Whale Watching im Massif Central (5/8) (Reiseberichte)
Im letzten Teil bin ich durch die Cèreschlucht im Cantal angekommen und auf den Plomb du Cantal gestiegen: https://www.ice-treff.de/index.php?mode=entry&id=724068
Nach dem Aufstieg muss es jetzt wieder runter vom Gipfel gehen.
Tag 6: Le Lioran, Plomb du Cantal und Murat
Zum Abstieg wähle ich wie angekündigt eine umwegigere Route, die noch über den Berggrat führt. So kann ich den Plomb nochmal von weiter weg sehen.
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Plötzlich kreist ein Geier über mir. Vielleicht hofft er darauf, dass ich mir an der Steige den Hals breche.
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Hier nochmal im Detail. Vor zwei Jahren bei Lourdes in den Pyrenäen habe ich schonmal eine Gruppe Geier gesehen. Dass es hier im Massif Central auch welche gibt, wusste ich nicht, aber ich bin mir relativ sicher, dass es einer war.
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Gut zwei Stunden später bin ich wieder unten am Bahnhof. Im menschenleeren Super Lioran gäbe es zwar alle erdenklichen Geschäfte und Lokale, aber jetzt in der Nebensaison sind alle geschlossen. Der erste geöffnete Laden ist dieser Souvenirladen an der Nationalstraße links oberhalb vom Bahnhof. Zum Glück hatte ich in weiser Vorausahnung Proviant dabei.
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Bis zum nächsten TER nach Aurillac ist es noch über eine Stunde und hier ist die Aufenthaltsqualität nicht sooo hoch, weshalb ich meinem Zug eine Station nach Murat entgegenfahre. Die beiden Fahrdienstleiter stehen schon mit der Kelle bereit. Mit mir steigen zwei weitere Wanderer in das Baleine-Trio ein, denen ich schon beim Abstieg über den Weg gelaufen bin.
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Dem geöffneten Laden habe ich ein lokales Heidelbeerbier, und zwei lokale Käsespezialitäten abgekauft. Links einen sehr lokalen Blauschimmelkäse, rechts etwas unfotogen eingepackt eine Scheibe Cantal.
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Das gute deutsche Wegbier ist in Frankreich zwar nicht so gesellschaftlich akzeptiert wie bei uns, aber in meinem Zugteil wäre auch niemand, der sich daran stören könnte.
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Am Bahnhof Le Lioran gab es keinen Kartenautomat, weshalb der Ticketkauf ohne Aufpreis beim Schaffner erfolgen kann. Dummerweise muss dieser in einem der anderen beiden Zugteile sein. So ein Pech aber auch!
Bis Murat steigt die Strecke in Hanglage auf den Talboden ab. Gegenüber liegt dieses hübsche Schloss.
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In Murat lasse ich meinen Zug gen Clermont-Ferrand entschwinden.
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Die Stunde in Murat lässt sich gut nutzen, denn die Entfernungen sind äußerst kurz und der Ort ist charmant. Normalerweise würde ich mich vielleicht verleiten lassen, auf den Aussichtspunkt über dem Ort hochzuhetzen, aber das muss heute nicht mehr sein.
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Die Markthalle hat heute leider zu.
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Dafür werde ich bei einem Café mit Tisch in der Abendsonne fündig. Das Waffelhörnchen ist eine Spezialität aus Murat, dazu gibt es Eis, Heidelbeeren und einen Cappuccino.
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Hinter dem Bahnhof liegt eine historische Kapelle auf einem weiteren Hügel. Da schaffe ich es aber nicht mehr hin.
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Früher muss es hier sogar einen Ringlokschuppen gegeben haben.
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Murat klebt quasi an diesem Vukankegel.
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Für die Rückfahrt habe ich mir noch was vom Bäcker mit Heidelbeeren mitgenommen.
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Auch in Murat gibt es keinen Automaten, aber diesmal ist einer der beiden Schaffner bei mir im Zugteil. Der Bezahlvorgang wird dann aber langwieriger als gedacht, weil das Gerät im anderen Zugteil ist und nachdem zwei Stationen später beide, Schaffner und Gerät, bei mir sind, macht der Empfang Probleme. Dabei komme ich mit dem Schaffner über meine Kreditkarte ins Gespräch und bekomme das Kompliment, mein deutscher Akzent sei sehr romantisch. Ist das noch Freundlichkeit gegenüber dem Kunden oder schon Flirten?
Hier hat der Zug es schon über den Scheitelpunkt bei Le Lioran geschafft und kann es bis Aurillac rollen lassen.
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Dort geht es heute wieder ins gleiche Restaurant wie gestern. Den Markknochen habe ich mir heute als Vorspeise verdient. Danach gibt es ein Steak vom lokalen Salersrind.
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Tag 7: Aurillac – Figeac – Clermont-Ferrand – Thiers
Richtung Clermont-Ferrand ist der Fahrplan leider wieder genauso bescheiden wie gestern. Der erste Zug bei Tageslicht fährt erst am späten Nachmittag und den Bus will ich ungern erneut nehmen. Stattdessen fahre ich meinem Zug nach Figeac entgegen.
