Neue Tarifrunde ab Montag.............. (Allgemeines Forum)
JanGT, Samstag, 10.07.2010, 11:32 (vor 5840 Tagen)
http://www.welt.de/wirtschaft/article8391075/Dem-Bahnverkehr-droht-ab-August-eine-Strei...
Der August könnte somit in mehrerer Hinsicht ein heißer Monat werden......
Was würdet ihr so aus dem Bauch heraus sagen, wie das im August denn so wird?
ich weiß ihr seit auch keine Hellseher ;-(
aber wenn das wirklich so heftig wird werde ich mir im August die 246 Euro für den Jubiläums-Pass sparen und mir auch schon mal Gedanken machen wie ich Anfang des Monats zu meinen Klausuren in die Uni komme, zu den man ja nach mäglichkeit nicht zu spät kommen sollte... ;-)
Bisher hatte man in OWL ja den Vorteil, dass die Privatbahnen nicht betroffen waren und man deshalb sehr wenig gespürt hat, aber das wird wohl diesmal anders werden ;-(
Neue Tarifrunde ab Montag..............
101-Fan, Köln, Samstag, 10.07.2010, 15:18 (vor 5840 Tagen) @ JanGT
(...) aber wenn das wirklich so heftig wird werde ich mir im August die 246 Euro für den Jubiläums-Pass sparen (...)
Hallo Jan,
ich hatte mir überlegt, ob ich im Juli oder im August mit dem JubiPass auf Tour gehen soll. Als ich dann gesehen habe, dass für Augsut Streiks drohen, habe ich mich für den Juli entschieden.
Ich finde es von den Gewerkschaften eigentlich gemein und unüberlegt in Hauptferienzeit zu streiken bzw. streiken zu wollen. Im August sind viele Urlauber unterwegs, die dann evtl. ihren Urlaub streichen dürfen, weil die Gerwerkschaften streiken wollen. Ausserdem könnte ich mir vorstellen, dass dadurch den EVUs Fahrgäste abspringen könnten, die eigentlich mit dem Zug fahren wollten und nun lieber das Auto nutzen. Das schadet auch dem Personal der EVUs. Ich kann ja verstehen, dass ein Zub bei einer Privatbahn das gleiche bekommen soll wie bei der DB, er macht ja auch die gleiche Arbeit. Aber die Gewerkschaften fordern immer Solidarität von den Kunden und wo bleibt die Solidarität mit den Kunden??
Nicht das wir uns falsch verstehen, ich bin schon der Meinung, dass die Mitarbeiter gerecht bezahlt werden sollen. Auch die Idee mit dem Branchentarifvertrag finde ich gar nicht so schlecht. Das Problem ist nur, dass der Leidtragende wieder der Bahnkunde ist.
--
Es grüsst aus Köln
Markus
Neue Tarifrunde ab Montag..............
heinz11, Samstag, 10.07.2010, 17:50 (vor 5840 Tagen) @ 101-Fan
Ich finde es von den Gewerkschaften eigentlich gemein und unüberlegt in
Hauptferienzeit zu streiken bzw. streiken zu wollen.
Das ist alles andere als unüberlegt, daß ist ganz gezielt so und nicht anders geplant. Man kann dann so schön sagen: Hätten die Arbeitgeber unseren Forderungen nachgegeben, wäre das alles nicht passiert.
@graukärtchenfahrer:
Ich rechne mit 6 bis 8 Prozent Preissteigerung zum Fahrplanwechsel und einem kleinen Zuschlag "zwischendurch" im Frühjahr 2011.
heinz
Neue Tarifrunde ab Montag..............
Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Samstag, 10.07.2010, 23:27 (vor 5840 Tagen) @ heinz11
Hallo,
Ich finde es von den Gewerkschaften eigentlich gemein und unüberlegt in
Hauptferienzeit zu streiken bzw. streiken zu wollen.
