Smartphone laut - wie damit umgehen? (Allgemeines Forum)

плацкарт, Donnerstag, 16.05.2024, 09:19 (vor 694 Tagen)
bearbeitet von плацкарт, Donnerstag, 16.05.2024, 09:20

Es ist kein Problem der 1. Klasse im ICE Sprinter...
Häufige Nahverkehrsnutzer werden es kennen: Eltern, die ihr zweijähriges Kind auf polterige Smartphonegeräusche eingestellt haben, Videocall ohne Kopfhörer oder einfach Tiktok-Shorts am laufenden Band.
Wie geht ihr damit um?
Wäre das nicht mal ein Thema für regelmäßige Durchsagen?
Ich habe das Gefühl, dass es immer mehr ins Normale kippt.

Ist das eine neue Seuche wie einst das Rauchen zwischen den Wagen oder auf dem Klo?

Disclaimer: Die Bahn wird in diesem Post nicht gebasht. Sie kann nichts für ihre Passagiere. Das Gespräch zwischen Menschen und das fröhliche analoge Kinderspiel sei allen weiter gegönnt.

Reden?

wachtberghöhle, Donnerstag, 16.05.2024, 09:27 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Disclaimer: Die Bahn wird in diesem Post nicht gebasht. Sie kann nichts für ihre Passagiere. Das Gespräch zwischen Menschen und das fröhliche analoge Kinderspiel sei allen weiter gegönnt.

Darin steckt doch die Lösung...
"[...]Gespräch zwischen Menschen[...]"

Smartphone laut - wie damit umgehen?

oliverkulmbach, Donnerstag, 16.05.2024, 09:48 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Den Eindruck habe ich auch und nicht nur gefühlt. Tatsächlich sogar schon von meinem Sitzplatz aus gesehen von 3 Seiten beschallt, 2x TickTock, 1x Gespräch.

Teilweise buche ich sogar (wenn möglich) ein Upgrade für das Deutschlandticket in die 1. Klasse um dem ganzen zu umgehen. Ein Ansprechen der Betroffenen halte ich in den meisten Fällen für aussichtslos (oftmals Verständigungsprobleme) und in manchen Fällen sogar für Gefährlich. Dann kommt noch dazu dass ich manchmal die ganze Fahrt über damit beschäftigt wäre, denn es steigt ja immer wieder jemand dazu.

Ich hatte vor das Thema hier in dieser Gruppe schon anzusprechen, da ich es doch für ein immer größeres Problem werdend sehe. Dachte bis jetzt aber ich bin da einfach zu empfindlich und als Landkind vielleicht anderes gewohnt als wenn ich in der Großstadt damit aufgewachsen wäre :-)

Erlebe ich zu selten

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 16.05.2024, 09:49 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Ich bin generell etwas faul, solange ich nur gelegentlich drauf stoße, dann werde ich eventuell nett fragen, ob man etwas leiser sein kann.

Naja und zur Not habe ich meine Kopfhörer.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Smartphone laut - wie damit umgehen?

JanZ, HB, Donnerstag, 16.05.2024, 10:13 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Meistens habe ich auch keine Lust, die Leute damit zu konfrontieren, aber wenn ich freundlich gefragt habe, ob sie es nicht leiser machen bzw. Kopfhörer benutzen können, haben sie es bisher immer gemacht. Und es ist auch nicht so, dass ich sowas ständig erleben würde.

Gespräch zwischen Menschen

плацкарт, Donnerstag, 16.05.2024, 10:19 (vor 694 Tagen) @ wachtberghöhle

Es ist anstrengend auf vielen Fahrten mehrmals entsprechende Leute anzusprechen. Die Erfahrung dabei ist, dass das Lauthören als ihr Recht und als normal angesehen wird.

Versuchen kann sich trotzdem lohnen wenn es stört

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 16.05.2024, 10:21 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Vor allem hast du das ja nicht tagtäglich.

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analoges Kinderspiel?

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 16.05.2024, 11:01 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Hey.

das fröhliche analoge Kinderspiel sei allen weiter gegönnt.

Das sehen etliche Fahrgäste aber ganz anders. Kinder, die durch den Zug laufen und sowas wie verstecken/fangen spielen und/oder, wenn jünger, sie über den Boden krabbeln, werden dann als nervig empfunden. Öfters schon wurde ich als Fahrgastbefrager angesprochen, ich möge die Kinder doch zur Ordnung rufen.

Hab dann immer geantwortet, dass mir das Herumgetose und Herumgetrolle deutlich lieber ist, als dass man sie vor's Smartphone setzt, wo sie in den Ballerspielen schon mal üben können, wie es später in echt läuft.

Echte Einsicht oder gar Verständnis erntete ich selten. Da ist das Smartphonegedaddel eher anerkannt.

Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

analoges Kinderspiel?

J-C, In meiner Welt, Donnerstag, 16.05.2024, 11:12 (vor 694 Tagen) @ Der Blaschke

Total! Als ich im polnischen Zug war und ein Kind den Zug erkundet hat und auf die Sitze stieg, hab ich mich gefreut, dass da wer noch die Welt entdeckt und damit glücklich wird. Ich find‘s schön, wenn Kinder Spaß haben :)

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Smartphone laut - wie damit umgehen?

BGSMH, Donnerstag, 16.05.2024, 11:16 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Autofahren oder 1. Klasse.

Im Übrigen ist ja bekannt, dass die Integration in vielen Teilen des Landes sagen wir mal vor Herausforderungen steht. Wenn du dazu einen Beitrag leisten willst, dann würde ich es mit höflichem Ansprechen versuchen. Kannst ja mal Teilen, ob das fruchtet.

