Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail? (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Samstag, 22.03.2025, 15:13 (vor 413 Tagen)
bearbeitet von J-C, Samstag, 22.03.2025, 15:17

Hallöchen,

das ist jetzt eine etwas ungewöhnliche Frage vielleicht, aber für eine Feldforschung, die ich mit einer Gruppe für meine Uni im Mai in Kopenhagen plane, habe ich ein wenig mir das angeschaut.

Aktuell kostet ein Sparpreis bei der DB etwa 90€ von Wien nach Kopenhagen pro Richtung, bei den ÖBB etwas mehr, in eine Richtung 109€, bei der Rückreise etwa 82€.

Jetzt aktuell ist man in einer Preisspanne von 180-190€.

Mit Flixbus ginge das natürlich ohne Umsteigen über Nacht für je 46€ pro Richtung. Wenn man denn 14 Stunden unbedingt in einem Bus vebringen will (abzüglich des Aufenthalts auf der Fähre). Aber da muss ich sagen, täte ich schon lieber die Bahn nehmen, auch wenn man eben den ganzen Tag in Zügen und Bahnhöfen verbringt. Es gibt aber ja eine Verbindung mit nur einem Umstieg pro Richtung und im Falle des Anschlussverlust noch einen Zug danach jeweils, sodass auch die Sicherheit vorliegt, bei 99,9% der Fälle jetzt nicht grad irgendwo zu stranden.

Dementsprechend haben meine Gruppe und ich klar den Zug als Verkehrsmittel gewählt.

Jetzt wusste ich natürlich auch vom Interrail-Angebot. Aktuell ist ja ein 15% Rabatt beim Globalpreis. Das günstigste Angebot für Reisende bis 27 ist dann statt 212€ dann 181€ und bei Erwachsenen über 27 241€ statt 283€.

Das gilt 4 Tage innerhalb eines Monats, was man sich ja auch theoretisch kurzfristig entscheiden kann.

Was habe ich nicht erwähnt? Den Standardpreis für eine Fahrt von Wien nach Kopenhagen. Hier fährt man am günstigsten mit den ÖBB.

Mit 338,50€. Die DB-Preise liegen etwas höher.

Ich möchte wissen, wer würde konkret genau diesen Preis jemals zahlen, wenn selbst das Vollpreis-Interrail-Global-Ticket, mit dem man sogar 4 Tage statt einer einzigen Reise kriegt, defacto also ein Flexpreis, über 100€ günstiger liegt? Letzteres zum Fixpreis, wenn nicht gerade eine Rabattaktion läuft.

Mir ist klar. Wenn man ein Klimaticket hat und noch eine BahnCard50 oder gar BahnCard 100, dann schaut die Rechnung komplett anders aus. Aber ist der einzige Daseinszweck solcher Preise, die zwar für die Strecke schon in irgendeiner Relation stehen, dennoch ziemlich teuer sind, dass man dies als Bemessungsgrundlage für Rabatte sieht oder gibt es wirklich irgendeinen Usecase, wo man genau diesen Preis anstelle eines InterRail-Tickes wählen würde?

Würde ich ehrlich wissen wollen, denn ich kann mir nicht vorstellen, wieso man in dem Fall NICHT ein InterRail-Ticket nutzen sollte.

Es ist natürlich toll, dass man schonmal von Wien bis nach Kopenhagen eine einzige Fahrkarte kriegt, das ist ja bei anderen Relationen vor allem nach Westen (aber auch nach Osten) nicht unbedingt der Fall. Aber wenn meinetwegen gefordert wird, dass man in ganz Europa mit einer Fahrkarte unterwegs sein können soll - und das ist ja auch in gewisser Weise der Hintergedanke... wieso wird man dann nicht einfach mit InterRail reisen, wo man ja von vornherein das Äquivalent eines Flexpreistickets mit freier Start- bzw. Zielwahl für 4 Tage hat (jenseits der Reisen von bzw. zum Heimatland, das geht ja nur einmal hin bzw. zurück)

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

611 040, Erfurt, Samstag, 22.03.2025, 15:54 (vor 413 Tagen) @ J-C

Viele Gelegenheitsfahrer kennen Interrail gar nicht. Die gehen entweder zum Schalter oder auf die Website ihres nationalen Bahnunternehnens (in AT also ÖBB) und suchen dort nach Verbindungen zu ihrem Ziel.
Dass man durch Globaltickets oder Buchung über z.B. die ČD sparen kann wissen doch die meisten gar nicht. Und genau daran wird kräftig verdient.

Über ein sehr ähnliches Thema habe ich erst vor Kurzem meine Bachelorarbeit geschrieben.

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Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

bahnfahrerofr., Samstag, 22.03.2025, 17:52 (vor 413 Tagen) @ J-C

Jemand der die Kosten irgendwo einreichen muss (Arbeitgeber/Auftragnehmer oder Finanzamt bei Selbstständigen), wird im Zweifelfall auch den Mond-Normalpreis nehmen.

