Mit zwei Museumsbahnen um den Randen | 84 Bilder (Reiseberichte)

TD, Samstag, 25.01.2025, 18:02 (vor 421 Tagen)

Hallo zusammen,

nachdem ich zuletzt einen Bericht einer Tagestour Über den Stoss zum Rheinbähnle eingestellt hatte, will ich nun eine weitere Tagestour aus dem deutsch-schweizerischen Grenzgebiet aufarbeiten, die schon etwas länger im Arbeitsvorrat lag.

Ich muss allerdings zugeben, dass die Bilder diesmal nicht bei einer einzigen Tagestour entstanden sind. Die Idee für die Rundfahrt hatte ich schon länger, die Tour ist allerdings nur an wenigen Fahrtagen im Jahr möglich. Irgendwie wollte es nie klappen, mal hatte ich zu den Fahrtagen keine Zeit, mal war das Wetter schlecht, mal war die Rundfahrt wegen Bauarbeiten auf Teilstrecken nicht möglich. Letztendlich habe ich die Strecken in Etappen zurückgelegt und die Bilder von Juni 2022, September 2022 und Oktober 2023 zu einer fiktiven Rundfahrt zusammengefügt. Ich hoffe, dass der Reisebericht trotzdem auf Interesse stößt.

Vermutlich fragen sich nun viele, um welche Bahnen es überhaupt geht, da der Randen überregional möglicherweise weniger bekannt ist. Der Randen ist ein Höhenzug vom Kanton Schaffhausen bis in den Süden Baden-Württembergs, am Nordrand des Randen verläuft die Sauschwänzlebahn, im Süden die Hochrheinbahn. Wir umrunden das Gebirge und integrieren dabei auch die Bahnstrecke von Etzwilen nach Singen.

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Wir fahren von Allensbach am Bodensee nach Immendingen, von dort über die Wutachtalbahn nach Waldshut und auf der Hochrheinbahn nach Schaffhausen. Weiter geht es auf der Seelinie nach Etzwilen und von dort im Museumsverkehr nach Singen. Am Ende gibt es noch eine Zugabe, doch dazu später mehr.

Jetzt aber los, wir starten in Allensbach, ein Zug der Schwarzwaldbahn bringt uns nach Immendingen. Über dem Bodensee hängen noch einige Nebelschwaden, aber schon wenig später bei der Fahrt durch den Hegau kann sich die Herbstsonne durchsetzen.

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In Immendingen wechseln wir auf ein Regioshuttle der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL). Als Teil des Ringzugs verkehrt die Regionalbahn bis Blumberg-Zollhaus.

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Wir fahren noch ein kurzes Stück auf der Schwarzwaldbahn, dann zweigt die Wutachtalbahn nach Süden ab. Die Wutachtalbahn führt von Hintschingen bis Lauchringen, sie lässt sich in drei Teilabschnitte aufteilen. Der nördliche Abschnitt, auf dem wir gerade unterwegs sind, ist auch als Aitrachtalbahn bekannt. Seit dem Jahr 2004 gibt es auf diesem Abschnitt regelmäßigen Personenverkehr mit dem Ringzug. Neben dem lokalen Verkehrsbedürfnis dienen die Züge auch als Zubringer zum Museumsverkehr der Sauschwänzlebahn.

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Am Bahnhof Blumberg-Zollhaus endet die Fahrt mit dem Ringzug. Zollhaus ist ein Ortsteil der Stadt Blumberg, der Name gibt einen Hinweis, dass die Grenze zur Schweiz nicht weit ist. Am Empfangsgebäude prangt noch ein Schild mit der früheren Bezeichnung Zollhaus=Blumberg. Der Bahnhof wurde 1889 erbaut, er ruht auf Fichtenpfählen, die vier Meter tief in den Hochmoorboden gerammt wurden.

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Am Bahnhof Blumberg-Zollhaus findet sich ein Reiterstellwerk, das früher in meiner Heimatstadt Konstanz stand. Das mechanische Stellwerk vom Einheitsbautyp Bruchsal wurde 1886 in Konstanz erbaut und 1996 nach Blumberg-Zollhaus überführt.