Dass die Zugbegleiter hier was unternehmen werde wage ich zu bezweifeln. Wie man den Nachrichten entnehmen kann gehen die Angriffe auf sie ja Jahr für Jahr hoch. Die anekdotische Evidenz ist, dass als Reaktion bestimmte Fahrgastgruppen nicht mehr kontrolliert werden.

Du nennst indirekt das Problem.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Donnerstag, 16.05.2024, 11:20 (vor 694 Tagen) @ JanZ

Hey.

aber wenn ich freundlich gefragt habe, ob sie es nicht leiser machen bzw. Kopfhörer benutzen können, haben sie es bisher immer gemacht.

Du nennst das Schlüsselwort: freundlich.

Du bist alt und kennst diese Kulturtechnik noch: FREUNDLICH miteinander reden.

Guck einen Abend den BLAULICHT-REPORT irgrndwo auf RTLnochwas - und du weißt, was ich meine. Oder denkt an die guten alten Talkshows. Bärbel, Britt, Arabella - wie hießen die alle ... Wer nun sowas täglich konsumiert und inhaliert ... - da weiß man: mit vernünftiger, sachlicher, höflicher Ansprache wird das nichts ...


Schöne Grüße von jörg

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Smartphone laut - wie damit umgehen?

OnkelTom, Donnerstag, 16.05.2024, 11:23 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Hallo in die Runde,

mein Eindruck ist ziemlich genau der vonплацкарт. Es mag sich stark nach Region und Linie unterscheiden, aber ich hatte in den letzten Monaten sehr viele unangenehme Erlebnisse dieser Art, Tendenz stark steigend. Das Unrechtsbewusstsein fehlt teils komplett. Manchmal führt eine freundliche Bitte sofort zum Ziel, sehr oft nicht und dann sind Feindseligkeiten oder gar Bedrohungssituationen keine seltene Folge.
Die Idee mit den Durchsagen fände ich sehr gut, auch flächendeckende Aufkleber, wie es sie mancherorts gibt, könnten helfen.
Über welchen Weg könnte man diesbezüglich etwas erreichen?

Natürlich ist all dies ein Teil der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, aber das heißt ja nicht, dass man es einfach hinnehmen sollte.


Grüße, Thomas

Smartphone laut - wie damit umgehen?

Sanformatiker, Donnerstag, 16.05.2024, 11:26 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Schaffe dir gute Kopfhörer mit Active Noise Cancelling an… Die Bahn setzt ja die Ruhe nicht mal in den Ruhebereichen durch - und woanders ist das alles ja auch erlaubt.

Versuchen kann sich trotzdem lohnen wenn es stört

Berliner65, Berlin, Donnerstag, 16.05.2024, 11:29 (vor 694 Tagen) @ J-C

Vor allem hast du das ja nicht tagtäglich.

Doch!
Die Fahrten, bei denen die beschriebenen Dinge nicht auftreten, haben bei mir Seltenheitswert. Weitere persönliche Erfahrung (andere Reisende können andere haben): es ist ebenso egal, ob man 1. Klasse oder 2. Klasse fährt und es bestehen keine besonderen Unterschiede zwischen NV und FV.

Ich habe meine heutigen 640 bahn-km noch vor mir. Ohne NC-Kopfhörer wäre es eine Qual.

--
Mit Interrail unterwegs ab 03.07.!

Smartphone laut - wie damit umgehen?

bahnfahrerofr., Donnerstag, 16.05.2024, 12:00 (vor 694 Tagen) @ плацкарт

Es ist kein Problem der 1. Klasse im ICE Sprinter...
Häufige Nahverkehrsnutzer werden es kennen [...]

Ich empfinde es auch insbesondere seit dem D-Ticket als extrem zunehmend. Eventuell wird der Eindruck aber auch dadurch verfälscht, dass man generell vollere Züge hat und sich nicht mehr so gut aus dem Weg gehen kann.

Dass die FV-1.Klasse einen vor sowas schützt, will ich aber bezweifeln, ich fahre fast nie erstklassig, wenn doch gab es da aber stets den Typ superwichtiger Dauer-Businesstelefonierer, natürlich auch im Ruhebereich. Mindestens vergleichbar nervig für mich. Insofern finde ich die 2.Klasse im FV meist am angenehmsten, zumindest wenn nicht übervoll.

Das Problem ist klassenlos...

Matze86, München, Donnerstag, 16.05.2024, 13:33 (vor 694 Tagen) @ BGSMH

- kein Text -

Beim Schwarzfahren gebe ich dir recht

плацкарт, Donnerstag, 16.05.2024, 13:52 (vor 694 Tagen) @ Matze86

Ich kennen einen bekennenden Schwarzfahrer, der es lieber in der 1. Klasse macht. Im Zivilleben bringt er Schüler durchs Abitur.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

JanZ, HB, Donnerstag, 16.05.2024, 13:55 (vor 694 Tagen) @ BGSMH

Im Übrigen ist ja bekannt, dass die Integration in vielen Teilen des Landes sagen wir mal vor Herausforderungen steht.

Richtig, an der Integration von Junggesellenabschieden, Fußballfans und anderen alkoholisierten Männergruppen in die Zivilgesellschaft hapert es noch.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

bahnfahrerofr., Donnerstag, 16.05.2024, 14:22 (vor 694 Tagen) @ JanZ

Fußballfäns und JGAler sind lärmmäßig kein Problem, die sind wenigstens klar abgrenzbar und man meidet sie einfach. Problem ist dass die Handy-laut-Fraktion überall ist. Man kann ihnen kaum entkommen

These: die Verfügbarkeit von WLAN und der Preisverfall bei günstigem Datenvolumen hat die Problematik zusätzlich befeuert.

