[CZ] RegioJet erhält Schnellzugnetz im Norden Böhmens (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Dienstag, 05.08.2025, 22:49 (vor 255 Tagen)
bearbeitet von J-C, Dienstag, 05.08.2025, 22:54

Link (zdopravy.cz, tschechisch)

Im Norden Tschechiens erstreckt sich ein Netzwerk aus dieselbetriebenen Schnellzügen. Diese werden derzeit von Arriva betrieben und zwar mit ex 628, die gebraucht von der DB erworben wurden und ein Redesign erhielten. Hier die Fotogalerie auf vagonweb.cz.

Es gibt neue Sitze, WLAN, Steckdosen, Monitore... teilweise sogar eine Klimaanlage. Jedoch verbleiben die Züge nicht barrierefrei. Und ganz so nebenbei gibt es dort auch keine erste Klasse. Sicherlich eine Aufwertung gegenüber dem, was zuvor dort fuhr, wobei dafür die Latte auch recht niedrig lag. Und doch, wer in diesen Gegenden unterwegs ist, kann die markanten Züge vorfinden, welche das Bild deutscher Nebenstrecken einst dominierten und jenseits des Netzes der Südostbayernbahn (und selbst dort auch nicht mehr so lange) kaum mehr sich finden lassen. Währenddessen betreiben auch RegioJet und GW Train Regio mit 628ern noch einige Leistungen im Regionalverkehr.

Doch nun ist klar, dass es in absehbarer Zeit wesentlich weniger dieser gebrauchten Züge geben wird. Ab Ende 2029 wird RegioJet mit Diesel-Hybrid-Zügen (die Teilnehmer der Ausschreibung hätten sich aufgrund des dafür vorhandenen Marktes lieber Akku-Züge gewünscht, doch weigerten Besteller bzw. Infrastrukturbetreiber sich, dafür die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen) von Škoda die Leistungen übernehmen. Dann eben auch immer klimatisiert und niederflurig.

Konkret heißt es (automatisch übersetzt, Ungenauigkeiten sinngemäß verbessert)

Das Verkehrsministerium hat heute RegioJet als Sieger einer offenen Ausschreibung für den Betrieb von Schnellzügen nördlich von Prag bekannt gegeben. Von den vier Unternehmen bot es den niedrigsten Preis im Betriebspaket, das auch als Minideal bekannt ist. Wenn der Vertrag bis September unterzeichnet wird, startet er im Dezember 2029.

Dies ergibt sich aus der Bekanntgabe der Auswahl des Betreibers, die das Ministerium heute an alle Unternehmen in der Ausschreibung geschickt hat und über die der Zdopravy.cz verfügt. Es handelt sich um die Linien R14A Pardubice – Liberec, R14B Liberec – Ústí n/L, R21 Prag – Tanvald, R22 Kolín – Rumburk und R24 Prag – Rumburk. Es handelt sich um Leistungen (mit Ausnahme der Strecke Prag – Rumburk, die noch nicht in Betrieb ist), auf der derzeit Arriva-Züge verkehren.

Es handelt sich um die bisher größte Ausschreibung für Fernverkehrszüge, die das Ministerium angekündigt hat, RegioJet erhält den Zuschlag für den Betrieb von 4,5 Millionen Kilometern pro Jahr.

Es bot den niedrigsten Preis in der Ausschreibung. Sie fordert eine tägliche Entschädigung von 1,997 Millionen Kronen, was etwa 170 Kronen pro Kilometer entspricht. Das sind etwa zehn bis zwanzig Prozent mehr als das, was Arriva jetzt mit älteren 845-Einheiten auf den Strecken fährt. Laut Vertrag muss der Gewinner mit neuen Einheiten ausrücken.

Man ist nun also auch bereit, mehr Geld zu investieren, um einen Betrieb mit zeitgemäßen, also auch niederflurigen, Material zu gewährleisten. Ob Akkuzüge nicht vielleicht doch billiger wären, ist dann wiederum die andere Frage. Denn auch in Tschechien fahren bereits Akkuzüge.

Wie man in diesem Youtube-Video zum Beispiel im Betrieb sieht, wo sie bereits in der Mährisch-Schlesischen Region unterwegs sind.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

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