Warum Unterführung statt Überweg (Allgemeines Forum)

milos6, Leipzig, Freitag, 07.02.2025, 15:48 (vor 457 Tagen)

Mein kleiner Heimatbahnhof Bad Grönenbach hat 2 Gleise. Um zum zweiten Gleis zu gelangen muss man das erste Überqueren.
Obwohl meines Wissens die letzten 50 Jahre dort noch nie ein Unglück passierte wird der Bahnhof mit großem Aufwand behindertengerecht umgebaut. Es soll eine Unterführung mit Aufzügen gebaut werden.
Wäre es eigentlich nicht „praktischer“ man würde in die Höhe bauen, 2 Aufzüge, Modul-Treppen und Modul-Überweg. Das wäre m.E. billiger und sicherer (keine dunklen Ecken).
Was meint ihr?

Warum Unterführung statt Überweg

denkDirNix, Freitag, 07.02.2025, 16:10 (vor 457 Tagen) @ milos6

Wegen Verfügbarkeit finde ich das Schweizer Modell mit Treppe und Rampe (und evtl Aufzug) wesentlich intelligenter.

Warum Unterführung statt Überweg

ArbitroCollina, Freitag, 07.02.2025, 22:09 (vor 457 Tagen) @ denkDirNix

Man hat in der Schweiz allerdings den Vorteil bzw. die Ausnahme, dass Rampen mit 10 (ungedeckt) resp. 12 Prozent (überdeckt) an Bahnhöfen/Haltestellen als behindertengerecht gelten. Dadurch kann man wesentlich an Länge einsparen.

Warum Unterführung statt Überweg

Aphex Twin, Samstag, 08.02.2025, 03:10 (vor 457 Tagen) @ ArbitroCollina

Man hat in der Schweiz allerdings den Vorteil bzw. die Ausnahme, dass Rampen mit 10 (ungedeckt) resp. 12 Prozent (überdeckt) an Bahnhöfen/Haltestellen als behindertengerecht gelten. Dadurch kann man wesentlich an Länge einsparen.

Und im Vergleich zu den Bahnhöfen in Deutschland mit 76 cm Bahnsteigen, spart man mit den 55 cm Bahnsteigen in der Schweiz noch einmal 1,75 bzw. 2 m an Länge.

Warum Unterführung statt Überweg

Aphex Twin, Freitag, 07.02.2025, 16:18 (vor 457 Tagen) @ milos6

Wäre es eigentlich nicht „praktischer“ man würde in die Höhe bauen, 2 Aufzüge, Modul-Treppen und Modul-Überweg. Das wäre m.E. billiger und sicherer (keine dunklen Ecken).

Eine Unterführung muss ganz grob gesagt drei Meter unter der Schienenoberkante liegen (2,5 m Lichte Höhe in der Unterführung + 0,5 m für die Betondecke und Gleisbett). Bei Überführungen von elektrifizierten Strecken liegt der Höhenunterschied grob bei sechs Metern. Bei Bahnsteighöhen von 55 cm sind dies dann entweder 3,5 m nach unten oder 5,5 m noch oben die überwunden werden müssen.

Aufzüge, Rampen, Treppen müssen also bei Überführungen einen rund 50% größeren Höhenunterschied überwinden. Wenn man genügend Platz für Rampen hat, vor allem wenn es hauptsächlich darum geht komplette Gleisanlagen zu kreuzen mit Platz neben den Gleisanlagen, wo man durch sehr lange Rampen auf Aufzüge verzichten kann, werden Überführungen häufiger eingesetzt. Wenn es aber um Zugang zum Gleis geht wo es auch darum geht den um den Gleiswechsel der Passagiere zügig zu gestalten hat man mit Unterführungen kürzere Wege.

Ich kenne mehrere Bahnhöfe in denen es Überführungen für den querenden Langsamverkehr (Fußgänger und Fahrradfahrer) gibt und Unterführungen für den Zugang zu Inselbahnsteigen.

Warum Unterführung statt Überweg

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Samstag, 08.02.2025, 11:44 (vor 457 Tagen) @ milos6

Im Bahnhof Plön geht das mit dem ebenerdigen Übergang trotz Halbstundentakt Kiel - Lübeck. Finde ich angenehm.

https://i.postimg.cc/7ZrKJ0nJ/Screenshot-2.png

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum