Sitze in anderem Zug - Zugbegleiter sagt nix (Allgemeines Forum)

milos6, Leipzig, Sonntag, 14.07.2024, 10:18 (vor 786 Tagen)

Guten Morgen,
neulich hatte ich einen IC-Supersparpreis von Leipzig nach Dresden. Weil mein Kumpel aus Bamberg verspätet in Leipzig eintraf sind wir halt mit dem nächsten ICE in die sächsische Landeshauptstadt gefahren.
Bei der Ticketkontrolle hat der Zugbegleiter überhaupt nicht gezuckt.
Frage: Müsste da nicht „ein rotes Lämpchen“ aufleuchten in seinem Display?

Hättest du lieber ein EBE bezahlt?

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 14.07.2024, 10:49 (vor 786 Tagen) @ milos6

- kein Text -

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Weg mit dem 4744!

+1

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 14.07.2024, 10:55 (vor 786 Tagen) @ JeDi

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Sitze in anderem Zug - Zugbegleiter sagt nix

Fernverkehr1991, Sonntag, 14.07.2024, 11:07 (vor 786 Tagen) @ milos6

Guten Morgen,

ich denke, dass da bei den meisten Kolleg:innen Ernüchterung
eingekehrt ist und man allgemein dank der betrieblichen Lage
jeden Tag einfach froh ist, wenn
1. überhaupt ein Ticket vorhanden und
2. kein Nahverkehrsticket vorhanden ist.

So meine persönliche Einschätzung als Mitarbeiter bei DB Fernverkehr.

Mit besten Grüßen

So isses. So geht's.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 14.07.2024, 13:49 (vor 785 Tagen) @ Fernverkehr1991

Guten Tag.

ich denke, dass da bei den meisten Kolleg:innen Ernüchterung
eingekehrt ist und man allgemein dank der betrieblichen Lage
jeden Tag einfach froh ist, wenn
1. überhaupt ein Ticket vorhanden und
2. kein Nahverkehrsticket vorhanden ist.

So meine persönliche Einschätzung als Mitarbeiter bei DB Fernverkehr.

So isses. Wie sagte mal eine Schaffnerin zu mir: mittlerweile sei sie schon froh, wenn der Dienst wenigstens planmäßig beginne! Mehr erwarte sie schon gar nicht mehr.

Zu den o.g. Aspekten gehört dann auch, dass das Personal natürlich nicht unglücklich darüber ist, wenn der Fahrgast sich selbst behilft und keine Nachfragen und Bitten oder gar Forderungen hat.

Wenn mir Fahrgäste im Rahmen der Befragungen ihre Erlebnisse ausführlichst schildern wollten, dann hatte ich natürlich nicht immer die Zeit für ausgiebige Plaudereien. Es ließ sich aber immer elegant abkürzen, wenn ich dem Fahrgast erklärte, dass ich all seine Erlebnisse ja auch erlebe - im Gegensatz zu ihm nicht nur eine Fahrt, sondern den ganzen Dienst! Dann staunen die Fahrgäste immer - soweit haben sie noch gar nicht darüber nachgedacht. Da mache ich ihnen klar, dass wir schlussendlich doch im selben Boot sitzen und wir gemeinsam unter dem Chaos leiden. Und es darum sinnvoll ist, dass wir einigermaßen friedlich und gemeinsam versuchen, bestmögliche Lösungen zu finden.

In der Regel funktioniert das dann ganz gut. Der Fahrgast fühlt sich ernstgenommen und versteht auch, dass der - hier vermeintliche - Bahner auch nur ein Mitleidender ist.

Jeder Bahner, der für DB Fern arbeiten muss, hat mein vollstes Mitgefühl. Und ich bewundere immer ganz ernsthaft die, die da noch immer mit Engagement unterwegs sind.

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Sitze in anderem Zug - Zugbegleiter sagt nix

Weiler, Sonntag, 14.07.2024, 11:30 (vor 786 Tagen) @ milos6

Offensichtlich war wohl die Zugbindung mal wieder aufgehoben, wie gefühlt bei 90% der SP und SSP. Da schaut man schon gar nicht mehr hin!

Du bist auf deinen Betrug stolz?

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 14.07.2024, 12:24 (vor 785 Tagen) @ milos6

Hey.

Wäre nice, würde die mitlesende DB Anzeige erstatten. Dazu Hausverbot. Fertig.

Es wird immer irrer: erst betrügt man mit vollster Ansicht - und anschließend empört man sich darüber, dass man nicht beanzeigt wurde.

Wahrscheinlich beschwert man sich dann noch bei der DB.