Das ist alles andere als unüberlegt, daß ist ganz gezielt so und nicht anders geplant. Man kann dann so schön sagen: Hätten die Arbeitgeber unseren Forderungen nachgegeben, wäre das alles nicht passiert.
naja, es wird dann gestreikt, wenn Tarifverträge auslaufen, nachverhandelt wird und man dann nicht zu einem vernünftigen Ergebnis kommt. Das trifft dann nun einmal den Sommer.
@graukärtchenfahrer:
Ich rechne mit 6 bis 8 Prozent Preissteigerung zum Fahrplanwechsel und einem kleinen Zuschlag "zwischendurch" im Frühjahr 2011.
Der wird kommen, vollkommen unabhängig allerdings von den Tarifrunden.
--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
![[image]](http://www.abload.de/img/db_tonne_kleinluwx.jpg)
Neue Tarifrunde ab Montag..............
Graukärtchenfahrer, Symbaden, Samstag, 10.07.2010, 17:17 (vor 5840 Tagen) @ JanGT
bearbeitet von Graukärtchenfahrer, Samstag, 10.07.2010, 17:18
http://www.welt.de/wirtschaft/article8391075/Dem-Bahnverkehr-droht-ab-August-eine-Strei...
und im Dezember erneut die bekannten und jährlichen Preissteigerungen bei den Fahrpreisen
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch
Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Samstag, 10.07.2010, 23:25 (vor 5840 Tagen) @ JanGT
Hallo,
ich bin froh, dass Arbeitnehmer in unserem Land für die Durchsetzung ihrer Forderung das Mittel des Streiks haben. Ansonsten wären die Arbeitnehmer total vom Gutdünken des Arbeitgebers abhängig und müssten halt mit dem zufrieden sein, was der so gerade zahlen will.
Bei allem Ärger, den ich mit Streiks im Bahnbereich am Hals habe, ist es das legitime Recht der Arbeitnehmer zu streiken. Die Begründung der jährlichen Preissteigerungen mit den Lohnkosten halte ich für Augenwischerei.
--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
![[image]](http://www.abload.de/img/db_tonne_kleinluwx.jpg)
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch
RhBDirk, Sonntag, 11.07.2010, 06:34 (vor 5839 Tagen) @ Holger_HAM
Bei allem Ärger, den ich mit Streiks im Bahnbereich am Hals habe, ist es das legitime Recht der Arbeitnehmer zu streiken. Die Begründung der jährlichen Preissteigerungen mit den Lohnkosten halte ich für Augenwischerei.
Allerdings machen die Personalkosten den größten Teil der Kosten in einem Unternehmen aus. Ich glaube bei der DB kann sich keiner beklagen, dass er zu wenig verdient.
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch
Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Sonntag, 11.07.2010, 06:43 (vor 5839 Tagen) @ RhBDirk
Hallo,
Bei allem Ärger, den ich mit Streiks im Bahnbereich am Hals habe, ist es das legitime Recht der Arbeitnehmer zu streiken. Die Begründung der jährlichen Preissteigerungen mit den Lohnkosten halte ich für Augenwischerei.
Allerdings machen die Personalkosten den größten Teil der Kosten in einem Unternehmen aus. Ich glaube bei der DB kann sich keiner beklagen, dass er zu wenig verdient.
das denke ich auch. In Sachen Verdienst und Bezahlung ist die DB mit Sicherheit ein eher vorbildlicher Arbeitgeber. Leider ist das keine Selbstverständlichkeit in der Verkehrsbranche. Aber will (oder wollte) nicht auch die DB irgendwelche "Billigtöchter" gründen?
--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
![[image]](http://www.abload.de/img/db_tonne_kleinluwx.jpg)
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch
Steffen, Sonntag, 11.07.2010, 09:39 (vor 5839 Tagen) @ Holger_HAM
Aber will (oder wollte) nicht auch die DB irgendwelche "Billigtöchter" gründen?