Ansprache

плацкарт, Donnerstag, 16.05.2024, 14:25 (vor 694 Tagen) @ J-C

In der Regionalbahn erlebe ich es jeden zweiten Tag.
Heute zB gab es ein positives Ergebnis beim Ansprechen: ein Heranwachsender mit Videos. Ich sagte ihm, dass er den Ton bitte abschalten möge. Er fragte mich kühl zurück: "Stört (Pronomen habe ich vergessen.) das?" Ich antwortete "Ja."

Es klappte, kostete mich jedoch Nerven. Er hätte auch aggressiv reagieren können. Ihm fehlte vielleicht Problembewusstsein. Ich spekuliere, dass bei ihm zu Hause oder im Klassenzimmer laute Smartphonegeräusche normal und akzeptiert sind.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

JanZ, HB, Donnerstag, 16.05.2024, 14:43 (vor 694 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Fußballfäns und JGAler sind lärmmäßig kein Problem, die sind wenigstens klar abgrenzbar und man meidet sie einfach.

Nicht wenn der Zug ein 642er ist und zufällig an Willingen vorbeifährt. Wobei es in dem Fall keine alkoholisierte Männergruppe war, sondern zwei Frauen, die noch recht nüchtern wirkten. Aber eigentlich wollte ich auch nur dezent darauf hinweisen, dass auch Menschen ohne jeden erkennbaren Migrationshintergrund einem tierisch auf den Zeiger gehen können. Und es gibt auch genug anekdotische Evidenz dafür, dass jene mit einem solchen besonders häufig kontrolliert werden, das sollte sich also mindestens ausgleichen.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

gnampf, Donnerstag, 16.05.2024, 16:07 (vor 694 Tagen) @ OnkelTom

Das Unrechtsbewusstsein fehlt teils komplett.

Unrecht ist es ja nicht, oder kennst du ein Gesetz dagegen? Es ist eher fehlender Anstand oder schlechte Erziehung.
Gab mal eine Studie zu dem Thema. Praktisch jeder hat angegeben, dass ihn Geplärre aus fremden Handylautsprechern nervt. Und die meisten haben angegeben das sie ihre Handylautsprecher gerne mal plärren lassen in der Öffentlichkeit. Es ist also nur ein Fehler wenn es andere machen in der Betrachtung so mancher.

Manchmal führt eine freundliche Bitte sofort zum Ziel, sehr oft nicht und dann sind Feindseligkeiten oder gar Bedrohungssituationen keine seltene Folge.

Bedrohungssituation hatte ich dadurch noch keine einzige, egal ob ich gefordert hab die Füße vom Sitz zu nehmen (ja, da wird gefordert, nicht gebeten) oder drum gebeten hab Kopfhörer zu verwenden / den Lautsprecher abzuschalten. Manchmal kam man dem problemlos nach, manchmal kombiniert mit Diskussionen oder dummen Kommentaren (oder umsetzen weg von mir) und manchmal wird man halt auch komplett ignoriert.

Die Idee mit den Durchsagen fände ich sehr gut, auch flächendeckende Aufkleber, wie es sie mancherorts gibt, könnten helfen.

Was soll das denn bringen? Aufkleber werden eh nicht wahrgenommen, wenn man sich nur mit dem Handy beschäftigt. Die funktionieren als Tür-Defekt-Aufkleber ja schon meist nicht. Und anonyme Durchsagen sollen eher zu einer Änderung des Verhaltens führen als die direkte "Konfrontation"? Wohl kaum, die anonyme Durchsage geht einem doch noch leichter am allerwertesten vorbei.

Über welchen Weg könnte man diesbezüglich etwas erreichen?

Egal welcher Weg das wäre, er wäre komplett sinnfrei. So wie Rauchverbotsschilder am Bahnsteig und dazu passende Durchsagen.

Natürlich ist all dies ein Teil der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, aber das heißt ja nicht, dass man es einfach hinnehmen sollte.

Stimmt, aber du solltest auch nicht von anderen die Lösung dazu erwarten, sondern selbst deinen Teil dazu beitragen. Denn sonst wird sich da auch nichts ändern und du wirst es hinnehmen müssen das es immer mehr wird.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

gnampf, Donnerstag, 16.05.2024, 17:01 (vor 694 Tagen) @ Sanformatiker

Der Tip kann übrigens auch nach hinten losgehen. Die NoiseCanceling-Kopfhörer dämpfen nicht alle Frequenzen gleich gut. Gerade im Bereich der menschlichen Sprache haben die mir bekannten durchaus ihre Probleme. Die Dämpfung der anderen Frequenzen führt dann leider zu einer Empfindlichkeitserhöhung der Ohren. Der störende Mist wird damit womöglich also noch nerviger.
Was anderes ist es natürlich wenn man sich dann selbst Musik über die Kopfhörer abspielt, da reicht schon dezente Lautstärke aus und man wirkt der Empfindlichkeitserhöhung entgegen. Das funktioniert aber womöglich ähnlich gut mit rein passiven Kopfhörern.
Also keine Wunder vom Noise Cancelling erwarten und auf jeden Fall in entsprechender Umgebung erstmal testen.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

OnkelTom, Donnerstag, 16.05.2024, 22:00 (vor 693 Tagen) @ gnampf

Was soll das denn bringen? Aufkleber werden eh nicht wahrgenommen, wenn man sich nur mit dem Handy beschäftigt. Die funktionieren als Tür-Defekt-Aufkleber ja schon meist nicht. Und anonyme Durchsagen sollen eher zu einer Änderung des Verhaltens führen als die direkte "Konfrontation"? Wohl kaum, die anonyme Durchsage geht einem doch noch leichter am allerwertesten vorbei.

