(ZM:) SBB erklären Student die Welt - NightAbo zu früh ... (Allgemeines Forum)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 25.12.2025, 18:43 (vor 46 Tagen)

Hey.

Und da muss ich die SBB mal loben, dass da nicht relativiert oder geschwurbelt oder weichgespült wird, sondern dem Personal vor Ort vollste Rückendeckung entgegen gebracht wird. Wenn ein Ticket ab 19 Uhr FAHRPLANMÄSSIGER Abfahrt gilt, ist man in einem Zug, der planmäßig 18.58 Uhr abfährt nun mal ein Schwarzfahrer. Selbst wenn die reale Abfahrt erst um 18.59:39 Uhr erfolgte (hä? Verspätung in der Schweiz?).

Die 120 bzw realen 21 Sekunden kosten den Herrn Studenten nun 100 Franken. Und da isser nun etwas empört. Und erwartet Kulanz.

Kann man ja so sehen. Aber: wenn 18.58 Uhr dann okay ist, warum dann nicht auch z.B. 18.56 Uhr. Sind ja auch nur 2 Min Differenz. Und dann kann man bei 18.54 Uhr ja auch kulant sein. Bis wir irgendwann bei 7.53 Uhr sind.

Da lobe ich mir ja die SBB. Klare Ansage: 18.58 Uhr ist nicht 19.00 Uhr. Wenn ein Student das allerdings nicht begreift und anders sieht - dann ahnt man, warum heutzutage so wenig funktioniert, wenn solche Leute dann frisch von der Uni direkt in die Plüschetage einziehen ...

Immerhin hat aber so die Medienwelt was zu berichten. Sommerloch im Winter:


https://www.blick.ch/schweiz/zug-zu-frueh-genommen-zwei-minuten-kosten-student-21-100-f...

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Gegenbeispiel: NS begrüßt Studenten auf Kulanz...

Pfälzer, Donnerstag, 25.12.2025, 20:02 (vor 46 Tagen) @ Der Blaschke

Guten Abend,

auch wenn es deinem Weltbild etwas widerstrebt, möchte ich mal mit folgender Erfahrung dagegen halten:

2019 war ich auf Rad- und Bahntour in den Niederlanden. Gegen 18:15 stand ich nach meiner Tagesetappe (moderate 80 km) in Den Haag an der Centraalstation. Fahrtziel für die Rückfahrt mit der Bahn war mein Hotel nahe der Station Amersfoort Schothorst. Um 18:25 gab es genau dorthin einen direkten IC. Blöd nur: Die Sperrstunde für die Fahrradmitnahme am Nachmittag endet erst um 18:30. Eingestellt habe ich mich daher innerlich schon auf die nachfolgende Verbindung mit zwei Umstiegen und deutlich längerer Reisezeit. Aber man kann ja auch mal fragen. Also ging ich zum Zugchef des IC und habe unverfänglich nachgefragt, ob er mich nach Amersfoort Schothorst mitnehmen würde. Und, siehe da, er meinte nur verlegen "5 minutes..." und lies mich, damals übrigens noch Stundet, freundlich passieren. Am Ende war ich also fast eine Stunde eher da als gedacht. Seitdem habe ich die Nederlandse Spoorwegen stets in guter Erinnerung und bin seitdem mit der NS auch immer gut gefahren. Natürlich war das eigentlich nicht gemäß der Beförderungsbedingungen - 5 Minuten sind ja auf dem Papier 5 Minuten. Aber für den Zugchef und mich waren 5 Minuten in dem Fall eben "nur" 5 Minuten und nicht "ganze" / "stolze" 5 Minuten. Daher finde ich es etwas müßig, über den Spielraum von Kulanz und Auslegung zu diskutieren - sie sollte im Einzelfall im Verhältnis stehen. Klar ist, der Kunde hat keinen Anspruch darauf. Ich wäre damals ja auch bereitwillig später gefahren, wenn der Zc klare Kante gezeigt hätte. Aber offenbar scheint manchem Eisenbahner der Kunde noch am Herzen zu liegen und man sieht: Der Kunde dankt es!