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

Waldbahn, Samstag, 22.03.2025, 18:25 (vor 413 Tagen) @ J-C
bearbeitet von Waldbahn, Samstag, 22.03.2025, 18:29

HI

welchen Zweck hat die Reise? Warum soviel Zeit im Zug verbringen? Am 05.05.2025 könnt von Schwechat um 6:55Uhr per Direktflug in 105min in Kopenhagen am Flughafen sein und direkt in den Tag starten. Aktuell bei fluege.de 192,29€. Zumindest bei solch langen Strecken geht per Bahn zu viel Zeit drauf.

Da muss man sich nicht durch komplizierte Ticketbuchungen wühlen.

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Gruß
Waldbahn

Nicht nur ich bin ein Bahnfuzziefreak

J-C, In meiner Welt, Samstag, 22.03.2025, 19:47 (vor 413 Tagen) @ Waldbahn
bearbeitet von J-C, Samstag, 22.03.2025, 19:50

Geht um eine Forschungsreise für ein Masterprojekt. Gerade an meiner Uni wird nachhaltiges Reisen gern gesehen.

Wieso sollte man fliegen, wenn man die Bahn hat? ;)

Außerdem ist es nicht schwierig, eine Reise mit InterRail zu planen. Man kann ja die Reise adhoc planen und hat da auch keine fixe Zugbindung. Das könnte etwa auf der Rückfahrt nicht unwichtig sein, wo ich noch unentschieden bin, wie ich das genau vorhabe. Ich fand es nur spannend, dass es einfach Tickets gibt, die sind teurer als ein regulärer InterRail Pass selbst, während letzterer mehr für die gewählte Fahrt bietet und meines Erachtens das Standardticket nicht wirklich direkt einen Vorteil demgegenüber bringt.

Als Gruppe von 4 Leuten, davon 3 Kolleginnen neben meiner Wenigkeit, haben wir recht schnell uns auf die Reise per Bahn verständigt, unter anderem auch weil man Reisekosten auf dem Land(- und See)weg gefördert kriegt - per Flugzeug eben nicht. Stellt sich heraus, dass nicht nur ich gerne mit der Bahn fahre ;-)

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

frank_le, Samstag, 22.03.2025, 20:54 (vor 413 Tagen) @ J-C

Wieso nicht Wien - Dresden über Prag und dann mit dem Nachtzug D300 ab Dresden nach Kopenhagen?

Geht aber nur an wenigen Tagen in der Woche. Alternativ kann man sonst auch in Berlin und Hamburg in den Nachtzug zusteigen.

Das ganze könnte man mit einem mehrstündigen Aufenthalt in Dresden verbinden um nicht nur im Zug zu sitzen.

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 22.03.2025, 21:04 (vor 413 Tagen) @ Waldbahn

Wurde diese Frage denn irgendwo eingangs gestellt?

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

ICE920, München, Samstag, 22.03.2025, 21:45 (vor 413 Tagen) @ J-C
bearbeitet von ICE920, Samstag, 22.03.2025, 21:46

Den Flexpreis braucht man mindestens als Berechnungsgrundlage für die Sparpreise. Zumindest bei der DB. Das tolle an der DB ist, dass seit einer Umstellung vor einigen Jahren man Sparpeise (und das sogar online) von und zu allen PIA-Ländern buchen kann, selbst wenn Deutschland nur im Transit befahren wird und man die Relationen relativ frei aneinander stückeln kann (wobei so kreative Dinge wie Deutschland-Niederlande-Belgien-Luxemburg mittlerweile nicht mehr gehen). Das finde ich eine riesige Errungenschaft für den europäischen Bahnverkehr. Man kann viel über die DB schimpfen, aber in dem Bereich sind sie einfach europaweit Spitze.

Interrail macht ja schon teilweise innerdeutsch für eine einzige Fahrt Sinn, wenn ein Flexpreis 1. Klasse München-Berlin/Hamburg schon im Bereich von +/- 400 Euro liegt...

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

J-C, In meiner Welt, Samstag, 22.03.2025, 22:24 (vor 413 Tagen) @ frank_le

Das hab ich mir sogar alles angeschaut. In unserem Fall würde der Zug erst von Berlin starten und man würde halt nur 4-5 Stunden nach der nun angepeilten Verbindung losfahren. Wenn man auch irgendwie schlafen will, kostet das Liegeabteil mit InterRail-Ticket dann auch nicht signifikant weniger als eine Nacht in der Unterkunft, die wir auswählen. Letztere hat aber halt die Vorteile, die eine stationäre Unterkunft so hat. Eigene Dusche und WC zum Beispiel. Dann muss man beim D300 von Ørestad erstmal noch nach Kopenhagen.

Wenn ich nur in der Freizeit das machen wollte, dann wäre ich sofort dabei. Da würde ich auch erstmal nach Malmö die Stadt anschauen etc. Nur ist es eine Forschungsreise, da geht es erstmal ums Ziel und auch wenn der Weg ein Teil des Zieles ist, wo man ja im Zug auch arbeiten kann. Das hab ich mir durchgespielt und ich denke, dass die Reise am Tag vorteilhafter ist in dem spezifischen Fall.

Es ist halt am Ende doch kein Freizeittrip.

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OT: Flexpreis als Berechnungsgrundlage für Sparpreis?