Durch Aufkleber und Durchsagen hätte der Bahnbetreiber eindeutig kommuniziert, dass der Handylärm nicht erlaubt oder zumindest nicht erwünscht ist. Das wäre zumindest eine große Argumentationshilfe. Auch wenn das Problem dadurch natürlich nicht komplett gelöst werden kann, wäre es m. E. ein deutscher Fortschritt.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

südkreuz, Donnerstag, 16.05.2024, 22:46 (vor 693 Tagen) @ JanZ

Geht mir ähnlich: Hatte ich schon, aber nicht sehr oft. Und der freundliche Hinweis, dass der Kopfhörer schon erfunden ist, hat eigentlich immer zum Erfolg geführt. War aber auch immer FV 1. Klasse, vielleicht doch etwas andere Klientel insgesamt.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

tobias406, Freitag, 17.05.2024, 00:02 (vor 693 Tagen) @ плацкарт

Vor kurzem im Nacht ICE 1080 wurde nach Nürnberg durchgesagt das Nachtruhe ist und jede Laute Unterhaltung unterlassen soll und die Handy am besten auf Lautlos.


Vor Monaten im ICE ein Typ Tele.seit locker 1Stunde der ganze Wagen kennt jetzt sein Leben,alle waren genervt ich auch bin dann mal zu dem hin 10 Reihen hinter mir und gefragt ob er noch lauter sprechen kann den die Dame im Wagen 1 versteht nix.
Danach war Ruhe und er kleinlaut.

Versuchen kann sich trotzdem lohnen wenn es stört

J-C, In meiner Welt, Freitag, 17.05.2024, 08:13 (vor 693 Tagen) @ Berliner65

Vor allem hast du das ja nicht tagtäglich.


Doch!
Die Fahrten, bei denen die beschriebenen Dinge nicht auftreten, haben bei mir Seltenheitswert.

Ist es in der Gegend von Wien so viel anders? Oder hängt es von der Uhrzeit ab?

Weitere persönliche Erfahrung (andere Reisende können andere haben): es ist ebenso egal, ob man 1. Klasse oder 2. Klasse fährt und es bestehen keine besonderen Unterschiede zwischen NV und FV.

Ich würd schon Unterschiede verorten...

Ich habe meine heutigen 640 bahn-km noch vor mir. Ohne NC-Kopfhörer wäre es eine Qual.

Also ich bin letztes Jahr schon ein paar Mal im ICE gefahren und hab die Fahrt jeweils störungsfrei genossen...

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky

Durchsagen

jotxl, Freitag, 17.05.2024, 09:30 (vor 693 Tagen) @ tobias406

freundliches Ansprechen der Leute hilft oft.

Und ja, ich fände 2-3 Durchsagen auf einer Fahrt ganz hilfreich, so in etwa: "Bitte beachten Sie, dass in den ausgewiesenen Ruhebereichen im Wagen 22 laute Unterhaltungen und Telefonate nicht erwünscht sind".

Wäre hilfreicher als bei jedem Halt immer noch alle Anschlüsse runterzubeten oder auf den KCI aufmerksam zu machen.

Smartphone laut - wie damit umgehen?

EUROFIMA, Osnabrück, Freitag, 17.05.2024, 09:31 (vor 693 Tagen) @ tobias406
bearbeitet von EUROFIMA, Freitag, 17.05.2024, 09:35

Moin.
So etwas hatte ich auch mal. Die "Dame" (Marke Cindy aus Mar......)) laberte in voller Lautstärke durch ihr Wischphone. Natürlich auch auf voll mithören! Nach kurzer Zeit wusste jeder im Wagen, wer wann mit wem ......! Alle total übernervt.
Ich dann hin zu ihr. Ich habe ihr angeboten, mit zum Tf zu kommen. Der hätte ein Mikrophon. Somit könnte sie auch die letzten beiden Wagen beglücken. Ihr "Früchtchen" holte nun Luft, und wollte loslabern. Aber ich sagte nur, das ich von Keksen gesprochen habe, und nicht von Krümeln.
Jedenfalls war nach nochmaligem Aufmucken Ruhe im Schacht, und ich bekam nur zufriedene Gesichter zu sehen.

Fernverkehr Frankreich - hohe Disziplin

MC_Hans, 8001376, Freitag, 17.05.2024, 09:49 (vor 693 Tagen) @ плацкарт

Wer schon mal im TGV unterwegs war, dem ist vielleicht die Mentalität der Franzosen bzgl. Telefonieren/Musikhören/Lautstärke im Zug aufgefallen. Da wird wirklich peinlich darauf geachtet, jegliche Geräusche im Großraum zu vermeiden. Selbst Familien mit kleinen Kindern meistens mit bester Disziplin.

Dafür ist es dann in anderen Lebensbereichen chaotischer als bei uns (z.B. Straßenverkehr).

Ist euch das auch mal aufgefallen?

Nix Auto und chaotisch.

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 17.05.2024, 10:40 (vor 693 Tagen) @ MC_Hans

Hey.

Dafür ist es dann in anderen Lebensbereichen chaotischer als bei uns (z.B. Straßenverkehr).

Der ist nicht chaotisch. Es gelten nur andere Regeln.

Wenn man die kennt und sich anpasst, ist das ein herrliches Fahren!

Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

:-D

MC_Hans, 8001376, Freitag, 17.05.2024, 10:57 (vor 693 Tagen) @ Der Blaschke

Hey.

Dafür ist es dann in anderen Lebensbereichen chaotischer als bei uns (z.B. Straßenverkehr).


Der ist nicht chaotisch. Es gelten nur andere Regeln.

Wenn man die kennt und sich anpasst, ist das ein herrliches Fahren!

Schöne Grüße von jörg

Hahaha, schön für dich, wenn du das Fahren da herrlich findest. Wann warst du das letzte Mal im Straßenverkehr in Frankreich unterwegs?

