BILD: Zugbegleiter packen aus (Allgemeines Forum)

SG-2, Mittwoch, 14.07.2010, 12:32 (vor 5745 Tagen)

Ergänzung: Ermittlungen gegen Zugführer

Tob, Mittwoch, 14.07.2010, 13:01 (vor 5745 Tagen) @ SG-2

ICE-Chaos: Ermittlungen gegen Zugführer

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld ermittelt nach der Hitzepanne eines ICE-Zuges gegen den Zugchef wegen fahrlässiger Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung. „Nach der ersten Durchsicht der Vorgänge wurde das Verfahren gegen den Zugchef eingeleitet”, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass er die ICE-Fahrt fortgesetzt habe, obwohl ihm bekannt war, dass die Klimaanlage ausgefallen sei. Es muss nun geprüft werden, ob der Zugchef tatsächlich als Verantwortlicher bestehen bleibt oder ob andere die Verantwortung tragen”, fügte der Oberstaatsanwalt hinzu. Zudem müssten Zeugenaussagen ausgewertet werden.

http://www.bild.de/BILD/news/telegramm/news-ticker,rendertext=13301332.html

Daran ist bestimmt nicht der Zugchef Schuld...

Matze86, München, Mittwoch, 14.07.2010, 13:08 (vor 5745 Tagen) @ Tob

Vielleicht sollte die Staatsanwaltschaft erstmal weiter ermitteln, bevor sowas in die Presse gelangt... *kopfschüttel*

Ruhig Blut!!

Steffen, Mittwoch, 14.07.2010, 13:35 (vor 5745 Tagen) @ Matze86

Ich halte es für nicht ungewöhnlich, dass erstmal der Zugchef ins Visir der Ermittler rückt - immerhin ist er - wie schon der Name sagt - für das verantwortlich, was im Zug passiert. Ihm wird damit ja noch lange keine Schuld vorgeworfen.

Wenn sich dann durch die Ermittlungen herausstellt, dass der Zugchef z.B. von irgendeiner (verantwortlichen) Stelle den Auftrag gekriegt hat, er soll trotz allem losfahren, wird eben da weiter ermittelt.

Generell finde ich es gut dass überhaupt ermittelt wird (und das ganze so durch die Presse geht), denn sonst ändert sich bei dem Laden ja scheinbar nix.

--
[image]

Ich bin die Ruhe selbst, aber...

Matze86, München, Mittwoch, 14.07.2010, 13:38 (vor 5745 Tagen) @ Steffen
bearbeitet von Matze86, Mittwoch, 14.07.2010, 13:38

Ich halte es für nicht ungewöhnlich, dass erstmal der Zugchef ins Visir der Ermittler rückt - immerhin ist er - wie schon der Name sagt - für das verantwortlich, was im Zug passiert. Ihm wird damit ja noch lange keine Schuld vorgeworfen.

Wenn sich dann durch die Ermittlungen herausstellt, dass der Zugchef z.B. von irgendeiner (verantwortlichen) Stelle den Auftrag gekriegt hat, er soll trotz allem losfahren, wird eben da weiter ermittelt.

Generell finde ich es gut dass überhaupt ermittelt wird (und das ganze so durch die Presse geht), denn sonst ändert sich bei dem Laden ja scheinbar nix.

Meinst du nicht, dass dem Zugchef das auf die Psyche geht, selbst wenn er keine Schuld hat? Soll man das doch erstmal für sich behalten und erst dann an die Presse gehen, wenn man eine "heiße Spur" hat...

Ich bin die Ruhe selbst, aber...

Steffen, Mittwoch, 14.07.2010, 13:47 (vor 5745 Tagen) @ Matze86

Meinst du nicht, dass dem Zugchef das auf die Psyche geht, selbst wenn er keine Schuld hat? Soll man das doch erstmal für sich behalten und erst dann an die Presse gehen, wenn man eine "heiße Spur" hat...

Ich weiss nicht wie psychisch anstrengend solche Ermittlungen bei Anfangsverdacht sind.
Ich bezweifle auch, dass die Polizei "aufs Gradwohl" ermitteln kann, sprich sie braucht wahrscheinlich einen Erstverdächtigen, der ja naheliegenderweise der ZC ist.

Wenn man (die BuPol) aktiv an die Presse geht und sagt, dass gegen den ZC ermittelt wird, finde ich das auch nicht gut! Ober woher weißt Du dass die Info von der BuPol stammt?

--
[image]

Ich bin die Ruhe selbst, aber...

Matze86, München, Mittwoch, 14.07.2010, 13:54 (vor 5745 Tagen) @ Steffen

Ober woher weißt Du dass die Info von der BuPol stammt?

?
Habe ich das irgendwo behauptet?