IT19, Sonntag, 23.03.2025, 10:02 (vor 412 Tagen) @ ICE920

Hallo,

Den Flexpreis braucht man mindestens als Berechnungsgrundlage für die Sparpreise. Zumindest bei der DB.

dieser Zusammenhang war mir so bisher nicht bekannt. Kannst du bitte genauer erklären, wie der Sparpreis vom Flexpreis abhängt?

Vielen Dank

Wie sonst? Würfel?

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 23.03.2025, 10:06 (vor 412 Tagen) @ IT19
bearbeitet von JeDi, Sonntag, 23.03.2025, 10:07

dieser Zusammenhang war mir so bisher nicht bekannt. Kannst du bitte genauer erklären, wie der Sparpreis vom Flexpreis abhängt?

Sparpreise berechnen sich als rabattierte Flexpreise (wie auch sonst - ok, man könnte Würfel, aber irgendeine Art von Grundpreis braucht es ja) - früher in festen Rabattstufen (die standen sogar auf der Fahrkarte drauf, darüber berechnete sich dann auch der Sparpreis Zusatz), inzwischen sehr dynamisch.

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Weg mit dem 4744!

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

Strotti, Darmstadt, Sonntag, 23.03.2025, 12:33 (vor 412 Tagen) @ ICE920

Interrail macht ja schon teilweise innerdeutsch für eine einzige Fahrt Sinn, wenn ein Flexpreis 1. Klasse München-Berlin/Hamburg schon im Bereich von +/- 400 Euro liegt...

Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Aber man kann das Interrail-Ticket ja auch kurzfristig kaufen und hat gegenüber dem Flexticket den Vorteil, dass man es innerhalb von sieben Tagen nach dem Kauf kostenlos zurückgeben kann, wenn man es noch nicht aktiviert hat.

InterRail hat bei den Fahrgastrechten teilweise Nachteile

ffz, Sonntag, 23.03.2025, 13:19 (vor 412 Tagen) @ J-C

Hallo,

das Thema bei InterRail ist halt, dass ein InterRail Ticket bei den Fahrgastrechten teilweise Nachteile hat. Du kannst, je nach Land, nicht einfach den nächsten Zug nehmen, weil du immer darauf achten musst, dass das InterRail Ticket in diesem Zug auch gültig ist und du ggf eine neue Reservierung/Passzuschlag brauchst. Zudem musst du die Fahrgastrechte dann in den Niederlanden bei Eurail B.V. einreichen und hoffen dass irgendwann bezahlt wird. Kauft man sein Ticket bei der eigenen Bahngesellschaft, dann läuft die Kommunikation mit dem Verkäufer auch in der eigenen gewohnten Sprache und im Zweifel ist auch der Gerichtssitz klar.

Ich persönlich hätte jetzt im Zweifel keine Lust mich mit einem Verkäufer im Ausland um die Fahrgastrechte zu streiten, ggf noch in dessen Landessprache und mir dann dort, sollte es vor Gericht gehen, auch noch einen Anwalt im jeweiligen Land suchen zu müssen.

Gruß

InterRail hat bei den Fahrgastrechten teilweise Nachteile

bahnfahrerofr., Sonntag, 23.03.2025, 14:32 (vor 412 Tagen) @ ffz
bearbeitet von bahnfahrerofr., Sonntag, 23.03.2025, 14:36

das Thema bei InterRail ist halt, dass ein InterRail Ticket bei den Fahrgastrechten teilweise Nachteile hat. Du kannst, je nach Land, nicht einfach den nächsten Zug nehmen, weil du immer darauf achten musst, dass das InterRail Ticket in diesem Zug auch gültig ist und du ggf eine neue Reservierung/Passzuschlag brauchst. Zudem musst du die Fahrgastrechte dann in den Niederlanden bei Eurail B.V. einreichen und hoffen dass irgendwann bezahlt wird. Kauft man sein Ticket bei der eigenen Bahngesellschaft, dann läuft die Kommunikation mit dem Verkäufer auch in der eigenen gewohnten Sprache und im Zweifel ist auch der Gerichtssitz klar.

ich sehe das mehr als Vorteil, zumindest in der überwiegenden Anzahl an Fällen.

Der Eurail Kundendienst antwortet sehr schnell und bearbeitet auch die Erstattung von Ersatzleistungen mittlerweile ordentlich.

Es ist doch eher im Gegenteil so, der Pass gilt insgesamt bei deutlich mehr Beförderern als der NRT oder gar Haustarife/Globalpreise. Im Störungsfall hat man also i.d.R. schon mal mehr Optionen als mit einer normalen Fahrkarte. Im Fall Wien - Kopenhagen ist das natürlich nicht so das große Ding (hier könnte man eine Teilstrecke Westbahn fahren, aber nördlich davon bringt es nichts). Denke aber bitte auch an die IR-Gültigkeit bei Regiojet, Iryo und z.B. SNCF/RENFE parallel im eigenwirtschaftlichen internationalen Verkehr. Da schaust du bei normalen Globalpreisen in die Röhre, wenn was nicht klappt.

Dazu kommt, dass man in der Regel maximal eine neue Reservierung kaufen muss. Wenn du mit zwei SNCF-Globalpreisen nach Barcelona fährst und den Anschluss nicht klappt, kannst du maximal einen neuen Globalpreis zum dann tagesaktuellen Mondpreis bei Renfe kaufen, wenn das die nächste Reiseoption ist. Mit einem Pass belaufen sich deine Auslagen eigentlich maximal auf Beträge zwischen 3 und 25 Euro für neue Reservierungen, lieber laufe ich im Anschluss 10 Euro hinterher als 200.