Ganz schlimm ist dieses "Schluckauf-Fahren", Hauptsache schnell rausbeschleunigen und dem Vordermann auf die Stoßstange auffahren. Dann wieder hart abbremsen.

Vorausschauendes Fahren, Level 0
Stau an Ampeln und Ein-/Ausfahrten produzieren, Level 100

:-D

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 17.05.2024, 11:13 (vor 693 Tagen) @ MC_Hans

Hey.

Hahaha, schön für dich, wenn du das Fahren da herrlich findest. Wann warst du das letzte Mal im Straßenverkehr in Frankreich unterwegs?

Ist zugegeben etwas her.

Jeder fährt wie ne Wildsau. Und jeder weiß, dass jeder andere auch wie ne Wildsau fährt. Und so kommen alle bestens miteinander klar.

Man fährt eben auf Lücke. Platz ist zum Nutzen da und nicht zum Abstand halten.

Dass der Deutsche da mit seinem Rechthaber-Wahn Probleme hat, leuchtet mir allerdings ein. Und nachher bekommt das hochheilige Blechle noch n Kratzer; Himmel hilf ...

Muss man sich anpassen, dann klappt's ...

Schöne Grüße von jörg

--
"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Fernverkehr Frankreich - hohe Disziplin

Ludo, Niedersachsen, Freitag, 17.05.2024, 12:01 (vor 693 Tagen) @ MC_Hans

Wer schon mal im TGV unterwegs war, dem ist vielleicht die Mentalität der Franzosen bzgl. Telefonieren/Musikhören/Lautstärke im Zug aufgefallen. Da wird wirklich peinlich darauf geachtet, jegliche Geräusche im Großraum zu vermeiden. Selbst Familien mit kleinen Kindern meistens mit bester Disziplin.

Ja, das ist absolut zutreffend und ich empfinde das grundsätzlich als sehr angenehm. Letzten Endes schafft es jeder, sich für die Dauer einer Zugfahrt in reduzierter Lautstärke zu unterhalten. Telefonieren kann man auch am Wagenübergang. Es ist aber definitiv ein kultureller Unterschied festzustellen. Fußballfahrten und Junggesellenabschiede mit dem entsprechenden Gegröle, wie sie hierzulande allgemein toleriert werden, wären in französischen TGV-Zügen undenkbar.

Manchmal schlägt es dann jedoch ins andere Extrem über. Ich erinnere mich an eine TGV-Fahrt, wo eine Großmutter mit zwei Enkeln unterwegs war. Immer wenn das Mädchen (ca. 8 Jahre) ihre Oma etwas in absolut normaler (nicht störender) Lautstärke fragte, reagierte diese sofort mit einem „Pssssstttt“ oder „Arrête“ (=Hör auf!)

Dafür ist es dann in anderen Lebensbereichen chaotischer als bei uns (z.B. Straßenverkehr).

Das kann man so nicht verallgemeinern. Die Autobahnen in Frankreich (wie vermutlich die meisten Autobahnen mit allgemeinem Tempolimit) empfinde ich als deutlich angenehmer. Innerorts darf man halt nicht am Zebrastreifen warten, in der Hoffnung, dass ein Auto anhält. Entweder warten bis alle Autos weg sind oder einfach aktiv den Zebrastreifen betreten, dann wird angehalten. Es wird allgemein mehr gehupt (bei Verstößen oder zu zögerlichem Anfahren). Ansonsten finde ich nicht, dass der Straßenverkehr in Frankreich generell chaotischer ist.

Gruß, Ludo

Smartphone laut - wie damit umgehen?

gnampf, Freitag, 17.05.2024, 12:06 (vor 693 Tagen) @ OnkelTom

Durch Aufkleber und Durchsagen hätte der Bahnbetreiber eindeutig kommuniziert, dass der Handylärm nicht erlaubt oder zumindest nicht erwünscht ist. Das wäre zumindest eine große Argumentationshilfe. Auch wenn das Problem dadurch natürlich nicht komplett gelöst werden kann, wäre es m. E. ein deutscher Fortschritt.

Nun, da wäre erstmal festzustellen, ob das EVU hier überhaupt Beschränkungen vorgeben darf, vor allem pauschal auf den ganzen Zug bezogen. Wir reden ja von einem öffentliche Auftrag der hier ausgeführt wird. Ohne Zustimmung des Auftraggers wirds eher schlecht ausschauen, und ob der da zustimmen kann/darf ist dann die nächste Frage. Er darf ja auch nicht einfach rote T-Shirts verbieten, nur weil jemandem die Farbe nicht passt.

Und was die Aufkleber an sich bringen, das sieht man beim Ruhebereich, das sieht man bei "Essen verboten"-Aufklebern, etc.

Zur Agumentationshilfe: wer dich in der Folge des Ansprechens mit einem Messer bedroht wird sich kaum für deine Argumentationshilfe interessieren. Bei vernünftigen Menschen hingegen reicht der Hinweis auf das störende Verhalten völlig aus. Wer dich nicht versteht wird auch den Aufkleber eher nicht verstehen.

Fazit: Aufkleber sind rechtlich problematisch, gerade wenn sie es als Verbot darstellen wollen, und praktisch komplett unnütz. Manieren und Erziehung kommen eben nicht von der Bahn, sondern von den Eltern. Und Eltern werden kann leider jeder.

Manche vergessen etwas

MC_Hans, 8001376, Freitag, 17.05.2024, 12:33 (vor 693 Tagen) @ Der Blaschke

Wann warst du das letzte Mal im Straßenverkehr in Frankreich unterwegs?


Ist zugegeben etwas her.

Bei mir sind es 6 Wochen.

Jeder fährt wie ne Wildsau. Und jeder weiß, dass jeder andere auch wie ne Wildsau fährt. Und so kommen alle bestens miteinander klar.