Die Initiative gab es definitiv schon - mehrfach! Ich bin jetzt nicht auf dem Laufenden, ob alle Billigtöchter der DB von den Gewerkschaften&Co ewrfolgreich abgewendet wurden. Die Heidekrautbahn (heisst jetzt glaube ich "DB Regio Rheinland GmbH" oder so) ist so ein Fall.
Ich kann die DB vollkommen versteht, wenn sie versucht, so die Lohnkosten zu drücken, denn im Nahverkehr zählt bei den Ausschreibungen eigentlich immer der niedrigste Preis als wichtigstes Vergabekriterium. Warum soll sich das Unternehmen von der Konkurrenz, die mangels Tarifvverträgen billiglöhne anbieten kann, vorführen lassen?
Gut finde ich das natürlich nicht, aber verstehen kann ich die DB. Ein Ausweg wären Mindestlöhne bei der Auftragsvergabe, aber dann muss das Land ja mehr bezahlen als es eigentlich müsste - wer macht das schon freiwillig?
--
![[image]](http://img.aachen-im-bild.de/brueckebelgien.jpg)
Übernahmen
Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 11.07.2010, 10:47 (vor 5839 Tagen) @ Steffen
Moin auch hier,
Ich kann die DB vollkommen versteht, wenn sie versucht, so die Lohnkosten zu drücken, denn im Nahverkehr zählt bei den Ausschreibungen eigentlich immer der niedrigste Preis als wichtigstes Vergabekriterium. Warum soll sich das Unternehmen von der Konkurrenz, die mangels Tarifvverträgen billiglöhne anbieten kann, vorführen lassen?
Gut finde ich das natürlich nicht, aber verstehen kann ich die DB. Ein Ausweg wären Mindestlöhne bei der Auftragsvergabe, aber dann muss das Land ja mehr bezahlen als es eigentlich müsste - wer macht das schon freiwillig?
Genau. Festgeschriebene Mindestlöhne. (Angeblich hat agilis Probleme, Lokführer für seine zu finden, da das Benex-Unternehmen zu wenig bezahlen will.) Im gleichen Atemzug sollte man auch gleich festlegen, daß den bisher Beschäftigten ein Übernahmeangebot zu machen ist. Wenn dann noch die Fahrzeuge vom Aufgabenträger gestellt werden würden, wäre ich vollends zufrieden. ;-)
/Sören
--
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Übernahmen
Steffen, Sonntag, 11.07.2010, 10:53 (vor 5839 Tagen) @ Sören Heise
Genau. Festgeschriebene Mindestlöhne. (Angeblich hat agilis Probleme, Lokführer für seine zu finden, da das Benex-Unternehmen zu wenig bezahlen will.) Im gleichen Atemzug sollte man auch gleich festlegen, daß den bisher Beschäftigten ein Übernahmeangebot zu machen ist. Wenn dann noch die Fahrzeuge vom Aufgabenträger gestellt werden würden, wäre ich vollends zufrieden. ;-)
Ja. Dann bleibt nur noch die Frage: Wo ist der Wettbewerb? *gg*
(ich bin ja Deiner Meinung und finde auch, dass der Wettbewerb im Personennahverkehr gar keiner ist)
--
![[image]](http://img.aachen-im-bild.de/brueckebelgien.jpg)
Warum?
Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 11.07.2010, 11:06 (vor 5839 Tagen) @ Steffen
bearbeitet von Sören Heise, Sonntag, 11.07.2010, 11:07
Genau. Festgeschriebene Mindestlöhne. (Angeblich hat agilis Probleme, Lokführer für seine zu finden, da das Benex-Unternehmen zu wenig bezahlen will.) Im gleichen Atemzug sollte man auch gleich festlegen, daß den bisher Beschäftigten ein Übernahmeangebot zu machen ist. Wenn dann noch die Fahrzeuge vom Aufgabenträger gestellt werden würden, wäre ich vollends zufrieden. ;-)
Ja. Dann bleibt nur noch die Frage: Wo ist der Wettbewerb? *gg*(ich bin ja Deiner Meinung und finde auch, dass der Wettbewerb im Personennahverkehr gar keiner ist)
Dritter Versuch: Warum meinst Du das?
