Alpen-Sylt Nachtexpress & Lemvigbanen 5/5 m 29 B. (Reiseberichte)
Hallo zusammen,
willkommen zum fünften und letzten Teil unserer kleinen Rundreise durch Deutschland, Dänemark und Schweden. Im vierten Teil waren wir von Trelleborg nach Rostock und weiter nach Berlin gefahren und hatten die Überlandstraßenbahnen nach Woltersdorf und Rüdersdorf besucht.
![[image]](https://www.bahnreiseberichte.de/113-Nachtexpress-Lemvigbanen/113-000Karte.jpg)
Am letzten Reisetag steht die Rückfahrt von Berlin nach Hause an den Bodensee auf dem Plan.
Tag 7: Berlin – Bregenz – St. Margrethen – Rorschach – Romanshorn – Kreuzlingen – Konstanz
Für die Rückfahrt hatten wir uns einen besonderen Zug ausgesucht, nämlich den ICE 1209 von Berlin durch das Allgäu nach Bregenz. Dieser Zug fuhr nur samstags in der Sommersaison 2021.
Ich hatte die Fahrkarte recht früh gebucht, drei Wochen vor der Fahrt kam dann per E-Mail eine Fahrplanänderung, wonach der bisherige Reiseplan nicht mehr möglich sei.
Hier im Forum liest man häufig, dass man sich darüber freuen solle, dass man nun eine flexible Fahrkarte habe. Ich kann aber mit der Zugbindung gut leben, vielmehr wünsche ich mir, dass die Zugbindung auch für meinen Vertragspartner gilt und die Züge so fahren, wie sie verkauft werden.
Die Verbindung mit dem ICE 1209 war jedenfalls im Fahrplan für den Reisetag nicht mehr zu finden. Sehr ärgerlich, da die Tour extra so geplant war, dass die Mitfahrt mit dem Exoten möglich war und wir sonst vielleicht eine ganz andere Rückreise von der Lemvigbahn an den Bodensee geplant hätten.
Nach etwas Recherche gibt es dann eine gute Nachricht: der ICE 1209 fährt am Reisetag doch von Berlin nach Bregenz. Die schlechte Nachricht: er fährt 100 Minuten früher ab. Anstatt um 7:11 Uhr…
…fährt der Zug schon um 5:32 Uhr. Das hatte ich mir zwar anders vorgestellt, aber gut, da es ja unbedingt dieser Zug sein soll, bleibt uns nichts anderes übrig.
Der ICE 1209 fährt bis Augsburg vereinigt mit dem ICE 1201 nach Landeck-Zams, er ist aus ICE-T-Triebzügen gebildet.
Eigentlich fährt der Zug Erfurt-Nürnberg über die Schnellfahrstrecke, an unserem Reisetag verkehrt er aber über Würzburg, daher auch die vorverlegte Abfahrtszeit. Aber sehen wir es positiv, wenn wir schon keine Fahrgastrechte geltend machen können, dürfen wir uns wenigstens über eine höhere Kilometerzahl zum selben Fahrpreis freuen.
Immerhin ist das Bistro bewirtschaftet, Hotelfrühstück gab es zu so früher Stunde noch nicht.
Beim nächsten Bild fahren wir auf der Unstruttalbrücke durch Sachsen-Anhalt, beim übernächsten Bild sind wir dann bereits in Osthessen und blicken auf das Dorf Rothenkirchen mit der Markuskirche.
Der Zug fährt zwei Stunden ohne Halt von Erfurt bis Würzburg. Beim nächsten Bild queren wir auf der Schnellfahrtstrecke Hannover-Würzburg bei Gemünden den Main, nach dem Fahrtrichtungswechsel in Nürnberg geht es weiter durch Mittelfranken und Schwaben nach Augsburg.
Ab Augsburg bzw. Mering wird es dann interessant, der Zug befährt nun die Ammerseebahn nach Geltendorf. Auf der Strecke gibt es sonst nur bei Umleitungen Fernverkehr. In Geltendorf folgt ein Betriebshalt mit Richtungswechsel, anschließend geht es auf der Allgäubahn nach Buchloe. Der Umweg über Geltendorf ist notwendig, da die direkte Strecke Augsburg-Buchloe nicht elektrifiziert ist.
Auf der seit dem Jahr 2020 elektrifizierten Strecke fahren wir über Memmingen und Lindau-Reutin nach Bregenz. Auf der Strecke gibt es regelmäßigen Fernverkehr mit den ECE-Zügen München-Zürich. Die Fahrt mit einem ICE auf der Strecke hat hingegen Seltenheitswert. Beim nächsten Bild passieren wir die Spitalkirche von Bärenweiler bei Kissleg.
Von Lindau-Reutin fahren wir direkt am Bodenseeufer entlang ins österreichische Bregenz. Beim Abgleich von Fahrplan und Uhrzeit habe ich mittlerweile große Zweifel, wie realistisch der Plan ist.
Und tatsächlich: das nächste Bild nach der Ankunft in Bregenz hat einen Zeitstempel von 14:40 Uhr – der Zug ist 37 Minuten zu früh in Bregenz. Das Rätsel löst sich später bei der Recherche für den Reisebericht: für Lindau-Reutin ist keine Abfahrtszeit veröffentlicht. Laut Fernbahn.de hätte der Zug dort eine Standzeit von 28 Minuten gehabt, stattdessen ist der Zug sofort weitergefahren nach Bregenz.
Eine Stunde früher als geplant finden wir uns kurz darauf in der grenzüberschreitenden S 3 von Bregenz ins schweizerische St. Margrethen. Die Verbindung wird mit Talent-Triebzügen der ÖBB bedient. Nach der Fahrt durch Vorarlberg markiert der Alpenrhein die Grenze zur Schweiz.
Nach der Ankunft in St. Margrethen holen wir ein Bild des Talent-Triebzugs nach, dann…
…geht es hinüber auf Gleis 1, wo gleich der Interregio der SBB in Richtung Zürich einfährt. Wir fahren mit dem FV-Dosto eine Station bis Rorschach, während der Fahrt sind kurze Ausblicke auf den Bodensee zu erhaschen.
Vor Rorschach geht es weiter am schweizerischen Bodenseeufer bis Romanshorn, auf der Strecke verkehren GTW von Thurbo. Im Stadtgebiet von Rorschach fahren wir entlang des Seeparks mit der Skulptur „Die Schwebende“ und passieren den Haltepunkt Hafen.
In Romanshorn wechseln wir auf die S 8, mit der wir bis Kreuzlingen fahren, von dort bringt uns die S 14 über die Grenze nach Konstanz. Auch diese Linien sind fest in der Hand von Thurbo-GTW.
Das letzte Bild entsteht kurz vor der schweizerisch-deutschen Grenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz. Der Bahnübergang im Vordergrund gehört zu einer Straßenverbindung auf der schweizerischen Seite, auf Höhe des Durchgangverbots-Schilds verläuft die Grenze und der zweite Bahnübergang wenige Meter weiter ist eine deutsche Straßenverbindung. Das Riesenrad war schon auf einem der ersten Bilder dieser Tour zu sehen – damit sind wir nun wieder am Ausgangspunkt der Rundfahrt angekommen.
Vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen!
Viele Grüße
Tobias
PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter www.bahnreiseberichte.de.
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