;-)

Dass der Deutsche da mit seinem Rechthaber-Wahn Probleme hat, leuchtet mir allerdings ein. Und nachher bekommt das hochheilige Blechle noch n Kratzer; Himmel hilf ...

Muss man sich anpassen, dann klappt's ...

Manche vergessen, dass ein paar Regeln kein Selbstzweck sind, dass es nicht ums Rechthaben und -behalten geht.

Der Rechthaber mag seine Probleme damit haben. Und es mag auch ganz lustig und selbstwirksam sein, sich darüber lustig zu machen. Hilft halt sonst niemandem.

Ansonsten sind nicht alle Verkehrsteilnehmer gleich ausgerüstet, gleich motorisiert, gleich gut geschützt, gleich anpassungsfähig. Fußgänger, Radfahrer, Roller, Moped, Motorrad, Auto, Bus, LKW,... Kinder, Frauen, Männer, Senioren,... Es klappt besser, wenn es geeignete Regeln gibt, die auch gelebt werden. Und dann klappt es auch besser mit dem Umstieg z.B. auf klimafreundicheres Fahren. Ansonsten bleibt das System halt immer gleich, was auch manch einem lieber sein mag, als eine Veränderung.

Kleiner Ausflug in den Radverkehr für Interessierte:

Eltern, die mit ihren Kindern auf dem Rad unterwegs sind oder sie alleine mit dem Rad zur Schule fahren lassen, gelten als Indikator für [...] den Zustand der Infrastruktur.

https://www.adfc.de/artikel/fahrradfreundlichkeit-nur-ausreichend

Frauen gelten auch als Indikator dafür, ob es sicher ist. In unseren Nachbarländern Dänemark und den Niederlanden fahren übrigens mehr Frauen als Männer Fahrrad, was vor allem auf die gute Infrastruktur zurückzuführen ist und auf eine andere Mobilitätskultur.

https://www.tbd.community/de/a/empoweride-your-bike

Ich könnte mir vorstellen, dass Frankreich nicht so gut dasteht wie Deutschland (zumindest in den Städten).

Fernverkehr Frankreich - hohe Disziplin

MC_Hans, 8001376, Freitag, 17.05.2024, 12:38 (vor 693 Tagen) @ Ludo

Manchmal schlägt es dann jedoch ins andere Extrem über. Ich erinnere mich an eine TGV-Fahrt, wo eine Großmutter mit zwei Enkeln unterwegs war. Immer wenn das Mädchen (ca. 8 Jahre) ihre Oma etwas in absolut normaler (nicht störender) Lautstärke fragte, reagierte diese sofort mit einem „Pssssstttt“ oder „Arrête“ (=Hör auf!)

Ja das gibt es auch, stimmt.

Ich sag jetzt auch nicht, dass ich solche Schweige-Verhältnisse wie in Frankreich auch in Deutschland haben will. Aber der Unterschied fällt mir sehr stark auf.

Dafür ist es dann in anderen Lebensbereichen chaotischer als bei uns (z.B. Straßenverkehr).


Das kann man so nicht verallgemeinern. Die Autobahnen in Frankreich (wie vermutlich die meisten Autobahnen mit allgemeinem Tempolimit) empfinde ich als deutlich angenehmer. Innerorts darf man halt nicht am Zebrastreifen warten, in der Hoffnung, dass ein Auto anhält. Entweder warten bis alle Autos weg sind oder einfach aktiv den Zebrastreifen betreten, dann wird angehalten. Es wird allgemein mehr gehupt (bei Verstößen oder zu zögerlichem Anfahren).

Ja, das stimmt. Vielleicht ist meine Verallgemeinerung auch falsch, die "schlechten" Erinnerungen bleiben einfach stärker hängen.

Viele Grüße

Fernverkehr Frankreich - hohe Disziplin

bahnfahrerofr., Freitag, 17.05.2024, 13:18 (vor 693 Tagen) @ Ludo

Ja, das ist absolut zutreffend und ich empfinde das grundsätzlich als sehr angenehm. Letzten Endes schafft es jeder, sich für die Dauer einer Zugfahrt in reduzierter Lautstärke zu unterhalten. Telefonieren kann man auch am Wagenübergang

Das finde ich auch sehr positiv. Die entsprechende Durchsage dazu ist einer der wenigen wirklich sinnvollen!

Es ist aber definitiv ein kultureller Unterschied festzustellen. Fußballfahrten und Junggesellenabschiede mit dem entsprechenden Gegröle, wie sie hierzulande allgemein toleriert werden, wären in französischen TGV-Zügen undenkbar.

Vielleicht auch aufgrund der astronomischen Preise? ;-)

Das kann man so nicht verallgemeinern. Die Autobahnen in Frankreich (wie vermutlich die meisten Autobahnen mit allgemeinem Tempolimit) empfinde ich als deutlich angenehmer. Innerorts darf man halt nicht am Zebrastreifen warten,

Ich finde es auch nicht auffällig chaotisch. Kein Vergleich zu südlichen Ländern insbesondere (Süd)italien. Über den Zebrastreifen gelassen wurde ich auch schon oft.

Zebrastreifen und der besondere Kreisel ;-)

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Freitag, 17.05.2024, 22:42 (vor 692 Tagen) @ MC_Hans

Innerorts darf man halt nicht am Zebrastreifen warten, in der Hoffnung, dass ein Auto anhält. Entweder warten bis alle Autos weg sind oder einfach aktiv den Zebrastreifen betreten, dann wird angehalten. Es wird allgemein mehr gehupt (bei Verstößen oder zu zögerlichem Anfahren).

Ja, das stimmt. Vielleicht ist meine Verallgemeinerung auch falsch, die "schlechten" Erinnerungen bleiben einfach stärker hängen.