Ach ja, in Deutschland sieht das übrigens so aus: Fahrt an einem Werktag von der Südpfalz mit Fahrrad nach Mannheim. RB 51 gegen 8:30 bis Neustadt und ab da um 8:59 mit dem RE 1 weiter bis Mannheim. Bis 9:00 ist die Fahrradmitnahme im VRN kostenpflichtig. So benötige ich eine Fahrradkarte nicht nur für die RB 51 bis Neustadt, sondern (weil Abfahrt eine Minute vor 9:00) auch für den RE 1 bis zum ersten Halt nach 9:00. Und das ist dann gleich Ludwigshafen Mitte, einen Kilometer vor dem Ziel Mannheim Hbf. Einen Zugbegleiter, den man am Bahnsteig in Neustadt lieb fragen könnte, gibt es oft nicht und wenn es ihn gibt, dann steht er meist dummerweise am anderen Ende des 200-Meter-Zuges und ist wegen der kurzen Haltezeit ziemlich gestresst. Deshalb kauft man, wenn man so wie ich ehrlich ist, gleich eine Fahrradkarte für die ganze Strecke. Die meisten machen das aber nicht. Indes wurde ich an diesem Tag in der RB 51 kontrolliert und vom Zugbegleiter blöd angemacht: "DIESES MAL hast du eine Fahrkarte fürs Fahrrad!". Dabei kannte ich weder den Kontrolleur, noch fahre ich regelmäßig zu der Uhrzeit die Strecke und schon gar nicht mit Fahrrad. Also selbst wenn man selbst alles richtig macht und ordentlich für seine Fahrkarte bezahlt, hat einen das Zugpersonal hierzulande teilweise noch auf dem Kieker.

Freundliche Grüße von einem studierten Sesselfurzer laut Bahnarzt ohne Betriebsdiensttauglichkeit und mit absolut keinen Entscheidungsbefugnissen in Bezug auf die Arbeitsbedingungen an der Basis sowie Respekt vor jedem, der den Betrieb am laufen hält (man stelle sich vor, solche Leute gibt es!)

Gegenbeispiel: NS begrüßt Studenten auf Kulanz...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 25.12.2025, 20:52 (vor 46 Tagen) @ Pfälzer

Huhu.

Der Unterschied:

Du hast nachgefragt und um Kulanz gebeten.

Der Student da im Bericht gewährte sich seine Kulanz gleich selbst. Das ist nunmal was anderes.

Und wer meint, dass Kulanz ein RechtsANSPRUCH ist, der kann dann eben auch mal Pech haben.


Und zum anderen: ich bestreite nicht, dass sich auch mancher in der Plüschetage bemüht. Ist nur etwas blöd, wenn man von der Materie, über die man waltet, nicht die umfassende Ahnung hat, derer es bedürfte, um gute Ergebnisse zu erzielen. Reine Theorie reicht da selten aus.

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Gegenbeispiel: NS begrüßt Studenten auf Kulanz...

caboruivo, CH, Freitag, 26.12.2025, 05:35 (vor 46 Tagen) @ Der Blaschke

und das andere Problem ist: Hätten die SBB im Falle des Studenten Kulanz gewaltet, dann hätte er es eine Woche später nochmals probiert und dann hätte es geheissen „letzte Woche war es noch kein Problem“…

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Nur falsche Prinzen reiten auf dem Schimmel, richtige in der Lokomotive

Konnte die DB auch ...

Hustensaft, Freitag, 26.12.2025, 07:56 (vor 46 Tagen) @ Der Blaschke

Wer erinnert sich noch an das "Guten Abend-Ticket", welches täglich ab 19 Uhr und an Samstagen ab 14 Uhr galt? Da steuerte die DB sogar nach und bezog das ausdrücklich auf die Planzeit, nicht auf die tatsächliche Abfahrtszeit.

Konnte die DB auch ...

611 040, Erfurt, Freitag, 26.12.2025, 10:40 (vor 46 Tagen) @ Hustensaft
bearbeitet von 611 040, Freitag, 26.12.2025, 10:43

Ich kenne nur die Nachtvariante von z.B. Bayernticket von 18-6 Uhr.
Die Regelung gilt aber ja genauso für alle Ländertickets und QdL welche ja Mo-Fr ab 9 Uhr gelten.
Trotzdem verstehe ich nicht warum man nicht die tatsächliche Abfahrtszeit nimmt. Wer um 9 Uhr am Bahnhof ist sollte doch auch jeden Zug nehmen können. Wenn jetzt ein verspäteter Zug von 8.35 Uhr mit +40 kommt darf man den nicht nehmen. Wieso auch immer...

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❤ 611, 612, 642, 644, 425, ICE-T, IC1 ❤

Konnte die DB auch ...

JeDi, überall und nirgendwo, Freitag, 26.12.2025, 10:54 (vor 46 Tagen) @ 611 040
bearbeitet von JeDi, Freitag, 26.12.2025, 10:55

Ich kenne nur die Nachtvariante von z.B. Bayernticket von 18-6 Uhr.
Die Regelung gilt aber ja genauso für alle Ländertickets und QdL welche ja Mo-Fr ab 9 Uhr gelten.
Trotzdem verstehe ich nicht warum man nicht die tatsächliche Abfahrtszeit nimmt. Wer um 9 Uhr am Bahnhof ist sollte doch auch jeden Zug nehmen können. Wenn jetzt ein verspäteter Zug von 8.35 Uhr mit +40 kommt darf man den nicht nehmen. Wieso auch immer...