Zum Fahrzeugpool:
In Niedersachsen ist (war?) Wettbewerb, wenn mit Fahrzeugpool ausgeschrieben wird und der einzige Bieter den Zuschlag bekommt. ;-)
Warum aber funktioniert dieses Modell in Schweden? Bei der Krösatåg-Ausschreibung gab es fünf Bewerber. Tåg i Väst (Region Göteborg) hatte vier, Norrtåg (Norrland) drei. Die DB immer dabei und im letzten Fall zusammen mit SJ als Juniorpartner Sieger.
/Sören
![]()
Warum?
Steffen, Sonntag, 11.07.2010, 11:15 (vor 5839 Tagen) @ Sören Heise
Warum aber funktioniert dieses Modell in Schweden?
Was waren die Vorgaben bei den schwedischen Ausschreibungen?
Nach welchen Kriterien wurde am Schluss ausgewählt?
Wenn man z.B. nicht nur billigste Angebot nimmt sondern auch Sörwis und Qualität mit berücksichtigt, kann es tatsächlich zu Wettbewerb kommen.
--
![[image]](http://img.aachen-im-bild.de/brueckebelgien.jpg)
Schweden: Nicht nur billig
Sören Heise, Region Hannover, Sonntag, 11.07.2010, 11:44 (vor 5839 Tagen) @ Steffen
bearbeitet von Sören Heise, Sonntag, 11.07.2010, 11:44
Warum aber funktioniert dieses Modell in Schweden?
Was waren die Vorgaben bei den schwedischen Ausschreibungen?
Nach welchen Kriterien wurde am Schluss ausgewählt?Wenn man z.B. nicht nur billigste Angebot nimmt sondern auch Sörwis und Qualität mit berücksichtigt, kann es tatsächlich zu Wettbewerb kommen.
Hui,
da bin ich ein wenig überfragt (und habe auch keine Lust zu suchen). Stop! Irgendwo hat nicht das billigste Angebot gewonnen. Nach einer kurzen Suche (schon lustig, wenn ein Zeitungsredaktör im Eisenbahnforum nach Infos für seinen Artikel sucht ;-))) habe ich es gefunden: Västtrafik.
Dort der Schluß:
Fakta om upphandlingen
DSB First Väst AB tar över trafiken den 12 december 2010. Grundavtalet gäller till den 8 december 2018, men kan förlängas till som längst december 2020. Anbud inkom från 4 anbudsgivare. Anbudsutvärderingen har till baserats till tre fjärdedelar på pris och till en fjärdedel på kvalitet. Pris och kvalitet omräknas sedan till ett poängsystem.
DSB First Väst AB:s vinnande anbud fick 93,91 poäng. Därefter kom DB Regio Sverige AB med 90,06 poäng, Svenska Tågkompaniet AB med 85,89 poäng poäng och Arriva Tåg AB med 75,71 poäng.
Zusammengefaßt: Vier Teilnehmer. Die Bewertung der Angebote beruhte zu drei Vierteln auf dem Preis und zu einem Viertel auf Qualität. Im zweiten Absatz sind poäng die Punkte der jeweiligen Teilnehmer.
Mitquelle: Postvagnen.
/Sören
--
![[image]](https://up.picr.de/48317654tz.jpg)
Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Schweden: Nicht nur billig
Steffen, Sonntag, 11.07.2010, 12:11 (vor 5839 Tagen) @ Sören Heise
Dankeschön!!
Da ist der Preis mit 3/4 aber doch noch sehr entscheident. Aber immerhin, nur 3/4...
/Sören
Träum weiter
![]()
;)
Schweden: Nicht nur billig
Benjamin.Keller, Sonntag, 11.07.2010, 17:45 (vor 5839 Tagen) @ Steffen
Da ist der Preis mit 3/4 aber doch noch sehr entscheident. Aber immerhin, nur 3/4...
