(ZM:) BRB+Westbahn: DB nicht Mittelalter, sondern Steinzeit (Allgemeines Forum)
Hallo.
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Die Chefs der Westbahn und der Bayerischen Regiobahn zetern über DB InfraGo.
Äußerung des Tages von Thomas Posch von der Westbahn: "Als wir vor vier Jahren mit der Strecke Wien–München auf den deutschen Eisenbahnmarkt gekommen sind, haben wir erwartet, dass wir im Eisenbahn-Mittelalter landen würden - aber es ist die Steinzeit.“
Er und sein Kollege haben 3 Forderungen:
Baustellen dürften keine Überraschungen sein, Planungssicherheit sei kein Würfelspiel und das „Zuständigkeits-Pingpong“ bei der DB Infrago müsse enden.
Wir alle kennen es: unbesetzte Stellwerke, Fehlleitungen (wo donnert denn die Westbahn gegen die Bahnsteigbedachung?) und viel zu kurzfristiges Baustellenmanagement. Kundeninformation sei für InfraGo ein Fremdwort. Führt ins totale Chaos.
Und als Dank für Verspätungen dürfe man bei der BRB dann noch dem Besteller Strafzahlungen zukommen lassen.
Und es müsse endlich der Vorrang des FV enden.
Einschub meinerseits: nachdem die Palla nun verkündet hat, jedem müsse klar sein, was erwartet würde zwecks Pünktlichkeit und sie ja nur für die DB spricht, werden wir uns noch wundern, wieviel Regionalverkehr auf die Seite genommen werden wird. Durfte ich gerade erst erleben. RE 60 Braunschweig ==> Rheine wird in Wunstorf 5 Min(!) festgehalten für eine ICE-Überholung. Problemlos wäre man bis Haste oder Rehren gekommen. In Stadthagen dann 7 Minuten (!) für einen IC - der dann noch unsere Einfahrt in Minden blockierte. Und weil alles so aus dem Ruder gelaufen war, mußte in Ibbenbüren noch ein ICE durch. Ankunft Rheine was bei +45! Aber dank Palla weiß ja jeder Fdl und jede BZ, was erwartet wird. Und der Bürger kann sich von auch nur einigermaßen planbaren NV verabschieden, falls DB Fern dort herumfährt.
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Die Qualität der Baustellen müsse ebenfalls verbessert werden ; 50% würden nicht korrekt wie geplant fertig. Und sie fordern, die geplante Vollsperrung München <==> Rosenheim zu lassen.
Meinung: damit irren sie. Wir müssen eher mehr als weniger bauen. Und ehrlich sein: Zuverlässigkeit wird auf Jahrzehnte nur funktionieren, wenn wir den Zugverkehr massiv ausdünnen. Im FV z.B. ist es ein Unding, mit 5- oder 7-Wagen-Zügen das Netz zu verstopfen. Entweder bekomme ich 14 Wagen voll oder der Zug fliegt raus. Auch so Regionalgebimmel mit 30 Leutchen im Zug gehört verbannt. Eisenbahn ist ein Massenverkehrsmittel - und unser Netz reicht nunmal noch für Jahrzehnte nur für eine geringe Anzahl an Zügen.
Der Zeitungsartikel ist derzeit zumindest für mich hier frei lesbar:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/deutsche-bahn-westbahn-regiobahn-generalkritik-li....
Man kann die Klagen der Chefs allerdings auch für Humbug halten. Schließlich rollt man nebenan dem Chef der InfraGo ja ganze Batterien roter Teppiche aus. Und in der Printausgabe schließt ein Bericht über die Vernachlässigung und die Folgen zwischen München und Buchloe ernsthaft mit dem Ausdruck der Freude, wenn der Chef die Rückkehr zum Regelfahrplan mitsamt schöner Fotos verkündet.
Immerhin denken unsere Schweizer Freunde und ihr Zugsmaterial mit: da liegt so viel im Argen, dass mehrere Züge der internationalen Linie Zürich <==> München ausfallen mußten.
https://www.watson.ch/schweiz/sbb/429474093-sbb-eurocity-zuege-nach-muenchen-fallen-weg...
Perfekt. Was nicht fährt, stört auch nicht und blockiert auch nichts.
Schöne Grüße von jörg
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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)
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