Auf dem Weg zum Bahnhof kann ich noch einen Stopp beim Käseladen einlegen, der gestern und vorgestern Abend zu hatte, heute aber gerade rechtzeitig um halb neun öffnet. Salers vorne und Cantal hinten sehen für den Laien ziemlich ähnlich aus und sind es auch. Beide werden hier im Cantal aus Milch vom Salersrind produziert, Salers allerdings auschließlich im Sommer in Weidehaltung vom Bauer selbst, wodurch er eine etwas kräftigere Farbe und mehr Charakter bekommt. Zudem gibt der Holzbottich, in dem er den ersten Tag reift auf jedem Hof seinem Salers ein etwas eigenes Aroma. Cantal kann dagegen ganzjährig mit Stallhaltung und in größeren Käsereien produziert werden. Im Dürresommer 2022 gab es eine üble Salerskrise, da Weidehaltung ohne Zufütterung nicht möglich war und damit nur der günstigere Cantal produziert werden konnte. Neben Cantal und Salers werden im Cantal noch drei weitere AOP- geschützte Käsesorten produziert: Bleu d’Auvergne, Fourme d’Ambert (beides Blauschimmelkäse) und Saint-Nectaire. Von letzterem und dem Salers wandert etwas in meinen Rucksack.
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Auch heute bin ich wieder im Blauwalbiotop unterwegs.
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Kurz nach dem Abzweig der Strecke nach Brive wird ein Stausee überquert, dessen Staumauer ich vorgestern von der anderen Strecke sehen konnte.
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Die folgende Stunde nach Figeac bummelt der Zug ziemlich gemütlich über Höhen und durch Täler. Da ich noch sehr viel Zeit in Figeac habe, fahre ich einen Halt weiter bis zur Endstation Capdenac am Lot durch. Der alte Ortskern Haut-Capdenac liegt hoch über dem anderen Lotufer,
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Auch Capdenac hat eine hübsche, heutzutage reichlich überdimensioniert wirkende Bahnsteighalle.
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Das Empfangsgebäude sieht vergleichsweise modern aus, irgendwie ungewohnt aber nicht unschön.
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Zurück geht es mit einem TER-Bus, den ich neben dem Empfangsgebäude fast übersehen hätte. Die Busfahrt ist recht interessant, weil sie statt durch einen Tunnel über den Bergrücken zwischen Lot und Celé führt. Von der Straßenbrücke über den Lot ist die Bahnbrücke gut zu sehen.
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Der Bahnhof Figeac ist ein Keilbahnhof zwischen den beiden Strecken nach Brive und Aurillac. Vor zwei Jahren bin ich auf dem Weg von Rodez nach Brive durchgefahren, einen längeren Aufenthalt hatte ich hier 2018 nach 12 Etappen Jakobsweg von Le-Puy-en-Velay aus. Eigentlich sollte es zu Fuß in 6-7 Etappen bis Moissac an der Bahnstrecke Toulouse-Bordeaux im Garonnetal weitergehen. Nach mittelgroßen Meinungsverschiedenheiten mit meiner Begleitung über das Tagespensum und die folgenden 3-4 Etappen über die schattenarme Kalkhochfläche der Causses kürzten wir dann aber nach einem Tag Pause mit der Bahn über Toulouse nach Cahors ab.
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Dementsprechend kenne ich mich in Figeac noch einigermaßen aus und habe kein so strammes Programm für die folgenden 4,5 Stunden in dem charmanten Städtchen.
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Figeac hat seinem berühmtesten Sohn Jean-François Champollion, dem Entschlüssler der Hieroglyphen, das Museum der Schriften gewidmet. Da waren wir zwar damals drin, wenn etwas interessant ist, kann man es ja aber mal wieder anschauen. Die große dunkle Steinfläche auf dem Boden vom Innenhof ist eine überdimensionierte Replik des dreisprachigen Steins von Rosette, der bei der Entschlüsselung mitgeholfen hat.
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Praktischerweise kann ich während der Mittagspause des Museums meinen Rucksack im Schließfach lassen und ohne Ballast essen gehen. Eigentlich wollte ich das Mittagsmenu nehmen, aber dann ließ ich mich doch vom Kalbsbries in Morchelsauce zu Dekadenz verleiten.
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Nochmal kurz zum Aussichtspunkt hoch, bevor ich zum Bahnhof muss.
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Dem sanierten Empfangsgebäude wurden ein moderner Verkaufsschalter und einige Infotafeln zu Sehenswürdigkeiten der Region spendiert.
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Da kommt mein Baleine-Trio, quasi eine Blauwalschule, aus Capdenac aus dem Tunnel geschwommen.
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Das ist nebenbei bemerkt der gleiche Zug, den ich gestern von Le Lioran nach Murat genutzt habe. So viel Auswahl hat man hier in der Region als Bahnfahrer nicht.
Maurs hat wie viele Bahnhöfe der Region noch sein Freiluftstellwerk.
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Da habe ich noch extra auf dem Hinweg gemerkt, von wo man die Bahnbrücke über den Stausee sehen kann, und dann verpenne ich es auf dem Rückweg. Ein besseres Bild als diesen Notschuss von der Stauseebrücke kann ich deshalb nicht bieten.
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Der Nebel von heute Morgen ist bei dem Kaiserwetter natürlich längst verschwunden.
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Vor Aurillac sind schon die Monts du Cantal in der Ferne zu sehen.
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Hier fahren wir über die Brücke von Aurillac, die auf Bild 163 im letzten Teil ganz klein zu sehen war.
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Hier ist mal wieder ein guter Zeitpunkt für einen Schnitt. Auf die Weiterfahrt bis Thiers müsst ihr leider bis nächstes Wochenende warten.
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