Weiterhin ist es absolut kein Spaß, mit ausländischen Beförderern (vielleicht mit Ausnahme DACH-Region und Tschechien) irgendwelche Erstattungsansprüche im Nachgang zu klären. Ganz übel sind dabei RENFE und SNCF, auch TI ist wohl was Ersatzleistungen angeht eher schwer zu erreichen. Da würde ich die Kommunikation mit Eurail B.V. eigentlich stets vorziehen. Mir haben sie zum Beispiel in zwei Fällen problemlos Flixbusticket erstattet, das brauchst du bei Renfe gar nicht erst probieren. Die antworten dir maximal nach drei Monaten, dass kein Anspruch besteht, und auf alle weiteren Nachfragen folgt keine Antwort mehr. Die spanische "Durchsetzungsstelle" ist auch keine Option, weil das Webformular nur mit spanischer NID-Personennummer funktioniert und man natürlich auch keine Email anbietet.

Zuletzt ist es so, dass ein Pass in einigen Fällen überhaupt die einzigste Möglichkeit ist, eine Durchgangsfahrkarte zu erwerben.

Also im Prinzip schon Würfel heutzutage

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 23.03.2025, 15:53 (vor 412 Tagen) @ JeDi

Der Flexpreis ist einfach nur die Obergrenze dann.

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Wie sonst? Würfel?

IT19, Sonntag, 23.03.2025, 17:18 (vor 412 Tagen) @ JeDi

dieser Zusammenhang war mir so bisher nicht bekannt. Kannst du bitte genauer erklären, wie der Sparpreis vom Flexpreis abhängt?


Sparpreise berechnen sich als rabattierte Flexpreise (wie auch sonst - ok, man könnte Würfel, aber irgendeine Art von Grundpreis braucht es ja) - früher in festen Rabattstufen (die standen sogar auf der Fahrkarte drauf, darüber berechnete sich dann auch der Sparpreis Zusatz), inzwischen sehr dynamisch.

Danke, allerdings verstehe ich unter dem Wort Berechnungsgrundlage eher den zweiten von dir angesprochenen Fall wie er heute zum Beispiel auch noch von der MAV im Verkehr nach Rumänien angewendet wird. Bei dem heutigen Preissystem der DB kann ich zumindest keine klare Abhängigkeit zwischen der Höhe eines Flexpreises und der Höhe eines Sparpreises erkennen.
Im internationalen Verkehr ist es zum Beispiel auch teilweise so, dass man ohne Aufpreis die Fahrt in ein anderes Land verlängern kann oder die Fahrkarte im Einzelfall dadurch sogar günstiger wird, während beim Flexpreis mindestens mal der Basispreis für die zusätzlich beteiligte Bahn fällig wird.

Wie sonst? Würfel?

611 040, Erfurt, Sonntag, 23.03.2025, 18:31 (vor 412 Tagen) @ IT19

Nein, heutzutage gibt es feste Sparpreisstufen die nur in ihrer Verfügbarkeit je nach Verbindung und Reise- bzw. Buchungstag variieren.
Früher bis so 2008 gab es ja noch die Sparpreise 25 und 50 wo es 25% bzw. 50% Rabatt auf den Normalpreis gab. Ich erinnere mich noch an meine ersten ICE-Fahrten wo wir öftee mal 1.Klasse gefahren sind, da der 1. Kl Sparpreis 50 nicht viel teurer als der 2. Kl Sparpreis 25 war.
Aber insgesamt war Bahnfahren noch deutlich teurer als heutzutage. Dafür ist man auch nicht so oft gefahren. Eine FV Fahrt war (zumindest für mich) damals noch etwas seltenes und besonderes.

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Wie sonst? Würfel?

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 23.03.2025, 19:03 (vor 412 Tagen) @ 611 040
bearbeitet von J-C, Sonntag, 23.03.2025, 19:07

Je älter man wird, desto mehr reist man tendenziell. Kann sein, dass Arbeit oder Studium das sogar fördern. Zumindest als Raumplanungsstudent habe ich eben durch mein Studium ein Stückchen mehr von Europa kennenlernen können. Von der Adria bis nach Kaposvár (und zufälligerweise hab ich dort gleich 2 Nohabs sichten können :D)- letztes Mal ja sogar bis Belgrad und Novi Sad. Und auch dieses Semester stehen noch andere Exkursionen an. Aber auch in Oberösterreich und Salzburg war man unterwegs. So kommt man ja auch raus aus der Wiener Bubble ;-)

Erst diese Woche haben uns Student:innen von der ETH Zürich besucht ^^

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Also im Prinzip schon Würfel heutzutage

ICE920, München, Sonntag, 23.03.2025, 19:33 (vor 412 Tagen) @ J-C

Der Flexpreis ist einfach nur die Obergrenze dann.

