[CH] Die grosse Verlangsamung 2035 (Allgemeines Forum)
Bekanntlich ist das Konzept Wankkompensation in den Twindexx-Zügen gescheitert, es wird darauf verzichtet. Schnellere Kurvengeschwindigkeiten sind dadurch unmöglich. Auch die Neigezüge erreichen das Ende ihrer Einsatzzeit und werden durch normale Züge ersetzt. Auch die Haltezeiten steigen wegen grossen Andrang leicht. Und die Gleise werden immer voller.
Das alles führt dazu, dass sich bis 2035 viele Fahrzeiten verlängern (PDF). Verbesserungen gibt es nur an zwei Stellen, wo neue Tunnels gebaut werden (Zürich - Winterthur und Neuchatel - La Chaux-de-Fonds). Noch schlechter sieht der Vergleich zu den älteren Plänen aus, viele vorgesehene Verbesserungen entfallen.
Die gute Nachricht ist aber eine enorme Steigerung der Kapazitäten (PDF), für die das viele Geld ausgegeben wird. Allein im Fernverkehr gibt es 18 neue Halbstundentakte und 9 Viertelstundentakte (bisher gibt es davon keine). Hinzu kommen kommen bis zu 28 (!) neue Viertelstundentakte im Regionalverkehr.
Meine Einordnung: Schade. Mit der Wankkompensation wären Verbesserungen der Knoten St. Gallen und Lausanne möglich gewesen. Aber die Stabilität und die Kapazität des Netzes müssen Priorität haben; die Effekte von zu hochtrabenden Plänen sieht man teilweise in anderen Ländern. Wenigstens gibt es indirekte Fahrzeitverkürzungen durch bessere Takte: Wenn man den Zeitpunkt der Fahrt nicht frei wählen kann, dann bringt eine Umstellung auf Halbstundentakt 15 Minuten (statt durchschnittlich 30' Wartezeit nur noch 15') und eine Umstellung auf Viertelstundentakt immerhin noch 7.5' (statt 15' Wartezeit nur noch 7.5').
[CH] Die grosse Verlangsamung 2035
Vielen Dank für die spannenden Links! Tatsächlich sehr spannend und zum grössten Teil auch nachvollziehbar. Fehlende WAKO und die vielen zusätzlichen Takte machen fahrbare Beschleunigungen sicher nicht einfacher. Die Fahrzeit Zürich - Luzern sticht für mich allerdings hervor. Neu sind es 42 statt wie bisher 41 Minuten, trotz:
- Zimmerberg-Basistunnel 2 (Thalwil - Baar, Litti)
- Drittes Gleis zwischen Baar und Zug (gehört offensichtlich zum Projekt? Quelle)
- Ausbau des Bahnhofs Ebikon mit vier statt zwei Gleisen (evtl. noch unsicher? Quelle)
Ziemlich klar ist sicher, dass der Durchgangsbahnhof im Ausbauschritt 2035 (Zeithorizont 2040) noch nicht Realität sein wird. Allenfalls bekommt man die Kreuzungskonflikte am Rotsee nicht besser in den Griff oder rechnet bereits mit baustellenbedingten Verzögerungen?
[CH] Fehlende Beschleunigung durch Zimmerberg-Basistunnel II
Die Fahrzeit Zürich - Luzern sticht für mich allerdings hervor. Neu sind es 42 statt wie bisher 41 Minuten, trotz:
- Zimmerberg-Basistunnel 2 (Thalwil - Baar, Litti)
Ja, der sollte inklusive Auslassung Thalwil sechs Minuten sparen.
Drittes Gleis zwischen Baar und Zug (gehört offensichtlich zum Projekt? Quelle)
Das dient meines Wissens der Verlängerung der S2 bis Baar und sollte auf die Fahrzeiten kaum Einfluss haben.
Ziemlich klar ist sicher, dass der Durchgangsbahnhof im Ausbauschritt 2035 (Zeithorizont 2040) noch nicht Realität sein wird. Allenfalls bekommt man die Kreuzungskonflikte am Rotsee nicht besser in den Griff oder rechnet bereits mit baustellenbedingten Verzögerungen?
Ist wohl die enorme Auslastung der Strecke zwischen Rotkreuz und Zug. Wenn ich das Dokument richtig verstehe, sind es dort zwölf (!) Züge pro Stunde (4x IC Luzern-Zug-Zürich, 4x RE Rotkreuz-Zug-Zürich, 4x Stadtbahn) auf einer zweigleisigen Strecke. Da bleibt einfach zwischen den Stadtbahnen kaum noch Platz für schnelle Züge. Ich vermute, die ICs und IRs müssen dann langsamer fahren als heute und gleichen das erst in Tunnel wieder aus. Aber vielleicht lese ich das Dokument falsch, ich sehe nicht, wie man einen neuen Viertelstundentakt über die nur zwei Gleise in den Bahnhof Luzern kriegen will.
Auch kann es sein, dass die dann stark ausgelasteten Zufahrten in Zürich und vor allem Luzern keinen anderen Fahrplan zuliessen.
Oder vielleicht ist der Betrachtungszeitpunkt einfach ohne Zimmerberg-Basistunnel II?
Zimmerberg-Basistunnel II Inbetriebnahme 2037
Oder vielleicht ist der Betrachtungszeitpunkt einfach ohne Zimmerberg-Basistunnel II?
In einer vom Kanton Zug veröffentlichten Zeitleiste wird eine Inbetriebnahme im Jahr 2037 aufgeführt.