[NL] Nach einem moin zu neuen Abenteuern (m.21 B.) (Reiseberichte)

J-C, In meiner Welt, Montag, 09.02.2026, 19:43 (vor 3 Stunden, 33 Minuten) @ J-C
bearbeitet von J-C, Montag, 09.02.2026, 19:45

Bevor das Erasmus-Semester in Groningen, für welches ich die ganze Reise machte, wirklich startete, verbrachte man noch ein Wochenende in Norddeutschland.

Es geht im RE56 nach Bremen...
[image]
...wobei die Fahrt auch nicht ganz reibungslos verlief. Nach einer verspäteten Abfahrt musste man an einer Station auf den Gegenzug warten, in Delmenhorst verkündete der Zugbegleiter, dass der Zug dermaßen ausgelastet ist, dass man aus Sicherheitsgründen nicht weiterkäme (ob es einen Unterschied machen würde, wenn der Zug im 0:0-Betrieb führe?)

Der Grund für die Auslastung war, dass wir zufälligerweise an dem Tag anreisten, wo Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach spielte.

Ich hab nicht wirklich verstanden, was das für Sicherheitsgründe sind, aber sei's drum...
derweil konnte man dem Gespräch einer Reisegruppe lauschen. Der eine würde gerne wissen, wieso man nicht da mal paar Wagen anhängt. Der andere sieht es differenzierter, meint, das kann man ja so leicht sagen, aber dafür muss man erstmal die Wagen auftreiben etc.

...gibt sicher noch andere Gründe, wieso man das nicht tut und ehrlich gesagt, wenn die Auslastung erst dann so hoch ist, wenn die Leute in Massen zu einem Fußballspiel fahren (und wenig später wäre ab Delmenhorst eh ein Zug nach Bremen gekommen), dann ist das vielleicht auch nicht so tragisch.

Man kam dennoch mit einer moderaten Verspätung an.
[image]
[image]

Bremen habe ich seit langer Zeit nicht mehr besucht. Natürlich gehörte neben einem Stadtbummel ein Besuch der Bremer Stadtmusikanten zum Programm.
[image]
Dort steht man dann auch an, um dem Esel ins Maul zu fassen... ja warum auch nicht.

Nächster Programmpunkt: das Universum. Während man auf die eigene Straßenbahn wartete, staunte man nicht schlecht, wie im dichten Takt die Straßenbahnen der Linie 3E die ganzen Fußballfans ins Stadion bringen. Wir waren also uns sicher, dass wir lieber zurückkehren, bevor das Spiel fertig ist. Aber definitiv beeindruckend, wie das logistisch gemeistert wird. Doch man kommt dann irgendwann an das Universum an der Wiener Straße zu Bremen an. Dass in der Gegend noch eine Klagenfurter Straße und Leobener Straße vorhanden ist, das fand ich wiederum auch spannend. Die Welt ist doch klein ^^

[image]

Schaut so aus, wie ich es letztes Mal als Kind noch erlebte. Allerdings habe ich drinnen kaum mehr was wiedererkannt. Zum Beispiel scheint es ein neues Gebäude zu geben, wo eine Ausstellung zur Liebe kam.

Interessant, wo besonders eine Beziehung vorhanden zu sein scheint...

[image]

Ansonsten konnte ich eigentlich kaum was wiedererkennen, vermutlich wurde vieles neu gestaltet.

Doch hat man dennoch viel Zeit und Freude dort gehabt, es geht dann zurück...

[image]
...jedoch nicht, ohne nochmal den Bahnhof zu bewundern. Schon eine schöne Architektur hier :)

Wir beschlossen, mit der nächsten Regio-S-Bahn nach Bad Zwischenahn zu fahren, dort noch was einzukaufen und dann zurück nach Weener zu kommen, wo wir untergebracht waren.
[image]

Tags darauf besuchten wir zunächst die Friesenbrücke, die zufälligerweise gerade in Aktion war.
[image]
[image]
[image]
[image]
[image]
[image]
[image]
[image]

Es braucht definitiv Geduld, wenn man hier durch will. Es geht hier eben doch etwas langsamer vonstatten. Aber mächtig ist das Bauwerk definitiv. Man muss das sich vor Ort angeschaut haben, um das wirklich wertschätzen zu können, was für eine Ingenieursleistung hinter dieser Hub-Dreh-Brücke steckt. Und dieses Jahr soll sie ja auch von Zügen befahren werden können... hoffentlich.