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Du bist auf deinen Betrug stolz?

milos6, Leipzig, Sonntag, 14.07.2024, 12:36 (vor 785 Tagen) @ Der Blaschke

Formaljuristisch ist es wohl ein "Betrug" gewesen.
Allerdings bin ich ja nicht "freiwillig" später gefahren, sondern weil mein Kumpel mit einem DB-Zug verspätet in Leipzig ankam.
Lieber wären wir pünktlich in Dresden angekommen bei der gebuchten Stadtführung...

Es bringt nichts, das rechtfertigen zu wollen.

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 14.07.2024, 13:00 (vor 785 Tagen) @ milos6
bearbeitet von J-C, Sonntag, 14.07.2024, 13:02

Ja, aber selbst im achso tollen Tschechien würde ich mir 1-2 Stunden Puffer genehmigen, um auf jeden Fall eine Zugbindung nicht zu verpassen (oder man nutzt ein Flexticket, wie der Standardpreis bei der ČD heutzutage heißt). Das ist eben der Preis, wenn man günstig fährt. Das ist schon dein Verschulden, wenn du so eine Planung hast, die auch außerhalb Deutschlands ganz schön schief gehen kann. Und in Deutschland kriegst du (für mehr Geld) dann eben auch die Möglichkeit, jedenfalls mit gültiger Fahrkarte auch einen anderen Zug als gebucht zu wählen.

Dass dein Kollege nicht pünktlich war, ist an und für sich kein Anlass für die Aufhebung der Zugbindung.

Und wenn dein Zug halt nicht so verspätet ist, dass deine Zugbindung aufgehoben ist…

Du hast halt in dem Fall Glück gehabt, hättest nichts sagen müssen, not a big deal. Aber jetzt hast du das halt zum Thema gemacht. Was hättest du denn erwartet?

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+1

ICE-Fahrt2810, Sonntag, 14.07.2024, 13:04 (vor 785 Tagen) @ J-C

Genau ich verstehe auch nicht, warum man damit hausieren geht. Es hat für ihn ja trotzdem funktioniert, dann würde ich das nicht noch thematisieren.

Du hättest ja problemlos pünktlich fahren können?

JeDi, überall und nirgendwo, Sonntag, 14.07.2024, 13:01 (vor 785 Tagen) @ milos6

- kein Text -

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Erneut Zustimmung!

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 14.07.2024, 13:03 (vor 785 Tagen) @ JeDi

- kein Text -

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So geht's trotzdem nicht.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Sonntag, 14.07.2024, 13:29 (vor 785 Tagen) @ milos6
bearbeitet von Der Blaschke, Sonntag, 14.07.2024, 13:32

Guten Tag.

Formaljuristisch ist es wohl ein "Betrug" gewesen.
Allerdings bin ich ja nicht "freiwillig" später gefahren, sondern weil mein Kumpel mit einem DB-Zug verspätet in Leipzig ankam.

Das habe ich schon verstanden.

Wo wäre jetzt das Problem gewesen, bei Halt des Zuges den Schaffner anzusprechen und zu fragen, ob die Mitfahrt mit deinem ungültigen Ticket aufgrund des Zusammenhangs in Ordnung geht? Warum setzt man sich kommentarlos in den Zug und wartet ab, was so passieren wird oder auch nicht? Warum redet man dann miteinander, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, anstatt vorher eben die Sache zu klären - zumal es vorab dann freundlich gelöst werden kann, während es im Konfliktfall in der Regel unfreundlich wird.

Ich verstehe das Problem und die Idee durchaus - habe aber NULL Verständnis dafür, dann einfach zu betrügen. Da kann man VORHER mit dem Personal reden. Das sind auch Menschen. Die ertragen das Chaos ihres Arbeitgebers arbeitstäglich deutlich ausgiebiger als jeder Fahrgast, können des Fahrgastes Dilemma also oft nachvollziehen und werden zu 99,9% bei anständig vorgetragenen, nicht völlig überzogenen Bitten durchaus für kulante Lösungen zugänglich sein. Und wenn man auf den einen von 16.000 trifft, der die Kulanz ablehnt, dann hat man in dem Augenblick halt Pech gehabt.

Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Exzellent formuliert!

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 14.07.2024, 14:18 (vor 785 Tagen) @ Der Blaschke

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okay, ihr habt ja recht.

milos6, Leipzig, Sonntag, 14.07.2024, 13:15 (vor 785 Tagen) @ Der Blaschke

- kein Text -

Danke. Keine große Sache dann :)

J-C, In meiner Welt, Sonntag, 14.07.2024, 13:18 (vor 785 Tagen) @ milos6
bearbeitet von J-C, Sonntag, 14.07.2024, 13:20

Allzeit gute Fahrt wünsche ich dir dann. Deutschland zu bereisen macht immer Freude mit der richtigen Einstellung, das wird dir hoffentlich niemand wegnehmen.

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