Nein, zu jedem Flexpreis gehören ganz konkrete etwa Dutzend Stufen mit eigenen Eurobeträgen. Je höher der Flexpreis, desto höher die Beträge (mit einigen wenigen Ausnahmen wie innerdeutsch der 17,99 Euro Supersparpreis). Deswegen kann ich das nicht mehr hören, wenn es bei Umstellung von IC auf ICE heißt "Niemand weiß, ob es wirklich teurer wird" - Doch, genau das weiß man. Genauso wie die Preise für Sparpreise jetzt mit dem tagesabhängigen und vorbuchungsabhängigen Flexpreis ohne sonstige geänderte Faktoren einfach mit der Zeit steigen.

Wie sonst? Würfel?

ICE920, München, Sonntag, 23.03.2025, 19:40 (vor 412 Tagen) @ 611 040
bearbeitet von ICE920, Sonntag, 23.03.2025, 19:41

Es hat sich recht langsam und stetig entwickelt. Erst gab es genau diese 25% etc, die auch so kommuniziert wurden. Dann gab es Tickets, die nur versteckt ein "SP33" drauf hatten und der Rabatt war etwa 33 Prozent (halt gerundet auf einen der damaligen Preise wie 39,90 Euro, weil es keine 38,85 Euro Sparpeise gab). "SP99" waren 99% Rabatt = Sparpreis zum jeweiligen Mindestpreis für die Strecke. Dann wurden es mehr und mehr Stufen und die Zahl hat mit dem prozentuellem Rabatt nicht mehr wirklch übereingestimmt. Irgendwann vor nicht allzulanger Zeit sind diese Angaben von den Tickets komplett verschwunden. Die Logik dahinter ist aber gleich geblieben.

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

ICE920, München, Sonntag, 23.03.2025, 19:45 (vor 412 Tagen) @ Strotti

Interrail macht ja schon teilweise innerdeutsch für eine einzige Fahrt Sinn, wenn ein Flexpreis 1. Klasse München-Berlin/Hamburg schon im Bereich von +/- 400 Euro liegt...


Auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Aber man kann das Interrail-Ticket ja auch kurzfristig kaufen und hat gegenüber dem Flexticket den Vorteil, dass man es innerhalb von sieben Tagen nach dem Kauf kostenlos zurückgeben kann, wenn man es noch nicht aktiviert hat.

Wenn es darum geht, mitzufahren und nur bei Kontrolle zu aktivieren, dann geht der Plan nicht auf. 1. Das Aktivieren besteht aus mehreren Schritten (1. Pass aktivieren auf ein Gültigkeitszeitraum, 2. Reisetag durch eine Verbindung aktivieren) und dauert einen Moment und dazu kommt noch, dass die Uhrzeit, wo der Reisetag aktiviert wurde ziemlich prominent in der App angezeigt wird, um Betrugsversuche bestrafen zu können (Ist die Aktivierung nach der Abfahrtszeit, fackelt der Schaffner nicht lange rum)

Aber du hast es doch genannt

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 23.03.2025, 19:54 (vor 412 Tagen) @ ICE920

Mit den Supersparpreisen wird man sich endgültig nicht mehr auskennen. In der Realität ist es so komplex geworden, dass man vielleicht irgendein System theoretisch dahinter hat, in der Realität kann man das meines Erschtens nach wenig überblicken, das ist eben das Ding mit Yield-Preisen. Die sind ja dazu da, dass du dich nicht mit dem System dahinter auskennen sollst, sondern einfach am besten den Zug wählst, der dir preislich am günstigsten liegt.

Und das ist der Unterschied wohl zum Flieger, du hast einen halbwegs fixen Höchstpreis, der als solcher veröffentlicht ist. Der ist in Zweifel aber auch so hoch, dass der für dich kaum relevant ist

(es sei denn vielleicht, Geld spielt keine Rolle und man mag die Punkte sammeln)

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InterRail hat bei den Fahrgastrechten teilweise Nachteile

ICE920, München, Sonntag, 23.03.2025, 21:07 (vor 412 Tagen) @ ffz

Würde ich so nicht unterschreiben. Ich sehe den Bahnnutzer mit Interrail deutlich besser dastehen als Einzelticketnutzer.
1) Du hast eine durchgehende Fahrkarte und damit durchgehende Fahrgastrechte. Mindestens beim Recht auf Weiterbeförderung steht einem niemand entgegen (bei Ersatzbeförderung und Übernachtungskosten ist die Durchsetzung dagegen je nach Land unterschiedlich schwierig - genauso wie bei Streckentickets). Du sprichst wohl über die Globalpreisländer mit ihren Reservierungen. Da kriegst ja meist sowieso keine durchgehenden Fahrkarten und bist beim Anschlussverlust auf dich alleine gestellt. Da wo es Umsteigeverbidungen gibt, kannst du auch nicht einfach einsteigen und mitfahren, sondern musst dich am Schalter wegen einer neuen Reservierung bemühen. Da sitzt man mit Interrailern im selben Boot.
2) Da du nur eine Reservierung für den Folgezug brauchst und diese fast immer stornierbar sind (und teilweise kostenlos stornierbar sind), kannst du dir schon vorher Reservierungen für alle Verspätungsfälle holen und musst dich nirgendwo umbuchen lassen. In Frankreich geht das durch Raileurope und das kostenlose Storno besonders einfach.
3) Bei Streckentickets bist du auf den/die Beförderer festgelegt. Bei Interrail kannst du spontan Railjet statt Westbahn, Frecciarossa statt Railjet oder ICE statt Eurostar nehmen.