Es geht dann noch rüber nach Leer, wo wir die Stadt besuchten, uns in einem Restaurant verköstigten - für mich gab es Ofenkartoffel und schwarzen Tee (ich bereue es, dass ich nicht den richtigen ostfriesischen Tee mit Sahne bestellte. Anscheinend ist das wirklich eine Variation, die man so woanders eher nicht kriegt)
[image]
[image]

Ich hab es einfach gern in Norddeutschland. Da verging kein Tag ohne ein herzliches Moin. In Leer hörte man ein Glockenspiel zu "Dat du min leevsten büst". Und natürlich war ich glücklich, mal wieder von Klinkerfassaden umgeben zu sein. Hab die schon vermisst :)
[image]
[image]
... für meinen Freund ging es am Montag nach Hause, für mich fing aber das nächste Kapitel erst richtig an. Ein Swapfiets hab ich mir nach Ankunft in Groningen besorgt, jetzt ist es schon eine Woche, wo ich jeden Tag mit dem Fahrrad die Wege zurücklege. Auch bei Minustemperaturen und auch dann, wenn eine Stunde zuvor wegen Glatteis durch nächtlichen Eisregen noch Code Red galt...

[image]
Wenn ein neues Kapitel aufgemacht wird, können sich eben so einige Dinge verändern. Von einem Lebensstil, wo man fast jeden Werktag über die Grenze pendelt, nun zu einem Leben, wo man mit dem Fahrrad überall hinkommt.

Von einem Leben in einem richtigen Haus im Dorf... zu einem Leben in einer Containerwohnung in der Stadt für nun 650€ pro Monat an Miete. Und das ist für Studentenwohnungen offenbar noch sehr günstig.

Es scheint einen eklatanten Wohnungsmangel in den Niederlanden zu geben, weswegen unter anderem eine politische Stoßrichtung lautet, komplett neue Städte aufzubauen. Und wenn ich heute für dieselbe Wohnung den angebotenen Preis im Internet aufsuche, dann stelle ich fest, es wurde einfach mal um mehr als 100€ erhöht. Betrifft mich nicht, aber schon arg, wie steil die Preise hochgehen können. Und auch jenseits von Studentenwohnungen scheint es schwer zu sein, bezahlbaren Wohnraum in den Niederlanden zu finden.

Und nach einer Woche habe ich eben auch schon mein Fazit zu der einen oder anderen Sache.

1. Nacht-ICEs können funktionieren... und ich brauchte übrigens auch keinen Kaffee oder Energydrink, um wach zu bleiben. Es kommt einfach auf genügend Schlaf zurück.

2. Es kann funktionieren, auch ohne Flugzeug bei Terminzwängen vor und nach der Reise das ganze so zu jonglieren, dass man auf beiden Seiten nicht zu kurz kommt. Aber wenn was schief geht, würde ich eher sagen, dass die Termine einfach blöd liegen, anstatt mich allzu sehr über die Bahn aufzuregen. Wegen sowas springe ich nächstes Mal definitiv nicht in den Flieger. Aus Prinzip.

3. Ich habe hier und da in der Vergangenheit das Argument gehört, bei dem Wetter könne man nicht Radfahren, ist ja zu kalt und so...

...jetzt bin ich auch bei Minustemperaturen und bei Nebel Rad gefahren und kann das nun eher weniger nachvollziehen. Oft sind andere Dinge eher das Problem, wenn man nicht gerade in den Niederlanden sich befindet...

--
Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum