER aus La-Chaux-de-Fonds unter der Festung hervorgefahren.
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Die recht entspannte Zugkreuzung in Mouillère lässt mir 4 Minuten, um auf die Südseite zu wechseln. Leicht gehetzt klappt das auch. Die Lichtverhältnisse sind hier zwar besser, aber der Hintergrund dafür deutlich unspektakulärer.
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Nach einer Runde durch den Kanaltunnel, wo ich schon mal 2021 mit tierischer Begleitung war ( https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10554507 ), unter der Festung hindurch und zurück, kommt einer halbe Stunde später schon der nächste TER aus Valdahon, den ich diesmal noch vor der Doubsbrücke am Stadttor ablichte.
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Danach steige ich, wieder auf der anderen Doubsseite, zur Bergstation der Funiculaire hoch. Von dort hat man diesen schönen Ausblick auf Stadt und Festung.
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In diesem unauffälligen Gebäude versteckt sich die Bergstation. Ich bin erst daran vorbeigelaufen und habe stattdessen mit dem Bofrostmann von Besançon gequatscht, aber wenn man genau hinsieht, sieht man das Bahnsteigdach.
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Die Bahn wurde 1912 eröffnet, um das Thermalbad am Doubs beim Bahnhof Mouillère mit den Hotels oben in Bregille zu verbinden. Nachdem der Kurbetrieb schon Jahrzehnte vorher untergegangen war, wurde sie 1987 außer Betrieb genommen.
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Ich folge der Trasse ins Tal. Außer dem Kabel und dem oberen Wagen wirken die Anlagen noch relativ intakt.
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Unterhalb der Ausweiche wurde mit einer Hauszufahrt überbaut. Bei einer Reaktivierung müsste dafür eine Lösung gefunden werden.
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Und dann bin ich wieder an der Talstation.
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Jetzt aber ab in die Stadt. Ich will noch ein wenig Käse aus dem Jura erwerben und zu Mittag essen. Besançon hat recht kurze Straßenbähnchen von CAF und nicht wie in Frankreich üblich vom Hoflieferanten Alstom.
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Direkt hinter mir ist auch der Wochenmarkt, sodass ich eine schöne Auswahl an Mobier und Comté geboten bekomme.
Die Küche in der Freigrafschaft ist ganz unfranzösisch, deftig und mit reichlich Käse und Kartoffeln. Man merkt da schon die Nähe zur Schweiz. Ich nehme einen Mittagstisch mit angebratener Saucisse de Morteau, Kartoffeln und einem lokalen Kochkäse, der als Dip dient.
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Jetzt bleiben mir noch gut 1.5 Stunden, bis mein Zug fährt. Auch wenn es recht knapp wird, will ich noch zur Festung hoch.
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Für eine Besichtigung reicht die Zeit aber bei Weitem nicht mehr. Denn da unten fährt schon mein AGC mit seiner Vorleistung aus La-Chaux-de-Fonds nach Besançon über die Brücke von Bild 311 auf die Doubsbrücke zu. In 39 Minuten sollte ich in ihm sitzen.
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Trödeln sollte ich deshalb nicht mehr, zumal ich noch meine Sachen aus der Wohnung holen muss, aber knapp wird es nicht. Immerhin geht es ja bergab und die Wohnung ist direkt am Bahnhof. Dabei zahlt es sich auch aus, dass ich gestern schon den Abschnitt von Viotte nach Mouillère befahren habe und mir den jetzt mit gutem Gewissen sparen kann. Nicht so geschickt dabei war, dass der Zug am Freitagnachmittag schon gut gefüllt aus Viotte kommt und ich wenig Auswahl bei der Platzwahl habe.
Ziemlich bald nach der Doubsbrücke beginnt die Strecke, stramm ins Jura hochzusteigen und bietet dabei grandiose Blicke ins Tal.
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Ein Fahrgastzähler ist auch an Bord, dessen Job aber ziemlich einfach ist, da er nach Zusage zur Befragung nur einen QR-Code zeigt. Daraufhin kommt dann ein unfassbar umfangreicher Onlinefragebogen mit endlosen Fragen. Da dauernd das Netz weg ist und die Fragen eher für regelmäßige Nutzer sind, breche ich aber irgendwann ab.
Auf der Jurahochfläche in Valdahon leert sich der Zug spürbar.
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Vor Morteau steigt die Strecke wieder ins obere Doubstal ab. Der Fluss macht im Gegensatz zu Bahnstrecke einen großen Bogen Richtung Nordosten über Montbéliard.
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Letzter Halt in Frankreich ist Morteau, wonach die Wurstspezialität benannt ist, die ich zu Mittag hatte.
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Inzwischen ist kaum noch jemand im Zug, auch der Zugbegleiter hat in Morteau den Zug verlassen, was mich sehr beruhigt, da die paar Kilometer über die Grenze bis Le Locle unverhältnismäßig teuer waren und ich deshalb nur bis Morteau gebucht hatte.
Zur Grenze steigt die Grenze wieder aus dem Tal hoch. Das Dorf am Hang rechts dürfte schon Les Brenets in der Schweiz sein, wo ich 2022 als Stilllegungstourist ( https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?030,10496742 ) war. Das damals akut stilllegungsgefährdete Bähnchen fährt aber immer noch.
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Am Col des Roches (Felsenpass) ist die Grenze erreicht.