Ich bin die Ruhe selbst, aber...

Steffen, Mittwoch, 14.07.2010, 13:58 (vor 5745 Tagen) @ Matze86

Ober woher weißt Du dass die Info von der BuPol stammt?


?
Habe ich das irgendwo behauptet?

Nö. Behauptet nicht, aber man konnte aus Deinem Beitrag eine Vermutung herauslesen (herausinterpretiren).

--
[image]

Dringend notwendig und genau richtiges Vorgehen!

Blaschke, Mittwoch, 14.07.2010, 13:55 (vor 5745 Tagen) @ Steffen
bearbeitet von Blaschke, Mittwoch, 14.07.2010, 13:56

Hallo!

Generell finde ich es gut dass überhaupt ermittelt wird (und das ganze so durch die Presse geht), denn sonst ändert sich bei dem Laden ja scheinbar nix.


Das müßte in dick, dreifach unterstrichen und in Größe 72 geschrieben werden.

Es wird ALLERHÖCHSTE Zeit, dass DB Fernverkehr noch viel mehr Zunder bekommt. Tagtäglich brauchen die das. Denn nur dann besteht ein Zipfelchen Hoffnung auf Verbesserung. Ansonsten habe ich mittlerweile keine mehr.

Schade, dass der Klimaanlagenkram in Kürze wieder vergessen sein wird. Da lehnt man sich dann im Tower und in der Politik zurück; ist ja nochmal gutgegangen; machen wir weiter wie bisher.

Vielleicht wird der nächste Winter ja nicht so streng ...


Schöne Grüße aus der Friedensstadt Osnabrück vom

blaschke


der gestern morgen ausnahmsweise Hektik verbreiten mußte und noch immer darüber erbost ist, dass die DB unfähig war, für den ausfallenden IC 2243 Bad Bentheim - Hannover einen Ersatz zu stellen. Hätte mich beinahe wieder 60 Euro und 'ne Menge Minuspunkte beim Auftraggeber gekostet; aber als Bahnfahrer ahnte ich sowas ja schon, wie es um die Künste von DB Fernverkehr bestellt ist und war dementsprechend früh informiert über Alternativen. Immerhin erwischte ich auf die Art einen IC-Wagen ohne funktionierende Klimaanlage (war natürlich ein Einzelfall; war ja auch nur ein Zug) - wer weiß, ob mir das im Originalzug auch geglückt wäre.

Dringend notwendig und genau richtiges Vorgehen!

kalle.55, Mittwoch, 14.07.2010, 20:02 (vor 5745 Tagen) @ Blaschke

Hallo,

Es wird ALLERHÖCHSTE Zeit, dass DB Fernverkehr noch viel mehr Zunder bekommt. Tagtäglich brauchen die das. Denn nur dann besteht ein Zipfelchen Hoffnung auf Verbesserung. Ansonsten habe ich mittlerweile keine mehr.

NEIN, der Urpsung des Dilemmas liegt nicht bei DB Fernverkehr, sondern in der Politik. Wenn ich einen Staatskonzern, der einen wichtigen Auftrag wie ÖPNV bzw. ÖPFV, so umbauen lasse, dass daraus ein schwer gewinnbringender Logistikkonzern wird, hat man definitiv was verkehrt gemacht. Dem Manager kann man ja noch nicht mal einen Vorwurf machen. Die (u.a. Mehdorn) haben den Auftrag bekommen, aus einem unprofitablen staatskonzern eine Gelddruckmaschine zu machen. Und sorry wenn ich das so schreibe, hat Mehdorn hervorragend gemacht. Die Quittung daraus bekommt man jetzt. Die ist quasi politisch hausgemacht.

Ich finde - meine persönliche Meinung - die Grundversorgung im öffentlichen Personenverkehr muss in staatlicher Hand bleiben. So was kann man nicht eigenwirtschaftlich betreiben. Denn zur Grundversorgung gehört auch, Linien zu bedienen, die quasi das Grundangebot sichern aber defizitär sind. Und das beißt sich mit "gewinnbringender Logistikkonzern".

Ach ja: Hat sich schon mal bei Lufthansa über eine gestrichene Flugverbindung geärgert...?

Gruß
Kalle

Die Diskussion aus "ausländischer Sicht" betrachtet

rainer1204, Mittwoch, 14.07.2010, 20:02 (vor 5745 Tagen) @ SG-2

Ich bin rgelmässig in De mit der DB unterwegs und natürlich auch in CH mit der SBB. Die grundsätzlichen Probleme mit Achsen, Klimaanlagen und sonstigemin De, was hier ja alles schon ausgiebig diskutiert wurde sind vorhanden und nicht zu beschönigen. Auch ist das Marketing der DB miserabel, wie das Wochenende gezeigt hat. Sie hat nichts dazu gelernt, leider!