Bitte nochmal nachlesen: Mit den Tageskartenangeboten des Deutschlandtarifs darfst du alle Züge nach 9 Uhr nehmen. Nur wenn du vor 9 Uhr einsteigst brauchst du eine Fahrkarte bis zum ersten Planhalt nach 9 Uhr, auch bei einer eventuellen Verspätung.

Dein Zug mit der Planabfahrt 8:35 und +40 ist also in Ordnung; wenn du aber um 8:50 in den Zug von 7:50 einsteigst, brauchst du eine Fahrkarte für die ersten 70 Minuten Fahrt.

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Weg mit dem 4744!

Naja

tbsn, Würzburg, Freitag, 26.12.2025, 13:38 (vor 46 Tagen) @ Der Blaschke

Das GA Night kostet 99 CHF für ein ganzes Jahr. Die Bedingungen sind klar: ab 19 Uhr fahrplanmäßiger Abfahrt gilt das Ticket. Es gibt eine Kulanzregel, dass es in verspäteten Zügen mit tatsächlicher Abfahrt ab 19 Uhr gilt. 19.00:00, nicht 18.59:59. Irgendeine Grenze muss es geben und bei dem Preis kann man nicht mehr erwarten.

Konnte die DB auch ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 26.12.2025, 15:06 (vor 46 Tagen) @ 611 040

Hallo.

Die Regelung gilt aber ja genauso für alle Ländertickets und QdL welche ja Mo-Fr ab 9 Uhr gelten.

Der Forenkollege hat's wohl übersehen: nicht ALLE Ländertickets.

Allerdings wäre da jetzt der Beitrag zu Ende. Ich ergänze: das Niedersachsenticket kennt keine 9 Uhr-Grenze.

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Gegenbeispiel: NS begrüßt Studenten auf Kulanz...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 26.12.2025, 17:08 (vor 45 Tagen) @ Pfälzer

Und nun bitte Gegenbeispiele zu Deinem Gegenbeispiel. Dem Du dann widersprechen kannst durch einen erlebten Fall 3. Hierzulande und dortzulande. In Schleswig Holstein vielleicht mal anders erlebt als in Bayern. Worauf ein Gegenbeispiel Saarland gegen Brandenburg folgt.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Gegenbeispiel: NS begrüßt Studenten auf Kulanz...

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Freitag, 26.12.2025, 17:22 (vor 45 Tagen) @ caboruivo

Genau. Was der eine Schaffner durchgehen lässt, da hat der Kollege drei Tage später kein Verständnis. Kunde beschwert sich im Büro leidenschaftlich. Menschenrechtsverletzung und so. Welcher der beiden Bahner wird nun zum Chef-Gespräch gebeten?

Und ja, wäre ich am Bahnsteig selber betroffen, würden mich 2 Minuten natürlich auch kräftig jucken. Bei einem "Guten Abend-Ticket" fehlten mal vier Minuten für den passenden ICE nach Hause.

Boooh, wie hasste ich den verantwortlichen Fahrplanmacher. Wenigsten hätten die Angebotskreateure in den Prospekt schreiben können: "Für das Fahrtziel Göttingen sind erforderliche Ausnahmen von der 19 Uhr-Vorschrift großzügig zu gewähren."

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Konnte die DB auch ...

JanZ, HB, Freitag, 26.12.2025, 18:17 (vor 45 Tagen) @ Der Blaschke

Nicht mehr. Ich habe es auch schon erlebt, dass in meinem RE nach Hannover Fahrgäste Ärger bekamen, weil sie vor 9 Uhr unterwegs waren. Leider kann ich für die Statistik hier nicht mehr beitragen, wie es ausgegangen ist.

Gegenbeispiel: NS begrüßt Studenten auf Kulanz...

JeDi, überall und nirgendwo, Samstag, 27.12.2025, 12:15 (vor 45 Tagen) @ Alibizugpaar

Und ja, wäre ich am Bahnsteig selber betroffen, würden mich 2 Minuten natürlich auch kräftig jucken. Bei einem "Guten Abend-Ticket" fehlten mal vier Minuten für den passenden ICE nach Hause.

Boooh, wie hasste ich den verantwortlichen Fahrplanmacher. Wenigsten hätten die Angebotskreateure in den Prospekt schreiben können: "Für das Fahrtziel Göttingen sind erforderliche Ausnahmen von der 19 Uhr-Vorschrift großzügig zu gewähren."

Derweil wurde in Baden-Württemberg der 8:59-IRE nach Karlsruhe extra auf 9:00 verschoben, damit das BWT in diesem bereits gilt...

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Weg mit dem 4744!

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