Zebrastreifen: legendär das Video von Ulrich Wickert. Der zeigte, wie es geht:

https://www.ardmediathek.de/video/weltspiegel/50-jahre-weltspiegel-ulrich-wickert-am-pl...

Und so wie hier der Kreisel am Triumphbogen in Paris: es funktioniert. Sogar die Radfahrerin am Schluß überlebt.

https://m.youtube.com/watch?v=w0V4SK21UIE&pp=ygUZa3JlaXN2ZXJrZWhyIHRyaXVtcGhib2dlbg...

https://m.youtube.com/watch?v=-2RCPpdmSVg&pp=ygUZa3JlaXN2ZXJrZWhyIHRyaXVtcGhib2dlbg...

https://m.youtube.com/watch?v=1NDpVHGaKFI&pp=ygUZa3JlaXN2ZXJrZWhyIHRyaXVtcGhib2dlbg...

https://m.youtube.com/watch?v=RIyEg35Stbo&pp=ygUia3JlaXN2ZXJrZWhyIHBhcmlzIGFyYyBkZS...

In Deutschland könntest du den Triumphbogen abreißen und da das bestbesetzte Polizeirevier Deutschlands einrichten - Crashs im Minutentakt.

Franzosen sind da eben anders. Ich mag das.

Und was die auch erwähnten französischen Autobahnen betrifft: was ist da auch schon los, wenn das Land vor allem aus ein paar Großstädten und Paris besteht ...


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Akzeptanz von Fußballfans und JGAs + Schulklassen

Ludo, Niedersachsen, Samstag, 18.05.2024, 15:24 (vor 692 Tagen) @ bahnfahrerofr.

Fußballfäns und JGAler sind lärmmäßig kein Problem, die sind wenigstens klar abgrenzbar und man meidet sie einfach. Problem ist dass die Handy-laut-Fraktion überall ist. Man kann ihnen kaum entkommen

Leicht gesagt, wenn man seine Reservierung im entsprechenden Wagen hat oder es sich um einen einteiligen Regionalzug handelt.
Ich finde die Akzeptanz solcher Gruppen, wie sie hierzulande inzwischen praktiziert wird, vollkommen übertrieben.

Fangen wir mit dem Thema Fußball an:
Es gibt auch unauffällige Fangruppen, das erstmal vorab, hier sollte man nicht alle über einen Kamm scheren.
Aber ich habe absolut kein Verständnis dafür, dass die große Mehrheit der Fangruppen auf die Bedürfnisse anderer Reisender überhaupt keine Rücksicht nehmen. Viele Züge sehen hinterher so aus, dass sie intensiv gereinigt werden müssen. Das alles wirkt sich natürlich letzten Endes auch auf die Fahrkartenpreise aus. Und ich finde es unfassbar, wie viele unserer Steuergelder allein für Polizeieinsätze im Zusammenhang mit Fußball ausgegeben werden. Ich erinnere mich mit Schrecken noch an die Ausschreitungen bei einem Spiel zwischen Hannover und Braunschweig. Was ist bei diesen Leuten nicht richtig im Kopf?
Auf der anderen Seite verdienen sich die Vereine eine goldene Nase, während sie für die Polizeieinsätze nicht anteilig zur Kasse gebeten werden. Warum bezahlen die Vereine hier keine Sonderzüge? Genug altes Wagenmaterial, das im Regelbetrieb nicht mehr gebraucht wird und bei dem man nicht so penibel auf die Sauberkeit achten muss, dürfte es ja geben.
In anderen Ländern wäre diese bedingungslose Akzeptanz des Verhaltens von Fußballfans jedenfalls undenkbar.

Thema JGA:
Grundsätzlich freue ich mich mit den betreffenden Leuten. Wenn mir jemand dann mal etwas aus dem „Bauchladen“ verkaufen möchte, finde ich das nicht weiter schlimm. Bei der Lautstärke ist man natürlich auch zu einem gewissen Maß tolerant und wenn das Alkoholkonsumverbot mancherorts in dem Rahmen übergangen wird, was solls, ist erstmal nicht mein Problem. Aber auch hier gibt es Grenzen. Ohrenbetäubende Ghettoblaster-Musik ist inakzeptabel, Verunreinigungen durch alkoholische Getränke ebenso und aggressives Verhalten durch

Wenn ich als Lehrer mit Schulklassen in Zügen unterwegs bin, achte ich auch auf die Einhaltung grundlegender Regeln (vor Klassenfahrten gibt‘s dann immer meine PowerPoint-Folien „Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln“). Klar ist die „Grundlautstärke“ im Wagen in der Regel etwas höher als ohne Schulklasse (das liegt aber in der Natur der Sache und betrifft insbesondere die Hinfahrten). Auf den Rückfahrten von Klassenfahrten sind die Kiddies dann in der Regel leiser als der Rest des Wagens, weil ein Großteil schläft :-). Sowas wie Musik ohne Kopfhörer gibt es bei mir jedoch nicht und wird im Bedarfsfall umgehend unterbunden. Auch wenn die Gesprächslautstärke überhand nimmt, gebe ich einen freundlichen Hinweis. Und zwar genau aus dem Grund, weil die Mitreisenden auch eine weitgehend störungsfreie Reise genießen sollen.
Übrigens ernten wir immer mal wieder Lob vom Zugpersonal für unser angemessenes Verhalten. Trotz zahlreicher Bahnfahrten gab es in den letzten 10 Jahren erst eine Beschwerde wegen Lautstärke und die war aus meiner Sicht vollkommen überzogen. Nicht mitgezählt habe ich dabei Beschwerden, weil die Leute (bei funktionierenden Reservierungsanzeigen) auf unseren reservierten Plätzen saßen und sie dann mit Sack und Pack aufstehen mussten - aber da sind sie dann selbst Schuld.