Was aber die Medien in Deutschland daraus machen, empfinde ich als reisserisch, oft schlecht informiert, wenig kompetent und nach der Methode "Hauptsache eine kräftige negative Ueberschrift zur Deutschen Bahn". Auch
im deutschen TV die gleiche Sprache, wie z.B. "Gesundheitsrisiko Deutsche Bahn" oder "man muss nur noch mullmige Gefühle haben in einen Zug der DB zu steigen". Die Sachlichkeit bleibt auf der Strecke. So auch der Bericht wie jetzt in BILD zum Zugchef des bekannten ICE am Wochenende.

Solch plakatives verbales Dampfgeplapper wird kaum Einfluss auf die Konzernstratgie des DB-Konzerns haben. Ich meine, dazu bedarf es Instrumente anderen Kalibers, z. B. klare Handlungsanweisungen durch die deutsche Bundesregierung.

Wenn ich nun DB und SBB vergleiche, dann schneidet die DB aufgrund meiner Erfahrungen - ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen- nicht so schlecht ab. Gut, bei der SBB haben wir die bekannten deutschen Probleme nicht oder nicht so gravierend, dafür andere und die werden in den Medien auch diskutiert, aber in der Regel in sachlicher Form, was ich in De in Bezug auf die DB zunehmend vermisse. Nur ein Beispiel ist für mich das S-Bahn Debakel in Berlin. Keine Frage, sowas darf nicht passieren. Aber wen hat es in Berlin eigentlich gestört. Aus meiner Erfahrung nur wenige Bahnfahrer und mich auch nicht und ich bin ständig bzw. regelmässig dort.

Ich bin jetzt wirklich gespannt, was demnächst aus den Tarifverhandlungen wird und was dann die deutschen Medien daraus machen.

Freundliche und entspannte Grüsse aus dem schönen Bahnland Schweiz, wo aber auch Züge ausfallen, ein Bordrestaurant mal nicht funkioniert oder wegen einer Stellwerksstörung z.B. zwischen Bern und Zürich nichts fährt. oder gar der gesamte oder teilweise Stromausfall ein ganzes Bahnland oder Kantone lahmlegt.

Rainer

Dem kann ich nur zustimmen,

Fernpendler, Mittwoch, 14.07.2010, 21:00 (vor 5745 Tagen) @ rainer1204

möchte jedoch noch folgende Gruppe einfügen: (sehr) Wenigfahrer u. Urlauber, die nur ein, zweimal im Jahr fahren, dann mal was nicht klappt und bei denen es gleich "Bei der Scheiß Bahn klappt nie was" heißt.

Ich pendle regelmäßig mehrfach die Woche F - Nmbg und bin, bis auf wenige, aufs Jahr verteilte Ausnahmen zufrieden. Für die meisten Störungen (PU, Wetter) kann die Bahn nichts.

Dem kann ich nur zustimmen,

rainer1204, Mittwoch, 14.07.2010, 21:44 (vor 5745 Tagen) @ Fernpendler

..auch nach dem Unwetter in NRW am Montag war in den Medien deutliche Tendenz, dass die DB schon wieder nicht in der Lage ist, den Verkehr planmässig abzuwickeln und schon wieder Chaos produziert. Und wie Du schreibst, bei PU oder Unwetter, da kann die Bahn meistens nichts dafür, wenn es nicht fährt.

Nur so nebenbei, bei starken Unwettern in CH fährt dann häufig auch nichts mehr. Da gibts dann keine riesigen Schlagzeilen in den Medien sondern wenn überhaupt eine kurze sachliche Meldung.

Rainer

Dem stimme ich nicht ganz zu...

Frank Augsburg, Ansbach, Mittwoch, 14.07.2010, 22:20 (vor 5745 Tagen) @ rainer1204

