[CZ] Ein GTW aus Hessen im neuen Kleid in Südmähren (Allgemeines Forum)

J-C, In meiner Welt, Mittwoch, 10.04.2024, 17:42 (vor 884 Tagen)
bearbeitet von J-C, Mittwoch, 10.04.2024, 17:44

Link (zdopravy.cz, tschechisch)

Heute Nachmittag wurden die ersten 2 durch Škoda Pars umgebauten Stadler GTW in Breclav vorgestellt und auch die Zeitschrift zdopravy hat davon mit Fotos berichtet. Jene Züge werden ab dem Fahrplanwechsel im Dezember von Arriva betrieben.

Der klimatisierte und niederflurige GTW - welcher typisch nicht nur für Südmähren über keine erste Klasse verfügt - wurde nun mit allem ausgestattet, was man heutzutage erwartet - Steckdosen an jeder Reihe - auch mit USB-A Adapter, WLAN, Monitore für die Fahrgastinformation. An der Seite hat man zusätzliche Zugzielanzeigen eingebaut, welche bereits mit mehreren Farben umgehen kann.

Die Sitze selbst haben das von den Moraia-Pantern bekannte Design bekommen und es wurde ebenso ein Fahrkartenautomat errichtet, welcher den Fahrkartenverkauf beim Zugbegleiter ablösen dürfte.

Was weggekommen ist, sind die Tische. Und Klapptische sind ebenso nicht vorhanden, aber das war ja schon vorher so.

In Südmähren verschwinden mit diesen Zügen dann immer mehr die alten unklimatisierten Triebwagen.

Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember verkehren die Arriva-Züge auf den Strecken S8 Znojmo – Mikulov – Břeclav, S52 Zaječí – Kobylí (– Hodonín) und S91 Hodonín – Veselí nad Moravou – Velká nad Veličkou – Vrbovce (– Myjava). "Unser langfristiges Ziel ist es, Menschen für die Anreise mit der Bahn zu gewinnen. Die modernisierten Züge bieten Rundum-Komfort, von Klimaanlage, Internetzugang bis hin zu Platz für den Transport von Fahrrädern für Radfahrer. Für 1,4 Millionen Kilometer zahlen wir 231 Millionen Kronen pro Jahr", sagte der stellvertretende Hauptmann der Region Südmähren Jiří Crha.

Ein Thema kann jedoch das ETCS sein, wo der Infrastrukturbetreiber etwas schneller ist als der Fahrzeugbetreiber. Denn in Tschechien nimmt man sich großes vor mit der Ausrüstung mit ETCS - hat man mit Mirel bzw. LS ein eher rudimentäres System, weswegen hier ein besonderer Handlungsdruck besteht, die Ausrüstung mit ETCS durchaus ehrgeizig zu betreiben.

Auch in diesem Fall kann die Einführung von ETCS die Karten neu mischen. Gemäss Vertrag mit der Region soll Arriva ab Dezember 2025 den Südmährischen Stadler mit dem Zugbeeinflussungssystem ETCS ausstatten lassen. Der Staat plant jedoch, ab Januar 2025 den ausschließlichen Betrieb unter der Leitung des ETCS-Kontrollsystems auf Korridoren und in Südmähren einzuführen. Dies könnte eine Komplikation für die Strecke Hodonín-Veselí nad Moravou-Vrbovce bedeuten, die auf dem Korridor zwischen Hodonín und Rohatec verläuft.

Es stellt sich daher die Frage, ob im genannten Zeitraum nicht Züge auf den nun regelmäßig nicht mehr genutzten Strecken von Hodonín nach Holíč und weiter nach Skalice in der Slowakei und Sudoměřice durch die Slowakei umgeleitet würden. "Es stimmt, dass wir bis Dezember 2025 mit ETCS ausgestattet sein sollen. Die Entscheidung, wie mit dem provisorischen Zustand umgegangen wird, obliegt der Region Südmähren. Ich kann wahrscheinlich indirekt bestätigen, dass eine solche Umleitungslösung eine der Alternativen sein könnte, die in Betracht gezogen werden", sagte Štěpán während der Aufzeichnung des Podcasts.

Für Eisenbahnfans wäre es eine noch nie dagewesene Gelegenheit, die Grenze von Sudoměřice nach Skalice in der Slowakei auf einer Strecke zu überqueren, auf der seit Dezember 2007 kein regulärer Personenverkehr mehr verkehrt.

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Umwege erweitern die Ortskenntnis ~ Kurt Tucholsky


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