Na ja...
entscheiden ist ja am Ende, wie die Punktevergabe in den beiden Teilbereichen ausgestaltet ist.
Beispiel:
Preis 50, QUalität 50%
EVU A: 1 Millionen Euro Subventionsbedarf, 5cm Polster
EVU B: 2 Millionen Euro Subventionsbedarf, 11cm Polster
Wir wollen ja nun nicht hoffen, dass der Steuerzahler hinterher das doppelte zahlt nur weil die Polster doppelt so hoch sind oder so, die vielleicht nur 10% höhere Kosten erzeugen und nicht 100%.
Natürlich ist das mit dem Polster ein vereinfachendes Beispiel und natürlich ist das in der Realität komplexer, ich hoffe aber es zeigt trotzdem, dass weniger relevant ist wie das Verhältnis von Preis und Service ist, sondern wie man aus einzelnen Indikatoren die jeweilige Punktzahl berechnet.
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch
Dan_P, St. Ilgen/Sandhausen, Sonntag, 11.07.2010, 08:13 (vor 5839 Tagen) @ RhBDirk
Allerdings machen die Personalkosten den größten Teil der Kosten in einem Unternehmen aus.
Das kommt sehr auf die Branche an. In Branchen, die bereits einen hohen Automatisierungsgrad besitzen, sind die Lohn- und Gehaltskosten im Vergleich zu den übrigen Posten in der Bilanz geradezu Peanuts.
Aber OK, bei der Bahn sind die Personalkosten nach den Materialaufwendungen der zweitgrößte Ausgabenposten in der GuV. Allerdings rechtfertigt bspw. eine dreiprozentige Lohn- und Gehaltssteigerung alleine noch lange nicht die Anhebung der Fahrpreise um drei Prozent, da die Personalkosten gerade ein Drittel des Gesamtumsatzes entsprechen.
--
bye, Dan
![[image]](http://meine.flugstatistik.de/pic/DanP77.gif)
Meine Fotos im Netz - http://www.dans-photos.net/
Kosten bei der Bahn
Steffen, Sonntag, 11.07.2010, 10:17 (vor 5839 Tagen) @ Dan_P
Aber OK, bei der Bahn sind die Personalkosten nach den Materialaufwendungen der zweitgrößte Ausgabenposten in der GuV. Allerdings rechtfertigt bspw. eine dreiprozentige Lohn- und Gehaltssteigerung alleine noch lange nicht die Anhebung der Fahrpreise um drei Prozent, da die Personalkosten gerade ein Drittel des Gesamtumsatzes entsprechen.
Der größte Posten dürften Trassen sein, ggf. auch Energie. Hinter noch hinter den Personalkosten dürften die Materialkosten stehen.
Ich versuche mal eine einfache Rechnung:
Nehmen wir eine kleine Privatbahn, die mit einem Fahrzeug auskommt und pro Stunde 30 km damit fährt (am Tag = 18 Stunden sind das ca. 500 km). Das Fahrzeug ist nach 30 Jahren schrottreif.
- Materialkosten: 1,2 Mio EUR (das ist in etwa der Preis für einen RegioShuttle), das macht 4.333 EUR pro Jahr
- Personal: Nehmen wir 3 Lokführer und einen Lohn von 2.000 EUR im Monat (Brutto incl. Sozialleistungen des Arbeitgebers; die Zahl dürfte in Wirklichkeit weit höher liegen). Da kommen wir auf Personalkosten von 72.000 EUR im Jahr
- Trassengebühren: Ein Kilometer kostet ca. 2,5 km, das mach im Jahr 2,5 * 500 * 365 = ca. 450.000 EUR pro Jahr
- Stationsgebühren: Pro Stunde fallen anggenommen 20 EUR an (1 großer und mehrere kleine Bahnhöfe), macht 18 * 20 * 365 = ca. 130.000 EUR
Was jetzt noch fehlt ist Instanthaltung und Energie, da habe ich keine Ahnung.