Hallo,

das Geschreibsel in der großen Boulevardzeitung mit den vier Buchstaben kann ich nicht ernst nehmen. Daß nun ausgerechnet gegen den ZC des betroffenen ICE ermittelt wird wegen des "Anfangsverdachts einer fahrlässigen Körperverletzung" muß ich dagegen ernst nehmen.
Denn: was kann der Zugchef dazu, wenn die Klimaanlage aussteigt? Und was kann er für die körperliche Verfassung seiner Fahrgäste?
Es ist doch völlig klar - und wird auch so praktiziert - daß bei gesundheitlicher Gefährdung/ Beeinträchtigung von Fahrgästen der Zug angehalten und (vorher schon) ein Notarzt verständigt wird.
Bei der Gelegenheit, sollte ich selber in solch einem Zug sitzen (war bisher 2x der Fall - also seeeeehr wenig), ärgere ich mich zwar über die Verspätung, bin aber gleichzeitig froh, nicht selbst der Grund für den Notarzteinsatz im Zug zu sein.
Soll heißen: Augsburg kritisiert die DB Bahn sehr wohl, weiß die Dinge des Alltags aber in den meisten Fällen zu werten und einigermaßen einzuordnen.
ABER:
Es mag ja sein, daß anderswo die Klimaanlagen ebenfalls aussteigen. Daß es Tfz- Schäden gibt, Signalstörungen, Stellwerksstörungen, Weichenstörungen, Türstörungen, "spielende Kinder im Gleis", BÜ- Störungen, Radschäden, Radsatzwellenschäden - etc. pp.
Was mir an der ganzen Sache auffällt, ist die Häufung im letzten Winter und aktuell. Und ich frage mich, wie das kommt.
Die ganzen Aktionen der US- Untersuchungen mal beiseite genommen...
Warum diese Häufung von 50%-igem Traktionsausfall an ICE-T? Die Vorspanndienste der BR 140 auf der Frankenwaldrampe waren sicher dienlich, aber auch höchst peinlich, oder?
Warum diese Häufung diverser Bremsstörungen auf verschiedenen ICE- Baureihen?
Und warum aktuell diese offensichtliche Häufung ausgefallener Klimaanlagen?
Was ist da in den letzten Jahren passiert (oder NICHT passiert)?
Es mag wohl sein, daß die Klimaanlagen der ICE3- Spanien nach anderen Prinzipien ausgelegt worden sind als die der ICE1 und 2. Ich weiß es nicht sicher, aber vorstellen kann ich es mir. Zwischen beiden Baureihen liegen immerhin über 10 Jahre.
Es mag durchaus sein, daß DB Bahn ein schnittiges EVU ist. Meine persönliche Statistik an Verspätungen und schlechten Erlebnissen steht im krassen Gegensatz a) zu meinen Empfindungen und b) zur Darstellung der DB Bahn in den Medien. Trotzdem bleibt da zunehmend ein ungutes Gefühl. Von Berufs wegen vertraue ich den Fahrzeugen, in denen ich mich durch die Lande kutschieren lasse. Wäre es nicht so, sollte ich besser auf die Straße umsteigen. Danke bestens, was sich da abspielt, habe ich gestern wieder erleben dürfen.
Nein, das ungute Gefühl resultiert von etwas anderem. Nämlich aus der Einsicht, in den sich häufenden Störungsfällen ZUSAMMEN MIT DEN ZUGPERSONALEN völlig mir selbst überlassen zu sein.
Darauf läuft die Geschichte meiner Meinung nach hinaus. Der Service (außer in den Zügen oder am Schalter) ist bei DB Bahn beendet, sobald die Kohle über den Tisch gegangen ist. Ab da: Sieh zu wie Du klarkommst.
Ich bin bis jetzt immer klargekommen, nur beim Betrachten der Gelegenheitsbahnfahrer beschleicht mich dann so ein melancholisches Gefühl, und letztlich mache ich zu oft das, was eigentlich Sache der Bahn wäre. Helfen, beraten, oder auch mal Trost spenden, wenn der Anschluß gerade weg ist. Und dann noch einen Tipp abgeben: "Wenn Sie die Verbindungen wieder mal nehmen, vertrauen Sie nicht auf den Anschluß, der klappt eh nicht...".
Den Kollegen im Betriebsdienst kann ich nur die besten Zeugnisse ausstellen. Aber ihr Einsatz, ihr Engagement verpufft in dumpfer Unternehmensbürokratie, und all die schönen Verbesserungen am Service (na? erinnert Ihr Euch - Exzellenzmanager!) sind völlig am Ziel vorbei.
Wie weit weg dürfen die Führungspersonen eines EVU eigentlich vom Eisenbahnverkehr/ Eisenbahnbetrieb sein?
Ich lasse das wie auch so manch anderes mal offen.

Danke für Euere Geduld.

Viele Grüße aus Ansbach
Frank

--
"Die Ferne ist ein schöner Ort,
doch wenn ich da bin, ist sie fort.
Die Ferne ist wo ich nicht bin,
ich geh und geh und komm nicht hin."

(Silly, mit der leider viel zu früh verstorbenen Tamara Danz)

Dem stimme ich nicht ganz zu...

Fernpendler, Donnerstag, 15.07.2010, 00:00 (vor 5745 Tagen) @ Frank Augsburg

Denn: was kann der Zugchef dazu, wenn die Klimaanlage aussteigt? Und was kann er für die körperliche Verfassung seiner Fahrgäste?