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Der mittlere Teil der Wutachtalbahn wird nur im Museumsverkehr bedient, dieser Streckenabschnitt ist als Sauschwänzlebahn bekannt. Obwohl ich im Nachbar-Landkreis wohne und die Anreise nur 70 Minuten gedauert hat, war ich bisher noch nie hier. Das liegt auch daran, dass ich nicht der größte Fan von Dampfzügen bin.

Aber heute sind wir nun hier - und es ist kein Zufall, dass Fahrtag des Dieselzugs ist. Wir treffen auf die Diesellok V80, sie wurde 1954 in Kiel von der MaK gebaut.

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Die Wutachtalbahn wurde ab 1875 vom Hochrhein ausgehend abschnittsweise eröffnet, im Fokus stand anfangs noch die Anbindung der Gemeinden entlang der Wutach an das Eisenbahnnetz. Damals kam man von Süden bis Weizen, dann beendeten finanzielle und geologische Probleme den Weiterbau. Einige Jahre später wurde das Projekt wieder aufgegriffen, aber dann aus ganz anderen Gründen. Das Militär wünschte sich eine Verbindung von Ulm ins Elsass, Bedingung war jedoch, dass die Strecke nicht über schweizerisches Territorium führen sollte, weshalb die Hochrheinbahn ausschied. Außerdem sollte die Strecke keine größeren Steigungen aufweisen. Und so wurde die Wutachtalbahn trotz hoher Kosten und geringem zivilen Nutzen in der heutigen Form erbaut. Das Ergebnis ist eine kurvenreiche Streckenführung samt einem Kehrtunnel, woraus sich der Name Sauschwänzlebahn ergab.
Ein Resultat der künstlichen Längenentwicklung sehen wir auf dem nächsten Bild: Der Zug fährt über das Biesenbach-Viadukt in Richtung Epfenhofen, wo die erste Seitentalkehre liegt. Rechts unter uns die weitere Strecke, dort unten werden wir in einigen Minuten aus dem Seitental herausfahren.

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Nun kommt bald das 264 Meter lange Epfenhofer Viadukt ins Blickfeld, das wir wenig später befahren werden.

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Auf dem nächsten Bild nun der Blick vom Epfenhofer Viadukt zum Bahnhof Epfenhofen, das Biesenbach-Viadukt in der Ferne kennen wir ja schon.

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Die Bahnlinie schlängelt sich durch die Mittelgebirgslandschaft zwischen den Ausläufern von Schwarzwald, Schwäbischer Alb und Randen.

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In Fützen befindet sich das Bahnbetriebswerk der Museumsbahn, neben einem historischen Kohlekran gibt es hier auch ein schmuckes Empfangsgebäude. Es entsprach dem damals bei den Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen üblichen Standards.

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Südlich des Bahnhofs folgt der Talübergang Fützen, beim übernächsten Bild blicken wir vom Viadukt zurück zu dem 800-Einwohner-Ort mit der Kirche St. Vitus.
Im weiteren Verlauf folgt der einzige Kreiskehrtunnel Deutschlands.

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Zu den Vorgaben für die strategische Bahn gehörte, im Abstand von acht Kilometern Bahnhöfe mit Ausweich- bzw. Überholgleis zu errichten. In Grimmelshofen ist ein solches langes Ausweichgleis noch vorhanden. In den Jahren 1962 bis 1965 wurde die Strecke auf Kosten der NATO saniert, bis 1974 beteiligte sich das Verteidigungsministerium am Unterhalt der Strecke.

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Den Niedergang der Strecke konnte aber auch der Zuschuss aus dem Verteidigungsetat nicht aufhalten. Bereits 1955 wurde ein erster Streckenabschnitt auf Bahnbusse und LKW umgestellt, etappenweise verloren weitere Teilstrecken den Personenverkehr, auf dem Mittelteil der Wutachtalbahn gab es zuletzt nur noch 40 Fahrgäste pro Tag. 1976 legte die Bundesbahn den Mittelabschnitt still.

