Schummelt die DB bei den Verspätungsgründen? (Allgemeines Forum)
Alphorn (CH), Dienstag, 10.02.2026, 22:18 (vor 49 Tagen)
Laut diesem Artikel gab die DB bei einer (Folge-)Verspätung in Basel einen Blitzeinschlag als Verspätungsgrund an. Sämtliche Wetterberichte und Blitzdetektoren widersprechen.
Da drängt sich der Verdacht auf, dass die DB bei den FGR-Zahlungen sparen will, denn Ausfälle bei höherer Gewalt wie Blitzen berechtigen den Fahrgast nicht zu einer Entschädigung...
Einzelne Erfassungsfehler können passieren, aber gibt es noch andere Verdachtsfälle?
Interessanter Nebenaspekt: Wo endet die Kausalkette? Wenn ein Blitz auf der Hinfahrt dazu führt, dass kein Personal für den (vorhandenen) Gegenzug zur Verfügung steht, darf man diesen noch der höheren Gewalt zuordnen? Gilt das dann auch für alle Einsteiger in Unterwegsbahnhöfen bis Hamburg? Irgendwann müsste man doch sagen, die DB hätte einen Ersatzlösung finden müssen und die weiteren Verspätungen sind nicht mehr entschuldbar.
Schummelt die DB bei den Verspätungsgründen?
JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 10.02.2026, 23:46 (vor 49 Tagen) @ Alphorn (CH)
Da drängt sich der Verdacht auf, dass die DB bei den FGR-Zahlungen sparen will, denn Ausfälle bei höherer Gewalt wie Blitzen berechtigen den Fahrgast nicht zu einer Entschädigung...
Das ist so nicht richtig. Extreme Witterungsbedingungen sind zwar ein Ausschlussgrund, höhere Gewalt per se aber nicht.
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Weg mit dem 4744!
Schummelt die DB bei den Verspätungsgründen?
sflori, Mittwoch, 11.02.2026, 00:43 (vor 49 Tagen) @ Alphorn (CH)
Da drängt sich der Verdacht auf, dass die DB bei den FGR-Zahlungen sparen will, denn Ausfälle bei höherer Gewalt wie Blitzen berechtigen den Fahrgast nicht zu einer Entschädigung...
Naja. Mir drängt er sich eher nicht auf, da Blitze keine höhere Gewalt sind. ;)
Da müssten dann schon z.B. absichtliche Betriebsstörungen durch Dritte herhalten.
Eher wird sich da im konkreten Fall ein Mitarbeiter verklickt haben.
Bye. Flo.
Verantwortung und Konsequenzen
плацкарт, Mittwoch, 11.02.2026, 08:50 (vor 49 Tagen) @ Alphorn (CH)
Das Problem ist, dass in vielen großen Organisationen die Zuschreibung von Verantwortung irgendwo versandet und es für Fehlleistung wenig Konsequenzen gibt.
Ich würde gern hören, dass es bei der DB anders ist.
Verantwortung und Konsequenzen
JanZ, HB, Mittwoch, 11.02.2026, 09:38 (vor 49 Tagen) @ плацкарт
Das Problem ist, dass in vielen großen Organisationen die Zuschreibung von Verantwortung irgendwo versandet und es für Fehlleistung wenig Konsequenzen gibt.
Ich würde gern hören, dass es bei der DB anders ist.
Was für Konsequenzen hättest du denn gerne? Die Verspätungsgründe werden in der Regel in der Leitstelle eingegeben, wo keine Zeit ist, noch lange nachzudenken, welche Konsequenzen welche Angabe hätte. Und im Gegensatz zu anderen Entscheidungen hängen an dieser auch keine Menschenleben.
Zur Ausgangsfrage: Die Behauptung, dass (einzelne oder alle) Verspätungsgründe bewusst falsch eingegeben werden, gibt es immer wieder. Naturgemäß lässt sie sich weder be- noch widerlegen, sofern man den Grund nicht selber verifizieren kann. Ist es nicht auch so, dass von mehreren Gründen für eine Verspätung meist nur einer angegeben wird? Das führt dann zu so Klassikern wie dem, dass der ICE Amsterdam-Berlin in Bad Bentheim +5 hat, in Hannover aber +20 und als Grund immer noch da steht "Verspätung im Ausland".
