Tempolimit für ICE (Allgemeines Forum)

Rook, Mittwoch, 21.08.2024, 18:59 (vor 806 Tagen)

EVG-Chef fordert „Tempolimit für ICE“

Von 250 km/h runter auf 200: EVG-Chef Martin Burkert schlägt vor, die Geschwindigkeit der ICE zu drosseln.
So könnte man die Fahrpläne der Deutschen Bahn während der Zeit der vielen Baustellen wieder stabilisieren, meint der Gewerkschafter.

https://www.deutschlandfunk.de/bahn-fahrplaene-nur-mehr-geschaetzt-interview-martin-bur...

Bringt das den Erfolg?

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Viele Grüße
Rook

Tempolimit für ICE

JanZ, HB, Mittwoch, 21.08.2024, 19:25 (vor 806 Tagen) @ Rook
bearbeitet von JanZ, Mittwoch, 21.08.2024, 19:26

Leider führt Herr Burkert ja nicht näher aus, wie er das genau meint. Nur davon, dass sie langsamer fahren, werden Züge ja nicht automatisch pünktlicher. Was gemeint sein könnte: Man kann die Fahrpläne für Tempo 200 konstruieren, aber trotzdem, wo möglich, 250 fahren. Also einfach größere Fahrzeitreserven. Oder er spielt auf Mischverkehr an, bei dem niedrigere Geschwindigkeiten tatsächlich für höhere Kapazitäten und stabileren Betrieb sorgen. So furchtbar viele Mischverkehrsstrecken, auf denen 250 gefahren werden kann, gibt es aber nicht.

Tempolimit für ICE - Blödsinn

Hustensaft, Mittwoch, 21.08.2024, 19:46 (vor 806 Tagen) @ Rook

Wer erinnert sich noch an Eschede? Es war schon bezeichnend, dass die Ersatzzüge, die ICEs waren ja alle mit Fahrverbot belegt, den ICE-Fahrplan halten konnten, obwohl deren Höchstgeschwindigkeit 200 km/h betrug - und der Fahrzeitansatz ist seit damals ohnehin tendenziell größer geworden ...

Wenn man also generell das Tempo absenken will, schafft man einerseits mehr Fahrzeitreserven, was die Pünktlichkeit erhöhen könnte, dummerweise belegt man damit aber auch mehr Trassen, was wiederum die Durchlässigkeit negativ beeinflusst, von Folgeproblemen wie dem Umstand, dass ein planmäßiger ICE einen hinter ihm fahrenden verspäteten ICE auf diesem Weg ausbremsen würde - nicht überall sind Überholungen möglich, davon abgesehen sind Überholungen für die Pünktlichkeit ja nun auch wieder abträglich -, ganz abgesehen. Und dann wären da noch die verlängerten Fahrzeiten, die das System Bahn unattraktiver machen, platzende Anschlüsse im Fernverkehr selbst, aber auch im Regionalverkehr ... es ist eben alles nicht so einfach.

Mit derselben Logik könnte man auch fordern, dass weniger Güterzüge auf die Strecke geschickt werden, die verstopfen auch viele Trassen, die Lokführer könnte man im Personenbereich gebrauchen, ...

Tempolimit für ICE - Blödsinn

Christian_S, Mittwoch, 21.08.2024, 21:06 (vor 806 Tagen) @ Hustensaft

Wer erinnert sich noch an Eschede? Es war schon bezeichnend, dass die Ersatzzüge, die ICEs waren ja alle mit Fahrverbot belegt, den ICE-Fahrplan halten konnten, obwohl deren Höchstgeschwindigkeit 200 km/h betrug - und der Fahrzeitansatz ist seit damals ohnehin tendenziell größer geworden ...

Konnten sie nicht. Damals waren die Fahrzeiten gerade auf der Linie 25 noch deutlich straffer als heute. Daher setzte man die lokbespannten Ersatzzüge vorrangig auf den Linien 20 und 22 ein, da diese schon immer etwas entspanntere Fahrzeiten hatten, dennoch aber mit 200 km/h immer ein paar Minuten Verspätung sammelten. Vor allem zwischen Kassel und Hannover.

Erst als ab ca 2000 die Fahrzeiten auf der SFS länger wurden war ein Fahren mit 200 km/h so einigermaßen pünktlich möglich.

Tempo 0 = 100% Pünktlichkeit

Fulda_NBS, Mittwoch, 21.08.2024, 21:42 (vor 806 Tagen) @ Rook

- kein Text -

Bin für 120

Barzahlung, Mittwoch, 21.08.2024, 22:27 (vor 806 Tagen) @ Rook

Bringt das den Erfolg?

Absolut!