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Schon 1977 begann ein Museumsbetrieb auf dem mittleren Streckenabschnitt. Inzwischen wird dieser durch die Bahnbetriebe Blumberg durchgeführt, ein kommunales Unternehmen der Stadt Blumberg. Die Strecke folgt nun für ein kurzes Stück dem Schwarzwaldfluss Wutach flussaufwärts in die zweite Seitentalkehre. Kurz nach der Wutachbrücke…

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…folgt der Weiler Kehrtunnel. In den Spitzenzeiten des Streckenbaus mit den aufwändigen Bauwerken waren bis zu 3.700 Arbeiter beschäftigt, sie wurden überwiegend in Italien angeworben.

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Mit der Einfahrt in den Bahnhof Weizen endet die Etappe mit der Museumsbahn. Start- und Endpunkt der Sauschwänzlebahn liegen in Luftlinie nur 9,6 Kilometer auseinander, die Bahnstrecke von Blumberg bis Weizen wurde jedoch auf 25 Kilometer Länge gestreckt.

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Die Ortschaft Weizen liegt ein ganzes Stück entfernt, am Bahnhof befinden sich eine kleine Siedlung und das Werk des Putz- und Farbenherstellers Sto.
Während der Saison der Museumszüge gibt es sonntags auf dem Südabschnitt der Wutachtalbahn einen Zubringerverkehr mit dem sogenannten Weizen-Pendel. Auf dem nächsten Bild ist ein Dieseltriebwagen der Baureihe 641 nach einem Rangiermanöver am gleichen Bahnsteig wie der Museumszug angekommen. Die Überdachung im Hintergrund stammt vom Freiburger Hauptbahnhof, das frühere Bahnhofsgebäude von Weizen existiert nicht mehr. Für uns geht es nun mit dem Weizen-Pendel nach Waldshut, wir sind anfangs die einzigen Fahrgäste.

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Die weitere Strecke führt landschaftlich nett aber weniger spektakulär durch das Wutachtal nach Süden. Die Wutach wird hier abschnittsweise zum Grenzfluss, die Bahnstrecke verläuft nur wenige Meter von der Grenze zur Schweiz entfernt.
Auf dem Südabschnitt der Wutachtalbahn gibt es seit mehreren Jahren Fortschritte zur Reaktivierung über den reinen Wochenendverkehr hinaus. Mittlerweile gibt es einen Vorlaufbetrieb mit einem Zweistundentakt zwischen Waldshut und Stühlingen.

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Die Wutachtalbahn mündet in Lauchringen in die Hochrheinbahn, wir fahren bis zur Endstation des Weizen-Pendels in Waldshut. So befahren wir zwar ein kurzes Teilstück doppelt, den Anschlusszug in Richtung Schaffhausen erreichen wir aber auch in Waldshut.

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Der IRE nach Schaffhausen besteht aus einer Doppelstock-Garnitur. Bisher kannte ich die Strecke hauptsächlich mit Neigetechnikzügen der Baureihen 611 und 612, heute können wir die Fahrt durch das deutsch-schweizerische Grenzgebiet des Klettgaus aus erhöhter Perspektive genießen.

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Im schweizerischen Schaffhausen steigen wir um. Der Gemeinschaftsbahnhof gehört zu 65 Prozent den SBB und zu 35 Prozent der deutschen Seite. Der Schriftzug „Deutsche Bundesbahn“ am Empfangsgebäude ist nicht mehr ganz aktuell, die auf schweizerischem Gebiet liegende deutsche Bahninfrastruktur ging bei der Bahnreform auf das Bundeseisenbahnvermögen (BEV) über.

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Mit einem GTW von Thurbo fahren wir entlang des Hochrheins weiter flussaufwärts. Höhepunkt dieses Abschnitts der Seelinie ist die Fahrt über die Rheinbrücke Feuerthalen, von dort bietet sich ein toller Ausblick auf die Altstadt von Schaffhausen mit der Munot-Festung.

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Unser Ziel ist Etzwilen. Der kleine Ort erlangte bescheidene Bedeutung als regionaler Verkehrsknoten, da sich hier die Bahnstrecken Schaffhausen-Kreuzlingen und Winterthur-Singen kreuzen. Die Bahnstrecke nach Singen wird nur noch als Museumsbahn genutzt, der Bahnhof scheint heute überdimensioniert.