Gruß, Ludo

Die Moderne: alles am Ende ...

Der Blaschke, Bissendorf-Wissingen, Samstag, 18.05.2024, 18:34 (vor 692 Tagen) @ Ludo
bearbeitet von Der Blaschke, Samstag, 18.05.2024, 18:35

Moin.

vor Klassenfahrten gibt‘s dann immer meine PowerPoint-Folien „Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln“

Mir fliegen die Schuhe weg. Sowas gibt's? Geht dann dafür noch ne halbe oder ganze Unterrichtsstunde drauf?

Die totale endgültige völlige Verblödung nimmt unweigerlich ihren Lauf. Sieht man an der Hörigkeit von Navigationsgeräten ja z.B. auch. Oder wie hier gerade noch der Beitragsbaum, wo die Sehnsucht nach einer 35-seitigen Regelungsanweisung für die Benutzung des Bordbistros durchschimmert.

Was nicht geregelt ist, existiert nicht und passiert nicht. Und wenn doch, sind alle völlig überfordert und haken aus, weil der Verstand längst verkümmert ist und weil deswegen Eigenverantwortung und eigenmächtiges Handeln gar nicht mehr möglich ist.

Aber das ist ja auch so gewollt. Die nächsten Generationen werden mal prima Soldaten; die stellen sich mit Wonne als Kanonenfutter an die Front und böllern sinnfrei mit den Jungs (und Mädchen! Das ist natürlich sehr wichtig!) von der Gegenseite um die Wette.

Gute Nacht.

Wir sind mal von der Schule mit einem Sonderzug zum Römisch-Germanischen Museum nach Köln gefahren. Ich erinnere mich nicht an großartige Verhaltensvorgaben. Der Zug blieb trotzdem heil. Ein Trauma, was mich bis heute von jeglichen Museumsbesuchen abhält, bekam ich nur wegen der absolut nicht jugendgerechten stundenlangen Führung. Einziges Highlight war, als einer der Mitschüler dieses Dionisos,sus,oderso-Mosaik betreten wollte.


Schöne Grüße von jörg

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"Zu Lebzeiten will ich gerne bescheiden sein; doch wenn ich tot bin, soll man natürlich anerkennen, dass ich ein Genie war." (Michel Audiard)

Die Moderne: alles am Ende ...

Ludo, Niedersachsen, Samstag, 18.05.2024, 20:24 (vor 691 Tagen) @ Der Blaschke

Moin.

vor Klassenfahrten gibt‘s dann immer meine PowerPoint-Folien „Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln“


Mir fliegen die Schuhe weg. Sowas gibt's? Geht dann dafür noch ne halbe oder ganze Unterrichtsstunde drauf?

Weder noch. Das wird am Elternabend mit eingebaut. Einmal erstellt ist das immer wieder verwendbar und die Fahrt ist deutlich entspannter.

Wir sind mal von der Schule mit einem Sonderzug zum Römisch-Germanischen Museum nach Köln gefahren. Ich erinnere mich nicht an großartige Verhaltensvorgaben. Der Zug blieb trotzdem heil.

Du hast aber vermutlich noch eine deutlich andere häusliche Erziehung genossen als die jüngste Generation Z. Du würdest dich wundern, wenn du sehen würdest, wie sich teilweise verhalten wird - frei nach dem Motto „das haben Sie nicht gesagt“ - und das meinen viele noch nicht mal böse, sie wissen es von ihren Eltern einfach nicht besser. Auch ich lerne da immer wieder dazu, was man noch im Vorfeld alles regeln muss. Und so werden die PowerPoints immer länger, die Einverständniserklärungen ebenso, da ja zeitgleich die Eltern immer klagefreudiger werden. Für Außenstehende mag das so aussehen, als ob uns das Spaß macht, dem ist aber nicht so.

Gruß, Ludo

Selbst laute Musik machen

Alter Köpenicker, BSPF, Montag, 20.05.2024, 07:18 (vor 690 Tagen) @ плацкарт

Es ist kein Problem der 1. Klasse im ICE Sprinter...
Häufige Nahverkehrsnutzer werden es kennen: Eltern, die ihr zweijähriges Kind auf polterige Smartphonegeräusche eingestellt haben, Videocall ohne Kopfhörer oder einfach Tiktok-Shorts am laufenden Band.
Wie geht ihr damit um?

In Telefongespräche, die über Lautsprecher geführt werden, schalte ich mich gerne mal ein und tue meine Meinung kund und wenn laut Musik gehört wird oder ähnliches, dann mache ich mit meinem Handy ebenfalls laute Musik an. Beides führt dazu, daß das Fehlverhalten schnell erkannt und eingestellt wird. Allerdings habe ich einmal den richtigen Moment verpaßt und wurde selbst meiner lauten Musik wegen angesprochen, während um mich herum bereits alle ihre Geräte abgeschaltet hatten. Das war mir dann schon relativ peinlich.

Die Moderne: alles am Ende ...

BlockIX, Dienstag, 21.05.2024, 19:29 (vor 688 Tagen) @ Der Blaschke

Hallo Jörg,
Aber die deutsche Jugend doch nicht......die Ballern garniert nicht
Die diskutieren erst mal 3 Tage mit welchem persönlichen Geschlecht sie das machen und dann 20 Tage über Mode und Deos.
Dann vielleicht gehen Sie zur Kaserne.......aber da weht dann schon die Fahne des Feindes.

Respektloser geht es wohl nicht

Waldbahn, Dienstag, 21.05.2024, 19:54 (vor 688 Tagen) @ BlockIX

Schon mal was von Art 1 Abs 1 GG gehört?

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Gruß
Waldbahn

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