Falls die Bahn auf eigener Infrastruktur fährt, so muss auch diese gewartet werden; die Trassenpreise kann man dann dafür nehmen.
Natürlich ist die Rechnung eher ungenau, aber ich denke es wird deutlich dass Personalkosten fast vernachlässigbar sind.
--
![[image]](http://img.aachen-im-bild.de/brueckebelgien.jpg)
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch...
heinz11, Sonntag, 11.07.2010, 08:01 (vor 5839 Tagen) @ Holger_HAM
da stimme ich Dir grundsätzlich zu. Was ich zunehmend mit Sorge betrachte ist der Umstand, daß die Spartengewerkschaften (GDL, Piloten, Krankenhausärzte) nach meinem Empfinden zunehmend agressiver ihre Forderungen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen.
Sehr ärgerlich für Kunden ist auch, wenn in dem bestreikten Bereich keine Alternativen vorhanden sind (Müllabfuhr etc.) und das Gefühl, als Geisel herhalten zu müssen, aufkommt.
heinz
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch...
Holger_HAM, Hamm (Westfalen), Sonntag, 11.07.2010, 08:24 (vor 5839 Tagen) @ heinz11
Hallo,
da stimme ich Dir grundsätzlich zu. Was ich zunehmend mit Sorge betrachte ist der Umstand, daß die Spartengewerkschaften (GDL, Piloten, Krankenhausärzte) nach meinem Empfinden zunehmend agressiver ihre Forderungen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen.
richtig stark wurden diese Gewerkschaften durch das Gefühl von Arbeitnehmern, dass die "großen" Gewerkschaften nicht mehr richtig die Interessen der Mitglieder vertreten. Während die ötv sich noch richtig für ihre Mitglieder einsetzte, haben bei verdi viele Arbeitnehmer ihre Zweifel und sparen sich den Mitgliedsbeitrag.
Ich zahle ja auch nicht gerade wenig für meine Gewerkschaft GEW und da erwarte ich auch eine Gegenleistung. Da ich nicht streikberechtigt bin, unterstütze ich natürlich im Streikfall die Mitglieder, indem ich mich nicht als Streikbrecher einsetzen lasse.
Sehr ärgerlich für Kunden ist auch, wenn in dem bestreikten Bereich keine Alternativen vorhanden sind (Müllabfuhr etc.) und das Gefühl, als Geisel herhalten zu müssen, aufkommt.
Natürlich ist das ärgerlich. Aber das liegt in der Natur der Sache. Streiks im Bildungsbereich sind auch sehr effizient. Wenn die lieben Kleinen nicht mehr betreut werden, müssen die Eltern sich einen Tag Urlaub nehmen, die Kinder zur Oma bringen oder was auch immer. Aber das ist ja auch der Sinn des Streiks. Wenn der dem Arbeitgeber egal sein kann, so macht der keinen Sinn.
--
Viele Grüße aus Hamm in Westfalen,
Holger
***
Der bahn.kommfort-Briefkasten. Auch vor Ihrer Haustür!
![[image]](http://www.abload.de/img/db_tonne_kleinluwx.jpg)
Das Streikrecht ist Segen und kein Fluch...
Steffen, Sonntag, 11.07.2010, 09:49 (vor 5839 Tagen) @ heinz11
Hallo Heinz,
da stimme ich Dir grundsätzlich zu. Was ich zunehmend mit Sorge betrachte ist der Umstand, daß die Spartengewerkschaften (GDL, Piloten, Krankenhausärzte) nach meinem Empfinden zunehmend agressiver ihre Forderungen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen.
das beobachte ich auch mit Sorge - genauso wie Arbeitgeber das Produktionsgut "Mensch" bis zum Anschlag und darüber hinaus ausnutzen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass beide Seiten das Gefühl für ein gesundes Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis verloren haben :(
Schädlich sind da natürlich auch die globalen Mekagonzerne.
--
![[image]](http://img.aachen-im-bild.de/brueckebelgien.jpg)