Meiner Meinung nach nichts. Jedoch hat das Zugpersonal eine gewisse Fürsorgepflicht.

Stellen sich folgende Fragen: 1) Kann der ZC eigenverantwortlich entscheiden? 2) Bekommt der ZC Druck von oben bzw. Leitstelle?

Es ist doch völlig klar - und wird auch so praktiziert - daß bei gesundheitlicher Gefährdung/ Beeinträchtigung von Fahrgästen der Zug angehalten und (vorher schon) ein Notarzt verständigt wird.

Ich hatte schon ne Leiche im Zug (Herzinfarkt). Siehe da, das Zugperso hat doch tatsächlich den Notarzt verständigt ;o) +90 mit Wagensperrung; BLÖD hat nicht aufgeschrien ;o)

Es mag ja sein, daß anderswo die Klimaanlagen ebenfalls aussteigen. Daß es Tfz- Schäden gibt, Signalstörungen, Stellwerksstörungen, Weichenstörungen, Türstörungen, "spielende Kinder im Gleis", BÜ- Störungen, Radschäden, Radsatzwellenschäden - etc. pp.
Was mir an der ganzen Sache auffällt, ist die Häufung im letzten Winter und aktuell. Und ich frage mich, wie das kommt.

1) Die Medien bauschen jede Bahnaktion auf
2) Die Medien reagieren extrem sensibel zum Thema Bahn
3) Der Kunde wendet seinen neuen Volkssport "Diffamierung via I-Net 2.0 auch auf die Bahn an
4) Die DB steht, wie jedes globale Wirtschaftsunternehmen auch, mittlerweile ökonomisch schwer unter Druck + Beobachtung durch die Gesellschfaft

Komisch, bei anderen Konzernen jaulen weder Medien noch Bürger bei Fehlern so auf, wie bei der Bahn.

Es mag wohl sein, daß die Klimaanlagen der ICE3- Spanien nach anderen Prinzipien ausgelegt worden sind als die der ICE1 und 2. Ich weiß es nicht sicher, aber vorstellen kann ich es mir. Zwischen beiden Baureihen liegen immerhin über 10 Jahre.

Als Anlagenbauer kann ich feststellen, dass es diverse Unterschiede bei Ländern unterschiedlicher Klimazonen gibt. Mittlerweile setzt jedoch ein Umdenken (Anpassungsprozess) ein. Siehe Klimawandel.

Es mag durchaus sein, daß DB Bahn ein schnittiges EVU ist. Meine persönliche Statistik an Verspätungen und schlechten Erlebnissen steht im krassen Gegensatz a) zu meinen Empfindungen und b) zur Darstellung der DB Bahn in den Medien.

Als Vielfahrer bin ich ganz Deiner Meinung ...

Nein, das ungute Gefühl resultiert von etwas anderem. Nämlich aus der Einsicht, in den sich häufenden Störungsfällen ZUSAMMEN MIT DEN ZUGPERSONALEN völlig mir selbst überlassen zu sein.

Meine Meinung: Die Mehrheit des Zugpersonals reißt sich für uns Kunden dann den A... auf, wenn man freundlich und ruhig auf selbiges eingeht und versteht, dass das Perso auch nur Menschen sind.

Darauf läuft die Geschichte meiner Meinung nach hinaus. Der Service (außer in den Zügen oder am Schalter) ist bei DB Bahn beendet, sobald die Kohle über den Tisch gegangen ist. Ab da: Sieh zu wie Du klarkommst.

Stimme ich definitiv nicht zu. Habe voll andere Erfahrungen gemacht.

Den Kollegen im Betriebsdienst kann ich nur die besten Zeugnisse ausstellen. Aber ihr Einsatz, ihr Engagement verpufft in dumpfer Unternehmensbürokratie, und all die schönen Verbesserungen am Service (na? erinnert Ihr Euch - Exzellenzmanager!) sind völlig am Ziel vorbei.

Höre ich mir morgens gerne von "meinem" Zub an ;o)

Wie weit weg dürfen die Führungspersonen eines EVU eigentlich vom Eisenbahnverkehr/ Eisenbahnbetrieb sein?

Siehe Politik ...

Grüße
Haiko

Dem stimme ich nicht ganz zu...

liebe70, Donnerstag, 15.07.2010, 00:20 (vor 5745 Tagen) @ Fernpendler

Denn: was kann der Zugchef dazu, wenn die Klimaanlage aussteigt? Und was kann er für die körperliche Verfassung seiner Fahrgäste?

Meiner Meinung nach nichts. Jedoch hat das Zugpersonal eine gewisse Fürsorgepflicht.

Die da wäre?

Stellen sich folgende Fragen: 1) Kann der ZC eigenverantwortlich entscheiden?

Frag doch mal einen ZC.