Das einzige, wo Interrail in punkto Fahrgastrechte kränkelt sind die seit der letzten Reform lächerlichen Entschädigungsbeträge, die nicht mal die Klasse berücksichtigen.

Aber du hast es doch genannt

ICE920, München, Sonntag, 23.03.2025, 21:20 (vor 412 Tagen) @ J-C

Mit den Supersparpreisen wird man sich endgültig nicht mehr auskennen. In der Realität ist es so komplex geworden, dass man vielleicht irgendein System theoretisch dahinter hat, in der Realität kann man das meines Erschtens nach wenig überblicken, das ist eben das Ding mit Yield-Preisen. Die sind ja dazu da, dass du dich nicht mit dem System dahinter auskennen sollst, sondern einfach am besten den Zug wählst, der dir preislich am günstigsten liegt.

Das mag für den Ottonormalverbraucher stimmen, also informierter Pufferküsser kannst du dein Wissen aber nutzen, um möglichst günstige Tickets zu kaufen. Zum Beispiel Wien-Kopenhagen gibt es ab 78 Euro (da bist du mit den 90 schon gut dran) bzw. 90 Euro in der 1. Klasse und das kann man mit dem nötigen Wissen systematisch aus dem Buchungssystem herauskitzeln.

So komplex ist es auch wieder nicht: Jeder Abschnitt hat eine Preisstufe hinterlegt und die Preisstufe des Tickets bestimmt sich aus der teuersten Einzelpreisstufe, die in der Reisekette vorkommt. Preisstufe + Flexpreis => Ticketpreis.

Die Preisstufen für die einzelnen Abschnitte sind jetzt auch nicht so abwegig, wenn man sich etwas mit dem deutschen Netz auskennt und eine ungefähre Vorstellung hat, welche Abschnitte zu welchen Zeiten wie ausgelastet sein könnten. "

Schritt für Schritt kommt man dann zu seiner deutschlandweiten 17,99 Euro-ICE-Fahrkarte. "Divide and conquer" sozusagen.

Und das ist der Unterschied wohl zum Flieger, du hast einen halbwegs fixen Höchstpreis, der als solcher veröffentlicht ist. Der ist in Zweifel aber auch so hoch, dass der für dich kaum relevant ist

Der ist ja nicht mehr fix. Der hängt davon ab, wie lange du vorher kaufst und du weißt nicht, bis zu welchem Wert er steigen kann (Vielleicht schon, habe das Thema aber noch nicht analysiert, da mich der Flexpreis persönlich nicht tangiert)

(Super)Sparpreise sind Pauschalpreise

JoeO, Braunschweig, Montag, 24.03.2025, 13:01 (vor 411 Tagen) @ ICE920

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Flex- und Sparpreisen.

Flexpreise sind streckenbasierte Preise. Sie hängen primär von der gewählten Strecke und der Produktklasse ab. Dazu kommen Zu- ober Abschläge je nach Reisetag, sowie Rabatte je nachdem wie viele Tage die Buchung vor dem Reisezeitpunkt vorgenommen wird.

Spar- und Supersparpreise sind dagegen entfernungsunabhängige Pauschalpreise.

Je nach erwarteter Auslastung werden für eine Verbindung Kontingente mit festen Preiskategorien festgelegt. Ist bei einer Preiskatergorie das Kontingent erschöpft, werden die Tickets in der nächsthöheren Preiskategorie gebucht.

Bleibt die Nachfrage hinter der bei Buchungsbeginn prognostizierten Auslastungserwartung zurück, so werden oft einige Wochen vor dem Reisedatum zusätzliche günstige Preisgruppen freigeschaltet.

Flexpreise sind Streckenabhängig, Sparpreise dagegen streckenunabhängig.
Sparpreise hängen von der konkret gebuchten Verbindung ab, Flexpreise dagegen nicht.

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

Strotti, Darmstadt, Montag, 24.03.2025, 20:33 (vor 411 Tagen) @ ICE920

Da ich selbst gerade wieder per Interrail unterwegs bin: Ich wollte keinesfalls irgendwelche Betrugsmöglichkeiten aufzeigen.Man muss nach den Regeln und sollte aus Eigeninteresse das Interrail-Ticket immer vor der Fahrt aktivieren und die Fahrt scharf schalten, schon weil die App manchmal Probleme macht. Aber wenn ich mir zum Beispiel am Montag ein Interrail-Ticket kaufe, weil ich am Freitag fahren will, kann ich es noch am Donnerstag ohne Kosten zurückgeben,was beim Flexpreisticket nicht möglich ist.

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

JeDi, überall und nirgendwo, Montag, 24.03.2025, 21:32 (vor 411 Tagen) @ Strotti
bearbeitet von JeDi, Montag, 24.03.2025, 21:32

Aber wenn ich mir zum Beispiel am Montag ein Interrail-Ticket kaufe, weil ich am Freitag fahren will, kann ich es noch am Donnerstag ohne Kosten zurückgeben,was beim Flexpreisticket nicht möglich ist.