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Die Bahnstrecke nach Singen steht nun auf unserer Agenda, an einigen Tagen im Jahr gibt es hier einen Museumsverkehr. Da Dampfzüge die einzige Möglichkeit sind, die Strecke komplett zu befahren, bleibt uns diesmal keine andere Wahl.

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Der Zug mit einer Dampflok aus Rottweil wartet schon auf einem bahnsteiglosen Gleis des Bahnhofs Etzwilen und wird nach Durchfahrt des nächsten Thurbo-Zugs an den Bahnsteig rangiert. Bald darauf startet die Fahrt nach Singen.

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Die größte Attraktion der Strecke wird schon nach kurzer Fahrt erreicht, dann fährt der Zug auf die Eisenbahnbrücke Hemishofen. Die eingleisige Fachwerkbrücke wurde 1875 erbaut, sie ist 254 Meter lang und quert den Rhein in einer Höhe von 25 Metern. Auf dem übernächsten Bild blicken wir von der Brücke rheinabwärts.

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Wenig später folgt der Bahnhof Hemishofen. Die Bahnstrecke von Etzwilen nach Singen wurde von der Schweizerischen Nationalbahn errichtet, nach deren Konkurs wurde sie von der Schweizerischen Nordostbahn übernommen und kam schließlich zu den SBB. Der Personenverkehr wurde bereits 1969 eingestellt. Lange Zeit wurde die Strecke noch von Zügen der rollenden Landstraße benutzt, bei ihrer Stilllegung 2004 war sie die letzte nicht elektrifizierte Strecke der SBB.

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Die Strecke verläuft nun ein ganzes Stück gradlinig entlang einer Landstraße durch die offene Landschaft des Bibertals nach Ramsen…

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…an der schweizerisch-deutschen Grenze. Auf dem nächsten Bild sehen wir den Grenzübergang für den Straßenverkehr. Weiter geht die Fahrt durch den Hegau nach Rielasingen.

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Mittlerweile gibt es auf deutscher Seite Untersuchungen für eine Reaktivierung der Strecke, der Bahnhof Rielasingen könnte durch eine Verlängerung der S 62 von Schaffhausen über Singen hinaus wieder Personenverkehr bekommen. Alternativ wurde eine Verlängerung der S 29 aus Winterthur über Stein am Rhein nach Singen geprüft.

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Der letzte Abschnitt der Strecke von Rielasingen nach Singen konnte längere Zeit nicht befahren werden, weil im Stadtgebiet von Singen beim Bau eines Kreisverkehrs die Schienen entfernt wurden. Seit dem Jahr 2020 ist die Strecke wieder durchgängig befahrbar.

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Auf dem nächsten Bild sehen wir links schon den Hausberg von Singen, nämlich den Hohentwiel mit seiner Burgruine. Die Bahnstrecke aus Etzwilen verläuft hier parallel zu einem Industriegleis.

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Mit der Einfahrt in den Bahnhof von Singen ist die Mission der Tour erfüllt - ich kann zwei weitere Bahnstrecken für meine Sammlung abhaken. Bei der Ankunft in Singen erspähe ich rechts etwas, das ich gar nicht auf dem Schirm hatte…

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…wobei der Ferienexpress Südbahn ja gar nicht so unpassend für das heutige Thema „Museumsverkehr“ ist. Weil es sich gerade anbietet, fahren wir mit dem Zug bis Radolfzell. Der Ferienexpress verkehrt von Singen über die Bodenseegürtelbahn und die Südbahn nach Ulm, die SVG setzt modernisierte Silberlinge und einen Fahrradwagen ein.

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Die Fahrt am offenen Fenster können wir allerdings nur für eine kurze Etappe genießen, auf dem nächsten Bild sehen wir in der Ferne schon den Kirchturm von Radolfzell. In Radolfzell…

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…steigen wir um auf den nachfolgenden seehas. Mit dem Flirt-Triebzug fahren wir am Ufer des Untersees zurück an unseren Ausgangspunkt in Allensbach.