Verantwortung und Konsequenzen
плацкарт, Mittwoch, 11.02.2026, 10:43 (vor 49 Tagen) @ JanZ
Verantwortungsübernahme für beeinflussbare oder schlecht gemanagte Missstände kann z.B. durch Rücktritt von einer Position oder von außen forciert durch Degradierung erfolgen.
Ich höre selten von Führungskräften in Politik und Wirtschaft, bei denen das passiert.
Bisschen weniger Boni - ansonsten keine Konsequenzen. Einmal Manager - immer Manager.
Dies aber unabhängig vom Threadthema, sondern allgemein zu Missmanagement und nicht auf die Bahn beschränkt.
Schummelt die DB bei den Verspätungsgründen?
GoethesGarten, Mittwoch, 11.02.2026, 10:20 (vor 49 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von GoethesGarten, Mittwoch, 11.02.2026, 10:21
Wenn ich hier in unserer kleinen Agentur mit DB-Lizenz die Lautsprecherdurchsagen von draußen höre, warum ein Zug ausfällt oder zu spät kommt, dann höre ich für den gleichen Zug innerhalb von 30 Minuten mind. 3 verschiedene Gründe für den Ausfall. Deshalb glaube ich Ihnen Ihre Wahrnehmung sofort.
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"Nein, ich verkaufe keine Fahrkarten! Ich spende Hoffnung, dass der Zug noch kommt!"
Ich tippe eher auf Hanlon's Razor.
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 11.02.2026, 10:46 (vor 49 Tagen) @ Alphorn (CH)
Hey.
Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity.
Auf Deutsch: Schreibe nicht der Böswilligkeit zu, was durch Dummheit hinreichend zu erklären ist.
Ich glaube nicht, dass man sich da die Mühe einer bewußten Falschkodierung macht. Immerhin kann man die, wenn es nicht auffallen soll, ja auch nur begrenzt einsetzen.
Da müßte man also quasi ein Programm schreiben: in jedem 7. Ei ..., äh, jede 7./10./20. Kodierung wird geändert auf "höhere Gewalt".
Und klar, wenn morgens um 7 bei Freiburg PU ist, dann ziehen sich die Folgen selbstredend ganztägig durchs ganze System - und die Entschädigung wird bei einer entsprechenden Verspätung abends um 22 Uhr in Stralsund selbstverständlich abgelehnt. Ähm, halte ich auch für Blödsinn.
Ich persönlich vermute da das DB-übliche Chaos. Man hat zwar diesbezügliche feuchte Träume in der Plüschetage - aber an einer konsequenten praktischen Umsetzung scheitert man natürlich wieder.
Und in den tieferen Etagen an der Front macht's dann jeder nach Tageslaune, Beförderungsdrang sprich Ar...kriechertum oder Wetterbericht.
Oder es wird nach Einreicher gefiltert. Ich kann mir gut vorstellen, dass im Hintergrund Datensätze geführt werden über Dauerantragsteller. Mag vllt unzulässig sein - aber wer klagt, wenn's keiner weiß. Und dann ploppt da Kyrill B. wieder auf mit einem Fall, der doch so ähnlich im Forum vorher schon mal besprochen wurde. Und dann sagt der Bearbeiter: komm, mit dem machen wir erstmal Spielchen. Während dieselbe Verspätung bei Hans G., der noch nie was einreichte, innerhalb 2 Tagen kundenpositiv mit 2 Klicks abgewickelt wird.
Und ohnehin ist das FGR-Wesen eh die allergrößte Lachnummer im Eisenbahnwesen und eher ein Abschreckinstrument der Autoindustrie denn ein Qualitätsmerkmal des Bahnsektors.
Die Eisenbahnen wollen es natürlich nicht verbessern; die Regierungen zeigen eher weniger Interesse an angemessenen, praktischen Vorgaben. Die technischen Möglichkeiten werden auch nicht genutzt; das ist ja alles vorsintflutlich!
Modern wäre es, jeder Kunde checkt ein. Und im Abweichungsfall wird systemseitig alles geregelt: neue Züge gebucht, neue Platzreservierungen, Hotels und Taxis. Der Reisende muss nur den Anweisungen folgen - alles läuft automatisch.
