Stuttgart 21: Baubeginn rückt in weite Ferne (Link) (Allgemeines Forum)
Sören Heise, Region Hannover, Montag, 05.07.2010, 11:46 (vor 5843 Tagen)
Moin,
Die Stuttgarter Zeitung berichtet, daß die Ausschreibung für den Neubau eines Abwasserkanals im Schloßgarten geplatzt ist. Ohne die Umlegung dieses Abwasserkanals kann nicht mit dem Trog für die neue Bahnhofshalle begonnen werden.
Den Artikel gibt es durch einen Klick.
Viele Grüße, Sören (der nicht weiß, wann S21 fertig sein soll, und erst recht nicht, wann es fertig wird, wenn es den fertig wird ;-)
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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Ich sag nix dazu!
Steffen, Montag, 05.07.2010, 14:15 (vor 5843 Tagen) @ Sören Heise
Ich schreibs lieber: Interessant zu sehen, wie so ein winziges Vorkommnis (was imho an sich kein Planungsfehler ist sondern immer mal vorkommen kann) ein Projekt um Monate oder gar Jahre verzögert! Offensichtlich handelt es sich um das best fehlgeplante Projekt, wenn schon so ein geringes Vorkommnis alles aus den Fugen bringen kann *gg*
Aber wir leben ja in einer Demokratie, und die nächste Wahl kommt bestimmt! Schon die letzte Gemeinderatswahl hat die Pro-S21-CDU böse abgestraft und auf die Oppositionsbank geschoben. 2012 steht der Austausch des (verbliebenen) CDU-OBs an.
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Berichterstattung
bendo, Dienstag, 06.07.2010, 12:53 (vor 5842 Tagen) @ Steffen
Hallo,
sind die geschilderten Probleme tatsächlich so dramatisch? Oder handelt es sich um Vorkommnisse die bei Projekten dieser Größe an der Tagesordnung stehen, sich die Presse in diesem Fall nur besonders darauf stürzt da es bei S21 einen nicht unerheblichen Anteil an Gegnern in der Bevölkerung gibt?
Grüße, bendo
Berichterstattung
Zugreisender, Dienstag, 06.07.2010, 17:26 (vor 5841 Tagen) @ bendo
Die Probleme sind immens. Du musst dir hierzu vor Augen halten das es derartige Einbrüche im Betrieb der Stuttgarter S-Bahn seit deren Betriebsaufnahmen 1978 noch nie gegeben hat. Auf unbestimmte Zeit (wenn es gut geht werden es am Ende nur Monate sein) wird grundsätzlich jede S-Bahn verspätet sein und teilweise müssen ganze S-Bahnen um die Innenstadt herum über die Gäubahn geführt werden, was bedeutet das die für Pendler wichtigen unterirdischen Stationen mitten in der Stadt nicht angefahren werden können. An den jeweiligen Endbahnhöfen der S-Bahn überträgt sich die Verspätung auf die Anschlüsse (Busse und Regionalbahnen), oder die Fahrgäste müssen auf die nächste Bahn warten (wenn man Glück hat nur 30 Minuten Wartezeit). Und das obwohl aufgrund von Bauarbeiten im Bereich Ludwigsburg weder alle S-Bahnen noch alle Regionalbahnen fahren. Sobald diese wieder dabei sind warnt die Bahn schon von Verspätungen auch im Regionalverkehr, weil sich dieser mit der im Stau stehenden S-Bahn sich die Einfahrtsgleise teilen muss.
Und das wurde uns über Jahre hinweg als "das best geplante Projekt verkauft".
Ganz pikant: Durch die Umleitung von Zügen der S1 über die Gäubahn kann ein Teil des Chaos aufgefangen werden (unter dem Preis des Wegfalls der Innenstadthalte). Und genau diese Strecke soll eigentlich bei S21 abgeschafft werden. Dies macht die Verlässlichkeit der S-Bahn in Zukunft in keiner Weise besser. Diese Strecke wurde schon oft bei kleineren Störungen als Ersatz genutzt.
Berichterstattung
Jogi, Dienstag, 06.07.2010, 18:00 (vor 5841 Tagen) @ bendo
sind die geschilderten Probleme tatsächlich so dramatisch?
Kommt darauf an, was Du unter dramatisch verstehst. Wenn du die Auswirkungen auf den gesamten Bahnverkehr zielst, bekommen die meisten Fahrgäste nichts mit. Über die Auswirkungen auf die S-Bahn gibt es ja eine andere, etwas dramatisierende Antwort. Für das (in der Bevölkerung ohne geringe) Ansehen über das Projekt ist die erfolglose Ausschreibung sicher auch nicht förderlich, ganz abgesehen davon, dass der Zeitplan für den Bau schon jetzt ad absurdum geführt wurde - dabei sind das alles Vorarbeiten, die mit dem eigentlichen Tiefbahnhof wenig bis gar nichts zu tun haben. Das ist sicher dramatisch.