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Und damit sind wir am Ende dieser Rundfahrt angekommen, ich hoffe, es hat gefallen. Doch halt, diesmal habe ich noch eine Zugabe...

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Mit zwei Museumsbahnen um den Randen | 84 Bilder ZUGABE

TD, Samstag, 25.01.2025, 18:03 (vor 421 Tagen) @ TD

Oben hatte ich geschrieben, dass die Bahnstrecke Etzwilen-Singen nur mit dem Dampfzug befahren werden kann. Es gibt dazu jedoch eine Ergänzung: auf der schweizerischen Teilstrecke werden Draisinenfahrten angeboten. Und so kommen wir unabhängig der Tour zu einem anderen Zeitpunkt nochmals an die Bahnstrecke, und zwar zum Bahnhof Ramsen.

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Von Ramsen aus erkunden wir nun die Strecke bis zur Rheinbrücke mit dem Schienenvelo. Aus dieser Perspektive haben wir nochmals einen ganz anderen Blick auf die Verbindung. Die ersten Bilder zeigen die Strecke von Ramsen nach Hemishofen.

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Die Strecke verläuft nahezu eben, in Fahrtrichtung links liegen die Ausläufer des Schiener Bergs. Dieser Teil des Bibertals ist von Deutschland umgeben, d.h. links als auch rechts der Strecke liegen in ein bis zwei Kilometer Entfernung jeweils eine Grenze.

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Wir erreichen nun den Bahnhof Hemishofen, hier sind einige alte Fahrzeuge abgestellt. Wenn nicht gerade Draisinen oder Dampfzüge unterwegs sind, wird die Strecke auch für Testfahrten neuer Züge von Stadler genutzt.

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Im Empfangsgebäude ist ein kleines Museum eingerichtet, das einen Blick in das historische Stationsbüro ermöglicht.

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Jetzt kommt aber der Höhepunkt, mit dem Schienenvelo geht es weiter auf die Eisenbahnbrücke, wo es den nächsten Zwischenstopp gibt. Direkt auf der Brücke zu stehen vermittelt noch einmal einen ganz anderen Eindruck als bei der Überfahrt mit dem Zug. Im Jahr 2006 hatte eine Stiftung die Brücke von den SBB übernommen mit dem Ziel, sie wieder der Nutzung für den Eisenbahnverkehr zuzuführen. Während wir auf der Brücke herumspazieren, passiert das Motorschiff Schaffhausen die Brücke.

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Mit dem Schienenvelo geht es noch ein Stück südlich des Rheins weiter in Richtung Etzwilen, dort werden die Draisinen auf einem Übergang mithilfe eines per Handkurbel bedienten Wendestempels angehoben und gedreht…

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…dann geht es zurück über die Brücke…

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…und durch den Bahnhof Hemishofen…

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…auf die Strecke nach Ramsen. Die Signale an der Strecke sind nicht mehr in Betrieb, bei Zugfahrten dient ein Mobiltelefon als Token.

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Mit der Einfahrt in den Bahnhof Ramsen endet der Ausflug mit dem Schienenvelo.

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Und damit sind wir auch am Schluss dieses kleinen Reiseberichts angekommen. Ich bedanke mich für das Interesse und fürs Mitkommen.


Viele Grüße und einen schönen Sonntag


Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de

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Wunderbare Schienendoku !! ... :))

D 2852, Samstag, 25.01.2025, 23:55 (vor 420 Tagen) @ TD

Ganz vielen herzlichen Dank für diese besondere und sehr anschaulich beschriebene Landschaftsfahrt durch das topografisch nicht immer einfach zu durchschauende deutsch-schweizerische Grenzgebiet.
Dass in der Summe mehrere verschiedene Reisetermine dazu stattgefunden haben, lässt sich da völlig ausblenden. Super fototaugliches Wetter hat´s ja offenbar jeweils immer gegeben, das ist ja die beste Voraussetzung für eine solche Bilderserie.
Und vielen Dank für die Schienenvelo-Beigabe ! - Wird da im Einbahnverkehr "geradelt" oder gibts da auch Vehikel-Begegnungen ?