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Der Name ist ziemlich zutreffend. Offensichtlich wird aktuell die Straße ausgebaut. Neben der Staatsgrenze wird hier auch die Grenze zur Eisenbahnzivilisation überquert. Kurz nach der Grenze beginnt die Oberleitung und ab Le Locle wird aus 4 Zugpaaren, wochenends nur 3, ein Halbstundentakt.
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Kurz vor 16 Uhr erreicht der AGC La-Chaux-de-Fonds.
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Für meinen Sparpreis habe ich eine Stunde Puffer eingebaut und die nutze ich jetzt für eine Fahrt mit der Schmalspurbahn nach Les Ponts-de-Martel. 2022 stand ich vor dem Triebwagen und bin stattdessen erst nach Neuchatel gefahren, von dort wegen Nebel frühzeitig zurück musste ich feststellen, dass ich auf eine Lücke im Stundentakt getroffen bin und habe dann auf eine Mitfahrt verzichtet. Hätte ich mal besser auf den Fahrplan geachtet, dann hätte ich noch mit dem alten Triebwagen fahren können.
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Der neue von Stadler ist aber auch recht ansprechend.
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Erst geht es aus der Stadt raus und über einen kleinen Bergrücken, dann bis zum Zielbahnhof durch ein breites Hochtal.
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Les Ponts-de-Martel scheint ein recht kleines Dorf zu sein und für mich geht es direkt wieder zurück.
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Hier finden Kühe saftiges Gras.
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Von links kommt die Strecke der Chemins de Fer du Jura aus Glovelier in Straßentrassierung, mit der ich 2022 La-Chaux-de-Fonds verlassen habe.
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Schnellster Weg nach Karlsruhe wäre über Biel, aber die Strecke kenne ich schon. Stattdessen nehme ich den IR Richtung Bern, der über Vue-des-Alpes und den Spitzkehrbahnhof Chambrelien nach Neuchâtel runterfährt. Der Pass Vue-des-Alpes macht seinem Namen heute alle Ehre. Ich sehe die Berner Alpen und den Lac de Neuchâtel.
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Nach Chambrelien ist der See schon deutlich näher.
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Und dann bin ich unten in Neuchâtel.
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In Ins lasse ich den IR nach Bern ziehen.
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Mein kantiger, schmalspuriger Anschlusszug der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn wartet auf der anderen Seite des Bahnhofsvorplatzes.
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Auch aus dem sind die Berner Alpen nochmal zu sehen.
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Der Abstieg zum Bieler See im Sonnenuntergang ist nochmal eine richtig schöne Überraschung. Ich hatte die Strecke relativ blind ausgesucht nach Blick auf die Karte, welche Strecken mir in der Region noch fehlen und welcher Umweg bei der DB bepreisbar ist.
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Und sowas im gelobten Bahnland!!! Ist für mich aber die falsche Richtung.
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Nur Kartenzahlung am Bieler Bahnhofs-WC? Was sagen dazu wohl die Digitalskeptiker hier im Forum?
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Da es für die schöne Fahrt durchs Jura eh dunkel geworden wäre, fahre ich diesmal über Olten und nehme damit beim letzten Tageslicht die mir noch fehlende Verbindungsstrecke von Solothurn zu SFS mit. In Olten lasse ich den ICN weiter Richtung Zürich ziehen.
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Bis jetzt hatte ich nach 10 Tagen mit der Bahn keine Verspätung über 5 Minuten und die DB müsste es nur vollbringen, einen ICE am Freitagabend in Tagesrandlage pünktlich von Basel nach Karlsruhe zu bringen. Schafft sie aber nicht. Mit +40 geht es irgendwann los und ich geruchsbelästige das Großraumabteil mit meinem Abendbrot-Morbier aus dem Jura.
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Wenn das Bistro schon aufmacht, schaue ich mal auf einen Absacker vorbei. Zum Gin Tonic probiere ich das Egg Drop Sandwich. Wird nicht mein Favorit im Bordrestaurant, aber an sich ganz lecker.
Dabei komme ich ins Gespräch mit einem saarländischen Mitreisenden, der in der Schweiz arbeitet. Ein ursprünglich nettes Gespräch driftet bei der „zum Glück ehemaligen Grünenhochburg“ Freiburg aber plötzlich in eine sehr unangenehme Richtung über die Verbrecher in der Politik, den kommenden Umsturz in wenigen Jahren, in dem Köpfe rollen werden und den Grundgesetz Artikel 20. Na tolle, von mir aus hätten wir auch einfach weiter übers Wetter, Frankreich und die Schweiz reden können.
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Coda
Vielleicht fragt ihr euch, warum ich schon am Freitag heim gefahren bin. Nun, am Wochenende stand die große Plandampfveranstaltung zum 150-jährigen Jubiläum meiner Stammstrecke und meines Heimatbahnhofs Pirmasens Nord, alias Biebermühle. Davon will ich noch ein paar Impressionen liefern.
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In Zweibrücken wurde zusätzlich dazu endlich der erste Spatenstich der S-Bahnverlängerung gefeiert und ein 425 auf den Stadtnamen getauft.
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Das war es mit meinem Auslandsreisejahr 2025. Für 2026 habe ich mir vorgenommen, den Fokus auf Deutschland und seine Bahnen zu legen, aber mal schauen. Ihr wisst ja, wie es mit guten Neujahrsvorsätzen ist.
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- Whale Watching im Massif Central (8/8) -
Bahne aus Leidenschaft,
14.02.2026, 09:53
- Wunderschön - herzlichen Dank! :) - Tobs, 14.02.2026, 15:54
- Whale Watching im Massif Central (8/8) - heinz11, 16.02.2026, 18:38
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