Für mich sieht das alles laienhaft organisiert aus - aber andererseits gibt es bei einem Projekt dieser Größe sicher tausende Unabwägbarkeiten. Und Bauarbeiten unter dem rollenden Rad sind natürlich immer etwas heikel.
Oder handelt es sich um Vorkommnisse die bei Projekten dieser Größe an der Tagesordnung stehen, sich die Presse in diesem Fall nur besonders darauf stürzt da es bei S21 einen nicht unerheblichen Anteil an Gegnern in der Bevölkerung gibt?
Die Stuttgarter Zeitung berichtet in meinen Augen über das Projekt relativ neutral, obgleich die negativen Zwischentöne in den letzten Monaten zugenommen haben.
Aber die erloschene Sondererlaubnis, dank derer S-Bahnen auf Sicht in den Tiefbahnhof einfahren durften und die nicht abgerufene Ausschreibung sind sicher nicht Aktionen, die "an der Tagesordnung" von Großprojekten stehen.
Grüße, Jogi
Stuttgart 21: Baubeginn rückt in weite Ferne (Link)
218 466-1, Red Bank NJ / ex-Ingolstadt, Montag, 05.07.2010, 15:01 (vor 5843 Tagen) @ Sören Heise
Die Stuttgarter Zeitung berichtet, daß die Ausschreibung für den Neubau eines Abwasserkanals im Schloßgarten geplatzt ist. Ohne die Umlegung dieses Abwasserkanals kann nicht mit dem Trog für die neue Bahnhofshalle begonnen werden.
Das ist sicher erst der Anfang einer langen Serie von Pannen und Verzögerungen.
Stuttgart 21 wird sicher in den nächsten 40 Jahren noch nicht fertig werden. (Wenn überhaupt jemals.)
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Dieser Beitrag gibt (sofern nicht anders gekennzeichnet) allein die Meinung der Verfasserin wieder
MET - Der beste Zug den es je gab
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Baubeginn???
fabs, Braunschweig, Montag, 05.07.2010, 16:45 (vor 5842 Tagen) @ Sören Heise
Moin!
Baubeginn? Habe ich nicht neulich irgendwo gelesen, daß da bereits gebaut wird? Und daß es durch die Bauarbeiten bereits Probleme im S-Bahn verkehr gibt?
Ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Viele Grüße
fabs
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Es gibt Dinge im Leben, die dich schnell aus der Bahn werfen können!
Zugbegleiter zum Beispiel...
Baubeginn!!!
Steffen, Montag, 05.07.2010, 16:53 (vor 5842 Tagen) @ fabs
bearbeitet von Steffen, Montag, 05.07.2010, 16:53
Salut :)
Baubeginn? Habe ich nicht neulich irgendwo gelesen, daß da bereits gebaut wird? Und daß es durch die Bauarbeiten bereits Probleme im S-Bahn verkehr gibt?
Korrekt. Gebaut wird seit März (oder April?). Angefangen hat es damit, dass man einen Prellbock abgeschraubt hat. Die S-Bahn-Probleme kommen daher, dass es man zwei Weichen abgeklemmt und ein Signal verändert hat (oder so in der Art).
Das sind wenn Du so willst Vorbereitungen für die eigentlichen Bauarbeiten.
Was Du nun als "Baubeginn" siehst darfst Du für Dich entscheiden (eine dritte Möglichkeit hast Du auch noch zur Auswahl: der "Erste Spatenstich"). Was sich hier nun verzögert sind die "eigentlichen Bauarbeiten", also - vereinfacht gesagt - dass 20 Bagger kommen und ein riessiges Loch graben.
Ich hoffe die Unklarheiten sind hiermit beseitigt ;)
Steffen
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Stuttgart 21: Studie sieht Infrastrukturengpässe
Sören Heise, Region Hannover, Mittwoch, 07.07.2010, 19:45 (vor 5840 Tagen) @ Sören Heise
bearbeitet von Sören Heise, Mittwoch, 07.07.2010, 19:46
Moin,
ich hole diese Diskussion mal nach oben.
Wie der Stern berichtet, hat eine vor zwei Jahren erstelle Studie der Zürcher SMA und Partner AG erhebliche Zweifel an der Praxistauglichkeit von Stuttgart 21. Diese Studie wird allerdings unter Verschluß gehalten und liegt dem "stern" angeblich vor.
"Konflikte zwischen Hauptbahnhof und Flughafen mit dem Regionalverkehr" stellen die Gutachter fest, das alles sei "nicht kompatibel mit den angenommenen Fernverkehrszügen in Stuttgart". So befürchten sie Fahrzeitverlängerungen. Außerdem monieren die Gutachter ein "hohes Stabilitätsrisiko", eine "knapp dimensionierte Infrastuktur" und stellen laut "stern" fest: "Gestaltung des Fahrplans nur in geringem Maße möglich".
Die knapp 60-seitige Studie wurde vor zwei Jahren vom baden-württembergischen Innenministerium in Auftrag gegeben - und ist seitdem unter Verschluss, nur zwei Dutzend Experten kennen ihre Ergebnisse. SMA ist eines der wenigen Ingenieurbüros weltweit, das die überaus komplexen Strukturen eines Fahrbetriebs exakt analysieren kann.