Nein, das kostet 15% Gebühren (geht aber dafür auch noch am Freitag); für Aktionspässe können andere Bedingungen gelten.

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Weg mit dem 4744!

(Super)Sparpreise sind Pauschalpreise

ICE920, München, Montag, 24.03.2025, 21:53 (vor 411 Tagen) @ JoeO

Hallo JoeO,

Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Flex- und Sparpreisen.

Doch, den gibt es.

Flexpreise sind streckenbasierte Preise. Sie hängen primär von der gewählten Strecke und der Produktklasse ab. Dazu kommen Zu- ober Abschläge je nach Reisetag, sowie Rabatte je nachdem wie viele Tage die Buchung vor dem Reisezeitpunkt vorgenommen wird.

Ja

Spar- und Supersparpreise sind dagegen entfernungsunabhängige Pauschalpreise.

Ich finde es schwierig, gegen den Begriff "Pauschalpreis" zu argumentieren. Damit kann man so ziemlich alles definieren. Das, was ich mir unter dem Begriff "Pauschalpreis" vorstelle (eine Art Blackbox), steckt aber nicht dahinter. Zu jedem Flexpreis gibt es etwa ein Dutzend konkreter Europreise pro "Fall" (z.B. Sparpreis mit ausschließlich Fernverkehr) und diese sind verteilt zwischen Mindestpreis und Flexpreis. Je höher man mit dem Flexpreis geht, desto höher gehen auch dieses Dutzend Werte.

Je nach erwarteter Auslastung werden für eine Verbindung Kontingente mit festen Preiskategorien festgelegt. Ist bei einer Preiskatergorie das Kontingent erschöpft, werden die Tickets in der nächsthöheren Preiskategorie gebucht.

Das ist halt DB Marketingsprech. Welchen Zweck das verfolgt, kann ich nur spekulieren:

- Ganz simpel: einfache Erklärung eines komplexen Sachverhalts.
- Dem Kunden zu suggerieren, es ist eine Blackbox und er soll sich gar nicht erst auf die Suche nach günstigen Preisen machen, sondern direkt das teure Ticket kaufen, was ihm bahn.de vorschlägt
- Dem Kunden wird die Schuld zugeschoben, er war nicht schnell genug und jemand anders hat ihm den günstigen Preis weggekauft. Selbst schuld, dass du nicht schon eine Woche vorher gebucht hast.

Aber wenn man sich mal hinterfragt, was es den genau in der Praxis bedeutet, dann kommen einem schon die ersten Zweifel. Heißt es, es gibt für ICE 123 eigene Kontingente für München-Berlin, München-Nürnberg, Nürnberg-Berlin, Erfurt-Berlin etc oder worauf beziehen sich die Kontingente?

(Mehr oder weniger) einfaches Experiment, um die Aussage zu widerlegen:
Nimm einen Batzen Verbidnugen (z.b. 20) und notiere den Preis einmal abends (z.B. 22/23 Uhr) und einmal morgens (z.B. 8/9 Uhr) und das über Wochen hinweg.
Annahmen: Da die Kontingente durch Verkäufe schwinden, müssen die Preissteigerungen etwa dann geschehen, wenn viele Leute buchen. Also über den Tag verteilt, aber eher weniger nachts. Ergo man müsste viele Preissteigerungen abends beobachten, dafür wenige morgens. Gehst du da mit? Und die Preissteigerungen müssten dann entsprechend über Tage verteilt sein, mit einer Häufung, je näher man an die Fahrt kommt - Plausibel?
Ich habe bereits mehrmals das Experiment durchgeführt: Einmal vor einigen Jahren und noch einmal seit der Umstellung der Buchungsplattform (Herbst 2023 war das glaube ich).
Ergebnis: Nahezu alle Preissteigerungen passieren nachts und es gibt klare Häufungen bei einer bestimmten Anzahl von Tagen vor der Fahrt. Auf der alten Plattform war das Ergebnis super deutlich. Auf der neuen Plattform nicht mehr so ganz. Zwar passieren die meisten Preisänderungen immer noch nachts und es gibt Häufungen bei der Vorbuchung, aber nicht mehr so wahnsinnig gehäuft an 1 Monat vorher, 2 Wochen vorher, 1 Woche vorher, 3 Tage vorher wie es früher der Fall war. Bei der alten Buchungsplattform waren Preissenkungen äußerst selten, auf der neuen ist das ein sehr regelmäßig beobachtbares Phänomen.
Das Ergebnis des Experiments legt nahe: Die Preise werden nachts automatisiert neuberechnet (natürlich anhand der Verkäufe und der erwarteten Auslastung UND ganz massiv nach der Zeit bis zur Reise)

Flexpreise sind Streckenabhängig, Sparpreise dagegen streckenunabhängig.
Sparpreise hängen von der konkret gebuchten Verbindung ab, Flexpreise dagegen nicht.

Wie entsteht also jetzt der Sparpreis aus dem Flexpreis? Ich nehme mal den ICE 584 von München nach Fulda am 9. April 2025 (habe gezielt einen Zug mit unterschiedlichen Sparpreisstufen gesucht). Ich untersuche ihn anhand der Strecke München-Bebra (ich möchte noch etwas Nahverkehr dranhängen, um immer im Bereich des Supersparpreis mit Nahverkehrsbeteiligung zu bleiben).