Schau,
ein ICE braucht auf der Fahrt von Köln nach Berlin so viel Strom wie ein Mehrfamilienhaus im ganzen Jahr. Ich finde, das passt einfach nicht mehr in die Zeit und darüber muss auch gesprochen werden, 120 fahren tut niemandem weh.

Wenn dann nachfragebedingt auch noch Zugleistungen entfallen können, wird umso mehr Strom gespart. Der Strompreis sinkt, Anfahr- und Bremsvorgänge entfallen, der Güterverkehr wird beschleunigt, die Kapazität wird erhöht. Das gibt auch der Wirtschaft Impulse.

Letztlich spart sich der Bund so auch das Geld für aufwendige Streckeneubauten, das man sinnvoll investieren kann, z.B. in den Ausbau der BAB2 oder eine Neuauflage des Tankrabatts.

Aber auch im Regionalverkehr bitte!

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Mittwoch, 21.08.2024, 22:36 (vor 806 Tagen) @ Barzahlung

Hey.

Die 120 im FV unterstütze ich voll! Bevor jetzt aber nachher der Regio den ICE fliegend überholt: im NV müssen die 120 selbstverständlich auch gelten! Allein die 160-Raserei hier beim mir muss dann auch ein Ende haben. Von diesen ganzen 190/200-NV-Geschichten mal ganz zu schweigen!

Wenn der RE 9 Osnabrück Diepholz Bremen dann nur noch Vmax 120 fährt, dann kann man da auch mal Kunden auf die Hasenbahn Osnabrück Vechta Bremen umziehen, die mit 80 daherzuckelt - der Unterschied ist dann ja nicht mehr sooo gravierend!

120 auf der Schiene - freie Fahrt auf der Autobahn: DAS wäre mal ein Statement. Wobei 130 für den Highway da dann auch noch akzeptabel wären - muss man halt Ausschau halten nach der Rennleitung und die (Be-)Lehrer von der linken Spur scheuchen; fetzt!

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Weniger Fahrgäste = mehr Pünktlichkeit

ICETreffErfurt, Eisenach, Donnerstag, 22.08.2024, 02:25 (vor 806 Tagen) @ Rook

Wenn durch die Reduktion des Tempos haufenweise Anschlüsse verloren gehen und dadurch weniger Fahrgäste mitfahren, werden die Züge schon geringfügig pünktlicher.

Haltepunkte nur zum Auf- und Abspringen

плацкарт, Donnerstag, 22.08.2024, 08:54 (vor 805 Tagen) @ Der Blaschke

In alten Filmen sieht man oft, wie der Protagonist neben einem anfahrenden Zug läuft, sich festhält und dann aufspringt.

Wenn ein Zug oder Triebwagen mit einer fairen Geschwindigkeit wie z. B. 10 oder 15 km/h durch einen Dorfhalt durchfährt, kann Zeit eingespart werden. Fahrgäste springen dann auf den Zug auf oder vom Fußtritt ab. Zeit wird auf diese Weise auch gespart und zusätzlich könnte man Güterzüge für den Passagierverkehr freigeben.

Fußlahme würden dann von einem Aufzugersatz-Kleinbus befördert werden wie neuerdings Muva von der BVG.

Aber auch im Regionalverkehr bitte!

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Donnerstag, 22.08.2024, 19:16 (vor 805 Tagen) @ Der Blaschke

Ich plädiere für 90 auf Hauptbahnen für Nahverkehr und 130 für den ICE, damit er auch mal effektiv überholen kann. Auf Nebenbahnen mit Schienenbus-Charme sollte aber gelten: Nie schneller als das Moped des Dorfpolizisten!

Und im Flugverkehr gelten bitte die Flugzeiten der Lufthansa mit Convair und Lockheed von 1953.

Dazu Schluss mit Klimaanlagen in Zügen und Hotels. In Autos sowieso. Übersetzfenster und "fließend Wasser im Bad" müssen im Werbeprospekt als Qualitätsmerkmale reichen.

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Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Nein, Denkfehler: Regio muss *schneller* sein...

loco_mo, Plüschetage, Freitag, 23.08.2024, 13:17 (vor 804 Tagen) @ Der Blaschke

...damit die Verluste durch die Zwischenhalte durch Sprinten zwischendurch egalisiert werden.

(Die Idee mit den 10-15 km/h und durchfahren ist natürlich auch gut, führt aber auch schon zu Geschwindigkeitseinbrüchen).

Das Ganze ist allerdings leider schon erfunden, hieß früher "trassenparalleles Fahren" (1990er Jahre Hannover-Braunschweig), jetzt ists "Geschwindigkeitsharmonisierung".

Ja, die Plüschetage ist Euch natürlich voraus, *hier* wird die Bahn von morgen gestaltet!

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