Beobachtungen und sentimentale Anmerkungen zum Radtransport (Allgemeines Forum)

TUI-Ferienexpress, Samstag, 18.05.2024, 23:27 (vor 902 Tagen)

Guten Abend,

mir ist aufgefallen, dass immer mehr Mountainbikes überberbreite Lenker haben.
Dies führt nach meiner Beobachtung zu Problemen, die Räder beispielsweise im ICE in die vorgesehenen und vorgeschriebenen Halterungen ein- und auszuhängen - auch wenn ein Rad mit normal breitem Lenker neben einem solchen MTB hängt.
Wenn dann noch ein MTB-Fahrgast sein Rad an die Halterung gekettet hat und einen Sitzplatz nicht gerade in der Nähe der Fahrradstellplätze gewählt/reserviert hat, ....

Mir ist schon klar, dass der durchschnittliche Erlös zweier Sitzplätze größer sein wird, als eine annähernd flächengleiche Radstellplatzreservierung, so denkt vermutlich die Chefetage.

Doch beweist die DB - Führung angesichts des Fahrradbooms nicht eine erschreckende eingeschränkte Realitätswahrnehmung?
Meine Frau benötigte jedenfalls für die Buchung eines Stellplatzes München - Dortmund am 31.5. mehrere Stunden, bis eine buchbare Fahrtmöglichkeit mit nur einem Umstieg gefunden war, selbst Ankünfte nach Mitternacht oder Abfahrten vor 7 Uhr waren - jedenfalls gestern - als ausreserviert angezeigt.

Bedenkt die DB - Chefetage, dass der Erlös unbenutzter Sitzplätze, weil potentielle Fahrgäste, da die Stellplätze nicht verfügbar sind, das Auto wählen, geringer ist, als die Einnahmen aus Stellplätzen und Fahrkarten?
Man könnte ja auch über Multifunktionsabteile mit Klappsitzen nachdenken...

Ältere Forumsmitglieder, wie ich, erinnern sich vielleicht an die Gepäckwagen in den Zügen der Gattungen "D" und "FD".Wenn es nicht sentimentale Realitätsüberblendung ist, haben eine kurze Zeit lang auch die Alpen-See-Express Gepäckwagen zum Transport etwa von Rädern und Surfbrettern geführt...

Früher war aber nicht alles besser: Die Ladewagenschaffner, die die Räder entgegen nahmen, gingen manchmal durchaus ruppig mit dem anvertrauten Rädern um, es mussten ja auch noch Reisegepäck (Hermes gab es noch nicht) und manchmal auch Brieftauben und Junggeflügel im FD befördert werden...

Beobachtungen und sentimentale Anmerkungen zum Radtransport

frank_le, Sonntag, 19.05.2024, 06:59 (vor 902 Tagen) @ TUI-Ferienexpress
bearbeitet von frank_le, Sonntag, 19.05.2024, 07:01

Aus finanziellen Gründen sollte man die Radstellplätze komplett abschaffen. Für einige Euro wird die Fläche von zwei Plätzen blockiert.

Die Hälfte.des.Jahres steht die Fläche leer da kein Bedarf da ist.

Jeder Stellplatz weniger bedeutet weniger Verlust. Die Sitzplätze werden auch ohne Räder belegt.

Alternativ sollte man immer ein normales Ticket + Reservierung zur Fahrradmitnahme im Fernverkehr verlangen.

Beobachtungen und sentimentale Anmerkungen zum Radtransport

плацкарт, Sonntag, 19.05.2024, 07:13 (vor 902 Tagen) @ frank_le

Nicht nur überbreite Lenker sind eine Dimension des Fahrradwachstums. Riesenrahmen für große Menschen, fat tyre bikes, Gepäckträger, E-Bikes. Pedelecs, Lastenfahrräder...
Dann gibt es Riesenkinderwagen, manche davon gleichzeitig Fahrradanhänger.
Während Fahrräder immer teurere Konsumgüter sein dürfen, ist Fahrradtransport mit "nebenbei" und "soll nichts kosten" assoziiert. Eigene Infrastruktur in Form von auf Fahrradfahrer spezialisierten Bussen oder Schienenfahrzeugen wird es kaum geben.

Fahrradtransport ist - in unseren Breiten - in mehreren Dimensionen saisonal und hat häufig eine Richtung zu einer Zeit. Mit möglichst verschiedenen Zügen koppelbare Fahrradanhänger wären eine Lösungsmöglichkeit, wenn sie nicht unverhältnismäßig teuer wären. Die Mitnahmemöglichkeit in manchen ICE ist jetzt schon zeit- und arbeitsaufwendig fürs Personal.

Ich sehe keine einfache Lösung.