Und ja, für die paar Wilden, die jetzt mit "anonymreisen" kommen: die akzeptieren dann, dass sie eben Pech haben. Müssen sich halt selbst kümmern und hoffen, Auslagen auch zurück zu bekommen. Für die bleibt's halt mühselig und risikobehaftet.
Schöne Grüße von jörg
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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)
Ich tippe eher auf Hanlon's Razor.
плацкарт, Mittwoch, 11.02.2026, 10:58 (vor 49 Tagen) @ Der Blaschke
Wie willst du unterschiedliche Trägheiten z.B. bei Umsteigezeiten berücksichtigen? Ich spreche von komplexen Präferenzen bei Fahrgästen, die andere Verkehrsmittel erreichen müssen (Flugtaxis oder -zeuge) und irgendwo abgeholt werden, wo die Abholung aber eine halbe Stunde später nicht mehr zur Verfügung steht. Desweiteren Barrierefreiheit bei Gleiswechseln? Fehlende eingepflegte Daten in Systeme - wie z.B. die Schattenrufbusse im Spreewald?
Kann sein, dass es sich umsetzen lässt..
Ich tippe eher auf Hanlon's Razor.
Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 11.02.2026, 11:07 (vor 49 Tagen) @ плацкарт
Hallo.
Wie willst du unterschiedliche Trägheiten z.B. bei Umsteigezeiten berücksichtigen?
Man kann aktuell verlängerte Umstiegszeiten definieren. Diese könnte das System zum Maßstab nehmen.
< Ich spreche von komplexen Präferenzen bei Fahrgästen, die andere Verkehrsmittel erreichen müssen (Flugtaxis oder -zeuge) und irgendwo abgeholt werden, wo die Abholung aber eine halbe Stunde später nicht mehr zur Verfügung steht. Desweiteren Barrierefreiheit bei Gleiswechseln? Fehlende eingepflegte Daten in Systeme - wie z.B. die Schattenrufbusse im Spreewald?
Ich habe den Tenor schon verstanden: mir persönlich ist gewisser Murks und halber Kram ganz lieb, weil ich dann tricksen kann ohne Ende.
Der normale Kunde will möglichst wie gebucht ankommen und losfahren.
Mglw kann man ihm einräumen, Präferenzen zu wählen. Dauerhaft oder einmalig. Der eine will lieber ins Hotel, der andere vertraut sich lieber Abdullah D. im Taxi an und erlebt eine hunderte Kilometer lange Formel 1-Tour auf der A 5; ist aber um 4 bei Schatz im Bett. Wo ist da das Problem einer entsprechenden Programmierung und Filtrierung? Ist doch keine Raketentechnik.
Kann sein, dass es sich umsetzen lässt..
Würde man nur wollen, wüßte ich nicht, wo das Problem liegt.
Schöne Grüße von jörg
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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)
Schummelt die DB bei den Verspätungsgründen?
paisadar, Donnerstag, 12.02.2026, 04:08 (vor 48 Tagen) @ Alphorn (CH)
bearbeitet von paisadar, Donnerstag, 12.02.2026, 04:09
Interessanter Nebenaspekt: Wo endet die Kausalkette? Wenn ein Blitz auf der Hinfahrt dazu führt, dass kein Personal für den (vorhandenen) Gegenzug zur Verfügung steht, darf man diesen noch der höheren Gewalt zuordnen? Gilt das dann auch für alle Einsteiger in Unterwegsbahnhöfen bis Hamburg? Irgendwann müsste man doch sagen, die DB hätte einen Ersatzlösung finden müssen und die weiteren Verspätungen sind nicht mehr entschuldbar.
Gutes Thema, gute Frage!
Ich kann ergänzen um ein Beispiel:
Anfang Januar kam es zum sogenannten Wintereinbruch. Der Nacht-ICE von NRW (Köln) nach Berlin fiel mehrere Tage hintereinander aus. Alle anderen ICE fuhren jedoch in NRW (jedenfalls in den letzten Tagen dieser „Wintereinbruchsphase“)
Rechtfertigt Schnee/Eis im Osten, dass der Zug tagelang auch in NRW ausfällt, obwohl die Situation in NRW sich normalisiert hatte, und die DB als Grund für den Komplettausfall Schnee/Eis einträgt?!