2) Bekommt der ZC Druck von oben bzw. Leitstelle?

Das kannste ihn auch noch gleich fragen.

Es ist doch völlig klar - und wird auch so praktiziert - daß bei gesundheitlicher Gefährdung/ Beeinträchtigung von Fahrgästen der Zug angehalten und (vorher schon) ein Notarzt verständigt wird.

Wirklich? Ich habe heute dieses erlebt:

Ein Zugbegleiter meldet sich intern beim Zf und teilt ihm mit, daß ein Fahrgast ärztliche Hilfe braucht. Der Zf ruft einen Arzt aus und begibt sich mit den Notarztkoffer zum Reisenden. Der Arzt trifft ein und untersucht den Reisenden. Er (der Arzt) stellt keine Probleme fest. Der Zug hält nirgends an, macht keine Zusatzverspätung - und noch nicht einmal die TP erfährt was davon.

Ich hatte schon ne Leiche im Zug (Herzinfarkt).

Unwahrscheinlich. Leichen bekommen keinen Herzinfarkt. ;-)

Siehe da, das Zugperso hat doch tatsächlich den Notarzt verständigt ;o) +90 mit Wagensperrung; BLÖD hat nicht aufgeschrien ;o)

Wenn es eine Leiche war, dann hätten sie keinen Notarzt mehr benötigt. [Ich weiß, Korinthenkackmodus... ;-)]

Es mag ja sein, daß anderswo die Klimaanlagen ebenfalls aussteigen. Daß es Tfz- Schäden gibt, Signalstörungen, Stellwerksstörungen, Weichenstörungen, Türstörungen, "spielende Kinder im Gleis", BÜ- Störungen, Radschäden, Radsatzwellenschäden - etc. pp.

Was mir an der ganzen Sache auffällt, ist die Häufung im letzten Winter und aktuell. Und ich frage mich, wie das kommt.

1) Die Medien bauschen jede Bahnaktion auf
2) Die Medien reagieren extrem sensibel zum Thema Bahn
3) Der Kunde wendet seinen neuen Volkssport "Diffamierung via I-Net 2.0 auch auf die Bahn an
4) Die DB steht, wie jedes globale Wirtschaftsunternehmen auch, mittlerweile ökonomisch schwer unter Druck + Beobachtung durch die Gesellschfaft

Komisch, bei anderen Konzernen jaulen weder Medien noch Bürger bei Fehlern so auf, wie bei der Bahn.

Alles richtig was Du schreibst. Ist aber ein Naturgesetz. Wenn es keine DB AG gäbe, wäre ein anderer Ex-Staatskonzern Mode.

Gibt es nicht einen Spruch, der sinngemäß sagt, daß die Menschen heute nicht schlechter sind als die vor ein paar Jahren - und nur die Berichterstattung über deren Taten besser geworden wäre?

Wenn früher in Kleinposemuckel ein Zugunglück passierte, dann wußte man das nur in den drei umliegenden Dörfern und vielleicht noch der nächsten Kreisstadt. Heute weiß man das auch innerhalb kürzester Zeit in Südaustralien.

Es mag wohl sein, daß die Klimaanlagen der ICE3- Spanien nach anderen Prinzipien ausgelegt worden sind als die der ICE1 und 2. Ich weiß es nicht sicher, aber vorstellen kann ich es mir. Zwischen beiden Baureihen liegen immerhin über 10 Jahre.

Als Anlagenbauer kann ich feststellen, dass es diverse Unterschiede bei Ländern unterschiedlicher Klimazonen gibt. Mittlerweile setzt jedoch ein Umdenken (Anpassungsprozess) ein. Siehe Klimawandel.

Den gibts nicht, hat die B**D-Zeitung noch nicht bekanntgegeben. ;-)

Gruß, Ralf

Dem stimme ich nicht ganz zu...

Fernpendler, Donnerstag, 15.07.2010, 00:44 (vor 5745 Tagen) @ liebe70

Grundsätzlich: Sei doch nicht gleich soooo aggressiv. Siehe Mailkontakt zum Frustablass ;o)

Die da wäre?

Reagieren auf (ruhige u. nüchterne) Ansprache der Kunden? Ich persönlich würde eher ein Getränk reichen, als Textbausteine vorzutragen. Anmerkung: Meinen anvertrauten AN reiche ich auf der Baustelle Mineralwasser, welches vom Bauherrn (AG) über diverse Pauschalen mit verütet wir. Ist also im Preis inbegriffen.

Stellen sich folgende Fragen: 1) Kann der ZC eigenverantwortlich entscheiden?


Frag doch mal einen ZC.

Mach ich am Freitag ...

2) Bekommt der ZC Druck von oben bzw. Leitstelle?