Wichtige Info an dieser Stelle, um die Schritte nachvollziehen zu können: Der Nahverkehr ist "preisstufenneutral", er hat keinen Einfluss auf die Preisstufe/Rabattstufe/wie man das auch immer nennen will.

Schritt 1: Wir untersuchen den ICE 584 zwischen München und Augsburg. Dafür bauen wir ihn in eine Verbindung München-ICE-Augsburg-NV-Bebra ein:
https://ibb.co/0y6QqXMS
SuperSpapreis 45,99 Euro, Flexpreis 116,10 Euro - Also so mittlere Preisstufe zwischen München und Augsburg

Schritt 2: Wir untersuchen den ICE 584 zwischen Augsburg und Würzburg. Gleiches Spiel: München-Bebra, dieser ICE zwischen Augsburg und Würzburg, Rest NV
https://ibb.co/Ldkz39gc
Wieder selbe Preise, also auch selbe Preisstufe zwischen Augsburg und Würzburg.

Schritt 3: Wir untersuchen den ICE 584 zwischen Würzburg und Fulda. Gleiches Spiel mit ICE zwischen Würzburg und Fulda.
https://ibb.co/bg2qqSg2
SuperSparpreis diesmal: 53,99 Euro, Flexpreis immer noch 116,10 - also eine etwas höhere Preisstufe in diesem Abschnitt
[Exkurs: Für einen Kenner des Netzes ist es keine Überraschung, dass dieser Abschnitt im Preis auffällt, fährt hier gerade mal einmal die Stunde ein Zug durch und entsprechend hoch ist die punktuelle Nachfrage]

So und jetzt sagen wir die Preise für München-Würzburg, Augsburg-Fulda und München-Fulda voraus - mit der Theorie der teuersten Teilstrecke müssten folgende Preise rauskommen:
München-Würzburg 45,99 (beides in der selbe mittelgünstigen Stufe)
Augsburg-Fulda 53,99 (Würzburg-Fulda überwiegt Augsburg-Würzburg)
München-Fulda 53,99 (Würzburg-Fulda überwiegt die beiden anderen)

und jetzt prüfen wir die Vorhersage:
https://ibb.co/Myst4Qkv (ICE 584 bis Würzburg)
https://ibb.co/qYFgRBPD (ICE 584 ab Augsburg bis Fulda)
https://ibb.co/Q3z3VBH7 (ICE 584 bis Fulda)
- Quod erad demonstrantum

Und jetzt gehen wir weiter: Die Abhängigkeit vom Flexpreis. Diese "knapp 45% vom Flexpreis"-Sparpreisstufe (die 53,99 Euro) schauen wir uns mit unterschiedlichen Flexpreisen an, in dem wir einfach die Strecke mit Nahverkehr preisstufenneutral verlängern:
nach Göttingen:
https://ibb.co/0p7dxTFc
57,99 Euro SuperSparpreis bei 134,10 Euro Flexpreis
nach Hamburg:
https://ibb.co/YBLJW0N7
58,99 Euro SuperSparpreis bei 175,50 Euro Flexpreis
Nach hinten steigt es nicht mehr ganz so stark, aber es steigt
und jetzt nochmal kürzen:
https://ibb.co/yBSW1fVn
41,99 Euro SuperSparpreis bei 85,50 Euro Flexpreis (ICE 584 nur noch Würzburg-Fulda)

Und all das lässt sich beliebig reproduzieren und Abhängigkeiten aufzeigen.

Vielen Dank

IT19, Montag, 24.03.2025, 22:51 (vor 411 Tagen) @ ICE920

Guten Abend,

vielen Dank für die sehr umfangreiche und nachvollziehbare Erklärung. Das war mir so bisher noch nicht bewusst.

Mit freundlichen Grüßen
IT19

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

ICE920, München, Montag, 24.03.2025, 23:37 (vor 410 Tagen) @ JeDi

Aber wenn ich mir zum Beispiel am Montag ein Interrail-Ticket kaufe, weil ich am Freitag fahren will, kann ich es noch am Donnerstag ohne Kosten zurückgeben,was beim Flexpreisticket nicht möglich ist.


Nein, das kostet 15% Gebühren (geht aber dafür auch noch am Freitag); für Aktionspässe können andere Bedingungen gelten.

Zumindest wenn man bei Interrail.eu kauft, gibt es in den ersten 7 Tagen nach Kauf keine Gebühren. Habe es selbst schon mal in Anspruch genommen, als ich den falschen Pass gekauft habe.

https://www.interrail.eu/en/interrail-passes/ordering-info/refund-exchange-policy

Was mir gerade auffällt: Die Stornogebühr (nach den 7 Tagen) beträgt nur noch 10 Prozent laut dieser Seite.

Von Wien nach Kopenhagen - wieso kein InterRail?

JeDi, überall und nirgendwo, Dienstag, 25.03.2025, 00:32 (vor 410 Tagen) @ ICE920

Ich war jetzt von den DB-Bedingungen ausgegangen. Dass es da Abweichungen gibt war mir nicht klar.

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Weg mit dem 4744!

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