Gerne weitere Dokus dieser Art !!

Schönen Sonntag allerseits und beste Grüße aus dem Remstal.

Danke!

IC 2005, Sonntag, 26.01.2025, 15:00 (vor 420 Tagen) @ TD

Hallo TD,

an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön für all deine mühevoll aufbereiteten Reiseberichte. Es macht immer wieder Spaß, bei deinen Touren „dabei“ zu sei - egal ob nah oder fern. Auch dieser Bericht hat mir wieder gut gefallen :-)


Viele Grüße

IC 2005

+1 :)

Tobs, Region Köln/Bonn, Sonntag, 26.01.2025, 15:53 (vor 420 Tagen) @ IC 2005

- kein Text -

Mit zwei Museumsbahnen um den Randen | 84 Bilder

guru61, Arolfingen, Montag, 27.01.2025, 15:12 (vor 419 Tagen) @ TD
bearbeitet von guru61, Montag, 27.01.2025, 15:13

Hallo
Danke für die Beschreibung.
Ja, der Bahnhof Ramsen:
Der musste ja unbedingt weg, denn die SBB wollte damals nicht, dass die Strecke eine Museumsstrecke wurde:
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20. Dezember 2001
Das änderte erst, als in Tycoon aus der Region, aktiv wurde und seine Beziehungen spielen liess.
Dessen Sohn ist behindert und wollte immer wieder die Bahn besuchen. So kam man ins Gespräch und er konnte die SBB überzeugen, dass sie nicht irgendwann auf der dannzumal irgendwann maroden Brücke sitzenbleiben und die Kosten haben für einen Abbruch.
Mit dem Konglomerat der Stiftungen für Brücke und Strecke konnte man die Bedenken der SBB ausräumen.
Die SBB hat sich um diese Zeit ein Ei gelegt: Sie hat die Strecke subito ausser Betrieb genommen, sie als Bahnhofsgleis von Etzwilen deklariert und den Museumsverkehr so blockieren wollen.
Leider fuhr damals noch SBB Cargo drauf und das BAV hat dem Verein Recht gegeben, als er auf den diskriminierungsfreien Zugang bestand.
Dafür wurde eine Fahrt nach Ramsen als Rangierfahrt verrechnet, zu einem sehr kleinen Betrag!

Später besserte sich dann die Lage, und die SBB war so grosszügig, den Güterschuppen von Henggart als Ersatz zu überlassen, der unter Denkmalschutz stand und im Wege war.
Hier beim Aufbau 2007:
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Damals im letzten Moment konnte man die Entwidmung der Linie auf deutschem Gebiet, mittels Einspruch verhindern. Die Stadt Singen wollte unbedingt die Kreisel fertigstellen und hatte ein Interesse, dass es keine Verzögerungen gab: Man kam dann gütlich überein, dass der Kreisel gebaut werden konnte, und das Gleis demontiert wurde, aber alle Vorarbeiten gemacht wurden, dass das Gleis wieder eingebaut könnte. Es wurde auch ein Betrag festgelegt, den der Verein zahlen müsste, um das Gleis wieder zu legen, und einen Verteilschlüssel, was für Kosten die Stadt Singen zu tragen hätte.
Der OB witzelte damals, so die bei der Vertragsunterzeichnung dabei gewesenen, dass der Verein eine Menge Bratwürste verkaufen müsse, bis das Gleis wieder gelegt werden könne.
Es kam dann umgekehrt: Dass der Verein zuerst in der Lage war, die Kosten aufzubringen.
Daher gab es dann verschiedene Verzögerungen, so dass erst 2018 gebaut werden konnte:
https://flic.kr/p/25K7YPF
Summasummarum. Eine Geschichte, die durchaus glücklich ausging, obwohl es am Anfang anders aussah.
Wenn man von Singen her wirklich bis Rielasingen fahren will, dann kann man dem Verein dankbar sein, dass er sich so eingesetzt hat.
Gruss Guru

+1 Merci!

Berliner65, Berlin, Dienstag, 28.01.2025, 14:13 (vor 418 Tagen) @ IC 2005

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