Beobachtungen und sentimentale Anmerkungen zum Radtransport

Alibizugpaar, Köln (im Herzen immer noch Göttinger), Sonntag, 19.05.2024, 16:27 (vor 902 Tagen) @ frank_le

Sollten wir dann aber auch für große Gepäckstücke so regeln. Erlaubt ist in Zügen nur noch, was zwischen die eigenen Beine passt, auf den Schoß oder oben über dem Sitz auf die Ablage gehoben werden kann. Extra Gepäckregale nehmen Sitzplätze weg und rauben Zeit beim Fahrgastwechsel.

Zufrieden?

--
Gruß, Olaf

"Die Reise gleicht einem Spiel; es ist immer Gewinn und Verlust dabei und meist von der unerwarteten Seite."

Goethe an Schiller 1797

Schrankkoffer vs. Fahrrad

Alter Köpenicker, BSPF, Montag, 20.05.2024, 06:59 (vor 901 Tagen) @ Alibizugpaar

Sollten wir dann aber auch für große Gepäckstücke so regeln. Erlaubt ist in Zügen nur noch, was zwischen die eigenen Beine passt, auf den Schoß oder oben über dem Sitz auf die Ablage gehoben werden kann. Extra Gepäckregale nehmen Sitzplätze weg und rauben Zeit beim Fahrgastwechsel.

Das wäre auch mein Argument. Während der Schrankkoffer kostenlos reist, entrichtet das Fahrrad wenigstens noch einen kleinen Unkostenbeitrag und wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat nicht so viel Gepäck. Ein Grund, warum ich noch nie ein Fahrrad im ICE transportiert habe und damit, wenn überhaupt, nur im Regionalverkehr anzutreffen bin. Wobei im Regionalverkehr die Mitnahmemöglichkeiten gegenüber dem Fernverkehr meist sehr viel großzügiger sind. Allerdings habe ich auch schon oft damit geliebäugelt, das Fahrrad im ICE mitzunehmen und das Gepäck vorauszuschicken.

Schrankkoffer vs. Fahrrad

bahnfahrerofr., Montag, 20.05.2024, 10:30 (vor 901 Tagen) @ Alter Köpenicker

Ein Grund, warum ich noch nie ein Fahrrad im ICE transportiert habe und damit, wenn überhaupt, nur im Regionalverkehr anzutreffen bin. Wobei im Regionalverkehr die Mitnahmemöglichkeiten gegenüber dem Fernverkehr meist sehr viel großzügiger sind.

Du musst aber auch zugeben, dass die Mitnahme im NV spätestens seit dem D-Ticket vielerorts zum unkalkulierbaren Abenteuer geworden ist. Auf irgend welchen Nebenbahnen mag das nicht gelten, aber da hat man sowieso keine Wahl zwischen FV und NV

Auch bis 2019 war es doch schon so, dass die Radmitnahme im NV auf einigen Verbindungen kritisch war. Ich denke zum Beispiel an die schon immer unterdimensionierten Möpse auf dem RE Nürnberg - Würzburg mit dämlich konstruierten Radplätzen und die 612er bei Ausflugswetter am Main.

Schrankkoffer vs. Fahrrad

Alter Köpenicker, BSPF, Dienstag, 21.05.2024, 03:21 (vor 900 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Du musst aber auch zugeben, dass die Mitnahme im NV spätestens seit dem D-Ticket vielerorts zum unkalkulierbaren Abenteuer geworden ist.

Ja, das gebe ich gerne zu, zumal es auch vor dem D-Ticket oft schon kritisch war. In den RE an die Ostsee (RE 3, RE 5) wurde in letzter Zeit die Kapazität drastisch erhöht und es finden sich in nahezu jedem Wagen Stellplätze. Außerdem wurden die Klappsitze auf einer Seite verriegelt, damit sich dort niemand niederlassen kann.

Beobachtungen und sentimentale Anmerkungen zum Radtransport

frank_le, Montag, 20.05.2024, 12:06 (vor 901 Tagen) @ Alibizugpaar

Sollten wir dann aber auch für große Gepäckstücke so regeln. Erlaubt ist in Zügen nur noch, was zwischen die eigenen Beine passt, auf den Schoß oder oben über dem Sitz auf die Ablage gehoben werden kann. Extra Gepäckregale nehmen Sitzplätze weg und rauben Zeit beim Fahrgastwechsel.

Zufrieden?

Nö.

Was man ohne fremde Hilfe verstauen kann sollte mitgenommen werden können (im Rahmen bestimmter Größen max 120 cm Länge)

Im Fernverkehr gibt es z.B zwischen den Sitzen meist leere Abstellflächen für Gepäck.

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