Die Grünen im baden-württembergischen Landtag fordern nun die Publizierung der Studie. Sie sehen durch sie ihre Auffassung bekräftigt. [Pressemeldung von morgen, laut Lok-Report]:
[Werner Wölfle, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag:] „Dieses Gutachten bestätigt Punkt für Punkt, was Vieregg-Rössler in unserem Auftrag ebenfalls herausgefunden hat. Aus verkehrlicher Sicht ist Stuttgart 21 einfach Murks, denn es schafft so viele neue Engpässe, dass ein geregelter Bahnbetrieb gar nicht möglich sein wird. Und: Man kann SMA nicht diskreditieren, wie man das bei Vieregg-Rösler versucht hat. Jetzt zeigt sich, dass die Kritik an Vieregg-Rössler haltlos und interessengeleitet war.“
Wölfle forderte die Landesregierung auf, das Gutachten sofort öffentlich zu machen. Außerdem wiederholte seine Forderung nach einem Moratorium: „Nach dem Bekanntwerden des SMA-Gutachtens kann man nicht einfach weitermachen wie bisher. Es ist jetzt jede Maßnahme einzustellen, die vermeidbare Kosten erzeugt, vor allem Auftragsvergaben.“
Außerdem werde er sich als Landtagsabgeordneter um das Gutachten bemühen. Anders als bei anderen Gutachten ist das Land Auftraggeber und somit gegenüber dem Landtag rechenschaftspflichtig
Das baden-württembergische Verkehrsministerium hingegen sagt, dass die Züricher Firma SMA von der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft bereits vor über zwei Jahren damit beauftragt worden sei, für die künftige Konzeption des Regionalverkehrs nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 etwaige Schwachstellen und Engpässe zu identifizieren. Auf der Grundlage der dazu erstellten und bereits 2008 vorgelegten Arbeitspapiere seien jeweils Lösungswege entwickelt worden, die in eine umfassende laufend fortgeschriebene Konzeption münden. Nähere Informationen zu der Konzeption sind seit April 2009 auf der Internetseite des Ministeriums eingestellt. Es war genau die Aufgabe von SMA etwaige Schwierigkeiten, die sich ergeben könnten, frühzeitig aufzuzeigen, um auf dieser Grundlage dann auch Lösungen zu finden, sagte ein Sprecher. In den weiteren Arbeitsschritten habe sich gezeigt, dass für die vorgesehenen Verkehre ein attraktiver Fahrplan angeboten werden könne. Derzeit würden von der DB Netz weitere Verkehrssimulationen durchgeführt, um die künftigen Fahrpläne weiter zu konkretisieren.
Was stimmt denn nun? Als Beobachter aus der Ferne bin ich ratlos.
Viele Grüße, Sören [noch 45 Minuten!]
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Verstehen Sie Bahnhof!
Europa: Linkliste Fahrplantabellen und mehr
Stuttgart 21: Studie sieht Infrastrukturengpässe
Steffen, Mittwoch, 07.07.2010, 20:04 (vor 5840 Tagen) @ Sören Heise
Was stimmt denn nun? Als Beobachter aus der Ferne bin ich ratlos.
Ich würde sagen: Beides! (Diplomatische Antwort^^)
Diese beiden Gutachten sagen "nur", dass es mit dem neuen Bahnhof verhältnismässig wenige Gestaltungsmöglichkeiten gibt, und dass bei Fahrplanabweichungen (Verspätungen etc.) mehr oder größere Probleme auftreten als jetzt. Sie reden von der Praxis.
Das Verkehrsministerium geht von der Theorie aus. Sie haben analysieren lassen, wie man mit den wenigen Gestaltungsmöglichkeiten umgehen kann, damit sie nicht stören (also den Fahrplan so hinbiegen, dass - theoretisch - alles glatt läuft).
Leider ist Bahnbetrieb Theorie UND Praxis :)
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Stuttgart 21: Studie sieht Infrastrukturengpässe
Holger2, Donnerstag, 08.07.2010, 02:24 (vor 5840 Tagen) @ Steffen
Hallo,
nunja, zum einen sind diese Gutachten doch schon etwas älter, zum anderen sind die dort beschriebenen Engpässe eher Randunkte des Projektes.
Sollte der Zustand wirklich so unhaltbar sein, wie dargestellt, ist es ohne weiteres möglich, die Rohrer Kurve oder die Wendlinger Kurve noch auszubauen.
Holger
Stuttgart 21: Studie sieht Infrastrukturengpässe
Zugreisender, Donnerstag, 08.07.2010, 09:48 (vor 5840 Tagen) @ Holger2
Nicht nur das Gutachten ist schon älter, fast die ganze Planung zu S21 ist es! Wenn man sich ständig selbst zuredet man hätte alles im Griff und jeder der was anderes sagt ist ein Schlechtmacher braucht man sich über so einen Fehlgriff wie die Sache mit der S-Bahn-Stuttgart nicht zu wundern.