Das kannste ihn auch noch gleich fragen.

Gerne auch am Freitag ...

Ich hatte schon ne Leiche im Zug (Herzinfarkt).


Unwahrscheinlich. Leichen bekommen keinen Herzinfarkt. ;-)

Hach ja, ICE 1656 in 2009. Auf jeden Fall hing der Kerl tot im Sitz. Als Zub hätte ich auch nicht groß an dem rumgerüttelt ;o)

Grüße
Haiko

Dem stimme ich nicht ganz zu...

liebe70, Donnerstag, 15.07.2010, 01:39 (vor 5745 Tagen) @ Fernpendler

Grundsätzlich: Sei doch nicht gleich soooo aggressiv.

Bin ich doch nicht.

Siehe Mailkontakt zum Frustablass ;o)

Danke, ich muß aber noch ein paar andere Mails beantworten. ;-)

Die da wäre?


Reagieren auf (ruhige u. nüchterne) Ansprache der Kunden?

Meine Kunden sind seltsamerweise oft von allein aggressiv. Viele lassen scheinbar neben dem Verstand ihre gute Erziehung zu Hause.

Ich persönlich würde eher ein Getränk reichen, als Textbausteine vorzutragen. Anmerkung: Meinen anvertrauten AN reiche ich auf der Baustelle Mineralwasser, welches vom Bauherrn (AG) über diverse Pauschalen mit verütet wir. Ist also im Preis inbegriffen.

Meine mir anvertrauten AN bekommen von mir auch "Beerenobst", ist bei mir auch inklusive. Wird aber nicht vom AG bezahlt, sondern mache ich freiwillig und als Motivation und Dank.

Stellen sich folgende Fragen: 1) Kann der ZC eigenverantwortlich entscheiden?


Frag doch mal einen ZC.


Mach ich am Freitag ...

Da habe ich frei. ;-)

Ich hatte schon ne Leiche im Zug (Herzinfarkt).


Unwahrscheinlich. Leichen bekommen keinen Herzinfarkt. ;-)


Hach ja, ICE 1656 in 2009. Auf jeden Fall hing der Kerl tot im Sitz. Als Zub hätte ich auch nicht groß an dem rumgerüttelt ;o)

Der war tot? Wer hat den den Tod festgestellt? Ein Arzt oder sonstiges medizinisch ausgebildetes Personal? Oder andere? Es sollen bekanntlich schon Lebende beerdigt worden sein, die irrtümlich für tot erklärt wurden, weil der Falsche den "Tod" feststellte.

Ich überlaß das lieber dem ausgebildeten Personal. Die sollten wissen,was sie tun. :-)

Gruß, Ralf

Schlechte Presse hausgemacht.

rotfuxx, Donnerstag, 15.07.2010, 01:02 (vor 5745 Tagen) @ liebe70

Es kommt doch nicht von ungefähr, dass bei der Bahn mittlerweile die Goldwaage angelegt wird. Es hat sich halt in den Augen vieler von einem sympathischen und komfortablen Verkehrsmittel zum Gegenteil verwandelt. Es fallen einfach ständig Sachen an, die natürlich alle zu entschuldigen sind, da man wieder irgendeinen Grund vorschieben kann.

Ich fahre gerne und viel mit der Bahn. Bin vom öffentlichen Nahverkehr überzeugt und habe kein Auto, aber die Deutsche Bahn vergält einem regelmäßig das Erlebnis.

Wie häufig habe ich mich schon gefragt, wie ein Zug, der in Hamburg eingesetzt wird, in Bremen schon +30 hat. Wie sehr habe ich mich darüber geärgert, wenn mal wieder die verdammt IC-Lok ausfällt und sich ein ganzer IC in Twistringen auskotzt (und man dann fleißig für viele Leute Koffer schleppen darf, sonst würden die die Treppen gar nicht schaffen), um dann in einen vollen EC reingestopft zu werden. Wie sich dann noch die Bahnkraft erdreistet, auf das 1.-Klasse-Ticket zu bestehen, wenn die Gänge einfach nur voll sind.

Ich will hier nicht absolut in Mäusemelken verfallen, aber es ist ein dreckiger Scheißladen, der auf Gewinn bei niedriger Kostenquote für einen Börsengang frisiert wurde und nun bei jedem Wetterereignis abseits heiter bis wolkig zwischen 10-20 Grad aus der Bahn geworfen wird. Wer so kurzfristig wirtschaftet, wird nachhaltigen Unmut ernten.

