CH: 9 Milliarden für die Strasse, 24 Milliarden für die Bahn (Allgemeines Forum)

Alphorn (CH), Samstag, 31.01.2026, 00:59 (vor 4 Tagen)
bearbeitet von Alphorn (CH), Samstag, 31.01.2026, 01:02

Wegen Kostensteigerungen und dem Scheitern der Wankkompensation mussen die Bahnprojekte in der Schweiz neu priorisiert werden, was jetzt mit einem ETH-Gutachten gemacht wurde.

SRF
Tages-Anzeiger (mögliche Bezahlschranke)
20 Minuten

Erfreulich: Für die Bahn steht für Projekte bis 2045 mit 24 Milliarden deutlich mehr Geld zur Verfügung als für die Strasse. Wichtigste Projekte:

Angebot:
- Kapazitätssteigerung zwischen Genf und Lausanne (Tunnel?)
- Tiefbahnhof Luzern, viergleisig, in zwei Etappen
- Tiefbahnhof Genf. Zweigleisig
- Viertelstundentakt Fernverkehr Bern-Zürich
- Halbstundentakt Luzern-Bern
- Halbstundentakt Basel Zürich (gibt es doch schon?)
- Neuchâtel - La Chaux-de-Fonds: Einspuriger Tunnel mit Viertelstundentakt
- Durchgehende Doppelspur Zürich-Zug-Luzern mit Zimmerberg-Basistunnel 2
- Viertes Gleis Zürich Stadelhofen
- Ausbau Bahnhof Basel SBB

Einige Erläuterungen:
- Der Kopfbahnhof Luzern hat total nur zwei (!) Zufahrtsgleise für 18 stündliche Abfahrten. Kein Platz für Erweiterung, daher direkte Zuführung aus Richtung Zürich unter dem See zu einem Tiefbahnhof. In zweiter Etappe soll diese Linie nordwärts Richtung Olten weitergeführt werden.

- Neuchâtel - La Chaux-de-Fonds: Momentan eine Bergstrecke mit Spitzkehre, Fahrzeit knapp 30 Minuten. Nachher unter 15 Minuten durch einspurigen Tunnel mit unteridischem Kreuzungsbahnhof. Den ITF rund um La CdF wird man wohl belassen, aber dank dem Viertelstundentakt hat man immer gute Anschlüsse, solange man nicht in CdF und Neuchâtel umsteigen muss.

- Zimmerberg: Momentan ist die Verbindung Zürich-Zug(-Luzern) einspurig. Der ZBT 2 bringt eine durchgehende Doppelspur und etwa 5 Minuten Fahrzeitgewinn, allerdings auch wegen Abhängung von Thalwil. Wird dann gut genutzt: Stündlich ab Zürich 2 IC Luzern, 2 IR Luzern, 2 IC Gotthard, 4 S-Bahnen.

- Viertes Gleis Stadelhofen: Die erste Stammlinie der S-Bahn Zürich hat drei zentrale Bahnhöfe. Hardbrücke ist vierspurig (wenn auch auf getrennten Linien), HB vierspurig, aber Stadelhofen nur dreispurig und somit der limitierende Faktor. Noch dazu eine höhengleiche Abzweigung. Lösung ist ein viertes Gleis in Tieflage inklusive konfliktfreier Abzweigung.

Grosser Verlierer ist wohl Basel. Während Bern gerade einen Tiefbahnhof baut und Luzern hier einen bekommt, ist das Wunschprojekt Herzstück Basel nicht berücksichtigt worden. Nur eine moderate Aufwertung des aktuellen Bahnhofs.

Wie man sieht ist mit Ausbahne von Neuchâtel - La Chaux-de-Fonds der Fokus überall auf Kapazität - Fahrzeitverbesserungen sind höchstens ein angenehmer Nebeneffekt. Und kleine Fahrzeitverbesserungen bringen in der Schweiz ausser Zuverlässigkeit nicht viel, da der ITF die Abfahrtszeiten in den Unterwegsbahnhöfen vorgibt.

Zur Finanzierung steht ein Mehrwertsteuer-Promille zur Diskussion - eine kleine Steuererhöhung fände ich sozialer und gerechter.

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