In diesem Zusammenhang kann ich die Millardeninvestitionen in Prestige-Projekte einfach nicht verstehen, wenn Brot-und-Butter-Funktionen wie die Bereitstellung einer ausreichenden Wartungsinfrastruktur zur Sicherstellung eines ausfallsicheren und komfortablen Bahnangebots nicht eingelöst wird. Das "Deepwater Horizon" der DB ist doch die Berliner S-Bahn. Was für ein Armutszeugnis für einen Konzern, der nun Hochgeschwindigkeitsschienennetze an den Scheich bringen will.

Ich weiß um die Vorteile des Bahnfahrens und habe definitiv auch in Deutschland mehr Positiv- als Negativerfahrungen, aber dieser Dreckskonzern mit seiner größenwahnsinningen Strategie unter Auslassung einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Grundangebotes schafft es in immer neue Fettnäpfchen reinzutreten.

Es gehört schon viel dazu vom einst positiven Image "Pünktlich wie die Eisenbahn" auf "BörsenBahnCard 50° plus" herabzusinken. Die Gesellschaft ist schlecht auf die Bahn zu sprechen und das nicht nur, weil die Gesellschaft schlecht ist.

Moment ...

Fernpendler, Donnerstag, 15.07.2010, 01:18 (vor 5745 Tagen) @ rotfuxx

es gibt auch andere Branchen, die störungsanfällige Produkte hervorbringen. Ein Produkt ist nur so gut, wie der Preis, der dafür bezahlt wird.

Leider ist es in unserer Gesellschaft zum Sport geworden, nur zum billigsten Preis zu kaufen, anstatt die Qualität zu dahinter zu sehen. Warum soll das der Firmenkunde nicht anders machen?

Wenn ich bei Vertragsverhandlungen von Einkäufern gedrückt werde auf Teufel komm raus, versuche ich das an meine AN weiter zu geben. Anders machst Du es mit Sicherheit auch nicht.

Um es abzukürzen: Wirtschaft als Studienfach ...

Dem stimme ich nicht ganz zu...

heinz11, Donnerstag, 15.07.2010, 09:39 (vor 5744 Tagen) @ Fernpendler

Hallöle,

1) Die Medien bauschen jede Bahnaktion auf
2) Die Medien reagieren extrem sensibel zum Thema Bahn
3) Der Kunde wendet seinen neuen Volkssport "Diffamierung via I-Net 2.0 auch auf die Bahn an
4) Die DB steht, wie jedes globale Wirtschaftsunternehmen auch, mittlerweile ökonomisch schwer unter Druck + Beobachtung durch die Gesellschfaft

Diese Aufzählung klingt mir sehr nach dem Schema, die anderen sind schuld. Das befriedigt mich nicht. Die Frage, die sich mir stellt ist, warum ist es denn soweit gekommen, daß Punkt 1 und 2 eingetreten sind? Das fiel ja nicht vom Himmel oder wurde vom Zentralkommitee der B..D"zeitung" per Dekret verfügt. Ein interessantes Thema für einen Soziologen oder wen auch immer.

Zu 4.: Wer hat denn die DB AG geheißen, als ein zu hundert Prozent dem Bund gehörenden Unternehmen global zu werden? Außerdem hört man über die DB AG im Ausland m.W. die wenigsten Beschwerden. Dort scheint es zu laufen. Im Bereich Regio sind die Margen recht auskömmlich, zudem dieser im Jahr 2007 immerhin 21 % des Konzernumsatzes beisteuerte, da würde ich nicht von Druck sprechen.

Den Druck hat sich die DB mit ihren mehr oder weniger sinnvollen Aktionen zum Börsengang selbst gemacht. Und das sie unter Beobachtung steht, kann nicht verwundern. Der DB AG fällt, neben vielen anderen Dingen, in erster Linie ihre Intransparenz und schlechte Kommunikation auf die Füße. Dazu gibt es schon zu den verschiedensten Vorfällen genug Beiträge in diesem Forum, darüber laß ich mich nicht weiter aus.

Komisch, bei anderen Konzernen jaulen weder Medien noch Bürger bei Fehlern so auf, wie bei der Bahn.

Baut Opel schlechte Autos, gehe ich zu VW, Audi, BMW, Toyota, Kia, Ford....
d.h., bei schienengebundenem Fernverkehr habe ich keine Alternative. Das vermeintliche "Jaulen" ist das einzige Ventil.


Vielleicht gibt ja der Kommentar im Dradio von gestern den Ansatz einer Erklärung zum Verhältnis von Bahn/Fahrgast:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kommentar/1224997/


heinz

BILD: Zugbegleiter packen aus

liebe70, Donnerstag, 15.07.2010, 08:22 (vor 5744 Tagen) @ SG-2

Wenn die Zugbegleiter schon "auspacken"... Es gibt da noch mehr kritikwürdiges. Aber soweit haben diejenigen nicht gedacht.

Gruß, Ralf

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum